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Wie Bücher wirken

Ein- und Durchblick mit lik – Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner
BuchMarkt Dezember 2017.
Link zum pdf: lik Wie Bücher wirken

Köstlich und kostbar – Limbus Preziosen
BuchMarkt Oktober 2017.
Link zum pdf: Limbus Wie Bücher wirken

Dichte und Distanz – Dr. B. Reiters Lexikon
BuchMarkt September 2017.
Link zum pdf: Dr. B. Reiter Wie Bücher wirken

Mondän und knallrot – Edition Atelier
BuchMarkt August 2017.
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Ästhetik und Augenblick – Merian Momente
BuchMarkt Juli 2017.
Link zum pdf: Merian Momente Wie Bücher wirken

Erzählen und entdecken – Kamishibai
BuchMarkt April 2017.
Link zum pdf: Kamishibai Wie Bücher wirken

Gehasst und gelesen – Reclams Universal-Bibliothek
BuchMarkt März 2017.
Link zum pdf: Reclam Wie Bücher wirken

Kraft und Eindruck – Karl-May-Verlag
BuchMarkt Februar 2017.
Link zum pdf:Karl-May-Verlag Wie Bücher wirken

Kopf und Kissen – Das Salto-Buch
BuchMarkt Januar 2017. S. 135
Link zum pdf: Wagenbach Wie Bücher wirken

Stoß und Schnitt – starfruit publications
BuchMarkt Dezember 2016. S. 121
Link zum pdf: starfruit-publications-wie-buecher-wirken

Demagogie und Demontage – Institut für Zeitgeschichte
BuchMarkt November 2016. S. 107
Link zum pdf: ifz-wie-buecher-wirken

Picta et facta – Palm Verlag
BuchMarkt Oktober 2016. S. 146
Link zum pdf: palm-verlag-wie-buecher-wirken

Tatkraft und Entspannung – Die blue notes von Ebersbach & Simon
BuchMarkt September 2016. S. 152
Link zum pdf: ebersbach-simon-wie-buecher-wirken

Bezüge und Beziehung – Das Schiff des Theseus von Kiwi
BuchMarkt August 2016. S. 94
Link zum pdf: Das Schiff des Theseus Wie Bücher wirken

Schall und Schau – Musikbilderbücher von Annette Betz
BuchMarkt Juli 2016. S. 153
Link zum pdf: Annette Betz Wie Bücher wirken

Memoirs of Music – Sammler-Editionen von Olms
BuchMarkt Juni 2016. S. 135
Link zum pdf: Edition Olms Wie Bücher wirken_06_16.pdf

Kompaktheit und Bewegung – Der Dumont Kunst-Reiseführer
BuchMarkt Mai 2016. S. 103
Link zum pdf: Dumont Kunst-Reiseführer Wie Bücher wirken_05_16.pdf

Gehalt und Gestalt – Die Bielefelder Bibel von Herder
BuchMarkt April 2016. S. 125
Link zum pdf: Bielefelder Bibel Wie Bücher wirken

Lust und Laune – Das Topp-Heft
BuchMarkt März 2016. S. 160
Link zum pdf: Frech Topp Wie Bücher wirken

Felle und Fährten – Das Naturkunden-Buch
BuchMarkt Februar 2016. S. 143
Link zum pdf: Naturkunden Wie Bücher wirken

Blau und genau – Das suhrkamp taschenbuch wissenschaft
BuchMarkt Januar 2016. S. 139
Link zum pdf: suhrkamp taschenbuch wissenschaft Wie Bücher wirken

Schönheit und Erschütterung – Das Manesse-Buch
BuchMarkt Dezember 2015. S. 108
Link zum pdf: Manesse Wie Bücher wirken

Form und Farbe – Die Insel Bücherei
BuchMarkt November 2015. S. 106
Link zum pdf: Insel-Bücherei Wie Bücher wirken

Die Bücher der Anderen Bibliothek
BuchMarkt Oktober 2015. S. 130
Link zum pdf: Die Andere Bibliothek Wie Bücher wirken

Dauer und Bedeutung – Das C. H. Beck-Buch
BuchMarkt September 2015. S. 146
Link zum pdf: C.H. Beck Wie Bücher wirken

Glatt und rot – Das utb-Buch
BuchMarkt August 2015. S. 106
Link zum pdf: utb. Wie Bücher wirken

Schwarz und hart – Das Ariadne-Buch
BuchMarkt Juli 2015. S. 131
Link zum pdf: Ariadne Wie Bücher wirken

Frische und Phlegma – Das zu Klampen-Buch
BuchMarkt Juni 2015. S. 131
Link zum pdf: zu Klampen Wie Bücher wirken

Weiß und rein – Das Merve-Buch
BuchMarkt Mai 2015. S. 99
Link zum pdf: Merve Wie Bücher wirken

Lieb und leicht – Das Pixi-Buch
BuchMarkt April 2015. S. 96
Link zum pdf: Pixi Wie Bücher wirken

Zartheit und Gewicht – Das Hanser-Buch
BuchMarkt März 2015. S. 132
Link zum pdf:  Hanser Wie Bücher wirken

Stabil und aufrecht – Das Verbrecher-Buch
BuchMarkt Februar 2015. S. 137
Link zum pdf: Verbrecher Verlag Wie Bücher wirken

Glanz und Melancholie – Das Diogenes-Buch
BuchMarkt Januar 2015. S. 135
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Klarheit und Format – Das Berenberg-Buch
BuchMarkt November 2014. S. 65
Link zum pdf: Berenberg Wie Bücher wirken</a

// Bücher

Fiesling, Fremdling, Freundling

Christoph Poschenrieder
Das Sandkorn
Roman
Diogenes 2014

Jacob Tolmeyn ist promovierter Kunsthistoriker in Rom am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Zusammen mit Beat Imboden ist er beauftragt, die unteritalienischen Provinzen, vor allem aber Apulien, kunsthistorisch zu erfassen.

Als Opfer einer Erpressung verschwindet Tolmeyn aus Berlin. Erpressung ist auf der Grundlage des Paragrafs 175, der Homosexualität unter Strafe stellte, keine Seltenheit. Einer der stadtbekannten Erpresser, der auch Freundlinge genannten Homosexuellen, verunglückt in Berlin unter fragwürdigen Umständen.

Tomeyn ist an diesem Unglück nicht ganz unschuldig. Als er später zurück nach Berlin kommt und sich auffällig verhält, wird er verhaftet und verhört. Das Verhör findet durch einen weithin bekannten Ermittler in Fällen von Erpressung statt, dessen Erinnerungen an das Verhör von Tolmeyn in den Roman einmontiert sind.

Poschenrieder ist das Kunststück gelungen, einen faszinierenden Roman mit mehreren kulturpolitischen, geschichtspolitischen und geschlechtspolitischen Ebenen zugleich zu schreiben, Ebenen, die er ebenso voneinander abzuheben wie zu spiegeln vermag.

Der besondere Reiz dieses Romans ist, dass der Held eigentlich ein Rätsel für uns bleibt wie für diesen sein Begleiter Beat Imboden, ehemaliger Gardist der Schweizer Garde. Ein Rätsel wie die von ihm erforschte Zeit, in der das Castel del Monte in Apulien entstand und wie die entfachte Kriegskultur im fernen Deutschland.

„Wissen Sie,“ sagt er in der Vernehmung einmal, „dass jedes Sandkorn ein Gesicht hat?“ Der Kommissar kann nicht anders, als eine Augenbraue hochzuziehen. „Dass kein Sandkorn dem anderen gleich?“

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Hollyreuth

Das Wagner-Jahr 2013 scheint sich weniger in Konzerthäusern als auf Büchertischen abzuspielen. Das kann dann aber auch bedeuten, dass es eine geben kann, die in Darstellung und Inhalt die klassische populäre Darstellung Wagners von Martin Gregor-Dellin von 1980 ersetzt.

Diese neue große Biografie Wagners stammt zweifellos von Martin Geck. Sie ist hervorragend geschrieben und handelt glücklicherweise von dem, was bei Wagner wichtig ist: Musik. Gleichwohl stand am Anfang das Drama, die Inszenierung und dann erst kam bei Wagner die Musik. Geck geizt nicht mit Musikbeispielen, die zeigen wie es gemacht ist. Der ganze geistesgeschichtliche Firnis, der die unübersehbare Wagneriana überzogen hat, ist damit erst einmal ausgewischt.

Der Firnis besteht manchmal auch nur aus einer Schicht Altfett. Bei Christian Thielemann erfährt man: „Die Wagners aßen gerne Wurstsalat.“ Das Buch geht aus Aufnahmen hervor. Irgendwer hat vergessen zu schneiden.

Dann doch lieber gleich Ludwigs Marcuses Wagner-Buch, das bereits 1963 erschien und die ganze Wagnerei durch die süß-saure Soße, die Marcuse drübergoss, erst halbwegs genießbar werden lässt. Immer noch lesbar, weil auf jeder Seite mit szenischer Genauigkeit. Das Inszenieren ist von jeher die Lieblingsbeschäftigung der Wagners. Wagner im niederländischen Malerkostüm: Kniehose mit seidenen Strümpfen, ein Rock aus Samt. Hollyreuth.

Neuere Biographien haben ja kein Problem mit dem Material. Es reicht längst. Jetzt geht es eher darum, die richtigen Schnitte zu setzen. Martin Geck, das zeigt sich auf jeder Seite, handhabt das Messer beherzt. Zwei Doppelbiografien – dies hier eingeschoben – sind außerdem erschienen, von Kerstin Decker über Nietzsche und Wagner, von Eberhard Straub über Wagner und Verdi.

Das Problem des Materials besteht darin, die Ausstrahlung des Künstlers zu begrenzen, die sich auf alles ausdehnt, seine trivialen Gewohnheiten und vollkommen belanglose Gegenstände. Im Umfeld des Künstlers, allemal dem, der tausendfach dargestellt wurde, erfährt nun jedes und alles etwas vom Abglanz der großen Persönlichkeit. Irgendwann wimmelt es nur noch von bedeutsamen Begebenheiten und wichtigen Gegenständen. Über den Dirigenten Thielemann erfährt man: „Ich mag keinen Wurstsalat.“

Kerstin Decker
Nietzsche und Wagner
Geschichte einer Hassliebe
Propyläen 2012

Martin Geck
Wagner. Biographie
Siedler 2012

Eberhard Straub
Wagner und Verdi
Klett-Cotta 2012

Ludwig Marcuse
Richard Wagner
Ein denkwürdiges Leben
Diogenes 2013 (zuerst 1963)

Christian Thielemann
Mein Leben mit Wagner
C. H. Beck 2012