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Johann-Heinrich-Merck-Preis 2010


Karl-Markus Gauß
Zu früh, zu spät. Zwei Jahre
dtv 2010

Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht im Jahr 2010 an den Publizisten Karl-Markus Gauß. In seinem Buch Zu früh, zu spät schreibt Gauß anlässlich einiger Bemerkungen zu Varnhagen von Ense: “Man muß bedenken, der ‘Essay’ war in seinen Anfängen auch als Ort der gesellschaftlichen Selbstverständigung gedacht, erst in neuester Zeit ist er zu einem literarischen Selbstgespräch geworden, das im glücklichsten Fall seine vereinzelten, nachdenklichen Leser findet. In den Medien allerdings wird die Gattungsbezeichnung ‘Essay’ heute geradezu für jede Form von Meinungsprosa verwendet, ja der Essay selbst bereits mit der medialen Intervention verwechselt, auf die er heruntergebracht wurde.” Diese Bemerkungen werden von Gauß nicht aus literarischer Arroganz zu Papier gebracht. Ganz im Gegenteil. Karl-Markus Gauß ist ein unvoreingenommener Leser, der allen Sinn für die Gattungen der Non Fiktion hat. Wer die Gattungen kennt, kommt nicht darum herum, sie auch zu verteidigen.