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	<title>Immer schön sachlich</title>
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	<description>Neue Sachbücher</description>
	<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 16:07:19 +0000</pubDate>
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		<title>Johann-Heinrich-Merck-Preis 2010</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 11:38:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<category><![CDATA[Gauß]]></category>

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		<description><![CDATA[
Karl-Markus Gauß
Zu früh, zu spät. Zwei Jahre
dtv 2010
Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht im Jahr 2010 an den Publizisten Karl-Markus Gauß. In seinem Buch Zu früh, zu spät  schreibt Gauß anlässlich einiger Bemerkungen zu Varnhagen von Ense: &#8220;Man muß bedenken, der &#8216;Essay&#8217; war in seinen Anfängen auch als Ort der gesellschaftlichen Selbstverständigung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/9336286_9336286_xl-100x154.jpg" alt="" title="" width="100" height="154" class="alignleft size-thumbnail wp-image-804" /><br />
<strong>Karl-Markus Gauß</strong><br />
Zu früh, zu spät. Zwei Jahre<br />
dtv 2010</p>
<p>Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht im Jahr 2010 an den Publizisten Karl-Markus Gauß. In seinem Buch <em>Zu früh, zu spät</em>  schreibt Gauß anlässlich einiger Bemerkungen zu Varnhagen von Ense: &#8220;Man muß bedenken, der &#8216;Essay&#8217; war in seinen Anfängen auch als Ort der gesellschaftlichen Selbstverständigung gedacht, erst in neuester Zeit ist er zu einem literarischen Selbstgespräch geworden, das im glücklichsten Fall seine vereinzelten, nachdenklichen Leser findet. In den Medien allerdings wird die Gattungsbezeichnung &#8216;Essay&#8217; heute geradezu für jede Form von Meinungsprosa verwendet, ja der Essay selbst bereits mit der medialen Intervention verwechselt, auf die er heruntergebracht wurde.&#8221; Diese Bemerkungen werden von Gauß nicht aus literarischer Arroganz zu Papier gebracht. Ganz im Gegenteil. Karl-Markus Gauß ist ein unvoreingenommener Leser, der allen Sinn für die Gattungen der Non Fiktion hat. Wer die Gattungen kennt, kommt nicht darum herum, sie auch zu verteidigen.</p>
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		<title>Nutzer gewinnen im Sachbuch</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 11:04:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[19.07.2010
Regierungspräsidium Tübingen
Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen
Großer Sitzungssaal, W101
Konrad-Adenauer-Straße 20
72072 Tübingen
Die öffentlichen Bibliotheken sehen sich durch den veränderten Medienmarkt und das geänderte Medienverhalten gravierenden Veränderungen in der Sachbuchausleihe gegenüber. Wie sehen die Verlage die Situation? Welche Entwicklungen zeichnen sich jetzt ab, was ist längerfristig an Veränderungen zu erwarten? Abschließende Antworten sind schwer möglich. Vielleicht führt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>19.07.2010<br />
<strong>Regierungspräsidium Tübingen<br />
Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen</strong></p>
<p>Großer Sitzungssaal, W101<br />
Konrad-Adenauer-Straße 20<br />
72072 Tübingen</p>
<p>Die öffentlichen Bibliotheken sehen sich durch den veränderten Medienmarkt und das geänderte Medienverhalten gravierenden Veränderungen in der Sachbuchausleihe gegenüber. Wie sehen die Verlage die Situation? Welche Entwicklungen zeichnen sich jetzt ab, was ist längerfristig an Veränderungen zu erwarten? Abschließende Antworten sind schwer möglich. Vielleicht führt es aber weiter, wenn man klärt, was Sachbücher eigentlich sind, wer sie liest und was von ihnen zu erwarten ist. Von dort werden auch Schlussfolgerungen über die gar nicht so dramatischen Veränderungen des Sachbuchmarktes möglich.</p>
<p>Programm</p>
<p>+ Geschichte und Grundformen des Sachbuchs in Deutschland<br />
+ Wer liest Sachbücher?<br />
+ Wählen und sortieren: Optimierung des Einkaufs<br />
+ Präsentation von Sachbüchern<br />
+ Kompetent beraten – erfolgreich vermitteln<br />
+ Zukunft des Sachbuchs in den Zeiten der Digitalisierung<br />
+ Neue Chancen für Veranstaltungen vor Ort<br />
+ Aktuelle Trends und Neuerscheinungen</p>
<p>Links zu die Veranstaltung vorbereitenden Texten:</p>
<p><strong>Wissenstransfer allein reicht nicht aus</strong>. Was macht ein Sachbuch zum Bestseller? Ein Interview. Börsenblatt.net 02.02.2010.<br />
<a href="http://www.boersenblatt.net/356140/">http://www.boersenblatt.net/356140/</a></p>
<p><strong>Stabile Seitenlage</strong>. Sachbücher werden vor allem nach ihren Inhalten beurteilt, seltener nach ihrer literarischen Qualität. Ein Interview. BuchMarkt Juni 2009, S. 54-55<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/stabile-seitenlage-buchmarkt.pdf" target="_blank"><em>Hier die Datei des Interviews im pdf-Format.</em></a></p>
<p><strong>„Junge, wenn Du aus dem Haus gehst, steck dir ein Taschentuch ein“</strong>. Ein Interview. www.lit06.de 2006<br />
<em><ahref="http://www.lit06.de/archiv_rat/index_ratgeber.html">http://www.lit06.de/archiv_rat/index_ratgeber.html</a></em></p>
<p><strong>Bücher entstehen im Gespräch</strong>. Verdrängt das Internet wirklich das Lesen von Büchern? BuchMarkt Februar 2010. S. 42 - 47.<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bucher-entstehen-im-gesprach-buchmarkt-20101.pdf"><em>Hier die Datei des Textes im pdf-Format.</em></a></p>
<p>Deutschlandradio Kultur. Lesart: Das politische Buchmagazin. <strong>Global und regional? -Zukunftstrends. </strong> Rezensenten: Sylke Tempel und Michael Schikowski. Gesendet am 05.04.2010.<br />
<em><a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&#038;broadcast=673326&#038;datum=20100405&#038;playtime=1270463404&#038;fileid=2da77786&#038;sendung=673326&#038;beitrag=1157759&#038;/">Hier der Link zum Podcast.</a><br />
<a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/1157759/">Hier der Link zur schriftlichen Fassung der Rezensionen.</a></em></p>
<p><strong>Alle Träume des Lebens beginnen in der Jugend. Heinrich Harrers Sieben Jahre in Tibet.</strong> Online-Publikation 2007. <em>Zu finden unter www.sachbuchforschung.de. Direkt unter <a href="http://www2.hu-berlin.de/sachbuchforschung/CONTENT/Artikel/Rezensionen/w006.html">http://www2.hu-berlin.de/sachbuchforschung/CONTENT/Artikel/Rezensionen/w006.html</a></em></p>
<p><strong>Ein ärgerliches Buch. Rolf Steininger über Jörg Friedrichs Yalu. Eine Rezensionsrezension. </strong>Online-Publikation 2008. <em>Zu finden unter www.sachbuchforschung.de. Direkt unter <a href="http://www2.hu-berlin.de/sachbuchforschung/CONTENT/Artikel/Rezensionen/f049.html">http://www2.hu-berlin.de/sachbuchforschung/CONTENT/Artikel/Rezensionen/f049.html</a></em></p>
<p><strong>Immer schön sachlich. Eine kleine Geschichte des Sachbuchs. 1919 - 1945</strong> <em>Online unter www.sachbuchforschung.de. Direkt unter: <a href="http://www2.hu-berlin.de/sachbuchforschung/CONTENT/sachbuchgeschichte.html">http://www2.hu-berlin.de/sachbuchforschung/CONTENT/sachbuchgeschichte.html</a></em></p>
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		<title>Kommunizierende stören</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/kommunizierende-storen/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 08:49:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Olsberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Karl Olsberg
Schöpfung außer Kontrolle
Wie die Technik uns benutzt
Aufbau 2010
Karl Olsberg erzählt in seinem Buch Schöpfung außer Kontrolle eine Geschichte der Technik, die uns nicht mehr braucht. Wirklich Kommunizierende, also Menschen die reden und quasseln, stören da nur. Im Marketing hat man diese Entwicklung bereits im Begriff der M2M-Kommunikation, einer Machine-to-Machine-Kommunikation erfasst. Hier kommunizieren die Kommunikationswerkzeuge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-768" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/olsberg-100x173.jpg" alt="" width="68" height="118" /><strong>Karl Olsberg</strong><br />
Schöpfung außer Kontrolle<br />
Wie die Technik uns benutzt<br />
Aufbau 2010</p>
<p>Karl Olsberg erzählt in seinem Buch <em>Schöpfung außer Kontrolle</em> eine Geschichte der Technik, die uns nicht mehr braucht. Wirklich Kommunizierende, also Menschen die reden und quasseln, stören da nur. Im Marketing hat man diese Entwicklung bereits im Begriff der M2M-Kommunikation, einer Machine-to-Machine-Kommunikation erfasst. Hier kommunizieren die Kommunikationswerkzeuge miteinander. Es hilft alles nichts, die dicken Romane des 19. Jahrhundert wirken neben den heutigen technischen Möglichkeiten hoffungslos veraltet. Das Design der Medien wurde einem immer knapperen Zeitbudget angepasst. Wer darüber klagt, hat in der Regel nicht den Mut zu veralten.</p>
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		</item>
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		<title>Aus der Psychiatrie</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/aus-der-psychiatrie/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 06:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Draaisma]]></category>

		<category><![CDATA[Sacks]]></category>

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		<description><![CDATA[Birgit Bysiak, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über eines der ersten populären Sachbücher, das sich mit dem Gehirn beschäftigte. Oliver Sacks Klassiker, der in Deutschland zuerst 1985 erschient, begründete nur scheinbar das Genre der verstehenden Patientenbeschreibung. In Douwe Draaismas Geist auf Abwegen (Eichborn 2008) kann man einiges über dieses aus dem 19. Jahundert stammende Genre nachlesen.
 Oliver [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Birgit Bysiak, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über eines der ersten populären Sachbücher, das sich mit dem Gehirn beschäftigte. Oliver Sacks Klassiker, der in Deutschland zuerst 1985 erschient, begründete nur scheinbar das Genre der verstehenden Patientenbeschreibung. In <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/beobachten-und-beschreiben/">Douwe Draaismas <em>Geist auf Abwegen</em></a> (Eichborn 2008) kann man einiges über dieses aus dem 19. Jahundert stammende Genre nachlesen.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-797" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sachs-100x152.jpg" alt="" width="100" height="152" /> <strong>Oliver Sacks</strong><br />
Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte<br />
Rowohlt Taschenbuch </p>
<p>Der 1933 in London geborene, seit langem in New York praktizierende Neurologe, Psychiater und Schriftsteller Oliver Sacks zählt zu den weltweit meistgelesenen Sachbuchautoren. International bekannt wurde er Mitte der achtziger Jahre durch sein Buch „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“, einer Sammlung von Fallstudien aus Sacks neurologischer Praxis. Es geht in den Texten dieses Bandes hauptsächlich um Ausfallserscheinungen, um Folgen von Nervenerkrankungen oder organischen Defekten, die das Verhalten der davon betroffenen Menschen erheblich, nicht selten in skurril anmutender Weise verändern.<br />
Oliver Sacks schildert diese Menschen, ihre Erkrankungen und ihr Schicksal vor dem Hintergrund des Alltagslebens in einer besonders mitteilsamen, erzählerischen, betont nicht „wissenschaftlichen“, jedoch höchst präzisen Weise. Diese Erzählhaltung er brachte ihm das Prädikat, er schreibe seine Wissenschaftsreportagen oder –anekdoten in einem „romantischen Stil“, womit hier Schreibstile von Naturwissenschaftlern des 19. Jahrhunderts gemeint sind.<br />
Der englische Komponist Michael Nyman komponierte nach der Titelerzählung des Buches eine auch in Deutschland erfolgreich aufgeführte Kammeroper, Sacks´ Buch „Zeit des Erwachens“ wurde in Hollywood verfilmt. Oliver Sacks zählt zu jenen herausragenden Sachbuchautoren, die für ihre Geschichten einen eigenen literarischen Stil erfanden.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nicht die zweite Geige</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/nicht-die-zweite-geige/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 21:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Auffermann]]></category>

		<category><![CDATA[Kübler]]></category>

		<category><![CDATA[März]]></category>

		<category><![CDATA[Schmitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Birgit Bysiak, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über einen Band mit Sammelbiografien schreibender Frauen.
Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März, Elke Schmitter
Leidenschaften: 99 Autorinnen der Weltliteratur
C. Bertelsmann 2009   
Das Stichwort, unter dem der hier vorgestellte Sammelband einzuordnen wäre, heißt „Weltliteratur“, im Sinne von bleibend bedeutsamer literarischer Kunst. Die Erkenntnis, daß solches in großem Umfang „auch“ Frauen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Birgit Bysiak, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über einen Band mit Sammelbiografien schreibender Frauen.</em></p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/auffermann.jpg" alt="" title="" width="56" height="85" class="alignleft size-thumbnail wp-image-793" /><strong>Verena Auffermann, Gunhild Kübler, Ursula März, Elke Schmitter</strong><br />
Leidenschaften: 99 Autorinnen der Weltliteratur<br />
C. Bertelsmann 2009   </p>
<p>Das Stichwort, unter dem der hier vorgestellte Sammelband einzuordnen wäre, heißt „Weltliteratur“, im Sinne von bleibend bedeutsamer literarischer Kunst. Die Erkenntnis, daß solches in großem Umfang „auch“ Frauen hervorzubringen im Stand sind, hat sich tatsächlich erst in den zurückliegenden drei bis fünf Jahrzehnten herumgesprochen; - wenn auch langsam und nicht bei jedermann. Eine Reihe namhafter Autorinnen hat nun eine Übersicht stiftendes Werk zusammengestellt, in dem knapp hundert große Dichterinnen anhand ihrer Lebensläufe und Werke vorgestellt sind. Die Lektüre dieser 99 Portraits lohnt in mehrfacher Hinsicht, nicht zuletzt auch, weil aus ihnen ablesbar wird, dass Frauen, speziell auch in der Moderne, noch immer zu anderen Konditionen ihre Teilhabe am Kulturbetrieb zu erarbeiten haben, als ihre männlichen Kollegen. Wer es also noch nicht weiß, hat Gelegenheit, sich an diesem Buch davon zu überzeugen, dass die Welt, die ohnehin schwer zu verstehen ist, ohne die Beiträge der Dichterinnen nun überhaupt gar nicht mehr zu kapieren wäre; - von allen anderen Erträgen abgesehen, die uns die Texte der Bronté-Schwestern, Simone Beauvoirs oder Herta Müllers nahelegen. Also: Keine Angst vor Virginia Woolf!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Immer schön sachlich. Kleine Geschichte des Sachbuchs. 1870 - 1918</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/immer-schon-sachlich-eine-kleine-geschichte-des-sachbuchs-erster-teil-1870-1918/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 10:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=780</guid>
		<description><![CDATA[Mit Register und einem Vorwort von Prof. Dr. Erhard Schütz.
Bramann Verlag: Frankfurt 2010.
€ 16,00 ISBN 978-3-934054-42-4
Die seit 2006 unter www.sachbuchforschung.de  publizierte Kleine Geschichte des Sachbuchs ist nun für den Zeitraum bis 1918 abgeschlossen. Sie erscheint im Sommer 2010 als erweiterter und um ein Register ergänzter Separatdruck unter dem Titel Immer schön sachlich. Eine kleine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-809" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/immerschoensachlich_ansicht-100x147.jpg" alt="" width="100" height="147" />Mit Register und einem Vorwort von Prof. Dr. Erhard Schütz.<br />
Bramann Verlag: Frankfurt 2010.<br />
€ 16,00 ISBN 978-3-934054-42-4</p>
<p>Die seit 2006 unter www.sachbuchforschung.de  publizierte <em>Kleine Geschichte des Sachbuchs </em>ist nun für den Zeitraum bis 1918 abgeschlossen. Sie erscheint im Sommer 2010 als erweiterter und um ein Register ergänzter Separatdruck unter dem Titel <em>Immer schön sachlich. Eine kleine Geschichte des Sachbuchs.1870 – 1918 </em> im Bramann Verlag.</p>
<p>Am Ende dieses ersten Teils der Geschichte des Sachbuchs haben die Leser ein wohl gefülltes und gehütetes Bücherbord, auf dem neben verbilligt produzierter Nationalliteratur zahlreiche Kleinschriften zur Natur, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft stehen. Zu den Autoren und Verlegern, die in diesem Teil besprochen werden zählen u. a.:</p>
<p>Adler, Alfred; Ament, Wilhelm; Andreas-Salomé, Lou; Bahr, Anna; Bahr, Herrmann; Ball, Hugo; Bard, Julius; Bebel, August; Bechstein, Johann Matthäus; Behrens, Peter; Bekker, Paul; Bernhardi, Friedrich von; Bernstein, Aaron; Bie, Oscar; Bierbaum, Otto Julius; Bismarck, Otto von; Blos, Wilhelm; Blüher, Hans; Bonsels, Waldemar; Bonus, Arthur; Brahm, Otto; Brockhaus, Albert; Brod, Max; Bölsche, Wilhelm; Büchner, Ludwig; Bürgel, Bruno H.; Buber, Martin; Bunsen, Marie von; Burckhardt, Jacob; Carlyles, Thomas; Carnegie, Andrew; Chamberlain, Houston Steward; Churchill, Winston; Christ, Lena; Class, Heinrich; Dehmel, Richard; Dekker, Hermann; Delbrück, Hans; Dewitz, Hans Prehn von; Diederichs, Eugen; Duimchen, Theodor; Dohm, Hedwig; Dreiser, Theodore; Ehrenberg, Richard; Einstein, Albert; Engel, Eduard; Eucken, Rudolf; Eyth, Max; Felder, Franz Michael; Förster, Friedrich W. Förster-Nietzsche, Elisabeth; Freud, Sigmund; Friedegg, Ernst; Friedell, Egon; Frimmel, Theodor von; Fritsch, Theodor; Gansberg, Fritz; George, Henry; Germandt, Otto; Gillhoff, Johannes; Göhre, Paul; Goltz, Joachim von der; Grabowsky, Adolf; Grimm, Herman; Grottewitz, Curt; Günther, Siegmund; Gundolf, Friedrich; Haeckel, Ernst; Haecker, Theodor; Harnack, Adolf von; Hauptmann, Gerhard; Hedin, Sven; Heim Karl; Hellpach, Willy; Hesse, Herrmann; Hirsch, Franz; Hirzel, Salomon; Hofmannsthal, Hugo von; Holitscher, Arthur; Huch, Ricarda; Humboldt, Wilhelm von; James, William; Jacques, Norbert; Kafka, Franz; Kandinsky, Wassily; Kassner, Rudolf; Keller, Walther; Kellermann, Bernhard; Kerr, Alfred; Key, Ellen; Kiepenheuer, Gustav; Kippenberg, Anton; Kirchmayr, Hermann; Koelsch, Adolf; Kunowski, Lothar von; Lagerlöf, Selma; Lamprecht, Karl; Landsberg, Hans; Langbehn, Julius; Langen, Albert; Langenwiesche, Karl Robert; Lettow-Vorbeck, Paul; Lipsius, Marie; Ludwig, Emil; Luschan, Felix von; Luxemburg, Rosa; Mach, Ernst; Maeterlinck, Maurice; Mann Thomas; Marc, Franz; Marholm, Laura; Mehring, Franz; Meier-Graefe, Julius; Meinecke, Friedrich; Merezkowskij, Dimitrj; Meyer, M. Wilhelm; Meyer, Richard M.; Möbius, A. F.; Möbius, Carl; Morgenstern, Christian; Mommsen, Theodor; Montessori, Maria; Müller, Franz Carl; Muther, Richard; Myers, Gustavus; Naumann, Friedrich; Nehmann, Euchar; Nietzsche, Friedrich; Norden, Eduard; Norris, Frank; Otto, Rudolf; Paulsen, Friedrich; Piper, Reinhard; Pfordten, Hermann von der; Plehn, Hans; Poellnitz, Rudolf von; Preuß, Hugo; Rathenau, Walther; Raymond; Reiner, Karl; Riegl, Alois; Riezler, Kurt; Rohrbach, Paul; Rolland, Romain; Ruedorffer, J .J. (pseudonym für Riezler); Saja, Karl; Schillings, Georg; Schleich, Ernst Ludwig; Schmelzer, Karl; Schweninger, Ernst; Seemann, Arthur; Sinclair, Upton; Sombart, Werner; Sonnleitner, A. Th. (pseudonym für Tluchor); Steinhausen, Georg; Steffen, Gustav F.; Stöcker, Helene; Swehn, Jürnjakob; Thomas-San-Galli, W. Alexander; Thompson, William; Tluchor, Alois; Treitschke, Heinrich von; Tucholsky, Kurt; Trotha, Lothar von; Tschudi, Hugo von; Tönnies, Ferdinand; Unruh, Conrad von; Vanderbilt, Astor; Virchow, Rudolf; Waiblinger, Ernst; Weber, Alfred; Weber, Max;Weber, Max Maria von; Wedekind, Frank; Weiniger, Otto; Werner, Anton von; Wiegler, Paul; Wölfflin, Heinrich; Wundt, Wilhelm; Ziegler, Theobald; Zimmermann, Wilhelm.</p>
<p><a href="http://www2.hu-berlin.de/sachbuchforschung/CONTENT/sachbuchgeschichte.html">Hier zur online-Version des Zeitraums 1918 - 1945.</a></p>
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		<title>Wie man die Knef wird</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wie-man-die-knef-wird/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 08:34:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Anne Blenklein, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über den zuerst 1970 veröffentlichten Erfolgstitel von Hildegard Knef. Ein Erfolg, der auch als eines der ersten Beispiele für die Vermarktung von Büchern durch und über die Talkshow gilt. Dass der Titel unserer Rezensentin am Ende recht wirr vorkam, tat dem Buch - das alles andere nur kein Roman ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Anne Blenklein, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über den zuerst 1970 veröffentlichten Erfolgstitel von Hildegard Knef. Ein Erfolg, der auch als eines der ersten Beispiele für die Vermarktung von Büchern durch und über die Talkshow gilt. Dass der Titel unserer Rezensentin am Ende recht wirr vorkam, tat dem Buch - das alles andere nur kein Roman ist wie die Neuausgabe frech behauptet - keinen Abbruch.</em></p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/knef-100x160.jpg" alt="" title="" width="100" height="160" class="alignleft size-thumbnail wp-image-779" /><br />
<strong>Hildegard Knef</strong><br />
Der geschenkte Gaul.<br />
Bericht aus einem Leben.<br />
Roman<br />
edel Edition Moewig 2008 </p>
<p>Hildegard Knef, eine Frau aus den Anfängen des 20. Jahrhundert: Über eine Kunstschule gelangt sie zum Schauspielerei und tritt schon bald in kleinen Stücken auf. Als besonders schön wird sie nicht bezeichnet, aber eben als etwas Besonderes. Der Krieg bricht aus und sie schlägt sich durch, ist Gefangene bei den Russen. Dann geht’s auf nach Amerika, natürlich nach Hollywood. Sie trifft Leute wie den Regisseur David Selznick, Henry Miller, Marlene Dietrich und Billy Wilder.</p>
<p>Der „Bericht aus einem Leben“ ist unstet von der Schreibweise her und wahrscheinlich war der Autorin innerlich auch so zumute. Sie schreibt anfangs erzählerisch, angenehm zu lesen, dann geht sie über in einen kurzen, Aussagen aneinanderreihenden Schreibstil, der oft sehr treffend, oft gehetzt daher kommt. Zuweilen auch schwierig zu lesen, man braucht etwas Geduld für manche Abschnitte. Viele Eindrücke beschreibt sie, wichtige Gespräche auch Wort für Wort. Später fügt sie eine Datumsangabe mit ein, währned anfangs die Kapitel nummeriert waren. Dann beginnt sie auch, in den Zeiten zu springen, von &#8216;49 nach &#8216;69 beispielsweise. Ob es nur mir so geht, dass ich nicht immer ganz folgen konnte, weiß ich nicht. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Modelle der Germanistik zur Analyse des Literaturbetriebs</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/modelle-der-germanistik-zur-analyse-des-literaturbetriebs/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 18:42:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Vortrag von Michael Buchmann
im Rahmen der Übung Non Fiktion - Übungen zur praktischen Verlagsarbeit

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Institut für Germanistik, 04.06.2010
Wie lassen sich Texte adäquat daraufhin untersuchen, welchen Bedingungen sie im Literaturbetrieb unterworfen sind? Germanistische Modelle beschränken sich zumeist auf die Interpretation von Texten und berücksichtigen allenfalls noch deren Kritik und Kanonisierung.
Dabei bieten einige germanistische Modelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Vortrag von Michael Buchmann<br />
im Rahmen der Übung <em>Non Fiktion - Übungen zur praktischen Verlagsarbeit</em><br />
<strong><br />
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn<br />
Institut für Germanistik, 04.06.2010</strong></p>
<p>Wie lassen sich Texte adäquat daraufhin untersuchen, welchen Bedingungen sie im Literaturbetrieb unterworfen sind? Germanistische Modelle beschränken sich zumeist auf die Interpretation von Texten und berücksichtigen allenfalls noch deren Kritik und Kanonisierung.</p>
<p>Dabei bieten einige germanistische Modelle durchaus genügend Handwerkszeug, auch erstens Texte außerhalb des eng begrenzten Gegenstandsbereichs der fiktionalen Literatur zu untersuchen, wie beispielsweise Sachbücher. Zweitens lässt sich mit ihrer Hilfe auch durchaus der Einfluss des Literaturbetriebs auf die Entstehung, Form und Verbreitung dieser Texte analysieren.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-776" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/illus-006.jpg" alt="" width="432" height="324" /> <em>Hier ein Unterhaltungsbetrieb neueren Typs, der unter dem Titel Big Wave alle Register objektiver Erlebnisreize zieht. Allerdings schlägt der Literaturbetrieb längst seine eigenen Wellen. Junge Männer zum Mitreisen werden halt überall gesucht!</em></p>
<p>Dies soll zunächst an Beispielen aus der Wissenschaftsgeschichte gezeigt werden anhand der Texte von Wilhelm Scherer, Siegfried Kracauer und Levin Schücking, darauf aufbauend aber auch an Methoden wie der empirischen Literaturwissenschaft, der Literatursoziologie, der Rezeptionsästhetik oder der bourdieuschen Feldtheorie.</p>
<p>Textgrundlage zu dieser Veranstaltung von Michael Buchmann:<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/uni-bonn-mai-2010-buchmann1.pdf">uni-bonn-mai-2010-buchmann1</a></p>
<p><em>Am Studienzentrum Kulturarbeit (SZK) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) können Studierende das Modul &#8220;Literaturbetrieb&#8221; im Rahmen des Studiengangs &#8220;Angewandte Kulturwissenschaft/Kulturarbeit&#8221; absolvieren. Verantwortlich für das Modul &#8220;Literaturbetrieb&#8221; ist Michael Buchmann.</em></p>
<p><em>Der komplette Reader, aus dem die Textgrundlagen zu seinem Vortrag in Bonn stammen, ist hier abrufbar:<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/buchmann_skript_literaturbetrieb-stand-mai-2010.pdf">buchmann_skript_literaturbetrieb-stand-mai-2010</a></em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das große Bücherfressen</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/das-grose-bucherfressen/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/das-grose-bucherfressen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 07:38:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Haarkötter]]></category>

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		<description><![CDATA[Hektor Haarkötter
Der Bücherwurm.
Vergnügliches für den besonderen Leser
Primus Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2010
In Bibliotheken ist schlimmer noch als seine Fraßtätigkeit die Verunreinigung durch Kot und bandförmige Spinnfäden, mit denen sich die Puppe umgibt.
Leider führt Hektor Haarkötter ausgerechnet dieses viel versprechende tertium comparationis zwischen tatsächlichem und metaphorischem Bücherwurm nicht aus. Dabei ist die Verdauungsmetapher im Zusammenhang mit der Produktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/haarkotter-100x151.jpg" alt="" title="" width="100" height="151" class="alignleft size-thumbnail wp-image-750" /><strong>Hektor Haarkötter</strong><br />
Der Bücherwurm.<br />
Vergnügliches für den besonderen Leser<br />
Primus Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2010</p>
<p><em>In Bibliotheken ist schlimmer noch als seine Fraßtätigkeit die Verunreinigung durch Kot und bandförmige Spinnfäden, mit denen sich die Puppe umgibt.</em></p>
<p>Leider führt Hektor Haarkötter ausgerechnet dieses viel versprechende tertium comparationis zwischen tatsächlichem und metaphorischem Bücherwurm nicht aus. Dabei ist die Verdauungsmetapher im Zusammenhang mit der Produktion von Sekundärliteratur nicht neu. Das wohl prominenteste Beispiel findet sich in den Xenien von Goethe und Schiller und ist mit dem Titel <em>Geschwindschreiber</em> versehen:<br />
<em>Was sie gestern gelernt, das wollen sie heute schon lehren –/Ach, was haben die Herrn doch für ein kurzes Gedärm!</em><br />
Nichtsdestotrotz sei weiterhin allen Bibliophilen ein guter Appetit und viel Freude beim Verunreinigen der Bibliotheken gewünscht!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Non Fiktion WiSe 2010/11</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/non-fiktion-wise-201011/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/non-fiktion-wise-201011/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 09:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die genaue Kenntnis der Formen und Traditionen der Sachliteratur ist für jede praktische Tätigkeit in einem Verlag, ob es sich dabei um das Lektorat, die Presse oder den Vertrieb handelt, unerlässlich.
Zum Eintrag der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Zum Literaturverzeichnis zu dieser Veranstaltung
Im Zentrum dieser Übung stehen die Einzelveröffentlichungen der Sachliteratur, die sogenannten Sachbücher. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die genaue Kenntnis der Formen und Traditionen der Sachliteratur ist für jede praktische Tätigkeit in einem Verlag, ob es sich dabei um das Lektorat, die Presse oder den Vertrieb handelt, unerlässlich.</em></p>
<p><a href="https://basis.uni-bonn.de/qisserver/rds?state=verpublish&#038;status=init&#038;vmfile=no&#038;publishid=33388&#038;moduleCall=webInfo&#038;publishConfFile=webInfo&#038;publishSubDir=veranstaltung">Zum Eintrag der Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.</a></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/literaturverzeichnis-zu-non-fiktion/">Zum Literaturverzeichnis zu dieser Veranstaltung</a></p>
<p>Im Zentrum dieser Übung stehen die Einzelveröffentlichungen der Sachliteratur, die sogenannten Sachbücher. Dabei werden die sprachlichen Merkmale der einzelnen Grundformen wie Biografie, Reportage, Ratgeber und Streitschrift benannt und auf ihre Funktion hin untersucht. Anhand dieser Grundformen, ihren Konjunkturen zumal, werden die Rezeptions- und Marktbedingungen der Sachliteratur innerhalb der Konsumgesellschaft erläutert.</p>
<p>Die Geschichte der erzählenden Sachliteratur klärt über die sozialgeschichtlichen Grundlagen des heutigen Literaturbetriebs auf. Durch diese vorbereitenden Erkundungen werden die gegenwärtigen Produktions- und Kommunikationsbedingungen der Sachliteratur deutlich.</p>
<p>Im Mittelpunkt des ersten Teils steht eine wichtige Gattung der Sachliteratur: <em>die Streitschrift</em>. Ein Buchtyp der gelegentlich auch aus Thesen- oder Debattenbuch bezeichnet wird.  Dabei werden ausgesuchte neuere Beispiele im Mittelpunkt stehen: z.B. Michael Winterhoff: Warum unsere Kinder Tyrannen werden, Gütersloher Verlagshaus, oder Bernhard Bueb: Lob der Disziplin, Ullstein.</p>
<p>Die Methoden, die auch in der Verlagspraxis eine Analyse der Sachliteratur erst ermöglichen, werden vorgestellt. Der methodische Zugriff kann durch die Erzähltheorie, Literatursoziologie, Kulturwissenschaft und und Diskurstheorie erprobt werden. Dazu steht ein ausführlicher Reader zur Verfügung.</p>
<p>Die umfangreiche Geschichte der Sachliteratur wird durch einen Querschnitt durch die Sachliteratur zur <em>Technik</em> präzise fassbar. Aus der Fülle der Literatur seien nur drei legendäre Technikautoren hervorgehoben: Max Eyth, Hinter Pflug und Schraubstock, Walther Kiaulehn, Die eisernen Engel und Ernst Peter Fischer, Laser. In Absprache können auch andere zur Facherkombination passende Darstellungen vereinbart werden.</p>
<p>In den Sitzungen soll in Kurzreferaten Gelegenheit sein, eine eigene Analyse erzählender Sachtexte einzubringen. Dieses Referat bildet die Grundlage zur Hausarbeit. Die Absprache über die Auswahl der analysierten Texte erfolgt in der ersten Sitzung. Teilnahmebedingung ist eine schriftliche Hausarbeit. Erste Lektürehinweise unter <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/materialausgabe/">Materialausgabe</a> auf dieser Seite.</p>
<p>WiSe 2010/11, Freitag Uhr 8.00 - 10.00<br />
Dozent: Michael Schikowski</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Angewandte Vernunft und Agon - Graciáns „Hand-Orakel“ und Schopenhauers Eristik</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/angewandte-vernunft-und-agon-gracians-%e2%80%9ehand-orakel%e2%80%9c-und-schopenhauers-eristik/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/angewandte-vernunft-und-agon-gracians-%e2%80%9ehand-orakel%e2%80%9c-und-schopenhauers-eristik/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 14:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[In seiner in Buchhändler heute erscheinenden Reihe &#8220;Große Denker im Literaturbetrieb&#8221; stellte Michael Buchmann den Philosophen Arthur Schopenhauer als Erfinder eines einfachen Mechanismus der Literaturkritik vor. Ein gutes Buch benötige keine Werbung, also sei Werbung zugleich Kennzeichen schlechter Literatur. Hier nun geht es darum, welcher Mechanismus bei Schopenhauer dem Publizieren und welcher dem Nichtpublizieren zugrunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In seiner in Buchhändler heute erscheinenden Reihe &#8220;Große Denker im Literaturbetrieb&#8221; stellte Michael Buchmann den Philosophen Arthur Schopenhauer als Erfinder eines einfachen Mechanismus der Literaturkritik vor. Ein gutes Buch benötige keine Werbung, also sei Werbung zugleich Kennzeichen schlechter Literatur. Hier nun geht es darum, welcher Mechanismus bei Schopenhauer dem Publizieren und welcher dem Nichtpublizieren zugrunde liegt. Dabei zeigt sich, dass das Nichtpublizieren eine Funktion des Publizierens ist. Ganz nebenbei wird von Michael Buchmann die für die Sachbuchforschung immer noch überraschende Aversion des Literaturbetriebs gegen Ratgeber hinsichtlich ihrer historischen Ursprünge bei Schopenhauer erklärt. </em></p>
<p>Am 15. Mai 1829 schrieb der bis dahin grandios erfolglose Arthur Schopenhauer an den Verleger Brockhaus: „Ewr Wohlgeborn nehme ich mir die Freiheit ein Manuskript zur Ansicht zu übersenden, welches ein sehr guter Buchhandels-Artikel werden kann. Da ich jedoch aus individuellen Gründen schlechterdings nicht als der Uebersetzer desselben gekannt seyn will; so erbitte ich mir vor Allem Ihr tiefstes Stillschweigen hierüber.“ Die Rede ist von Graciáns „Oraculo manual y arte de prudencia“ von 1647, das zu dieser Zeit in zwei Übersetzungen ins Deutsche vorlag, eine von 1686 und eine von 1711, beide dem Urteil Schopenhauers nach „sehr unvollkommen“ und „höchst elend“.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-741" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/wurst3.jpg" alt="" width="427" height="395" /><em>Die Darbietungsform von Würsten unterscheidet sich von der die Büchern gilt nur unwesentlich. Es muss alles passen und am Ende entscheidet der mitgegebene Senf.</em></p>
<p>Das „Hand-Orakel“ könnte man als durchaus gleichrangiges Werk in die Riege derer der „dunklen Schriftsteller des Bürgertums“, wie Habermas sie nennt, nämlich Machiavelli, Hobbes und Mandeville einreihen. Das Handorakel beschreibt in Aphorismen, wie man seine Vernunft taktisch so einsetzen kann, damit es dem eigenen gesellschaftlichen Vorteil und Fortkommen dienlich ist. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es Schopenhauers Geistesaristokratismus und schonungsloser Sicht der Dinge entgegen kommt. Unabhängig davon, ob es tatsächlich individuelle Gründe waren, die ihn dazu bewogen, den Verleger um die in der Verlagsbranche im Umgang mit Manuskripten eigentlich selbstverständliche Diskretion zu bitten, hatte er jedenfalls gute Gründe, die sich direkt aus seinen philosophischen Aussagen und seiner Selbstdarstellung als Philosoph ableiten lassen; oder genauer ausgedrückt: die Weltsicht des „Hand-Orakels“ lässt sich mit der Schopenhauerschen recht gut in Einklang bringen, wohingegen einige seiner veröffentlichten (!) eigenen Aussagen und auch seine Selbstdarstellung dem Vorgehen des Graciánschen Textes widersprechen.</p>
<p>Man wird sich vor diesem Hintergrund nicht wundern, dass Schopenhauer zwar auch einen eigenen kleinen Text verfasst hat, der vor dem Hintergrund desselben agonalen Gesellschaftsbilds ebenfalls die moralfreie Anwendung einer Vernunfttätigkeit beschreibt, nämlich der Argumentation bzw. darüber hinaus der „Kunst, Recht zu behalten“, dass er diesen aber nicht veröffentlicht hat bzw. auch nicht veröffentlichen wollte. Die inhaltlichen Parallelen, die in der Beschreibung taktischer Kunstgriffe bestehen, sind verblüffend, wobei Schopenhauer neben Gracián auch häufig bei der „Topik“ und den „Sophistischen Widerlegungen“ von Aristoteles Anleihen gesucht hat. Hier einige Beispiele:</p>
<p>Am ersten Beispiel, dem argumentum ab utili, lässt sich auch gleich eine Relativierung der Vernunft ablesen, auf deren Wert man sich sonst gerne zur Legitimation beruft; die Vernunft ist nämlich handfesten Interessen unterlegen. Die jeweiligen Interessen des Antagonisten gilt es herauszufinden und wiederum für die eigenen dienstbar zu machen. Gracián beschreibt dies im § 26: „Man muß wissen, wo einem jeden beizukommen sei. Es gibt keinen Willen, der nicht einen eigentümlichen Hang hätte, […] Weiß man, welches für jeden der wirksame Anstoß sei, so ist es, als hätte man den Schlüssel zu seinem Willen.“ und nennt diese Technik liebevoll metaphorisch „Daumenschraube“. Damit übereinstimmend schreibt Schopenhauer in seinem Kunstgriff 35: „Der sobald er praktikabel ist, alle übrigen entbehrlich macht: statt durch Gründe auf den Intellekt, wirke man durch Motive auf den Willen […] denn meistens wiegt ein Lot Wille mehr als ein Zentner Einsicht und Überzeugung.“</p>
<p>Daneben gilt es, wie Gracián es gleich im Aphorismus § 3 bündig formuliert, „Über sein Vorhaben in Ungewissheit [zu] lassen.“ Denn, „mit offenen Karten [zu] spielen, [sei] weder nützlich noch angenehm“. Bei Schopenhauer liest es sich, auf die Argumentation übertragen, im Kunstgriff 4 folgendermaßen: „Wenn man einen Schluß machen will, so lasse man denselben nicht vorhersehn […]“ und noch weiter zurück bei Aristoteles: „Nützlich ist es auch, die Axiome, aus denen die Deduktionen gebildet werden, nicht im Zusammenhang zu erfassen, sondern abwechselnd eines für diese, eines für jene Konklusion; denn wenn die angemessenen [Prämissen] nebeneinander gestellt werden, ist eher offensichtlich, was sich aus ihnen ergeben wird.“</p>
<p>Hier liegt also wieder ein handfester Grund für die Bitte Schopenhauers um Verschweigung des Namens und die Nichtveröffentlichung seiner „Eristik“ vor, nämlich in der grundlegendsten aller Regeln, die vor der Anwendung aller anderen zu berücksichtigen ist, und die durch Platon zu ihrer frühen Perfektion innerhalb des philosophischen Diskurses gelangte und die Gracián erst im § 219 anspricht: „Man gelte nicht für einen Mann von Verstellung, obgleich sich&#8217;s ohne solche heutzutage nicht leben lässt.“</p>
<p>Um nach diesen beiden Gründen, nämlich einmal des Verschweigens zur Erhaltung der Wirksamkeit und einmal des Verschweigens zur Wahrung der eigenen Reputation wieder auf den zuvor angedeuteten zu sprechen zu kommen, sei der vermeintliche implizite Widerspruch angedeutet: argumentiert man schulisch, muss man insofern einen Widerspruch konstatieren, als das explizite Selbstverständnis Schopenhauers als Philosoph und Graciáns als Jesuiten sowohl der Anwendung der dargestellten Techniken als auch deren impliziten Prämissen der Unterlegenheit des Intellekts unter den Willen widerspricht; denn man stellt sich gerne als das Sprachrohr der Wahrheit dar, und einzig darin besteht auch die Legitimation. So schreibt beispielsweise Schopenhauer an Brockhaus, seinen eigenen Misserfolg zu rechtfertigen versuchend und gleichzeitig verächtlich distanzierend gegenüber erfolgreicheren Schriftstellern: „Mir ist hart mitgespielt weil ich die Wahrheit allein suchte, wo Andre unter dem Vorwand derselben ihren Unterhalt suchten und wohl wußten, daß meine Philosophie dem Publiko den Geschmack an der ihrigen benehmen muß. “</p>
<p>Argumentiert man allerdings unter der Voraussetzung der Richtigkeit bzw. besser gesagt der Wirksamkeit der dargestellten Taktiken, muss man konstatieren, dass es sich hier statt um einen Widerspruch um Taktik handelt, die durchaus auf ihre konkrete Intention auf Grundlage des eigenen Inhalts zurückgeführt werden kann. Doch dazu später.</p>
<p>Während das angewandte Wissen einerseits zu Gunsten des Wissens als Selbstzweck disqualifiziert wird, werden die Folgen dieses Verhaltens in § 232 mit wünschenswerter Deutlichkeit ausgesprochen: „Sehr weise Leute sind meistens leicht zu betrügen: denn obgleich sie das Außerordentliche wissen, so sind sie mit dem Alltäglichen des Lebens unbekannt, welches doch notwendiger [!] ist. […] Wozu dient das Wissen, wenn es nicht praktisch ist?“ Dass es davon Ausnahmen zu geben scheint, bestätigen eben diese, bezeichnenderweise als „dunkel“ titulierten sowie zur eigenen Entlastung oft und gerne gescholtenen oben angeführten Schriftsteller. Und sowohl Gracián als auch Schopenhauer schreiben mit ihren heimlichen Texten das, was heute – ebenfalls mit einem verächtlichen Unterton – als „Ratgeber“ bezeichnet wird.</p>
<p>Neben dieser Bevorzugung der Lebensbewältigung gegenüber dem Wissen als Selbstzweck gibt es noch eine weitere Prämisse: „Und doch hat noch keiner so viel gewußt, als er für sich brauchte [&#8230;]“ Was sich im Konkreten übrigens darin widerspiegelt, dass man zwar diejenigen Ratgeber mit Verachtung und Häme überschüttet, die sich auf dasjenige Wissensgebiet beziehen, in dem man vermeintlich oder tatsächlich Spezialist ist, dass man aber gerne auf diejenigen Ratgeber zurück greift, die Hilfe auf einem gänzlich unvertrauten Gebiet versprechen. Während solche Ratgeber tatsächlich konkrete Hilfe versprechen und evtl. auch leisten, scheint sich Gracián in seiner Vorstellung von angewandter Bildung mehr auf die Erzeugung der Wirkung einer Scheingeläufigkeit zu beziehen. Er schreibt in § 22: „Gescheite Leute sind mit einer eleganten und geschmackvollen Belesenheit ausgerüstet, haben ein zeitgemäßes Wissen von allem, was an der Tagesordnung ist, […] sie halten sich einen geistreichen Vorrat witziger Reden und edler Taten, von welchem sie zu rechter Zeit Gebrauch zu machen verstehen.“ Als ob die These nicht provokant genug wäre, setzt Gracián mit der Behauptung, zuweilen sei das Nichtwissen bzw. das vorgebliche Nichtwissen besser als das Wissen im § 120 nach: „Sogar das Wissen muß nach der Mode sein, und da, wo es nicht Mode ist, besteht es gerade darin, daß man den Unwissenden spielt. […]“</p>
<p>Gerade durch diese Texte der „dunklen Schriftsteller des Bürgertums“ lässt sich feststellen, dass die „Gelehrten“ keineswegs zwangsläufig dem Zerrbild des lebensfremden Gelehrten entsprechen müssen, das sie wie in diesem Fall sogar selbst tradieren; zumindest entsprechen sie ihm nicht in ihren kleinen „geheimen“ Schriften. Vielmehr bedienen sie sich der Doppelstrategie verschiedener Diskurse: einem öffentlichen Diskurs einerseits, in dem man sich als interessenloser Wahrheitssucher stilisiert und auf alles offensichtlich zweckgebundene und angewandte Wissen verächtlich herab blicken kann; und andererseits einem Diskurs zwischen Eingeweihten und Geistesaristokraten, in dem man die Kunstgriffe ausspricht, die man ohnehin in mehr oder weniger großem Umfang selbst anwendet und die die Aussagen mindestens genauso bestimmen wie die vorgeblich reine Wahrheitssuche.</p>
<p>Baltasar Gracián<br />
Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit. Aphorismen<br />
S. Fischer 2008</p>
<p>Arthur Schopenhauer<br />
Eristische Dialektik. Die Kunst, Recht zu behalten<br />
Zweitausendeins 2009</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Regionalisierung versus Globalisierung</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/regionalisierung-versus-globalisierung/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/regionalisierung-versus-globalisierung/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 21:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Christakis]]></category>

		<category><![CDATA[Fowler]]></category>

		<category><![CDATA[Rubin]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Jeffrey Rubin
Warum die Welt immer kleiner wird. Öl und das Ende der Globalisierung.
Hanser 2009
Nicholas A. Christakis und James H. Fowler
Connected! Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist.
S. Fischer 2010
Vielleicht sind es ein alter industrieller Rohstoff und die neueste Entwicklung der Informationstechnologie, die sich zu einem überaschenden Gegentrend zur Globalisierung verbünden: einer neuerlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/rubin-100x166.jpg" alt="" title="" width="100" height="166" class="alignleft size-thumbnail wp-image-735" /> </p>
<p><strong>Jeffrey Rubin</strong><br />
Warum die Welt immer kleiner wird. Öl und das Ende der Globalisierung.<br />
Hanser 2009</p>
<p><strong>Nicholas A. Christakis und James H. Fowler</strong><br />
Connected! Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist.<br />
S. Fischer 2010</p>
<p>Vielleicht sind es ein alter industrieller Rohstoff und die neueste Entwicklung der Informationstechnologie, die sich zu einem überaschenden Gegentrend zur Globalisierung verbünden: einer neuerlichen Regionalisierung. Folgt man Jeff Rubin, dann werden die steigenden Ölpreise die ungeheuren weiltweiten Transportwege der Waren bald so verteuern, dass sich die Herstellung gleich um die Ecke wieder lohnen könnte. </p>
<p>Bei Nicholas A. Christakis und James H. Fowler allerdings <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/christakis-100x163.jpg" alt="" title="" width="100" height="163" class="alignleft size-thumbnail wp-image-736" />liegt dieser Trend nicht so sehr auf der Hand, er ist dem Buch nur indirekt zu entnehmen. </p>
<p>Von der Einsicht in Netzwerke als Verstärkungsmedium sich abgeschließender und darum radikalisierter Gemeinschaften ist man in der Netzwerkforschung, wie sie Christakis und Fowler vertreten, noch weit entfernt. Die Ideologie einer netzgewirkten Demokratisierung und weitweiten Allverbundenheit der Teinehmer ist allerdings ein die Gemeinde stabilisierendes Produkt, das ihr noch ganz verborgen scheint.</p>
<p>Deutschlandradio Kultur. Lesart:<br />
Das politische Buchmagazin.<br />
<strong>Global und regional? -Zukunftstrends.</strong><br />
Rezensenten: Sylke Tempel und Michael Schikowski<br />
Moderation: Florian Felix Weyh</p>
<p>Gesendet am 05.04.2010.</p>
<p><em><a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&#038;broadcast=673326&#038;datum=20100405&#038;playtime=1270463404&#038;fileid=2da77786&#038;sendung=673326&#038;beitrag=1157759&#038;/">Hier der Link zum podcast.</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.immer-schoen-sachlich.de/regionalisierung-versus-globalisierung/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Technikerzählung und Erzähltechnik - Die Technik im populären Sachbuch</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/technikerzahlung-und-erzahltechnik-die-technik-im-popularen-sachbuch/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/technikerzahlung-und-erzahltechnik-die-technik-im-popularen-sachbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 10:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=766</guid>
		<description><![CDATA[Erläuterungen zur Sachbuchgeschichte
von Michael Schikowski

Karlsruhe Institute of Technology
Studienzentrum Kulturarbeit (SZK)
30.91 Raum 016
Montag, den 12. Juli 2010

 Gerät, in dem sich Technik und Erzählen vereint darstellt.
Die Technikerzählungen des populären Sachbuchs sind Orientierungshilfen, jedoch nicht etwa für Laien, sondern von Beginn an für Techniker. Ausgewählte Beispiele verschaffen einen ersten Überblick. Dabei wird sich zeigen, dass die Leserschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erläuterungen zur Sachbuchgeschichte</strong><br />
von Michael Schikowski</p>
<p><strong><br />
Karlsruhe Institute of Technology<br />
Studienzentrum Kulturarbeit (SZK)<br />
30.91 Raum 016<br />
Montag, den 12. Juli 2010<br />
</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-767" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/erzahlhilfe.jpg" alt="" width="144" height="238" /> <em>Gerät, in dem sich Technik und Erzählen vereint darstellt.</em></p>
<p>Die Technikerzählungen des populären Sachbuchs sind Orientierungshilfen, jedoch nicht etwa für Laien, sondern von Beginn an für Techniker. Ausgewählte Beispiele verschaffen einen ersten Überblick. Dabei wird sich zeigen, dass die Leserschaft dieses populären Buchtyps eine Rezeptionshaltung einnimmt, die von denen, die lieber Gedichte lesen, gar nicht so weit entfernt ist. Technikerzählungen sind aufschlussreiche Dokumente der Techniken des Erzählens.</p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/literaturverzeichnis-sachbuchgeschichte-technik/">Zum Literaturverzeichnis (Auswahl)</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.immer-schoen-sachlich.de/technikerzahlung-und-erzahltechnik-die-technik-im-popularen-sachbuch/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Dass keiner allein herumläuft</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/dass-keiner-allein-herumlauft/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/dass-keiner-allein-herumlauft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 23:35:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Biermann]]></category>

		<category><![CDATA[Gebauer]]></category>

		<category><![CDATA[Moritz]]></category>

		<category><![CDATA[Tolan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=714</guid>
		<description><![CDATA[Beim Fußball von einer reduzierten Komplexität zu sprechen, die uns von der erhöhten Komplexität der Lebenswelt entlaste, ist schon länger nicht mehr gut möglich, ganz sicher nicht mehr seit Rainer Moritz&#8217; Abseits. Christoph Biermann zeigt zudem, dass es zahlreiche Berechnungsversuche des Fußballs gibt, eine Fußball-Matrix gar, bei der entscheidend ist, dass - wie Felix Magath [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Fußball von einer reduzierten Komplexität zu sprechen, die uns von der erhöhten Komplexität der Lebenswelt entlaste, ist schon länger nicht mehr gut möglich, ganz sicher nicht mehr seit Rainer Moritz&#8217; <em>Abseits</em>. Christoph Biermann zeigt zudem, dass es zahlreiche Berechnungsversuche des Fußballs gibt, eine <em>Fußball-Matrix</em> gar, bei der entscheidend ist, dass - wie Felix Magath formulierte - &#8220;keiner allein herumläuft&#8221;. </p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-716" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tor-tor-tooooor1.jpg" alt="" width="443" height="277" /><br />
<em>Tor! Tor! Tooooooooooooor!</em></p>
<p>Metin Tolan verspricht mit einer Physik des Fußballs: <em>So werden wir Weltmeister</em>! Wie und wann wir aber alle zusammen miteinander Fußball spielen und herumlaufen und wo nicht, zeigt schließlich Gunter Gebauer in seiner faszinierenden Sozialphysik des Fußballs. Dabei gibt es klare Festlegungen, wo gespielt werden darf und was genau ein Tor ist und was man nur irrtümlich dafür halten könnte.  </p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-732" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/biermann2-100x163.jpg" alt="" width="83" height="135" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-731" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tolan-100x164.jpg" alt="" width="82" height="133" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-730" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/gebauer-poetik-100x152.jpg" alt="" width="83" height="129" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-733" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/moritz-100x149.jpg" alt="" width="84" height="127" /></p>
<p><strong>Christoph Biermann</strong><br />
Die Fußball-Matrix<br />
Kiepenheuer &amp; Witsch 2009</p>
<p><strong>Gunter Gebauer</strong><br />
Poetik des Fußballs<br />
Campus 2006</p>
<p><strong>Rainer Moritz</strong><br />
Abseits<br />
Kunstmann 2010</p>
<p><strong>Metin Tolan</strong><br />
So werden wir Weltmeister<br />
Piper 2010</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Preis der Leipziger Buchmesse 2010</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/preis-der-leipziger-buchmesse-2010/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 20:36:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<category><![CDATA[Raulff]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Kategorie Sachbuch erhielt den Preis der Leipziger Buchmesse 2010:
Ulrich Raulff
Kreis ohne Meister
Beck 2009
Die Stile, die Konventionen und die Schemata der Sachliteratur wie der Literatur werden von preiswürdigen Autoren mal genutzt und mal verkehrt. Ulrich Raulffs Buch ist ein ebenso ausgezeichnetes wie seltenes Beispiel dafür, wie durch Humor etwas, das durch hohles Pathos albern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Kategorie Sachbuch erhielt den Preis der Leipziger Buchmesse 2010:</p>
<p><strong>Ulrich Raulff</strong><br />
Kreis ohne Meister<br />
Beck 2009</p>
<p>Die Stile, die Konventionen und die Schemata der Sachliteratur wie der Literatur werden von preiswürdigen Autoren mal genutzt und mal verkehrt. Ulrich Raulffs Buch ist ein ebenso ausgezeichnetes wie seltenes Beispiel dafür, wie durch Humor etwas, das durch hohles Pathos albern zu werden droht, auf eine raffinierte Art und Weise erträglich gemacht wird. Er hat in <em>Kreis ohne Meister</em> ein Buch über das Nachleben Georges und das Schicksal der einzelnen Mitglieder des Kreises geschrieben. Eine Apostelgeschichte, wenn man so will. Die Zeit nach dem Tode Georges nennt Raulff einmal „nachpharaonische Zeit“. Einige Germanisten im George-Kreis nennt er die „Jungtürken der Geisteswissenschaften“. Edith Landmann war nach Raulff „alles andere als eine heilige Johanna vom Proseminar“. Über Hubertus zu Löwenstein, der nicht zum Georgekreis zu rechnen ist, schreibt er, dass dieser als Brillenträger &#8220;an der ästhetischen Türkontrolle gescheitert“ wäre. Humor als Stil? In der Tat. Diese Einsprengsel, manchmal gar Anachronismen oder Formulierungen, die Stefan George <a href='http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/raulff3.jpg'><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/raulff3-100x159.jpg" alt="" title="raulff3" width="100" height="159" class="alignleft size-thumbnail wp-image-710" /></a>geradezu erbost hätten - alles zugegeben Scherze, die hier leicht dürftig wirken könnten - treffen nur dann, wenn man sie im Kontext des Textes genießen kann. Durch sie wird die ganze Ehrpusseligkeit des George-Kreises überhaupt erträglich und, Sie werden es selbst feststellen können, interessant. - Die ungeheure Wurschtigkeit des Buchumschlags, den der Autor im Verlag durchgesetzt haben wird - er zeigt eine Bucht, in der die Asche Ernst Kantorowiczs dem Meer übergeben wurde - wird zwar auf der Umschlagrückseite des Buches erklärt, ist aber im Grunde auch so eine heitere Fopperei des allzu flüchtigen Buchhandelsflaneurs.   </p>
<p>Nominiert waren:</p>
<p><strong>Michael Hampe</strong><br />
Das vollkommene Leben<br />
Hanser 2009<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/autoren/hampe/"><em>Link zur Besprechung.</em></a></p>
<p><strong>Steffen Martus</strong><br />
Die Brüder Grimm<br />
Rowohlt 2009<br />
<a href="http://www.iaslonline.de/index.php?vorgang_id=3182"><em>Link zu einer Besprechung von Berthold Friemel.</em></a></p>
<p><strong>Frank Schirrmacher</strong><br />
Payback<br />
Blessing 2009</p>
<p><strong>Wolfgang Ullrich</strong><br />
Raffinierte Kunst<br />
Wagenbach 2009<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/autoren/ullrich/"><em>Link zur Besprechung.</em></a></p>
<p>Von der Liste der Nominierten wurde aufgrund von &#8220;Ungereimtheiten in der Biografie des Autors&#8221; (Jury) entfernt:</p>
<p><strong>Norbert Leithold</strong><br />
Graf Goertz<br />
Osburg 2010</p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/corine-sachbuchpreistrager-2009/"><em>Zum Corine Sachbuchpreis 2009</em></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Stiefkind des Literaturbetriebs - ein Radioprogrammhinweis</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/stiefkind-des-literaturbetriebs-ein-radioprogrammhinweis/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/stiefkind-des-literaturbetriebs-ein-radioprogrammhinweis/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 11:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer absonderliche Sendezeiten und ausbleibende Wahrnehmung als Ausdruck von Geringschätzung interpretiert und dies persönlich nimmt, sollte sich von der Beschäftigung mit Sachbüchern rasch verabschieden. In der Sachbuchforschung ist man darauf angewiesen, in der Wahrnehmung des Sachbuchs nicht auf Sendezeiten zu achten und in Fällen, wo selbst die Wahrnehmung ausbleibt, seine Hoffungen auf eine ferne Zukunft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer absonderliche Sendezeiten und ausbleibende Wahrnehmung als Ausdruck von Geringschätzung interpretiert und dies persönlich nimmt, sollte sich von der Beschäftigung mit Sachbüchern rasch verabschieden. In der Sachbuchforschung ist man darauf angewiesen, in der Wahrnehmung des Sachbuchs nicht auf Sendezeiten zu achten und in Fällen, wo selbst die Wahrnehmung ausbleibt, seine Hoffungen auf eine ferne Zukunft zu richten. </p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/hansers-100x163.jpg" alt="" title="" width="100" height="163" class="alignleft size-thumbnail wp-image-691" />Die Hoffnung hielt zuletzt Erhard Schütz hoch anlässlich seiner Besprechung des letzten Bandes von <em>Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Bd. 9 Nationalsozialismus und Exil</em> der 2009 das über dreissig Jahre erscheinende Werk abschloss. Schmerzlich vermisste Schütz die für diese Zeit so charakteristische Sachliteratur in Form von Reportagen und sogenannten Tatsachen- und Rohstoffromanen. (Germanistik, Heft 1, 2010) Begnügen muss man sich also weiterhin mit nur ganz gelegentlichen Beiträgen zum Sachbuch, wie den von Florian Felix Weyh. Weyh schreibt zu seinem Radiofeature:</p>
<p><em>Der erste deutsche Literaturnobelpreisträger war ein Sachbuchautor, der Historiker Theodor Mommsen. Er erhielt den Preis 1902 für seine &#8216;Römische Geschichte&#8217;. Als 1908 ein zweiter Deutscher gekürt wurde, traf es mit Rudolf Eucken wiederum keinen Belletristen, sondern einen Philosophen. Das Sachbuch hat eine lange, ruhmreiche Geschichte bis zurück ins frühe 19. Jahrhundert. Doch im Feuilleton und bei den Buchkäufern gilt es weiterhin als zweitrangige Textsorte. Nur rein nutzenorientierte Leser, so das Vorurteil, zögen das Sachbuch dem höherwertigen Roman vor. Ein Blick in die Geschichte des populären Sachbuchs zeigt jedoch, dass sich die Highlights des Genres weder sprachlich noch ästhetisch zu verstecken brauchen. Längst hat das Sachbuch eigene erzählerische Standards etabliert – und wer viele Sachbücher liest, wird zumindest nicht dümmer. Höchste Zeit also, dem Stiefkind des Literaturbetriebs mehr Aufmerksamkeit zu widmen.</em></p>
<p>Florian Felix Weyh: <strong>Stiefkind des Literaturbetriebs. Eine Geschichte des Sachbuchs. </strong> (mit Ines Geipel, David Oels, Jens Petersen, Michael Schikowski) Erstsendung am 18.02.2010, Uhr 8.30 SWR 2. <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/archiv/-/id=660334/nid=660334/did=6004182/pv=mplayer/vv=popup/grszlf/index.html"><br />
<em>Hier der Link zum Podcast.</em></a></p>
<p><strong>Wiederholung der Sendung:<br />
SR 2 Kultur-Radio<br />
Donnerstag, den 25.03.2010<br />
09.05 - 09.30</strong><br />
<a href="http://www.sr-online.de/sr2/1356/inc-2010_03_25.html">Hier der Link zur Ankündigung des Senders.</a></p>
<p>Wilhelm Haefs (Hrsg.)<br />
Sozialgeschichte der deutschen Literatur Band 9: Nationalsozialismus und Exil 1933-1945.<br />
Hanser Verlag 2009</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Come together</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/come-together/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/come-together/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 07:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Silvia Loerke, Bernd Abele, Ursula Kracht, Guido Marquardt und Michael Schikowski laden für die Verlage Böhlau, Reclam, S. Fischer, Patmos und Campus zum abendlichen Treff ein. Geboten werden Kulinarisches, Gespräche und Unterhaltung. Sie haben noch keine Einladung? Kein Problem. Sprechen Sie uns an.
Come together
Mittwoch, den 29.09.2010
Beginn 19.00
Ort: Köln
Wenn dieses Treffen auch nicht in dieser Buchhandlung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Silvia Loerke, Bernd Abele, Ursula Kracht, Guido Marquardt und Michael Schikowski laden für die Verlage Böhlau, Reclam, S. Fischer, Patmos und Campus zum abendlichen Treff ein. Geboten werden Kulinarisches, Gespräche und Unterhaltung. Sie haben noch keine Einladung? Kein Problem. Sprechen Sie uns an.</p>
<p>Come together<br />
Mittwoch, den 29.09.2010<br />
Beginn 19.00<br />
Ort: Köln</p>
<p><em>Wenn dieses Treffen auch nicht in dieser Buchhandlung irgendwo in Berlin statt findet, so dann doch in dieser Kombination von Büchern und Feinkost:</em><br />
<img class="alignleft size-full wp-image-796" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bucher-feinkost.jpg" alt="" width="392" height="294" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Unangestellten</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-unangestellten/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-unangestellten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 11:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Albers]]></category>

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		<description><![CDATA[
Markus Albers
Meconomy
Wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden -
und warum wir uns jetzt neu erfinden müssen
www.markusalbers.com 2009
E-Book, € 9,99
Bestellbar über http://www.meconomy.me/shop
Im Altertum galt Arbeit als Schande, im Mittelalter verknüpfte sich Arbeit erstmals mit dem Wissen, wurde Handwerk und organisierte sich in Zünften. Wer was wissen wollte, zahlte Lehrgeld. Irgendwann im Laufe des 19. Jahrhundert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/albers1-100x155.jpg" alt="" title="" width="100" height="155" class="alignleft size-thumbnail wp-image-689" /></p>
<p><strong>Markus Albers</strong><br />
Meconomy<br />
Wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden -<br />
und warum wir uns jetzt neu erfinden müssen<br />
www.markusalbers.com 2009<br />
E-Book, € 9,99<br />
Bestellbar über http://www.meconomy.me/shop</p>
<p>Im Altertum galt Arbeit als Schande, im Mittelalter verknüpfte sich Arbeit erstmals mit dem Wissen, wurde Handwerk und organisierte sich in Zünften. Wer was wissen wollte, zahlte Lehrgeld. Irgendwann im Laufe des 19. Jahrhundert kehrte sich das Verhältnnis um. Die Industrialisierung benötigte gut ausgebildete Facharbeiter, aus Stadtschulen wurden Berufsschulen und das Lehrgeld floss nun in umgekehrte Richtung. Das industrielle Interesse wurde ein gesellschaftliches Interesse. In dieser Zeit entstand die Sozialfigur des Angestellten. Bei Robert Walser, neben Hermann Hesse, Autor von sogenannten Angestelltenromanen, hört sich das dann so an:</p>
<p>&#8220;Eines Morgens trat ein junger, knabenhafter Mann bei einem Buchhändler ein und bat, dass man ihn dem Prinzipal vorstellen möge. Man tat was er wünschte. Der Buchhändler, ein alter Mann von sehr ehrwürdigem Aussehen, sah den etwas schüchtern vor ihm Stehenden scharf an und forderte ihn auf, zu sprechen. &#8216;Ich will Buchhändler werden&#8217;, sagte der jugendliche Anfänger. &#8216;Ich habe Sehnsucht danach und ich weiß nicht, was mich davon abhalten könnte, mein Vorhaben ins Werk zu setzen.&#8217;&#8221;</p>
<p>So oder so ähnlich mag auch heute noch die eine oder andere wacker vorgetragene Initiativbewerbung vor sich gehen. Das Angestelltendasein aber ist derart in Verruf geraten, dass wer danach strebt, sich fast schon verdächtig macht und seiner unwürdig erscheint. Wer über den Deutschunterricht sozialisiert wurde, liebt darum das gemeine Bonmot von Gottfried Benn: &#8220;Dumm sein und Arbeit haben: Das ist das Glück&#8221;. </p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-329" title="albers" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/albers-100x155.jpg" alt="" width="100" height="155" />Die Bücher von Markus Albers und seiner Community verraten vielleicht auch etwas über den Jahrgang. Die Verbindung von Hilflosigkeit angesichts der objektiven Entwicklung des Arbeitsmarktes und der angestrengten Umdeutung der Verhältnisse in bloß subjektive Antriebsschwäche ist so neu nicht. Daher passt Gottfried Benns vielzitierte Niederträchtigkeit aus den absoluten Spitzenzeiten der Arbeitslosigkeit ausgezeichnet hierher. Woran es ihm fehlte wie auch den neuen Verächtern des Angestellten ist politische Kultur. Die Veränderungen des Arbeitsmarktes, die im übrigen absolut unstrittig sind, werden von Albers wie ein Wetterumschwung gehandhabt, bei dem nichts weiter zu bemerken ist, als dass er für verzärtelte Angestellte äußerst ungünstig sei, wasserdichten Typen aber kaum etwas anhaben könne. Dass diese Enwicklung interessierte Marktteilnehmer hätte, kommt hier nicht nur nicht in den blauäugig-unpolitischen Blick, sondern sie erscheint so abwegig, dass sie nicht einmal mehr zurückgewiesen werden müsste. </p>
<p>Der Angestellte wird als eine Institution gesehen, die wie alle Institutionen, allen voran die Politik, besonders verwerflich ist, da sie als Begrenzung vorgeblich unendlicher Möglichkeiten aufgefasst wird. Die absolut ahistorische Darstellung der Arbeits- und Lebensverhältnisse der Gegenwart bei Albers ergibt sich notwendigerweise aus den apolitischen Affekten der Community. Im Kern findet hier eine Umdeutung des trivialen Einstellungsstopps und Beförderungsstaus der Institutionen statt. Mehr Schönreden ist kaum mehr denkbar. Allerdings, auch bei Albers findet sich der Hinweis, dass das nicht alle schaffen können, dass viele zurückbleiben. Was aus denen werden soll, bleibt offen. Doch wird die ethische und ökologische Verantwortung in der Community ja besonders groß geschrieben.  </p>
<p>&#8220;Die Selbstverwirklichung der Meconomy kann heute kein autistischer Ego-Trip mehr sein. Wer nur an sich denkt, kann keinen Erfolg haben&#8221;, schreibt Markus Albers. Da also Erfolg immer nur noch ethisch sein kann, muss man sich über die Motive der Marktteilnehmer gar keine Gedanken mehr machen. Für eine kritische Selbstwahrnehmung der Community ist kein Platz, daher werden diese Strategien der Selbstimmunisierung auch nicht erkannt. </p>
<p>In Markus Albers, neben Holm Friebe und Thomas Ramge, kann man die Autoren des Unangestelltenromans sehen. Und man kann gespannt sein, wie sich dieser in den nächsten Jahren liest. Die Prognose liegt nahe, dass dann die Wahrnehmung der Dauerkrise der Realwirtschaft die leicht geschriebene Umdeutung in unendliche Chancen erschwert und zu schärferen Analysen führt. Vielleicht wird dann auch die verwendete Literatur über Trendnachrichten aus Zeitschriften hinauskommen und der Text Beschreibungebenen erreichen, die sich an Texten von Georg Simmel und Karl Mannheim messen lassen.</p>
<p>Zum Blog von Markus Albers: <a href="http://www.markusalbers.com/">http://www.markusalbers.com/</a></p>
<p>Zu einer Zwischenbilanz von Markus Albers zum Verkauf dieses Buches und weiteren Rezensionen: <a href="http://www.markusalbers.com/blog/eine-woche-meconomy-erstes-zwischenfazit-und-ein-paar-zahlen/">http://www.markusalbers.com/blog/eine-woche-meconomy-erstes-zwischenfazit-und-ein-paar-zahlen/</a></p>
<p>Zu einem weiteren Beitrag zur digitalen Bohème: <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/lest-stadtplane/">http://www.immer-schoen-sachlich.de/lest-stadtplane/</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Weltwirtschaft</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/weltwirtschaft/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/weltwirtschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 13:30:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Steingart]]></category>

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		<description><![CDATA[Anne Blenklein, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über Gabor Steingarts Einschätzung der Weltwirtschaft. 

Gabor Steingart
Weltkrieg um Wohlstand
Piper Verlag 2006
Spannend und reißerisch von einem Spiegelredakteur geschrieben, ist dieses Sachbuch leicht zu lesen und hat einen gewissen Unterhaltungswert. Es hat mir sehr gut gefallen, da der Autor wenig Fachsprache benutzt und anschaulich schildert, was er ausdrücken will. Teilweise wiederholt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Anne Blenklein, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über Gabor Steingarts Einschätzung der Weltwirtschaft.</em> </p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/steingart-100x160.jpg" alt="" title="" width="100" height="160" class="alignleft size-thumbnail wp-image-745" /><br />
Gabor Steingart<br />
Weltkrieg um Wohlstand<br />
Piper Verlag 2006</p>
<p>Spannend und reißerisch von einem Spiegelredakteur geschrieben, ist dieses Sachbuch leicht zu lesen und hat einen gewissen Unterhaltungswert. Es hat mir sehr gut gefallen, da der Autor wenig Fachsprache benutzt und anschaulich schildert, was er ausdrücken will. Teilweise wiederholt er sich sogar, was aber gar nicht schlimm ist. Man bekommt einen guten Überblick über die Entstehung der Industrialisierung/Globalisierung und der Beteiligung der verschiedenen Länder an dem Geschehen und der Entstehung der Weltwirtschaft.</p>
<p>Das Buch ist in einzelne Kapitel gegliedert, was der Übersicht und dem Verständnis zusätzlich zu Gute kommt. Eine tolle Empfehlung für jene, die sich für den Welthandel zwischen den Kulturen - Europa und den USA auf der einen Seite, China, Japan und Indien auf der anderen Seite – interessieren.<br />
Vieles stellt Steingart auch etwas dramatisiert dar: zum Beispiel die „bösen“ Chinesen, die immer noch Unterstützung als Entwicklungsland bekommen, obwohl ihre Wirtschaftsleistung die unsere längst überflügelt hat! </p>
<p>Aber gerade weil vieles überzogen gesagt wird, regt das Buch zum eigenen Nachdenken an, und das ist letztendlich noch ein Pluspunkt des Sachbuchs „Weltkrieg um Wohlstand“ von Gabor Steingart.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Prinz der Prinzen</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/prinz-der-prinzen/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/prinz-der-prinzen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 21:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Montefiore]]></category>

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		<description><![CDATA[
Simon Sebag Montefiore
Katharina die Große und Fürst Potemkin
Eine kaiserliche Affaire
S. Fischer 2009
Himmelsstürmer? Vielleicht, ja! Aber Überflieger? Doch nicht Potemkin, der Namensgeber der sprichwörtlichen potemkinschen Dörfer. So kann man bei Montefiore sich erzählen lassen, wie alle Lebensleistung zuschanden wird durch die Gehässigkeit der Neider. Grigori Alexandrowitsch Potemkin, Fürst und Feldmarschall, Oberbefehlshaber der russischen Armee, Großhetman der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/montefiore-100x153.jpg" alt="" title="" width="100" height="153" class="alignleft size-thumbnail wp-image-688" /></p>
<p><strong>Simon Sebag Montefiore</strong><br />
Katharina die Große und Fürst Potemkin<br />
Eine kaiserliche Affaire<br />
S. Fischer 2009</p>
<p>Himmelsstürmer? Vielleicht, ja! Aber Überflieger? Doch nicht Potemkin, der Namensgeber der sprichwörtlichen potemkinschen Dörfer. So kann man bei Montefiore sich erzählen lassen, wie alle Lebensleistung zuschanden wird durch die Gehässigkeit der Neider. Grigori Alexandrowitsch Potemkin, Fürst und Feldmarschall, Oberbefehlshaber der russischen Armee, Großhetman der Kosaken, Großadmiral des Schwarzen und des Kaspischen Meeres und Vizekönig des Südens, wahrscheinlich auch der heimliche Ehemann Katharinas der Großen. Was Montefiore an Forschungsliteratur zur Verfügung stand, deutet Potemkin unisono als Wüstling, Hochstapler, Stümper. Dieses Buch ist dagegen eine von Montefiore großartig erzählte literarische Ehrenrettung Potemkins, die auf jeder Seite Vergnügen, reines Vergnügen bereitet. Ach, wieso heißt das Buch Katharina die Große und Fürst Potemkin? Und nicht wie das Original <em>Prinz der Prinzen. Das Leben Potemkins</em>? Na, damit Sie es kaufen! Das sollten Sie aber auch tun!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.immer-schoen-sachlich.de/prinz-der-prinzen/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Götter, Gräber und Geräte</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/gotter-graber-und-gerate/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/gotter-graber-und-gerate/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 11:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=694</guid>
		<description><![CDATA[Im Januar-BuchMarkt hatten Arnd Roszinsky-Terjung und Andreas Meyer Prognosen für die Buchbranche in zehn Jahren aufgestellt. Als über die Branche hinaus bekannte Berater hat ihr Wort Gewicht. An Mitteilungen wie diesen orientieren sich die Funktionsträger der Branche nicht weniger als Auszubildende. Letztere stehen in der Branche am Anfang und zählen vermutlich zur ersten Generation, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Januar-BuchMarkt hatten Arnd Roszinsky-Terjung und Andreas Meyer Prognosen für die Buchbranche in zehn Jahren aufgestellt. Als über die Branche hinaus bekannte Berater hat ihr Wort Gewicht. An Mitteilungen wie diesen orientieren sich die Funktionsträger der Branche nicht weniger als Auszubildende. Letztere stehen in der Branche am Anfang und zählen vermutlich zur ersten Generation, die ausschließlich oder fast ausschließlich über das elektronische Lesen sozialisiert wurde.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-746" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/beziehung.bmp" alt="" width="407" height="282" /><br />
<em>Wer verschenkt schon Dateien? Mit einem guten Buch wäre das nicht passiert!</em></p>
<p>Im Augenblick scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen und mit jeder Neuerung im digitalen Lesegerätehandel, die die lässigen Halbgötter ohne Krawatte präsentieren, wird in den Printmedien vor allem ein Texttyp mit besonderer Inbrunst gepflegt, der des Totenscheins ihrer eigenen Gattungen, der Reportage, des Ratgebers, des Sachbuchs überhaupt.</p>
<p>Es sind vor allem die Autoren der analogen Welt, die ihrer Zunft die Gräber schaufeln. Werden es ihnen dienjenigen nachtun, die ausschließlich über das elektronische Lesen sozialisiert wurden? Mit Sicherheit nicht.</p>
<p>Um allerdings die allzu hochfliegenden Prognosen über die Zukunft der digitalen Welt ein wenig auf den Hosenboden der Tatsachen zurückzubringen, erschien im Februar-Heft des BuchMarkt der Text <em>Bücher entstehen im Gespräch</em>.</p>
<p>Michael Schikowski: <strong>Bücher entstehen im Gespräch</strong>. BuchMarkt Februar 2010. S. 42 ff.  <em><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bucher-entstehen-im-gesprach-buchmarkt-20101.pdf">Hier die Datei des Textes im pdf-Format</a></em></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bucher-entstehen-im-gesprach-buchmarkt-20101.pdf">Arnd Roszinsky-Terjung und Andreas Meyer: <strong>2020: Der Leser entscheidet</strong>. BuchMarkt Januar 2010. S. 28 ff. </a><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/ursprungtext-von-rt-und-meyer.pdf"><em>Hier die Datei des Textes im pdf-Format.</em></a></p>
<p><a href="http://www.buchmarkt.de/content/40955-andreas-meyer-und-arnd-roszinsky-terjung-ueber-die-herausforderungen-der-naechsten-jahre.htm?hilite=-Das-Sonntagsgespr%E4ch-">Arnd Roszinsky-Terjung und Andreas Meyer in einem Interview mit dem BuchMarkt, Januar 2010.<br />
</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die besten deutschsprachigen Sachbücher des Jahres 2009</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-besten-deutschsprachigen-sachbucher-des-jahres-2009/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-besten-deutschsprachigen-sachbucher-des-jahres-2009/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 21:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Bojowald]]></category>

		<category><![CDATA[Chauvistré]]></category>

		<category><![CDATA[Decker]]></category>

		<category><![CDATA[Geipel]]></category>

		<category><![CDATA[Hillenkamp]]></category>

		<category><![CDATA[Martynkewicz]]></category>

		<category><![CDATA[Petersen]]></category>

		<category><![CDATA[Sloterdijk]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wolfgang Martynkewicz
Salon Deutschland. Geist und Macht 1900 - 1945
Aufbau 2009
in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Geschichte
Der Salon, schreibt Martynkewicz irgendwo, kenne kein Protokoll und keine Sitzordnung. So ist auch sein großartiges und unkonventionelles Buch ein Salon, der zeigt wie aus verstiegener Kunst, Philosophie und Literatur, gelangt sie zur Macht, Bestialität hervorgehen kann.

Martin Bojowald
Zurück vor den Urknall
Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-676" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/martyn-100x166.jpg" alt="" width="84" height="140" /></p>
<p><strong>Wolfgang Martynkewicz</strong><br />
Salon Deutschland. Geist und Macht 1900 - 1945<br />
Aufbau 2009</p>
<p>in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Geschichte</p>
<p><em>Der Salon, schreibt Martynkewicz irgendwo, kenne kein Protokoll und keine Sitzordnung. So ist auch sein großartiges und unkonventionelles Buch ein Salon, der zeigt wie aus verstiegener Kunst, Philosophie und Literatur, gelangt sie zur Macht, Bestialität hervorgehen kann.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-677" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bojo-100x163.jpg" alt="" width="84" height="136" /></p>
<p><strong>Martin Bojowald</strong><br />
Zurück vor den Urknall<br />
Die ganze Geschichte des Universums<br />
S. Fischer 2009</p>
<p>in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Naturwissenschaft</p>
<p><em>Martin Bojowalds vereinfachte Beschreibung des Universums, die die als unvereinbar geltende Allgemeine Relativitätstheorie und die Quantentheorie berücksichtigt, versteht man solange man sie liest. Das ist schon sehr viel und für ein populäres Sachbuch fast alles.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-678" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/hillenkampjpg-100x163.jpg" alt="" width="84" height="137" /></p>
<p><strong>Sven Hillenkamp</strong><br />
Das Ende der Liebe.<br />
Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit<br />
Klett-Cotta 2009</p>
<p>in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Zeitgeschichte</p>
<p><em>Hillenkamp durchkreuzt - Besseres lässt sich über ein Sachbuch nicht sagen - alle Erwartungen. Eine ausgezeichnete, weil hochdiszipliniert geschriebene Suada. Eine Kunst des Liebens für unser Medienzeitalter, das aus den Menschen bloße Medien ihrer Erlebnisse zu machen scheint.</em></p>
<p>Nachbemerkung: Hillenkamp erhält der <em>Clemens Brentano Preis 2010</em> der Stadt Heidelberg.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-679" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/geipel-100x157.jpg" alt="" width="86" height="134" /></p>
<p><strong>Ines Geipel, Andreas Petersen</strong><br />
Black Box DDR.<br />
Unerzählte Leben unterm SED-Regime<br />
marixverlag 2009</p>
<p>in der Kategorie Reportage</p>
<p><em>Eine Sammlung einzelner Reportagen und Berichte über 33 vorsätzliche &#8220;Abweichler&#8221;, die auf ergreifende Art und Weise zeigen, was abweichendes Verhalten eigentlich ist.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-680" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/chauvistre-100x153.jpg" alt="" width="85" height="129" /></p>
<p><strong>Eric Chauvistré</strong><br />
Wir Gutkrieger.<br />
Warum die Bundeswehr im Ausland scheitern wird<br />
Campus 2009</p>
<p>in der Kategorie Thesenbuch</p>
<p><em>Das Buch zum Heer der Illusionen. Schnell und klar wie ein Rückzug.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-681" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/decker1-100x159.jpg" alt="" width="84" height="134" /></p>
<p><strong>Kerstin Decker</strong><br />
Mein Herz - Niemandem<br />
Das Leben<br />
der Else Lasker-Schüler<br />
Propyläen 2009</p>
<p>in der Kategorie Biografie</p>
<p><em>Eine fabelhaft geschriebene Biografie.</em> <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/anderssein-als-stil/">Hier zu einer Besprechung.</a> </p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-682" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sloterdijkjpg.jpg" alt="" width="75" height="134" /></p>
<p><strong>Peter Sloterdijk</strong><br />
Du mußt dein Leben ändern<br />
Über Anthropotechnik<br />
Suhrkamp 2009</p>
<p>in der Kategorie Ratgeber</p>
<p><em>Man lernt Gedanken lesen.</em></p>
<p>Jury: Michael Schikowski</p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-besten-deutschsprachigen-sachbucher-des-jahres-2008/">Hier zu den besten deutschsprachigen Sachbüchern 2008.</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Cash Cow der Menschheit</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/cash-cow-der-menschheit/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/cash-cow-der-menschheit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 21:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Werner]]></category>

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		<description><![CDATA[Florian Werner
Die Kuh. Leben, Werk und Wirkung
Nagel &#038; Kimche 2009
Florian Werner ist Texter und Musiker der Gruppe Fön und schrieb ein Sachbuch über den Rap. Dass er außerdem Literaturwissenschaftler ist, bemerkt in diesem heiteren und ungewöhnlichen Buch, dass im Grunde eine Kulturgeschichte der Kuh ist, auf Schritt und Tritt. Statt aber als breite Kulturgeschichtle aufzutreten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/werner-100x163.jpg" alt="" title="" width="100" height="163" class="alignleft size-thumbnail wp-image-675" />Florian Werner<br />
Die Kuh. Leben, Werk und Wirkung<br />
Nagel &#038; Kimche 2009</p>
<p>Florian Werner ist Texter und Musiker der Gruppe Fön und schrieb ein Sachbuch über den Rap. Dass er außerdem Literaturwissenschaftler ist, bemerkt in diesem heiteren und ungewöhnlichen Buch, dass im Grunde eine Kulturgeschichte der Kuh ist, auf Schritt und Tritt. Statt aber als breite Kulturgeschichtle aufzutreten, verulkt das schmale und sehr unterhaltsame Buch schon in seinem Untertitel die Großwerke der wissenschaftlichen Zunft. Wenn es in einer Rezension der FAZ hieß, dass man hier über die Kuh erfährt, was man „nicht die Zeit hatte zu googeln“, dann wird genau das verkannt, was Florian Werner leistet: eine vorbildlich konzentrierte Darstellung der Kuhdarstellung. Und seinen verschmitzten Humor bezieht dieses Buch nicht platterdings aus dem Muh der Kuh, sondern aus der Darstellung der Motive derjenigen, die der Kuh in ihren Werken einen flüchtigen Auftritt verschaffen. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Begabung als Ideologie</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/begabung-als-ideologie/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/begabung-als-ideologie/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 23:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Bird]]></category>

		<category><![CDATA[Gladwell]]></category>

		<category><![CDATA[Sherwin]]></category>

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		<description><![CDATA[
Malcolm Gladwell
Überflieger
Campus 2009
Gängige Rede beim Überflieger ist die vom Aufstieg aus dem Nichts aus bescheidensten Verhältnissen. 
Erfolg ist als nichts anderes vorstellbar als das was aus individueller Leistung und Begabung folgt. Alles andere hätte doch etwas, nun ja, etwas Ehrabschneidendes vielleicht. Erfolg wird nun einmal individualisiert.
Gladwell aber zeigt in seinem Buch nicht nur wie erfolgreich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/gladwell3-100x155.jpg" alt="" title="" width="100" height="155" class="alignleft size-thumbnail wp-image-673" /><br />
<strong>Malcolm Gladwell</strong><br />
Überflieger<br />
Campus 2009</p>
<p>Gängige Rede beim Überflieger ist die vom Aufstieg aus dem Nichts aus bescheidensten Verhältnissen. </p>
<p>Erfolg ist als nichts anderes vorstellbar als das was aus individueller Leistung und Begabung folgt. Alles andere hätte doch etwas, nun ja, etwas Ehrabschneidendes vielleicht. Erfolg wird nun einmal individualisiert.</p>
<p>Gladwell aber zeigt in seinem Buch nicht nur wie erfolgreich Menschen sind, sondern woher diese Erfolgreichen kommen. So versucht er die beeindruckenden Karrieren ungewöhnlicher Menschen, Genies, Unternehmer, Musiker daraufhin zu lesen, woher sie kommen, welchen Prägungen und Voraussetzungen sie entstammen, die diese Karriere ermöglichten. </p>
<p>Seine Ideen und Erkenntnisse – das ist klar – eignen sich daher nicht für Sonntagsreden. Manchmal sind es nur ein paar Zusammenhänge, eine Herkunft, ein kleiner aber wirkungsvoller Umstand, der den Erfolg strukturell erklärt.</p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bird-100x160.jpg" alt="" title="" width="100" height="160" class="alignleft size-thumbnail wp-image-674" /> Chris Langan, von dem Gladwell erzählt, wie er durch seine Unterschichtsozialisation an den Strukturen und Bedingungen eines auf Oberschichtkinder zugeschnittenen Bildungssystems scheitert, wird von ihm mit einer ganz anderen Biografie, einer Erfolgsbiografie konfrontiert: der von J. Robert Oppenheimer. Seine Biorafie wurde von Kai Bird und Martin Sherwin verfasst und ist nun auch auf Deutsch bei Propyläen erschienen.</p>
<p>In der Gegenüberstellung kann Gladwell anschaulich machen, wie zwei konträre Erziehungskonzepte, das Konzept Langan (natürliche Entwicklung) und das Konzept Oppenheimer (konzertierte Kultivierung) bei prinzipiell gleich hoher Begabung zu ganz unterschiedlichen Lebensläufen führen. Interessanterweise ist gerade die Unterschicht von den angeborenen Eigenschaften ihrer Sprösslinge überzeugt, Eigenschaften und schulische Leistungen, die dann eben auch mal nicht so gut ausfallen. In der Ober- und Mittelschicht ist der Lehrer der Schuldige! </p>
<p>Oppenheimer, ein Mensch der seinen Doktorvater mit Chemikalien aus dem Labor zu vergiften versuchte, darf auf Bewährung weiter studieren und wird 20 Jahre später Leiter des Manhattan Projekts zum Bau der Atombombe. Langans Mutter scheiterte schon an einem Formular und Langan selbst an den <em>soft skills</em>, den im Grunde absolut harten Schließmechanismen der führenden Milieus.  </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Campus 01/10 - Die elektronische Börse</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/camus-0110-die-elektronische-borse/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/camus-0110-die-elektronische-borse/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 08:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Campus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=665</guid>
		<description><![CDATA[_________________________________
Manager Magazin Bestsellerliste JUNI:
Platz 12	Malik, Führen, Leisten, Leben (NEU)
Platz 23	Werle, Die Perfektionierer (29)
Platz 33	Zschaber, Der Aufschwung kommt (17)
Platz 37	Hardt/Negri, Common Wealth (NEU)
Platz 39	Kitz/Tusch - Das Frustjokillerbuch (39)
Platz 46	Münchhausen, Die sieben Lügenmärchen (19)
_________________________________
SPIEGEL-Bestsellerliste Platz 19 ab nächster WOCHE PLATZ 15 !
FOCUS-Bestsellerliste Platz 18
Fernsehinterviews: ARD am 30.05, ZDF, N24, n-tv, 3sat

Nouriel Roubini
Das Ende der Weltwirtschaft und ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>_________________________________</p>
<p>Manager Magazin Bestsellerliste JUNI:</p>
<p>Platz 12	Malik, Führen, Leisten, Leben (NEU)<br />
Platz 23	Werle, Die Perfektionierer (29)<br />
Platz 33	Zschaber, Der Aufschwung kommt (17)<br />
Platz 37	Hardt/Negri, Common Wealth (NEU)<br />
Platz 39	Kitz/Tusch - Das Frustjokillerbuch (39)<br />
Platz 46	Münchhausen, Die sieben Lügenmärchen (19)</p>
<p>_________________________________</p>
<p><strong>SPIEGEL-Bestsellerliste Platz 19 ab nächster WOCHE PLATZ 15 !<br />
FOCUS-Bestsellerliste Platz 18</strong></p>
<p>Fernsehinterviews: ARD am 30.05, ZDF, N24, n-tv, 3sat</p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/roubini.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-777" title="roubini" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/roubini.jpg" alt="" width="207" height="317" /></a></p>
<p>Nouriel Roubini<br />
<strong>Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft</strong><br />
9783593391021</p>
<p>HANDELSBLATT: <a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/nouriel-roubini-die-krisen-werden- immer-zerstoererischer;2590277 ">http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/nouriel-roubini-die-krisen-werden- immer-zerstoererischer;2590277 </a></p>
<p>FINANTREFFE <a href="http://nachrichten.finanztreff.de/news_news,awert,ticker,bwert,,id,32321184,sektion,uebersicht.html ">http://nachrichten.finanztreff.de/news_news,awert,ticker,bwert,,id,32321184,sektion,uebersicht.html<br />
</a></p>
<p><a href="http://www.godmoe-trader.de/nachricht/Nouriel-Roubini-warnt-Keine-UEberregulierung-der- Maerkte,a2188372.html ">http://www.godmoe-trader.de/nachricht/Nouriel-Roubini-warnt-Keine-UEberregulierung-der- Maerkte,a2188372.html </a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1185093/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1185093/</a></p>
<p><a href="http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Neues-von-Bluemels-Blog-Lesestunde-am-Montag-die-Medienschau-795447">http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Neues-von-Bluemels-Blog-Lesestunde-am-Montag-die-Medienschau-795447</a></p>
<p><a href="http://www.volksstimme.de/vsm/magazin/buch/buchtipps/">http://www.volksstimme.de/vsm/magazin/buch/buchtipps/</a></p>
<p><a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/421732/index.do?_vl_pos=r.1.NT">http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/421732/index.do?_vl_pos=r.1.NT</a><br />
_________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-668" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/9783593385129.jpg" alt="" width="132" height="200" /></p>
<p>Jeremy Rifkin<br />
<em>Die emphatische Zivilisation.<br />
Wege zu einem globalen Bewusstsein</em><br />
9783593385129</p>
<p>Der große neue Wurf des Meisterdenkers der Zukunft.</p>
<p><a href="http://www.socialnet.de/rezensionen/9048.php">http://www.socialnet.de/rezensionen/9048.php</a></p>
<p>Jeremy Rifkin im ZDF Kulturmagazin Aspekte. Ausstrahlung: Freitag, den 07.05., 23.00 bis 23.30 Uhr.<br />
___________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-667" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/9783593390932-100x152.jpg" alt="" width="70" height="107" /></p>
<p>Klaus Werle<br />
<em>Die Perfektionierer.<br />
Wer profitiert von der Sucht nach dem optimalen Leben</em></p>
<p>Ein Buch für die überschulte Gesellschaft.<br />
<a href="http://news.suite101.de/article.cfm/perfektion-des-ichs-privatschulen-und-internate-boomen-a76160">http://news.suite101.de/article.cfm/perfektion-des-ichs-privatschulen-und-internate-boomen-a76160</a><br />
<a href="http://www.google.com/url?sa=X&amp;q=http://elmorino.wordpress.com/2010/02/28/ein-pladoyer-gegen-den-perfektionierungswahn-klaus-werles-die-perfektionier/&amp;ct=ga&amp;cd=NhSfiqTL6Wk&amp;usg=AFQjCNGxVTgDKS5hReNg3lROuXs-4zuJsw"><br />
http://www.google.com/url?sa=X&amp;q=http://elmorino.wordpress.com/2010/02/28/ein-pladoyer-gegen-den-perfektionierungswahn-klaus-werles-die-perfektionier/</a></p>
<p><a href="http://blog.koenig-aalen.de/archives/1040">http://blog.koenig-aalen.de/archives/1040</a></p>
<p><a href=" http://www.buch-pr.de/literaturtipps.shtml"><br />
http://www.buch-pr.de/literaturtipps.shtml</a><br />
___________________________________</p>
<p>Marco von Münchhausen<br />
<em>Die sieben Lügenmärchen von der Arbeit. </em><br />
<a href="http://www.bild.de/BILD/ratgeber/geld-karriere/2010/03/08/sieben-luegenmaerchen/von-der-arbeit-unwahrheiten-die-die-karriere-schaden-und-glueck-verhindern.html##">http://www.bild.de/BILD/ratgeber/geld-karriere/2010/03/08/sieben-luegenmaerchen/von-der-arbeit-unwahrheiten-die-die-karriere-schaden-und-glueck-verhindern.html##<br />
</a><br />
__________________________________</p>
<p>Tamin Ansary<br />
<em>Die unbekannte Mitte der Welt.Globalgeschichte aus islamischer Sicht </em></p>
<p>Wenn es irgendeinen Vorzug der westlichen Welt gibt, dann kann dieser nur in ihrer Fähigkeit zum Perspektivwechsel liegen. Hier ist er.</p>
<p><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32141/1.html">http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32141/1.html</a></p>
<p>__________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-666" title="9783593391458" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/9783593391458-100x152.jpg" alt="" width="72" height="110" /></p>
<p>Henrik Müller<br />
<em>Sprengsatz Inflation.<br />
Warum unser Geld nicht mehr sicher ist</em></p>
<p>Henrik Müller, der Fluchthelfer in die Werte.</p>
<p><a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/543646">http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/543646</a><br />
__________________________________</p>
<p>Zschaber: Der Aufschwung kommt<br />
<a href="http://www.teleboerse.de/empfehlungen/tipps_und_trends/Der-Aufschwung-kommt-article767965.html">http://www.teleboerse.de/empfehlungen/tipps_und_trends/Der-Aufschwung-kommt-article767965.html<br />
</a><br />
__________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-669" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/9783593385518.jpg" alt="" width="77" height="111" /></p>
<p>Doris Märtin<br />
<em>Mich wirft so schnell nichts um.<br />
Wie Sie Krisen meistern und warum Scheitern kein Fehler ist</em><br />
9783593385518</p>
<p>Ein kluges und zugleich einfühlsames Fitnessbuch zur Dehnung Ihrer Krisenbänder und zum Aufbau der Steck-ich-weg-Muskeln.<br />
__________________________________</p>
<p>von Cramm: simplify Diät<br />
<a href="http://lifestyle.t-online.de/abnehm-tipps-ganz-einfach-schlank-werden/id_40987536/index">http://lifestyle.t-online.de/abnehm-tipps-ganz-einfach-schlank-werden/id_40987536/index<br />
</a></p>
<p>Dagmar von Cramm in Bild der Frau</p>
<p>Anlässlich der Lesungen von Frau von Cramm, gibt, erscheinen regelmäßige Kolummnen einer Autorin, die Frau von Cramm auf den Lesungen begleitet. Start ist Heft 21 (ET 21.5.), Dauer bis Ende Juni.</p>
<p>Termine für die Lesungen:<br />
1.6.2010, 20.15 Uhr, Buchhaus Stern-Verlag, Friedrichstr. 24-26, Düsseldorf<br />
www.buchhaus-sternverlag.de<br />
8.6.2010, 20.00 Uhr, Osiandersche Buchhandlung, Wilhelmstr. 64, Reutlingen<br />
www.osiander.de<br />
9.6.2010, 20.15 Uhr, Buchhaus Weiland, Kröpeliner Str. 41, Rostock<br />
www.weiland.de<br />
14.6.2010, 20.00 Uhr, Buchhandlung Riemann, Markt 9, Coburg<br />
www.riemann.de<br />
__________________________________</p>
<p>Burg/ Hitler besiegen<br />
<a href="http://www.tagesschau.de/ausland/videoblogschneider102.html">http://www.tagesschau.de/ausland/videoblogschneider102.html</a></p>
<p>Gronemeyer/ Ist Altern eine Krankheit?<br />
<a href="http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/8526356.htm">http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/8526356.htm<br />
</a></p>
<p>Nienhaus/ Die Blindgänger<br />
<a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/531718">http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/531718</a></p>
<p>Burg/ Hitler besiegen<br />
<a href="http://www.kreuz.net/article.10779.html">http://www.kreuz.net/article.10779.html</a></p>
<p>Gronemeyer: Ist Altern eine Krankheit?<br />
<a href="http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/220-kommunen-fuer-einen-besseren-umgang-mit-demenz.htm?PHPSESSID=a">http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/220-kommunen-fuer-einen-besseren-umgang-mit-demenz.htm?PHPSESSID=a</a></p>
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		<title>Bewegung und Beharren</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/hessler/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 20:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Hessler]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter Hessler
Über Land. Begegnungen im neuen China
Berlin Verlag 2009  
Ich weiß nicht, ob es im Lexikon der populären Irrtümer steht, aber die Chinesische Mauer ist nicht vom Mond aus zu sehen. Aber von Frankfurter Messe 2009 aus, da war sie zu sehen und mit ihr zusammen der Mummenschanz, der eher einer Tourismusmesse angestanden hätte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/hes-100x159.jpg" alt="" title="" width="100" height="159" class="alignleft size-thumbnail wp-image-661" /><strong>Peter Hessler</strong><br />
Über Land. Begegnungen im neuen China<br />
Berlin Verlag 2009  </p>
<p>Ich weiß nicht, ob es im <em>Lexikon der populären Irrtümer</em> steht, aber die Chinesische Mauer ist nicht vom Mond aus zu sehen. Aber von Frankfurter Messe 2009 aus, da war sie zu sehen und mit ihr zusammen der Mummenschanz, der eher einer Tourismusmesse angestanden hätte, als einer Buchmesse. </p>
<p>Solche Reportagen aber wie Peter Hessler sie hier geschrieben hat, sind eigentlich, wenn es das gäbe, Langzeitreportagen. Ein Widerspruch in sich, wollen Reporter doch eher schnell fertig werden. Hessler ist Peking-Korrespondent des New Yorker und er hat den langen Atem für eine große Erzählung gereifter Erfahrungen. Ein großes Lesevergnügen.</p>
<p>Im ersten Teil seines Buchs folgt er dem Verlauf der Mauer. Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht ein Dorf, in das er jahrelang pendelt. Auf die Reise folgt der Stillstand. Auf die Beobachtung eines Landes in Bewegung – und zwar mit dem Auto – die Beobachtung des Beharrens, der Tradition. Im dritten Teil schildert er den Aufbau einer Fabrik, in der sich die beiden ersten Teile, der Widerspruch von Bewegung und Beharren, spiegelt. Was produziert diese Fabrik? Etwas sehr Eigentümliches. Sie produziert nichts als Ringe. Und zwar speziell die Ringe, mit deren Hilfe die Träger eines BH verstellt werden können.</p>
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		<title>Anderssein als Stil</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/anderssein-als-stil/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 23:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Decker]]></category>

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		<description><![CDATA[
Kerstin Decker
Mein Herz – Niemandem. Das Leben der Else Lasker-Schüler
Propyläen 2009
Kerstin Decker ist eine erfahrene Biografin. Was ihr aber mit diesem Buch gelungen ist, geht über das was man Biografie zu nennen gewohnt ist weit hinaus. Alle stilistischen Merkmale dieses Buches, die  Zeitform, die kurzen Sätze, die insgesamt wie gesprochen wirkende Erzählung, alles dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/decker-100x159.jpg" alt="" title="" width="100" height="159" class="alignleft size-thumbnail wp-image-653" /><br />
<strong>Kerstin Decker</strong><br />
Mein Herz – Niemandem. Das Leben der Else Lasker-Schüler<br />
Propyläen 2009</p>
<p>Kerstin Decker ist eine erfahrene Biografin. Was ihr aber mit diesem Buch gelungen ist, geht über das was man Biografie zu nennen gewohnt ist weit hinaus. Alle stilistischen Merkmale dieses Buches, die  Zeitform, die kurzen Sätze, die insgesamt wie gesprochen wirkende Erzählung, alles dies ist bewusst gewählt. Zugleich reflektiert Kerstin Decker wie sie im Unterschied zur gängigen biografischen Form bei Else Lasker-Schüler von deren Formeln und Konventionen abweichen muss: „Wenn Kindheitskapitel in Büchern enden, dann wissen Leser und Autor: Hier ist etwas abgeschlossen, die Vorgeschichte eines Menschen. Von jetzt an übernimmt er sich selbst oder, weniger euphorisch gesagt, das Leben übernimmt ihn. Hier ist das anders.“ Das Anderssein der Lasker-Schüler so geschmeidig, so bewusst, so unterhaltsam und souverän in die Struktur und den Stil ihrer Biografie umzuwandeln, macht dieses Buch so bedeutend und den Lesern nichts weniger pure Freude. </p>
<p>Nachbemerkung: In der FAZ vom 4.3.10 schreibt Beate Tröger in ihrer Rezension über Kerstin Deckers Buch: &#8220;Anstelle einer sachlichen Lebensbeschreibung (&#8230;) versucht sich Kerstin Decker an einer identifikatorischen, undistanzierten Romanbiographie, die einer verwässerten philosophischen Terminologie Vorrang gegenüber der literaturwissenschaftlichen gibt.&#8221; Kerstin Decker wusste wohl nicht, dass der sachlich-literaturwissenschaftliche Zugang zwingend vorgeschrieben ist. </p>
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		<title>Finde ich das Glück beziehungsweise?</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/finde-ich-das-gluck-beziehungsweise/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 23:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Diamond]]></category>

		<category><![CDATA[Fritzen]]></category>

		<category><![CDATA[Hampe]]></category>

		<category><![CDATA[Hillenkamp]]></category>

		<category><![CDATA[Simons]]></category>

		<category><![CDATA[Sloterdijk]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Samstag Abend, Köln Hauptbahnhof, zwar ist nicht Karneval, aber trotzdem sieht man mehrere Gruppen verkleideter Menschen durch den Bahnhof streunen. Meistens alle im gleichen T-Shirt. Oft mit einem Foto bedruckt und einen schwachsinnigen Spruch wie „Guidos letzter Tag in Freiheit“. Was Guido droht ist nicht Haft, sondern die Ehe. Es ist ein Junggesellenabschied. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Samstag Abend, Köln Hauptbahnhof, zwar ist nicht Karneval, aber trotzdem sieht man mehrere Gruppen verkleideter Menschen durch den Bahnhof streunen. Meistens alle im gleichen T-Shirt. Oft mit einem Foto bedruckt und einen schwachsinnigen Spruch wie „Guidos letzter Tag in Freiheit“. Was Guido droht ist nicht Haft, sondern die Ehe. Es ist ein Junggesellenabschied. Vielleicht begann auch diese Beziehungsgeschichte von Guido bei neu.de oder Facebook. Nun, Guido ist entschieden und löst das Dilemma des Sokrates – „Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen“ – durch eine Entscheidung.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-646" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/img_4907.jpg" alt="" width="375" height="560" /> <em>Findet mich das Glück? Und passen wir überhaupt zusammen?</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-645" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/fritzen.jpg" alt="" width="71" height="107" /></p>
<p>Für Frauen bleibt mit der Heirat allerdings die Frage der Fragen für die Suche nach dem perfekten Leben ungelöst: Wann werde ich schwanger? Dann aber noch: Werde ich überhaupt Kinder bekommen können? Gegenüber einem männlichen Dilemma sind die Möglichkeiten der Selbstfrustration unter Frauen doch erheblich vielgestaltiger. Und sie werden, wenn man Florentine Fritzen glauben darf, fast alle genutzt.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-640" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/hillenkamp1-100x163.jpg" alt="" width="85" height="139" />Ein Mann lebt seit drei Jahren mit einer Frau zusammen. Sie haben sich tatsächlich über eine Internetseite kennen gelernt. Irgendwann fällt der Frau ein, dass noch ihr Profil im Internet steht, mit dem sie sich auf Partnersuche begeben hat. Mit Fotos. Reisebilder aus Vietnam. Jetzt hat sie das Gefühl, dass zwischen den Bildern und ihr ein ungeheurer Abstand herrscht.  Sie sucht nach seinem Profil und findet es mit einem kleinen blinkenden Sendemast! Als er nach Hause kommt, sagt sie: „Du hast weiter gesucht.“ Er leugnet nicht, behauptet aber, sich nie mit jemanden verabredet zu haben. Die Nachrichten, die er erhielt, habe er nie beantwortet. „Du warst die ganze Zeit über an einem anderen Ort“, sagt sie, „in einer anderen Zeit. Ich bin ein Versuch für dich gewesen, nicht einmal das, ein Provisorium. Du hast dich in meiner Liebe, in unserem Leben aufgehalten wie in einem Wartezimmer.“</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-641" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/simons1-100x153.jpg" alt="" width="85" height="131" />Ist es tatsächlich so, wie Mark Zuckerberg, der Gründer von facebook, irgendwo behauptet, dass sich die sozialen Gewohnheiten dem anpassen, was technologisch möglich ist? Werden uns Castingshows, twitter, StudiVZ und facebook so verändern, dass jegliches Schamgefühl verloren geht. So warnt jedenfalls Simons uns, aber besteht diese Gefahr wirklich? Oder drückt sich darin nur Gefühlskultur der Mittelschicht aus, mit ihrer eindringlicher Selbstprüfung und Reflexivität. Soziale Stellung und Seelenhaushalt entsprechen einander und Gefühle werden zu sozialen Ressourcen konvertiert. Zum Beispiel zu der, anders zu sein, ein Buch, wie das von Simons geschrieben zu haben. „Das Gesindel lebt sich aus und wir entbehren“, schreibt Sigmund Freud in einem Brautbrief.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-642" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/8474038_8474038_small.jpg" alt="" width="71" height="117" />Mit John Stuart Mill kann man diese Beispiele so kommentieren: „Lieber ein unglücklicher Sokrates als ein glückliches Schwein“. Bei Guido - Sie erinnern sich, der vom Bahnhof - wird aus der Episode eine Erzählung, bei der der Junggesellenabschied von untergeordneter Bedeutung sein wird. Das geschmacklose T-Shirt endet vermutlich als Polierlappen der Chromteile seines Motorrads. Bei dem zweiten Beispiel von Hillenkamp gelingt die gemeinsame Geschichte nur scheinbar, denn er sucht die alte Intensität für seine Affekte und Begierden zu erhalten. Zu Recht vielleicht, denn schließlich leben wir ja in Zeiten, in denen die Selbsterhaltung relativ gesichert ist. Hampe schreibt: „Menschen möchten in einzelnen Lebenssituationen möglichst intensive positive Gefühle empfinden, aber sie wollen auch, dass ihr Leben einen Zusammenhang ergibt, den man wie eine gut erzählte Geschichte nachvollziehen kann, und es nicht einfach in einzelne Episoden zerfällt.“ Dieses Verhalten ist nicht ganz so neu.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-643" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/diam-100x163.jpg" alt="" width="83" height="136" />Im ersten Akt von Don Giovanni prahlt Leporello, sein Herr habe allein in Spanien über 1000 Frauen verführt und sagt, damit es glaubwürdiger wirkt die genaue Zahl: 1003. Das ist ein nur mittelmäßiger Durchschnitt meinen die Ornithologen. Verteilt man Don Giovannis Aktivität auf dreissig Jahre, verführte er nur alle elf Tage eine Frau. Da sind die Trauerschnäpper mit ihrer Praxis der APK, der „Außer-Paar-Kopulation“ effektiver. Die Männchen verlassen kurzfristig die Beziehung und machen durchschnittlich alle 25 Minuten den Versuch einer APK, aber alle elf Minuten schleicht sich ein anderes Männchen mit der gleichen Absicht in ihr Revier. So ist fast jeder vierte Trauerschnäpper illegitim.</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-644" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sloter-100x166.jpg" alt="" width="80" height="133" />Die Episodenhaftigkeit der Beziehungen, die Jared Diamond bei den Trauerschnäppern darstellt, die Hillenkamp konstatiert und Simons beklagt, hat ja unter Umständen auch etwas für sich. Michael Hampe schreibt: „Die Fähigkeit zu beobachten, die ganze Aufmerksamkeit auf das, was gerade geschieht, richten zu können, ohne es als etwas zu nehmen, das für anderes als es selbst steht, diese Beobachtungsfähigkeit ist die Grundlage für eine Lebenseinstellung, die zu einem glücklichen Leben führt.“ Kann sein, dass diese Einsicht dann an Boden verliert, wenn man auf dem Beziehungsmarkt zunehmend erfolgloser wird. Die Zuschreibung der Verantwortung für seine Form und sein Aussehen, trägt man mit zunehmenden Alter immer schwerer. Kann sein, dass Guido froh ist, auf diese Weise vom Markt genommen zu werden. Der Merksatz für diejenigen, die nicht Guidos Schicksal haben, lautet: Ihr sollt nicht leben, sondern euer Leben einteilen und zwar, meint Sloterdijk als Überbietungsdenker, in Trainingseinheiten. Das Ich ist ein Projekt und der jeweilige Ichinhaber ist Abend für Abend sein Unternehmer. Die Fälle von Selbstkonkursverwaltung nehmen allerdings zu.</p>
<p>Jared Diamond<br />
Warum macht Sex Spaß?<br />
S. Fischer 2009</p>
<p>Florentine Fritzen<br />
Plus minus 30<br />
Artemis &amp; Winkler 2009</p>
<p>Michael Hampe<br />
Das vollkommene Leben<br />
Hanser 2009</p>
<p>Sven Hillenkamp<br />
Das Ende der Liebe<br />
Klett Cotta 2009</p>
<p>Martin Simons<br />
Vom Zauber des Privaten<br />
Campus 2009</p>
<p>Peter Sloterdijk<br />
Du mußt dein Leben ändern<br />
Suhrkamp 2009</p>
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		<title>Woher wohin - Kunden, Buchhandel, Gesellschaft 2010 - 2020</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/woher-wohin-kunden-buchhandel-gesellschaft-2020/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 12:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[ein Workshop veranstaltet von Nachdruck NRW
Sonntag, 18. April 2010, Landesverband NRW, Geschäftsstelle Düsseldorf
Referent: Michael Schikowski
Dieser Workshop nimmt sich nichts weniger als die Erkundung der Geschichte der Kunden- und Warengruppen vor. Dabei werden wir analog zur Entwicklung der Kundengruppen Deutschlands (Klassen, Schichten, Milieus) die großen sozialgeschichtlichen Themen und Debatten der deutschen Gesellschaft nachzeichnen. Die Warengruppen des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ein Workshop veranstaltet von Nachdruck NRW<br />
Sonntag, 18. April 2010, Landesverband NRW, Geschäftsstelle Düsseldorf<br />
Referent: Michael Schikowski</p>
<p>Dieser Workshop nimmt sich nichts weniger als die Erkundung der Geschichte der Kunden- und Warengruppen vor. Dabei werden wir analog zur Entwicklung der Kundengruppen Deutschlands (Klassen, Schichten, Milieus) die großen sozialgeschichtlichen Themen und Debatten der deutschen Gesellschaft nachzeichnen. Die Warengruppen des Buchhandels, so werden wir feststellen, sind nicht vom Himmel gefallen und der Buchhandel, wie er sich heute darstellt, ist das Ergebnis einer fast einhundert Jahre andauernden Programmerweiterung und Programmvertiefung. Wie aber geht es weiter?</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-637" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/img_77202.jpg" alt="" width="437" height="327" /><em>Werden die Produkte des Buchhandels, wie bei diesem Gastronom in London, einmal nichts weiter als sentimentale Augenblicke sein?</em></p>
<p>Nur aus dem Verständnis der Vergangenheit des Buchhandels kann die Zukunft klarer gesehen werden. Wie aber sieht die Zukunft des Buchhandels aus? Und welche Rolle werden diejenigen übernehmen können, die sich jetzt in der Ausbildung befinden?</p>
<p>Ziel des Seminars ist es, einen sachnahen, illusionslosen und präsisen Blick auf die heutige Gesellschaft, den Buchhandel und die Kundenstruktur zu werfen. Den Auszubildenden wird dadurch Gelegenheit gegeben, ihre Zukunft und Karriere im Buchhandel oder Verlag an den realen Gegebenheiten auszurichten und konkret zu planen. Den TeilnehmerInnen erhalten eine Teilnahmebescheinigung, die ihre Bereitschaft, sich den erhöhten Anforderungen der Branche zu stellen, deutlichen dokumentiert.   </p>
<p><strong>Zur Einführung in das Thema: </strong></p>
<p>Michael Schikowski: <strong>Bücher entstehen im Gespräch</strong>. BuchMarkt Februar 2010. S. 42 ff.  <em><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bucher-entstehen-im-gesprach-buchmarkt-20101.pdf">Hier die Datei des Textes im pdf-Format</em></p>
<p>Arnd Roszinsky-Terjung und Andreas Meyer: <strong>2020: Der Leser entscheidet</strong>. BuchMarkt Januar 2010. S. 28 ff. <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/ursprungtext-von-rt-und-meyer.pdf"><em>Hier die Datei des Textes im pdf-Format.</em></a></p>
<p>Anmeldung zum Seminar bitte nur unter: nachdruck.nrw(a)googlemail.com</p>
<p><strong>Weiterführende Literaturempfehlungen:</strong></p>
<p>Chris Anderson, Free. Kostenlos. Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets. Campus Frankfurt 2009</p>
<p>Chris Anderson, The Long Tail. Nischenprodukte statt Massenmarkt. Hanser München 2007</p>
<p>Dan Ariely, Denken hilft zwar, nützt aber nichts. Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen. Droemer München 2008</p>
<p>William Duggan, Geistesblitze. Wie wir Intuition zur Strategie machen können. Lübbe Bergisch Gladbach 2009</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-621" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/duggan-100x166.jpg" alt="" width="60" height="99" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-622" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/anderson-tail1-100x153.jpg" alt="" width="67" height="103" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-623" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/ariely-100x155.jpg" alt="" width="68" height="101" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-624" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/horx-wandel-100x160.jpg" alt="" width="60" height="97" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-630" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tenzer-100x173.jpg" alt="" width="63" height="98" /></p>
<p>Holm Friebe, Thomas Ramge, Marke Eigenbau. Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion. Campus Frankfurt 2009</p>
<p>Matthias Horx, Das Buch des Wandels. Wie Menschen Zukunft gestalten. DVA München 2009</p>
<p>Matthis Horx, Technolution. Wie unsere Zukunft sich entwickelt, Campus Frankfurt 2009</p>
<p>Martin Lindstrom, Buyology. Warum wir kaufen, was wir kaufen. Campus Frankfurt 2009</p>
<p>Christian Mikunda, Warum wir uns Gefühle kaufen. Die 7 Hochgefühle und wie man sie weckt, Econ Berlin 2009</p>
<p>Christian Schüle, Vom Ich zum Wir. Was die nächste Gesellschaft zusammenhält. Piper München 2009</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-626" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/schule.jpg" alt="" width="53" height="85" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-627" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/spengler_big-100x171.jpg" alt="" width="60" height="104" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-628" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/taleb-100x153.jpg" alt="" width="69" height="106" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-629" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/thaler-100x160.jpg" alt="" width="70" height="103" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-631" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/miku-100x140.jpg" alt="" width="69" height="96" /></p>
<p>Martin Simons, Vom Zauber des Privaten. Was wir verlieren, wenn wir alles offenbaren. Campus Frankfurt 2009</p>
<p>Tilman Spengler, Sind Sie öfter hier? Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen. Ullstein Berlin 2009</p>
<p>Nassim Nicholas Taleb, Der Schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. Hanser München 2008</p>
<p>Eva Tenzer, Go Shopping! Warum wir es einfach nicht lassen können. Kiepenheuer Berlin 2009</p>
<p>Richard H. Thaler, Cass R. Sunstein, Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt. Econ Berlin 2009</p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/woher-wohin_-web3652941.jpg" alt="" title="" width="300" height="225" class="alignleft size-full wp-image-770" /><em>Erst der obligatorische Blick in die Kamera. Lächeln! Dann in die Zukunft. Das Lächeln hält!</em></p>
<p><a href="http://www.boersenverein.de/de/nordrhein_westfalen/Das_Buch_der_Nachwuchs_und_die_Zukunft/383048">Link zu einem Hintergrundbericht von Michelle Jelting.</a> Foto: Anja Bergmann</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Führerprinzip und die Laisierung der natürlichen Experten</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/das-fuhrerprinzip-und-die-laisierung-der-naturlichen-experten/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 23:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Bueb]]></category>

		<category><![CDATA[Gebhardt]]></category>

		<category><![CDATA[Winterhoff]]></category>

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		<description><![CDATA[Miriam Gebhardt
Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen
Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert
DVA 2009
Wenngleich der globale Untertitel dem Buch nicht gerecht wird, ist es doch ein herrliches Gegengift. Wodurch? Durch die Geschichte. Wenn die Geschichte der Erziehung als die Geschichte der Kinder als Tyrannen erzählt wird, dann ist die relativierende Wirkung auf feste Überzeugungen enorm, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-601" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/gebhardt-100x160.jpg" alt="" width="100" height="160" /><strong>Miriam Gebhardt</strong><br />
Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen<br />
Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert<br />
DVA 2009</p>
<p>Wenngleich der globale Untertitel dem Buch nicht gerecht wird, ist es doch ein herrliches Gegengift. Wodurch? Durch die Geschichte. Wenn die Geschichte der Erziehung als die Geschichte der Kinder als Tyrannen erzählt wird, dann ist die relativierende Wirkung auf feste Überzeugungen enorm, denn Geschichte impliziert Veränderung. Als kulturelle Konstruktion kann aber eine Wesensbestimmung des Kindes als kleiner Tyrann nicht aufrecht erhalten werden. Wer das Erfolgsbuch von Michael Winterhoff getitelt hat, kennt vielleicht auch diese alte Konstruktion und ihre Bedeutung für die Geschichte der Erziehung in Deutschland. Was Winterhoff dann jedoch schreibt und zwar über die Erziehungskompetenz der Eltern, verschwindet hinter diesem Bild vom Kind als <em>ugly doll</em> fast vollständig. </p>
<p>Ratgeber leben immer schon auch ein wenig vom Defizit beim Leser, vom Defizit an Geschichte einerseits und an Informationen andererseits. Wenn das nicht reicht, werden die Defizite von den Experten eben massiv herbeigeredet. Nachzulesen in Johanna Haarers <em>Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind</em> von 1934, einem Buch wie ein Polizeigriff. Nicht nur wird der intutive Zugang der Eltern zum Kind durch die Behauptung der prinzipiellen Hilflosigkeit der Eltern geleugnet. Auch die Erfahrungen der<br />
<img class="alignleft size-thumbnail wp-image-603" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bueb-100x171.jpg" alt="" width="77" height="132" /> Großeltern werden von den Expertinnen wie Hildegard Hetzter und Johanna Haarer zur Gefahr für die Erziehung des Kindes erklärt. Diese damaligen Großeltern sind allerdings weitaus weniger Opfer der schwarzen Pädagogik, als angenommen. Woher Miriam Gebhardt das weiß? Sie zieht in großem Umfang Tagebücher heran, die Eltern für und über ihre Kinder geschrieben haben. Auch dies eine neue und erfolgreiche Version der <em>oral history</em> oder die Installierung von Kempowskis Echolot im Kinderzimmer. Zur Paradoxie des Tyrannen in Windeln, den es um jeden Preis zu verhindern galt, und dem an der Wand im Wohnzimmer und Amtsstuben, der sich bis in die Kinder-Tagebücher verfolgen lässt, findet man bei Miriam Gebhardt allerdings nichts. </p>
<p>Bis in einzele Äußerungen lässt Miriam Gebhardt erkennen, wie sehr die Expertenempfehlung, sich zum Kind in aseptischer Distanz zu halten, sich vor die unmittelbare Wahrnehmung der Eltern schiebt und der erste Impuls, das Kind aufzunehmen, unterdrückt wird. Dabei bleibt sie aber nicht stehen, sondern konstatiert eine komplexe Entwicklung: &#8220;Wenn heute konservative Warner die angebliche &#8216;Erziehungskatastrophe&#8217;  den &#8216;68ern&#8217; und/oder der sich aufwerfenden Ratgeberflut anlasten wollen, irren sie. Die Orientierung an der Expertise ist ein historisch gewachsenes Phänomen seit dem 19. Jahrhundert (&#8230;). Seither verbinden die informierten Schichten mit der expertengeleiteten Lebensführung den Anspruch, &#8216;richtig&#8217; zu handeln, setzen sich von anderen Gesellschaftsschichten ab und bevormunden sie auf der Grundlage ihres aktuellen Wissens.&#8221; </p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-602" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/winterhoff-100x161.jpg" alt="" width="75" height="121" />Wenn Michael Winterhoff es zulässt, dass man seine Symbiosethese der Eltern-Kind-Beziehung auf die alte Tyrannenthese reduziert und er also als Wiedergänger von Jirina Prekops <em>Der kleine Tyrann</em> von 1988 erscheint, kann man dies nur auf seine Unkenntnis der historisch fundierten Plausibilitätskriterien seiner Leser zurück führen. Mit Prekop ging man damals schon wieder in den pädagogischen Schützengraben. Und Winterhoff lässt sich vom Verlag den Patronengürtel umschnallen. Und was machen die informierten Schichten? Sie kaufen, laden nach und bevormunden.</p>
<p><a href="http://kindheitsgeschichte.de/"><br />
http://kindheitsgeschichte.de/</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Beruf: Ritter - eine spannende Lesereise</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/beruf-ritter-eine-spannende-lesereise/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/beruf-ritter-eine-spannende-lesereise/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 12:44:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[LWL Museum für Archäologie Herne
Sonntag, 21. März 2010, Beginn Uhr 14.00

Stellen Sie sich vor, Sie erwachen eines Morgens als Ritter. Wären Sie Ihren Aufgaben auf einer Burg oder bei Hofe auf Anhieb gewachsen? Wie wurde man überhaupt Ritter und - wie blieb man es?
Überraschend immerhin, dass der Ritter nur in seltenen Fällen ein finsterer Haudegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>LWL Museum für Archäologie Herne<br />
Sonntag, 21. März 2010, Beginn Uhr 14.00</strong></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-701" title="schneider" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/schneider-100x147.jpg" alt="" width="90" height="132" /></p>
<p><em>Stellen Sie sich vor, Sie erwachen eines Morgens als Ritter. Wären Sie Ihren Aufgaben auf einer Burg oder bei Hofe auf Anhieb gewachsen? Wie wurde man überhaupt Ritter und - wie blieb man es?</em></p>
<p>Überraschend immerhin, dass der Ritter nur in seltenen Fällen ein finsterer Haudegen ist. Vielmehr ist er ein Meister der Karriereplanung zu der ebenso Auslandsaufenthalte (Kreuzzüge) wie die Bewirtschaftung der eigenen aber unbeheizbaren Immobilie (Burg) gehört. Fühlen Sie sich den damaligen wirtschaftlichen Gepflogenheiten (Feindliche  Übernahme) und unkonventionellen Freelancern (Raubrittertum) <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-703" title="runciman" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/runciman-100x166.jpg" alt="" width="61" height="102" />gewachsen? Es ist gar nicht so einfach, sich bei den Damen durch geschmackvolle Berufsbekleidung (Rüstung) und einen leistungsstarken Firmenwagen (Pferd) hervorzutun. Auch damals waren schon Werte (Religion) und das Corporate Design (Wappen) der Schlüssel zum Erfolg. Der Rückzug aus dem aktiven Geschäft schließlich will ebenfalls sorgfältig vorbereitet sein, dass nicht etwa ein neues, flexibles und schnelles Betriebssystem (Bogenschützen) den Eindruck erweckt, der Recke und Ritter ließe kurzerhand sich zum alten Eisen werfen.  </p>
<p>Ob Sie durchgekommen wären? Am Ende dieser Veranstaltung werden Sie gut vorbereitet sein, wenn Sie eines Tages an König Artus Hof erwachen …</p>
<p>Vorgelesen werden Texte von Mark Twain, Sir Walter Scott, Wolfram von Eschenbach, Miguel Cervantes u.a.</p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/europa-im-mittelalterjpg.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-702" title="europa-im-mittelalterjpg" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/europa-im-mittelalterjpg-100x147.jpg" alt="" width="78" height="115" /></a></p>
<p>Buchempfehlungen:</p>
<p>Arnulf Krause: Europa im Mittelalter. Wie die Zeit der Kreuzzüge unsere moderne Gesellschaft prägt. Campus 2008.</p>
<p>Karin Schneider-Ferber: Alles Mythos. 20 populäre Irrtümer über das Mittelalter. Theiss 2009.</p>
<p>Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. Beck 2008. [EA 1957]</p>
<p>Moderation: Michael Schikowski, Lesung Christoph Wortberg</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Verblüffungsmaschine Fritz Kahn</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/verbluffungsmaschine-fritz-kahn/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/verbluffungsmaschine-fritz-kahn/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 14:36:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[
Uta von Debschitz, Thilo von Debschitz (Hrsg.)
Fritz Kahn
Man Machine – Maschine Mensch
Springer 2009
Nimmt man dieses wunderbar gestaltete Buch von Uta und Thilo von Debschitz zur Hand, merkt man auf Anhieb, dass es sich hier um ein herstellerisches und gestalterisches Musterstück handelt, das voller Begeisterung für seinen Gegenstand ist. So erscheint dieser Führer durch die Bilderwelt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/debschitz.jpg" alt="" title="" width="95" height="127" class="alignleft size-thumbnail wp-image-598" /><br />
<strong>Uta von Debschitz, Thilo von Debschitz </strong>(Hrsg.)<br />
Fritz Kahn<br />
Man Machine – Maschine Mensch<br />
Springer 2009</p>
<p>Nimmt man dieses wunderbar gestaltete Buch von Uta und Thilo von Debschitz zur Hand, merkt man auf Anhieb, dass es sich hier um ein herstellerisches und gestalterisches Musterstück handelt, das voller Begeisterung für seinen Gegenstand ist. So erscheint dieser Führer durch die Bilderwelt Fritz Kahns (1888 - 1968) mit einem deutschen und englischen Begleittext. </p>
<p>Als eine der vielen Analogien, die Fritz Kahn illustriert, sei hier die Gestalt des Gehirns und der Walnuss genannt, die das Buch in der Originalillustration für Kahns Buch <em>Der Mensch gesund und krank</em> abbildet. Oder die Darstellung der Verarbeitung des Sehsinns im Gehirn als Belichtung, Entwicklung und Projektion eines Kinostreifens dargestellt. Die Liebe zum Bild oder Bildchen macht aber auch diese Autoren nicht blind. Sie schreiben: </p>
<p>&#8220;Doch diese Bildsprache hat auch ihre Schwächen. So verrät Kahns Gehirnkino vermutlich mehr über die damalige Konjunktur der UFA als über die Vorgänge im Gehirn. Und was kann überhaupt eine Erklärung leisten, die an entscheidender Stelle in die Welt der Automaten wieder winzige Verwaltungsangestellte und Techniker einführen muss, die genau das vollbringen, was eigentlich die Technik erklären sollte?&#8221; </p>
<p>Man könnte hier zur Ehrenrettung Fritz Kahns und seiner Verwerter, des umtriebigen Kosmos Verlags, behaupten, dass Kahns Verfahren diverse Fachbereiche (Technik und Körper) in ein Bild bringt - und es ist nicht ganz sicher, ob dieses dann nur als bloßes Wimmelbildchen oder Verblüffungsvorlage für große Jungs, oder aber als Anregung, sich über Unterschiede Gedanken zu machen, verstanden wird. Denn aus dem Analogen, das Kahn vorlegt, folgt daraus immer schon das erweiterte Analogisieren? </p>
<p>Erst wenn die Ebene des überraschenden In-Beziehung-setzens und der heuristischen Hilfsvorstellung, die ja alle didaktischen Gründe für sich hat, verlassen wird, und die Verbindung von Technik und Körper beziehungsanalog weiter ausgebaut wird, hörte der Spaß auf. Zweifel aber bleiben. Die Struktur der Kieselalge wird bei Kahn an einer anderen Stelle einer gotischen Rosette gegenüber gestellt. (S. 140) Es käme nun auf den erläuternden Text Fritz Kahns an, um zu prüfen, ob der Leser am Ende nur die Analogie erkannt, von der Kieselalge aber genauso wenig wie von einem Kirchenfenster verstanden hat. Dann bliebe nichts als der Effekt, den schon Christoph Martin Wieland in der <em>Geschichte der Abderiten</em> beschrieben hat.<br />
&#8220;>Was ihr Welt nennt ist eigentlich eine ewige Reihe von Welten, die, wie die Häute einer Zwiebel, über ein ander liegen, und sich nach und nach ablösen.< Sehr deutlich gegeben riefen die Abderiten, sehr deutlich! Sie glaubten den Philosophen verstanden zu haben, weil sie sehr gut wußten was eine Zwiebel war."</p>
<p>Fritz Kahn ist vom 23.01. - 11.04.2010 die Ausstellung <em>Fritz Kahn  - Mensch Maschine</em> gewidmet. Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>NDR Kultur Sachbuchpreis - Preisträger und Longlist</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/ndr-kultur-sachbuchpreis-longlist/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/ndr-kultur-sachbuchpreis-longlist/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 15:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=564</guid>
		<description><![CDATA[Der NDR Kultur Sachbuchpreis ist in 2009 für das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch erstmals verliehen worden.
Die Preisträger sind:
Jürgen Osterhammel: &#8220;Die Verwandlung der Welt&#8221;
Verlag C.H. Beck, München 2009
1.568 Seiten, gebunden, EUR 49,90
Hier bereits kurz besprochen.
Den zweiten Platz teilen sich:
Philipp Blom: &#8220;Der taumelnde Kontinent&#8221;
Carl Hanser Verlag, München 2009
528 Seiten, gebunden, EUR 25,90
Hier bereits kurz besprochen.
Dieter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der NDR Kultur Sachbuchpreis ist in 2009 für das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch erstmals verliehen worden.</p>
<p>Die Preisträger sind:</p>
<p>Jürgen Osterhammel: &#8220;Die Verwandlung der Welt&#8221;<br />
Verlag C.H. Beck, München 2009<br />
1.568 Seiten, gebunden, EUR 49,90<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/neues-aus-schwartau/"><em>Hier bereits kurz besprochen.</em></a></strong></p>
<p>Den zweiten Platz teilen sich:</p>
<p>Philipp Blom: &#8220;Der taumelnde Kontinent&#8221;<br />
Carl Hanser Verlag, München 2009<br />
528 Seiten, gebunden, EUR 25,90<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/was-kommt-nach-der-biografie/"><em>Hier bereits kurz besprochen</em>.</a></p>
<p>Dieter Richter: &#8220;Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung&#8221;<br />
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2009<br />
208 Seiten, Broschur, EUR 24,90</p>
<p>Die Auswahl der Preisträger erfolgte aus folgender &#8220;Longlist&#8221;: </p>
<p>Peter Ackroyd: &#8220;Die Themse&#8221;<br />
Aus dem Englischen von Michael Müller<br />
Knaus Verlag, München 2008<br />
592 Seiten, gebunden, EUR 39,95 </p>
<p>Gottfried Beyvers, Elvira Krusch: &#8220;Kleines 1 x 1 der Relativitätstheorie&#8221;<br />
Springer Science + Business Media, Heidelberg 2009<br />
358 Seiten, gebunden, EUR 24,95 </p>
<p>Kai Bird, Martin J. Sherwin: &#8220;J. Robert Oppenheimer&#8221;<br />
Aus dem Amerikanischen von Klaus Binder und Bernd Leineweber<br />
Propyläen Verlag, Berlin 2009<br />
560 Seiten, gebunden, EUR 26,00 </p>
<p>Norman Davies: &#8220;Die große Katastrophe. Europa im Krieg 1939-1945&#8243;<br />
Droemer Verlag, München 2009<br />
847 Seiten, gebunden, EUR 36,00 </p>
<p>Ebba Drolshagen: &#8220;Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa&#8221;<br />
Droemer Verlag, München 2009<br />
348 Seiten, gebunden, EUR 19,95 </p>
<p>Petra Gehring: &#8220;Traum und Wirklichkeit&#8221;<br />
Campus Verlag, Frankfurt 2008<br />
250 Seiten, Broschur, EUR 24,90 </p>
<p>David Guggerli: &#8220;Suchmaschinen. Die Welt als Datenbank&#8221;<br />
Suhrkamp Verlag / Edition Unseld 19, Frankfurt am Main<br />
117 Seiten, Broschur, EURO 10,00 </p>
<p>Thomas Kaufmann: &#8220;Geschichte der Reformation&#8221;<br />
Verlag der Weltreligionen, Frankfurt 2009<br />
915 Seiten, gebunden, ca. Euro 48,00 </p>
<p>Mojib Latif: &#8220;Klimawandel und Klimadynamik&#8221;<br />
Verlag Eugen Ulmer, Hamburg 2009<br />
219 Seiten, gebunden, EUR 29,90 </p>
<p>Ralf-Peter Märtin: &#8220;Die Varusschlacht&#8221;<br />
S. Fischer Verlag, Frankfurt 2008<br />
420 Seiten, gebunden, EUR 22,90<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-besten-deutschsprachigen-sachbucher-des-jahres-2008/"><em>Hier bereits dringend empfohlen.</em></a></p>
<p>Herfried Münkler: &#8220;Die Deutschen und ihre Mythen&#8221;<br />
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2009<br />
384 Seiten, gebunden, EUR 19,90<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/kontoauflosung-beim-symbolischen-kapital-preis-der-leipziger-buchmesse-fur-herfried-munkler/"><em>Hier bereits gewürdigt anlässlich des Preises der Leipziger Buchmesse</em>.</a></p>
<p>Jürgen Neffe: &#8220;Das Abenteuer des Lebens&#8221;<br />
C. Bertelsmann Verlag, München 2008<br />
544 Seiten, gebunden, EUR 22,95<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uberflieger-und-himmelssturmer-eine-sinnlich-intellektuelle-reise-durch-die-welt-der-bucher/"><em>Das schöne Buch wird auf den Sachbuchveranstaltungen ausführlich vorgestellt.</em></a></p>
<p>Hazel Rosenstrauch: &#8220;Wahlverwandt und ebenbürtig&#8221;<br />
Eichborn Verlag, Frankfurt 2009<br />
320 Seiten, gebunden, EUR 30,00 </p>
<p>Rüdiger Safranski: &#8220;Goethe und Schiller&#8221;<br />
Carl Hanser Verlag, München 2009<br />
320 Seiten, gebunden, EUR 21,50 </p>
<p>Lee Smolin: &#8220;Die Zukunft der Physik&#8221;<br />
Aus dem Englischen von Hainer Kober<br />
Deutsche Verlags-Anstalt, München 2009<br />
496 Seiten, gebunden, EUR 24,95 </p>
<p>Ina Weisse: &#8220;Die Töchter der Weber. Geschichte einer glanzvollen Familie&#8221;<br />
Goldmann Verlag, München 2008<br />
336 Seiten, gebunden, EUR 19,95 </p>
<p>Jenner Zimmermann: &#8220;Indien&#8221;<br />
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2009<br />
348 Seiten, gebunden, EUR 49,90 </p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/ein-neuer-sachbuchpreis/"><em>Mehr zum NDR Kultur Sachbuchpreis hier</em>.</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.immer-schoen-sachlich.de/ndr-kultur-sachbuchpreis-longlist/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Sachregister</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/sachregister/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/sachregister/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 07:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>noname</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=523</guid>
		<description><![CDATA[Beste Sachbücher 2009
Beste Sachbücher 2008
Biografie1
Biografie2
Buchhandel
Corine-Preis 2009
creative writing
Danksagung
E-Book
Johann-Heinrich-Merck-Preis 2010
Jugendsachbuch
Kommunikation
Konsumgesellschaft
Krankheitserzählung
Kulturwissenschaft 1
Kulturwissenschaft 2
Lebenskunst
Literaturbetrieb
Mädchensachbücher
Musikindustrie
NDR Kultur Sachbuchpreis 2009
Open Access
Philosophie
Preis der Leipziger Buchmesse 2010
Preise
Ratgeber
Reiseliteratur 1
Reiseliteratur 2
Religion
Reportage
Rezensionen
Sachbuchgeschichte
Schriftsteller
Trend
Wikipedia
Wissen
Vorurteile
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-besten-deutschsprachigen-sachbucher-des-jahres-2009/">Beste Sachbücher 2009</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-besten-deutschsprachigen-sachbucher-des-jahres-2008/">Beste Sachbücher 2008</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/rapunzel-lass-deinen-bart-herunter/">Biografie1</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/was-kommt-nach-der-biografie/">Biografie2</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/%e2%80%9edieser-langweilige-und-wenig-ertragliche-zustand-%e2%80%a6%e2%80%9c/">Buchhandel</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/corine-sachbuchpreistrager-2009/">Corine-Preis 2009</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/wie-schreiben-zwischen-creative-writing-und-literaturwissenschaft/">creative writing</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/sag-beim-abdruck-leise-danke-warum-sich-autoren-nicht-uberall-bedanken-mussen/">Danksagung</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/im-maschinenraum-des-literaturbetriebs/">E-Book</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/johann-heinrich-merck-preis-2010/">Johann-Heinrich-Merck-Preis 2010</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/wann-kommt-der-potter-effekt-neue-jugendsachbucher/">Jugendsachbuch</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/im-maschinenraum-des-literaturbetriebs/">Kommunikation</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-betrieb-bucher-machen-kommunizieren-verbreiten/">Konsumgesellschaft</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/wo-fehlts-denn/">Krankheitserzählung</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/kulturwissenschaft-als-lightwissenschaft-wer-schutzt-die-kulturwissenschaft-vor-den-anspruchen-ihrer-vertreter/">Kulturwissenschaft 1</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/lest-stadtplane/">Kulturwissenschaft 2</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/never-change-a-winnig-church-1/">Lebenskunst</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/literaturbetriebsforschung/">Literaturbetrieb</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/prinzessin-lillifee-geht-in-die-politik-madchensachbucher/">Mädchensachbücher</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/im-maschinenraum-des-literaturbetriebs/">Musikindustrie</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/ndr-kultur-sachbuchpreis-longlist/">NDR Kultur Sachbuchpreis 2009</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-deutsche-tapetenbuchhandel/">Open Access</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-drei-zugange-zur-philosophie/">Philosophie</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/preis-der-leipziger-buchmesse-2010/">Preis der Leipziger Buchmesse 2010</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/ein-neuer-sachbuchpreis/">Preise</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uber-ratgeber-mitschreiben-aufschreiben-abschreiben/">Ratgeber</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/embedded-schriftsteller/">Reiseliteratur 1</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/mrs-mortimers-sohne-die-neuen-unsentimentalen-reisebucher/">Reiseliteratur 2</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/never-change-a-winnig-church-1/">Religion</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/drei-reisen-in-die-dunkelheit/">Reportage</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/autoren-der-sachen-an-sich/">Rezensionen</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/sachbuchgeschichte/">Sachbuchgeschichte</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/kontaktmomente/">Schriftsteller</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-trend-als-wille-und-vorstellung-buchmesse-2008/">Trend</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-deutsche-tapetenbuchhandel/">Wikipedia</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-deutsche-tapetenbuchhandel/">Wissen</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/mitteilungen-an-einen-jungen-dichter-das-28-poetenfest-in-erlangen/">Vorurteile</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Des tiefen Eindrucks mangelnder Ausdruck: Empörung</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-ausdruck-vom-eindruck/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-ausdruck-vom-eindruck/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 23:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Wallraff]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=605</guid>
		<description><![CDATA[Günter Wallraff
Aus der schönen neuen Welt
Expeditionen ins Landesinnere
Kiepenheuer &#038; Witsch 2009
„Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt,
Gab mir ein Gott zu sagen, wie ich leide.“
So Goethe im Tasso. Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, gab Gott ihm Wallraff. So noch im legendären Buch &#8220;Ganz unten&#8221; von 1985. Wenn aber eine Methode eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/wallraff-100x160.jpg" alt="" title="" width="100" height="160" class="alignleft size-thumbnail wp-image-606" /><strong>Günter Wallraff</strong><br />
Aus der schönen neuen Welt<br />
Expeditionen ins Landesinnere<br />
Kiepenheuer &#038; Witsch 2009</p>
<p>„Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt,<br />
Gab mir ein Gott zu sagen, wie ich leide.“<br />
So Goethe im Tasso. Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, gab Gott ihm Wallraff. So noch im legendären Buch &#8220;Ganz unten&#8221; von 1985. Wenn aber eine Methode eine Vorgehensweise ist, die sich ihrem Gegenstand anpasst, dann hat Wallraff sie für sein neues Buch genau verfehlt. </p>
<p>Denn erscheinen nicht längst die Berichte der schikanierten Kassiererinnen und Sekretärinnen von ihnen selbst verfasst? Manchmal werden sie mit Hilfe eines Journalisten geschrieben, wie bei den von Fernsehproduktionsfirmen ausgebeuteten Teilnehmern von Castingshows oder die Berichte über die mal kriminellen und mal politischen Karrieren der Migranten in Deutschland. &#8220;Wallraffa&#8221;, wie die Schweden sagen, wäre dorthin zu gehen, wo die Kreise sich dem Einblick verschließen oder nicht zu Sprache zu bringen vermögen, wie ihnen geschieht. </p>
<p>Diese Voraussetzung nicht allein fehlt bei Wallraffs neuem Buch, wie schon an vielen anderen Stellen festgestellt wurde, schlimmer ist, dass Wallraff sprachlich nicht in der Lage scheint, in seinen Reportagen irgendetwas anderes auszudrücken als Empörung. Ihm fehlen im Grunde alle sprachlichen Mittel der Darstellung und Analyse. Vielleicht erschienen Wallraff aber Stilmittel als Verrat an der guten Sache? </p>
<p>Wer wie Wallraff glaubt, dass er nur unmittelbar einen Eindruck gewinnen kann, der muss über die Hilfsmittel verfügen, die ihm diesen Eindruck verschaffen. Bedauerlich nicht nur für die Leser, dass er dann meint, beim Ausdruck auf alle sprachlichen Darstellungsmittel verzichten zu können.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-ausdruck-vom-eindruck/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Legende und Erzählung</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/legende-und-erzahlung/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/legende-und-erzahlung/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 23:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Siemens]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=597</guid>
		<description><![CDATA[Daniel Siemens 
Horst Wessel
Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten
Siedler 2009
Das Motto, das der Autor seinem Buch voranstellt, reflektiert zumeist auf den Gegenstand des Buches. Nicht so bei Daniel Siemens. Er zitiert Paul Veyne: &#8220;Die historische Erklärung ist nur die Klarheit, die eine ausreichend dokumentierte Erzählung aufweist.&#8221; Ein Satz, der fast den vollständigen Werkzeugkasten des Historikers enthält: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/siemens1.jpg" alt="" title="" width="81" height="129" class="alignleft size-thumbnail wp-image-604" /><strong>Daniel Siemens </strong><br />
Horst Wessel<br />
Tod und Verklärung eines Nationalsozialisten<br />
Siedler 2009</p>
<p>Das Motto, das der Autor seinem Buch voranstellt, reflektiert zumeist auf den Gegenstand des Buches. Nicht so bei Daniel Siemens. Er zitiert Paul Veyne: &#8220;Die historische Erklärung ist nur die Klarheit, die eine ausreichend dokumentierte Erzählung aufweist.&#8221; Ein Satz, der fast den vollständigen Werkzeugkasten des Historikers enthält: Die historischen Sachverhalte werden klar nur in der Form der Erzählung. Diese aber muss dokumentiert sein. Umgekehrt: was sich nicht erzählen lässt, bleibt im Grunde unklar. </p>
<p>Dahinter steckt für den Historiker eine Tücke und Gefahr, der er meint zu entgehen, wenn er sich der Erzählung verweigert. Nur so glaubt er, dass man seinen Text von den Legenden zum Beispiel über Horst Wessel unterscheiden könne. Davor aber muss er, meint vielleicht Daniel Siemens, keine Angst haben. Den Erzählungen der Nationalsozialisten von Tod und Verklärung des Horst Wessel, den Goebbels als &#8220;Christussozialisten&#8221; bezeichnete, stellt er seine Erzählung entgegen, die Erzählung, die Paul Veyne fordert, die &#8220;ausreichend dokumentierte Erzählung&#8221;. </p>
<p>Die Erzählungen, die Siemens aufspürt, gliedert er in drei Teile. Die Lebensgeschichte Horst Wessels (1907 - 1930), der Geschichte seiner Verklärung in der nationalsozialistischen Propaganda bis 1945 und der lange Weg der Bundesrepublik zur späten Gerechtigkeit. Es kostet viel Zeit und Arbeit, wenn eine Biographie von einer Hagiographie fast vollständig überformt ist. An einer Fülle von Details, die Siemens recherchiert hat, wird aus der Legende eine historische Erzählung. Siemens gelingt mit seinem Buch nicht allein eine Tiefenbohrung in Zeiten und Milieus, die zu den schäbigen Anfängen des Nationalsozialismus zählen, sondern auch eine beeindruckende Geschichte der Mechanismen einer skrupellosen politischen Propaganda.</p>
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		<title>Sach-Buch-Wissenschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 23:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<category><![CDATA[Bluhm]]></category>

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		<description><![CDATA[Detlef Bluhm
Von Autoren, Büchern &#038; Piraten. Kleine Geschichte der Buchkultur
Artemis &#038; Winkler 2009
Diese „Kleine Geschichte der Buchkultur“ versucht auf gut 250 Seiten die gesamte Geschichte des Buches darzustellen und dazu noch eine Diskussion der aktuellen Probleme der Branche zu liefern. Dieses Ziel erreicht Bluhm durch geschickten Einsatz der für ein Sachbuch nicht nur legitimen sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bluhm2-100x152.jpg" alt="" title="" width="100" height="152" class="alignleft size-thumbnail wp-image-594" /><strong>Detlef Bluhm</strong><br />
Von Autoren, Büchern &#038; Piraten. Kleine Geschichte der Buchkultur<br />
Artemis &#038; Winkler 2009</p>
<p>Diese „Kleine Geschichte der Buchkultur“ versucht auf gut 250 Seiten die gesamte Geschichte des Buches darzustellen und dazu noch eine Diskussion der aktuellen Probleme der Branche zu liefern. Dieses Ziel erreicht Bluhm durch geschickten Einsatz der für ein Sachbuch nicht nur legitimen sondern auch notwendigen Mittel. Und er setzt diese Mittel so gekonnt ein, dass man an diesem Buch die Merkmale eines Sachbuchs geradezu ablesen kann.</p>
<p>Das erste Mittel ist, Beispiele gezielt einzusetzten: Homer, der sich gegen Plagiatoren zur Wehr setzt, römische Gelehrte, die sich jeden Morgen in ihrer Buchhandlung treffen, um sich über Neuigkeiten zu informieren, usw. Das ist zugleich konkret und anschaulich; während bei schlechten Sachbüchern das Beispiel zur beliebigen Anekdote verkommt, ist es hier paradigmatisch: ein Beispiel erklärt hier ein ganzes Problemfeld wie das des Plagiats bzw. Urheberrechts einer Epoche. Das ist eben der didaktische Vorzug des Sachbuchs vor der Wissenschaft: das Beispiel in der Wissenschaft kommt nicht allein vor, sondern geht im Verbund mit einer möglichst erschöpfenden und damit leider oft ermüdenden Beispiel-Armada einher. Ein gutes Sachbuch kann sich auf ein Beispiel und zwar auf ein möglichst aussagekräftiges beschränken.</p>
<p>Dasselbe gilt übrigens für die zum Teil farbigen Grafiken, die Artemis &#038; Winkler dem Buch glücklicherweise spendiert hat. Es ist ein elementarer Unterschied, ob man etwa nur über den „Lesestein“ im 13. Jahrhundert – den Vorläufer unserer Lupe und Brille – liest, oder ob man dessen Wirkung durch die Abbildung einer aufgeschlagenen Buchseite mit darauf liegendem Lesestein selbst betrachten kann: Nachvollziehbarkeit durch Anschaulichkeit statt abstrakter Explikation ist ebenfalls ein Merkmal gelungener Sachbücher.</p>
<p>Ebenso wie eine gelungene Auswahl und Mischung von gesichertem Wissen sind pointierte Analogien oder interessante Anregungen zu finden. Dankenswerterweise beginnt diese Darstellung nicht erst wie einige seiner überflüssigen Vorgänger mit Gutenberg, sondern wie bereits angedeutet, mit der Antike. Natürlich stellt sie auch das zum Teil schon zu Klischees verfestigte Wissen dar, wie zum Beispiel das „Überwintern“ der Buchkultur im Mittelalter in den Klöstern, zeigt aber zugleich die Kehrseite, nämlich die damit einhergehende Monopolisierung des Wissens und deren Missbrauch, zum Beispiel durch Zensur, indem man unliebsamen oder vermeintlich unwichtigen Text auf Pergament einfach auslöschte und überschrieb.</p>
<p>Ein letztes und sehr wichtiges Merkmal des Sachbuchs: das vermittelte Wissen bildet keinen Selbstzweck, sondern wird in instrumenteller Absicht konsumiert – sieht man einmal von der aussterbenden Spezies ab, die sich den Kanon des Bildungsbürgertums aus vermeintlichem Selbstzweck aneignen möchte; aber selbst hier besteht die Absicht in der Anhäufung von symbolischem Kapital. Bei Bluhm wird Wissen fruchtbar durch den starken Bezug seines Buches zu aktuellen Problemen. Das ganze letzte Fünftel des Buches widmet sich der Diskussion von Folgeproblemen der Digitalisierung wie Google Settlement, Open Access usw. Das ist umso erfreulicher, als hier nicht ein selbsternannter sondern tatsächlicher Kenner der Branche schreibt. So verbinden sich in diesem Buch nicht nur flüssiger Schreibstil und Ausrichtung auf die Zielgruppe, sondern auch Sachkenntnis. Was braucht ein gutes Sachbuch mehr?</p>
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		<title>Am Stand der Dinge - Frankfurter Buchmesse 2009</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/am-stand-der-dinge-frankfurter-buchmesse-2009/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 23:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Frankfurter Buchmesse verhalten sich wahrscheinlich nur die Kinder normal. Sie betreten den ersten besten Stand, greifen sich ein Buch, suchen sich ein Plätzchen und lesen. Wollte man auf der diesjährigen Buchmesse sich vornehmen, an jedem Stand ein Buch zur Hand zu nehmen, welches wäre das? 
Artemis &#038; Winkler
Florentine Fritzen
Plus minus 30
oder die Suche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Frankfurter Buchmesse verhalten sich wahrscheinlich nur die Kinder normal. Sie betreten den ersten besten Stand, greifen sich ein Buch, suchen sich ein Plätzchen und lesen. Wollte man auf der diesjährigen Buchmesse sich vornehmen, an jedem Stand ein Buch zur Hand zu nehmen, welches wäre das? </p>
<p><strong>Artemis &#038; Winkler</strong></p>
<p>Florentine Fritzen<br />
Plus minus 30<br />
oder die Suche nach dem perfekten Leben<br />
Düsseldorf 2009</p>
<p><strong>Aufbau</strong></p>
<p>Peter Schanz<br />
Mitten durchs Land<br />
Eine deutsche Pilgerreise<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>C.H. Beck </strong></p>
<p>Mark Mazower<br />
Hitlers Imperium<br />
Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus<br />
München 2009</p>
<p><strong>Berlin</strong></p>
<p>Peter Hessler<br />
Über Land<br />
Begegnungen im neuen China<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Campus</strong></p>
<p>Martin Simons<br />
Vom Zauber des Privaten<br />
Was wir verlieren, wenn wir alles offenbaren<br />
Frankfurt 2009</p>
<p><strong>Econ</strong></p>
<p>Richard H. Thaler, Cass R. Sunstein<br />
Nudge<br />
Wie man kluge Entscheidungen anstößt<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>S. Fischer</strong></p>
<p>Monika Maron<br />
Bitterfelder Bogen<br />
Ein Bericht<br />
Frankfurt 2009</p>
<p><strong>Galiani</strong></p>
<p>Douwe Draaisma<br />
Die Heimwehfabrik<br />
Wie das Gedächtnis im Alter funktioniert<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Gerstenberg</strong></p>
<p>Douglas Palmer, Peter Barrett<br />
Evolution<br />
Die Entwicklung des Lebens<br />
2009</p>
<p><strong>Hanser</strong></p>
<p>Axel Schildt, Detlef Siegfried<br />
Deutsche Kulturgeschichte<br />
Die Bundesrepublik von 1945 bis zur Gegenwart<br />
München 2009</p>
<p><strong>Insel</strong></p>
<p>Kurt Kreiler<br />
Der Mann, der Shakespeare erfand<br />
Edward de Vere Earl of Oxford<br />
Frankfurt 2009</p>
<p><strong>Kiepenheuer</strong></p>
<p>Eva Tenzer<br />
Go Shopping!<br />
Warum wir es einfach nicht lassen können<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Kiepenheuer &#038; Witsch</strong></p>
<p>Christoph Biermann<br />
Die Fußball-Matrix<br />
Auf der Suche nach dem perfekten Spiel<br />
Köln 2009</p>
<p><strong>Klett-Cotta</strong></p>
<p>Tom Holland<br />
Millennium<br />
Die Geburt Europas aus dem Mittelalter<br />
Stuttgart 2009</p>
<p><strong>Knaus</strong></p>
<p>Simon Winchester<br />
Der Mann, der China liebte<br />
Wie ein exzentrischer Engländer unser Bild vom Reich der Mitte neu bestimmte<br />
München 2009</p>
<p><strong>Kunstmann</strong></p>
<p>Luc Ferry<br />
Leben lernen<br />
Die Weisheit der Mythen<br />
München 2009</p>
<p><strong>Lübbe</strong></p>
<p>Pelle Sandstrak<br />
Herr Tourette und ich<br />
Bericht eines glücklichen Menschen<br />
Bergisch Gladbach 2009</p>
<p><strong>mare</strong></p>
<p>Scott Huler<br />
Die Sprache des Windes<br />
Wie ein Admiral aus dem 19. Jahrhundert Wissenschaft in Poesie verwandelte<br />
Hamburg 2009</p>
<p><strong>Osburg</strong></p>
<p>Wolf-Rüdiger Osburg<br />
Hineingeworfen<br />
Der Erste Weltkrieg in den Erinnerungen seiner Teilnehmer<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Pattloch</strong></p>
<p>Peter Seewald<br />
Jesus Christus<br />
Die Biografie<br />
München 2009</p>
<p><strong>Pantheon</strong></p>
<p>Ross King<br />
Michelangelo und die Fresken des Papstes<br />
München 2009</p>
<p><strong>Propyläen</strong></p>
<p>Walter Laqueur<br />
Mein 20. Jahrhundert<br />
Stationen eines politischen Lebens<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Reclam</strong></p>
<p>Karl-Heinz Göttert<br />
Zeiten und Sitten<br />
Eine Geschichte des Anstands<br />
Stuttgart 2009</p>
<p><strong>Rowohlt</strong></p>
<p>Werner Biermann<br />
Sommer 39<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Theiss</strong></p>
<p>Roger Crowley<br />
Entscheidung im Mittelmeer<br />
Europas Seekrieg gegen das Osmanische Reich<br />
Stuttgart 2009</p>
<p><strong>Ullstein</strong></p>
<p>Alison Gopnik<br />
Kleine Philosophen<br />
Was wir von unseren Kindern über Liebe, Wahrheit und den Sinn des Lebens lernen können<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Wagenbach</strong></p>
<p>Dieter Richter<br />
Der Süden<br />
Geschichte einer Himmelsrichtung<br />
Berlin 2009</p>
<p><strong>Zsolnay</strong></p>
<p>Timothy Snyder<br />
Der König der Ukraine<br />
Die geheimen Leben des Wilhelm von Habsburg<br />
Wien 2009</p>
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		<title>Prinzessin Lillifee geht in die Politik - Mädchensachbücher</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/prinzessin-lillifee-geht-in-die-politik-madchensachbucher/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 23:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<category><![CDATA[Gottschalk]]></category>

		<category><![CDATA[Nielsen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was hat Prinzessin Lillifee mit Politik zu tun? Zunächst einmal gar nichts, wird man sagen. Eher ist davon die Rede, dass es sich bei Lillifee um ein Geschmacksmuster handelt, das sich durch seine besondere Wirklichkeitsferne auszeichnet. Lillifee wird unterstellt, dass sie gerade über ihre Distanz zur Gesellschaft und Politik erfolgreich ist. 
Ein Weg diese Haltung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was hat Prinzessin Lillifee mit Politik zu tun? Zunächst einmal gar nichts, wird man sagen. Eher ist davon die Rede, <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/prinzessin-lillifee-100x107.jpg" alt="" title="" width="100" height="107" class="alignleft size-thumbnail wp-image-585" />dass es sich bei Lillifee um ein Geschmacksmuster handelt, das sich durch seine besondere Wirklichkeitsferne auszeichnet. Lillifee wird unterstellt, dass sie gerade über ihre Distanz zur Gesellschaft und Politik erfolgreich ist. </p>
<p>Ein Weg diese Haltung ein wenig in Zweifel zu ziehen, wäre die Beobachtung der Lesebiografie der Mädchen. In ihren mal feinen, mal groben Übergängen wird es tatsächlich möglich, eine Verbindung von Lillifee und Politik herzustellen. <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/prinz-100x85.jpg" alt="" title="" width="100" height="85" class="alignleft size-thumbnail wp-image-586" />Das Trägermedium dieser Metamorphose sind die Bücher. </p>
<p>Der erste Schritt wäre der von Lilifee zu Sisi. Zweifellos befinden sich die Mädchen bei Sisi immer noch in einer überhöhten Prinzessinnenwelt. Aber sie droht jederzeit von der Wirklichkeit eingeholt zu werden. Irgendwann, spätestens in Wien, erfährt das träumende Mädchen, dass Sisi ermordet wurde. Von wem? Von einem Anarchisten. <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/prinzes-100x162.jpg" alt="" title="" width="100" height="162" class="alignleft size-thumbnail wp-image-587" />Was ist das denn? Da fängt die Beschäftigung mit Politik in der Tat an. <span id="more-584"></span></p>
<p>Vielleicht ist dann Maren Gottschalks Buch über die bedeutenden Königinnen der Weltgeschichte das richtige Übergangsbuch von der erlittenen zur tätigen Politik. Vorgestellt werden Eleonore von Aquitanien, die mächtigste Frau des Mittelalters, Isabella von Kastilien, Elisabeth I, die Gegenspielerin von Maria Stuart, Christina von Schweden und Katharina die Große. Alles Politikerinnen, die nicht hinter ihren Möglichkeiten zurückblieben. Dann ist auch schon nicht mehr weit zu Büchern, die nicht vom Leben her, sondern von den brennenden Fragen der Zeitgeschichte her ihre Fragen entwickeln, <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/prinz-politik-100x153.jpg" alt="" title="" width="100" height="153" class="alignleft size-thumbnail wp-image-588" />wie in Foessels kleinem Buch <em>Warum streiten die Menschen über Gott?</em> Diese Verkettung glücklicher Umstände, die von der Trivialkultur einer Lillifee mitten in die politische Wirklichkeit der Auseinandersetzungen um die Religion führen, mag man vielleicht nicht glauben. </p>
<p>Ein hervorragendes Beispiel bildet aber Jane Goodall. Ihre Beschäftigung mit Schimpansen begann durchaus nicht mit Grzimeks Tierleben, sondern mit Tarzan: „Natürlich verliebte ich mich in diesen sagenhaften Herrn des Dschungels. Und was tat er? Er heiratete diese andere Jane. Ich war unglaublich eifersüchtig“, zitiert sie Maja Nielsen in ihrem Buch über Jane Goodall. <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/prinz-po-100x126.jpg" alt="" title="" width="100" height="126" class="alignleft size-thumbnail wp-image-589" />Durch Tarzan, von dem erfolglosen Vertreter für Bleistiftanspitzer , Edgar Rice Burroughs, 1912 erfunden, werden Jane Goodall und Dian Fossey angeregt, das Leben der Schimpansen zu erkunden und die Primatenforschung zu revolutionierten. Ist der Weg von Tarzan in die Primatenforschung nachweisbar, dann ist der von Prinzessin Lillifee in die Politik vielleicht denkbar.</p>
<p><strong>Kunst-Malbuch Sisi </strong><br />
32 Seiten, ca. 32 Abb.<br />
Prestel 2009</p>
<p><strong>Maren Gottschalk</strong><br />
Königinnen. Fünf Herrscherinnen und ihre Lebensgeschichte<br />
Beltz Verlag 2008</p>
<p><strong>Michael Foessel</strong><br />
Warum streiten Menschen über Gott?<br />
Campus 2009</p>
<p><strong>Maja Nielsen </strong><br />
Jane Goodall &#038; Dian Fossey. Unter wilden Menschenaffen<br />
Gerstenberg 2008</p>
<p><strong>Maren Gottschalk</strong><br />
Der geschärfte Blick. Sieben Journalistinnen und ihre Lebensgeschichte<br />
Beltz Verlag</p>
<p><strong>Magdalena Köster</strong><br />
Brillante Bilanzen. Fünf Unternehmerinnen und ihre Lebensgeschichte<br />
Beltz Verlag</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Campus 02/09 - Die elektronische Börse</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/campus-0209/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/campus-0209/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 22:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Campus]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Zukunftspreis Managementliteratur 2009:
Bestes Buch 2009
erhielt vom Bundesverband Deutscher Unternehmer: 

Die sieben Irrtümer des Change Mangements
Und wie Sie sie vermeiden.
Willibert Schleuter, Johannes von Stosch
218 Seiten, 34 Abb., EUR 39,90
ISBN 978-3-593-39135-9
Zu einer Buchbesprechung hier.
Nicht in der Vorschau
Management
Peter F. Drucker
732 Seiten, 2 Bände im Schuber, EUR 79,90
ISBN 978-3-593-39130-4
Peter F. Drucker war ein Wirtschaftspionier par excellence. Seit den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Zukunftspreis Managementliteratur 2009:<br />
Bestes Buch 2009<br />
erhielt vom Bundesverband Deutscher Unternehmer: </strong></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-608" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/stosch1-100x155.jpg" alt="" width="64" height="99" /></p>
<p><strong>Die sieben Irrtümer des Change Mangements<br />
Und wie Sie sie vermeiden.</strong></p>
<p>Willibert Schleuter, Johannes von Stosch</p>
<p>218 Seiten, 34 Abb., EUR 39,90<br />
ISBN 978-3-593-39135-9<br />
<a href="http://www.all-electronics.de/ae/news/34720-Change-Management:+Die+Erfolgsstory+von+Audi+Elektronik+aus+Management-Sicht">Zu einer Buchbesprechung hier.</a></p>
<p><strong>Nicht in der Vorschau</strong></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-609" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/drucker-100x181.png" alt="" width="118" height="214" /><strong>Management</strong><br />
Peter F. Drucker<br />
732 Seiten, 2 Bände im Schuber, EUR 79,90<br />
ISBN 978-3-593-39130-4</p>
<p><em>Peter F. Drucker war ein Wirtschaftspionier par excellence. Seit den 1940ern bis heute formt das Ergebnis seiner Arbeit die Struktur vieler Weltkonzerne. Der US-amerikanische Wirtschaftsvisionär und Managementtheoretiker hat das Führungsdenken wie kein Zweiter geprägt. Das Geheimnis von Druckers Erfolg liegt in seiner ganzheitlichen, interdisziplinären Denke, die wirtschaftliche Themen stets in einen sozialen und geisteswissenschaftlichen Kontext stellte. Drucker war der Erste, der gezeigt hat, dass Management etwas ist, das man lernen kann und muss; dass es ein Beruf ist und keine Berufung. Sein Buch &#8220;Management&#8221; ist nach wie vor die Management-Bibel. Jetzt wurde sein Standardwerk komplett überarbeitet. Es enthält viele neue Beispiele und neue Texte, die helfen, die größten Schwierigkeiten im Management zu bewältigen.</em></p>
<p>____________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-483" title="nuber" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/nuber-100x154.jpg" alt="" width="100" height="154" /></p>
<p><strong>Rauskommen</strong></p>
<p>&#8220;Das Schönste am Ratgeber sind seine rosigen Wangen und sein erfrischender Pragmatismus. So auch hier: Dramen sind was für Bühnen und Kinos.&#8221;</p>
<p>Ursula Nuber<br />
<em>Lass die Kindheit hinter dir</em><br />
Das Leben endlich selbst gestalten<br />
# 38816, WG 481,  € 19,90, ET September 2009 (M)<br />
Titelstory in Freundin am 9.9.<br />
Vorabdruck in Psychologie heute am 14.09.<br />
<a href="http://www.hr- online.de/website/radio/hr1/index.jsp?rubrik=15974&amp;key=standard_document_37798382">Online zu einer Besprechung im Hessischen Rundfunk.</a><br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593388168">Mehr im Vorschautext online<br />
</a><br />
____________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-486" title="jacoby" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/jacoby-100x154.jpg" alt="" width="100" height="154" /></p>
<p><strong>Weiterkommen</strong></p>
<p>&#8220;Bewerben in Zeiten der Krise macht mutlos und verzagt. Das Buch hilft gerade im Blick auf die Krise, einen Job zu finden.&#8221;</p>
<p>Anne Jacoby, Florian Vollmers<br />
<em>Bewerben in schwierigen Zeiten</em></p>
<p># 39065, WG 497, € 14,90<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593390659">Mehr im Vorschautext online</a></p>
<p>Rezension: http://www.jobfair.de/newsletter/09_11/rezension_jacoby.html<br />
Interview: http://www.jobfair.de/newsletter/09_11/interview_jacoby.html<br />
Verlosung: http://www.jobfair.de/newsletter/09_11/verlosung_bewerbeninschwierigenzeiten.html</p>
<p>______________________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-487" title="burg" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/burg-100x154.jpg" alt="" width="100" height="154" /><strong></strong></p>
<p><strong>&#8220;Fast auf jeder der 280 Seiten steht ein Satz, den man unterstreichen möchte oder der einem schlicht die Luft raubt.&#8221; </strong> Der Freitag</p>
<p><strong>&#8220;Das Buch ist eine Mixtur aus politischer Analyse, biografischer Erzählung, Familiengeschichte, Einlassungen über den jüdischen Glauben und Geschichte des Staates Israel. Es ist subjektiv, oft polemisch, manchmal pathetisch, häufig wütend. Avraham Burg hat ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Israel geschrieben&#8221;. </strong>Ruth Roebke, <a href="http://www.KommBuch.com">www.KommBuch.com</a> </p>
<p><a href="http://www.freitag.de/kultur/0938-israel-burg-rezension">http://www.freitag.de/kultur/0938-israel-burg-rezension</a></p>
<p><a href="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/6056081/">http://begleitschreiben.twoday.net/stories/6056081/</a></p>
<p><a href=" http://www.glanzundelend.de/Artikel/avrahamburg.htm">http://www.glanzundelend.de/Artikel/avrahamburg.htm</a></p>
<p><a href=" http://www.pohoryles.at/2009/11/24/hitler-fur-alle-zeiten-besiegen/">http://www.pohoryles.at/2009/11/24/hitler-fur-alle-zeiten-besiegen/</a></p>
<p><a href="http://www.rheinischer-merkur.de/index.php?id=37146">http://www.rheinischer-merkur.de/index.php?id=37146</a></p>
<p><a href=" http://www.friedensnews.at/?p=6109#more-6109 ">http://www.friedensnews.at/?p=6109#more-6109 </a></p>
<p><a href="http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&#038;Param_Kat=16&#038;Param_RB=&#038;Param_Red=12504">http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&#038;Param_Kat=16&#038;Param_RB=&#038;Param_Red=12504</a></p>
<p><a href="http://www.stuz.de/index.php?article_id=1935&#038;PHPSESSID=bd1647ea35222ecbe4e21dc8fbbf04cf">http://www.stuz.de/index.php?article_id=1935&#038;PHPSESSID=bd1647ea35222ecbe4e21dc8fbbf04cf</a></p>
<p>Avraham Burg<br />
<em>Hitler besiegen.<br />
Warum Israel sich endlich vom Holocaust lösen muss<br />
</em><br />
#39056. WG 970, € 22,90</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593390567">Mehr im Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/avraham-burg-hitler-besiegen/">Mehr zum Hintergrund von <em>Hitler besiegen</em> </a></p>
<p>___________________________________________</p>
<p>Manager Magazin Bestsellerliste Dezember</p>
<p>Platz 9 Lindstrom, Buyologie  (5)<br />
Platz 15 Malik, Führen, Leisten, Leben (11)<br />
Platz 30 Krugman, Die neue Weltwirtschaftskrise (42)<br />
Platz 32 Nienhaus, Die Blindgänger (NEU)<br />
Platz 39 Akerlof/Shiller, Animal Spirit (39)<br />
Platz 45 Kitz/Tusch, Das Frustjobkillerbuch (21)</p>
<p>______________________________________</p>
<p>Schon einmal von Nouriel Roubini gehört?<br />
Ein Name, den Sie sich merken sollten: <strong>Nouriel Roubini</strong></p>
<p>Die Konjunktur erholt sich langsam, doch Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung ist fehl am Platz. Der Weltwirtschaft drohen mehrere Jahre mit kraftlosem Wachstum, ist sich der US-Starökonom sicher. Nouriel Roubini befürchtet eine zweite Weltrezession. <a href="http://www.ftd.de/politik/international/:gastkommentar-roubini-befuerchtet-zweite-weltrezession/50002142.html">Hier der Link zu einem Gastkommentar von Roubinis in der ftd.</a> Nouriel Roubini ist Professor für Ökonomie an der Stern School of Business in New York und wird in Oliver Stones von <em>Wall Street</em> mit Michael Douglas eine Gastrolle als Hedge-Fonds-Manager übernehmen.</p>
<p>_____________________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-489" title="heuser" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/heuser-100x151.jpg" alt="" width="100" height="151" /></p>
<p>Uwe Jean Heuser<br />
<em>Was aus Deutschland werden soll</em><br />
Der Auftrag an die Wirtschaftspolitik</p>
<p># 39068, WG 782, € 16,90</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593390680">Mehr im Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uwe-jean-heuser-was-aus-deutschland-werden-soll/">Mehr zum Hintergrund von <em>Was aus Deutschland werden soll</em></a><br />
_______________________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-488" title="fisman" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/fisman-100x152.jpg" alt="" width="100" height="152" /></p>
<p><strong>„Den beiden Ökonomen ist ein fabelhaftes Buch gelungen: witzig, innovativ und bedeutend &#8230; Fisman und Miguel sorgen für einen echten Aha-Effekt und bringen selbst ökonomisch unerfahrenen Lesern näher, wie wirtschaftliche Anreize funktionieren und warum die einleuchtendste Lösung gerade in der Entwicklungspolitik nicht unbedingt die beste sein muss.“</strong> DIE WELT</p>
<p>Raymond Fisman, Edward Miguel<br />
<em>Economic Gangsters</em><br />
Korruption und Kriminalität in der der Weltwirtschaft<br />
# 38973, WG 780, € 19,90<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593389738">Mehr im Vorschautext online</a><br />
_______________________________________________</p>
<p>Kitz/Tusch auf Spiegel.de<br />
<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,647740,00.html">http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,647740,00.html </a><br />
Kitz/Tusch, auch in der Schweiz erfolgreich!<br />
<a href="http://www.sf.tv/sendungen/eco/manual.php?docid=091119-ohnechef&#038;catid=ecomanualbuchtipps">http://www.sf.tv/sendungen/eco/manual.php?docid=091119-ohnechef&#038;catid=ecomanualbuchtipps</a><br />
_______________________________________________</p>
<p>Westheimer auf Bild.de<br />
<a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/erotik/2009/09/17/dr-ruth/sex- omi-westheimer-verraet-das-geheimnis-fuer-richtig-guten-sex.html">http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/erotik/2009/09/17/dr-ruth/sex- omi-westheimer-verraet-das-geheimnis-fuer-richtig-guten-sex.html<br />
</a><br />
______________________________________</p>
<p><strong>Wirtschaftswunder 2010 </strong>- Deutschlands Familienunternehmer erobern die Weltmärkte<br />
Inga Michler<br />
978-3-593-39005-5<br />
___________________________________</p>
<p>Nicht in der Vorschau:</p>
<p><strong>Die Blindgänger</strong><br />
Lisa Nienhaus<br />
Warum die Ökonomen auch künftige Krisen nicht erkennen werden<br />
# 39079-6, € 17,90, ET Oktober 2009<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593390796">Mehr zum Buch online</a></p>
<p>HGV-Bestellservice 040/ 84 00 08 55<br />
_____________________________________</p>
<p><strong>Shortlist zum Deutschen Wirtschaftsbuchpreis im Handelsblatt </strong></p>
<p>Die Finalisten des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2009 stehen fest. Zwei Camus-Titel aus mehr als 80 eingereichten Büchern haben es auf die Shortlist geschafft. Eine hochkarätige Jury mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft unter dem Vorsitz von Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer wählt daraus das beste Wirtschaftsbuch in Deutschland. Der Preis wird am 8. Oktober im feierlichen Rahmen in Frankfurt verliehen.</p>
<p><strong>Ulrich Schäfer:</strong><br />
Der Crash des Kapitalismus<br />
Campus, Frankfurt 2008,<br />
320 Seiten, 19,90 Euro</p>
<p><strong>L. Siegele, J. Zepelin:</strong><br />
Matrix der Welt.<br />
SAP und der neue globale Kapitalismus<br />
Campus, Frankfurt 2009,<br />
288 Seiten, 24,90 Euro</p>
<p>___________________________________<br />
<strong><br />
Links</strong></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/statt-krawatten-die-campus-weihnachtsaktion-2009/"><br />
NEU Statt Krawatten - Die Campus Weihnachtsaktion 2009</a></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/pressespiegel-2009/">Pressespiegel</a></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/aktuelle-toptitel/">Aktuelle Toptitel</a></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/ideen-zur-tischprasentation/">Ideen zur Tischpräsentation</a></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/veranstaltungen-auf-der-frankfurter-buchmesse-2009/">Campus-Autoren auf der Frankfurter Buchmesse 2009.</a></p>
<p>________________________________________</p>
<p><strong><br />
SACHBUCH</strong></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-490" title="9783593389295" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/9783593389295-100x154.jpg" alt="" width="100" height="154" /></p>
<p><strong>Kasse</strong></p>
<p>&#8220;Dieses Buch brauchen Sie aus zweierlei Gründen: erstens, weil es sich gut verkauft, zweitens, weil Sie dann wissen warum.&#8221;</p>
<p>Martin Lindstrom<br />
<em>Buyology</em><br />
Warum wir kaufen, was wir kaufen</p>
<p># 38929, WG 785, € 24,90 bereits erschienen (M)<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593389295"><br />
Mehr im Vorschautext online </a></p>
<p>Die Werbebranche ist begeistert: Hier zu einer <a href="http://www.kirschstall.de/2009/11/21/buyology/">Besprechung.</a><br />
______________________________________</p>
<p><strong>Lieferbar: Zweierlei Krisenbewältigung</strong></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-492" title="simon" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/simon-100x154.jpg" alt="" width="59" height="91" /></p>
<p>&#8220;Für Extrovertierte.&#8221;</p>
<p>Hermann Simon<br />
<em>33 Sofortmaßnahmen gegen die Krise.</em><br />
Wege für Ihr Unternehmen<br />
# 38999, WG 784, € 24,90 bereits lieferbar</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593389998">Mehr im Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/hermann-simon-33-sofortmasnahmen-gegen-die-krise/">Mehr zum Hintergrund von <em>33 Sofortmaßnahmen</em></a><br />
Gebucht in <em>Future Point</em>, dem Magazin der bwd9</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-491" title="sieferjpg" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sieferjpg-100x154.jpg" alt="" width="58" height="90" /><br />
&#8220;Für Introvertierte.&#8221;</p>
<p>Werner Siefer<br />
<em>Das Genie in mir.</em><br />
Warum Talent erlernbar ist<br />
# 38695, WG 982, € 19,90 bereits lieferbar<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593386959"><br />
Mehr im Vorschautext online</a></p>
<p>_______________________________________<br />
<strong>RATGEBER</strong></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-482" title="wlodarek" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/wlodarek-100x152.jpg" alt="" width="100" height="152" /></p>
<p><strong>Runterkommen</strong></p>
<p>&#8220;Es ist paradox, je abstruser die Versprechungen, desto größer der Glaube an ihre Erfüllung. Das Vorwort vom Universum hilft, statt die Bestellung abzuschicken das Gehirn anzustellen.&#8221;</p>
<p>Eva Wlodarek<br />
<em>Wunscherfüllung für Selbstabholer</em><br />
Wie Ihre Wünsche Wirklichkeit werden</p>
<p># 38936, WG 481, € 17,90,  bereits erschienen (M)<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593389363">Mehr im Vorschautext online</a><br />
Halbseitiger Artikel in der Bild-Zeitung.<br />
<a href="http://www.madebysoldinerkiez.de/index.php?bereich=60&amp;id=35&amp;PHPSESSID=2d4066ef704c5c47acd8ba8f607a3abe ">Online-Besprechung hier.</a><br />
______________________________________</p>
<p>Patricia Love und Steven Stosny<br />
<em>Schatz, wir müssen gar nicht reden!</em><br />
Wie Sie Ihre Beziehung in weniger als 5 Minuten täglich verbessern</p>
<p># 38786-4, WG 483, € 17,90 bereits erschienen</p>
<p>Beiträge im September in Cosmopolitan, Fit for fun, Petra.<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593387864">Mehr zu <em>Schatz, wir müssen gar nicht reden</em> im Vorschautext</a><br />
______________________________________</p>
<p>Dr. Ruth K. Westheimer<br />
<em>10 Geheimnisse für richtig guten Sex</em><br />
Wie Sie es jedes Mal genießen<br />
# 39062, WG 483, € 17,90, ET September 2009 (M)<br />
Mehr im Vorschautext online<br />
______________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-484" title="munchhausen" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/munchhausen-100x154.jpg" alt="" width="100" height="154" /></p>
<p><strong>Mitkommen</strong></p>
<p>&#8220;Wozu länger blaue Briefe lesen? Lassen Sie Ihren schwer Erziehbaren endlich selber lesen!&#8221;</p>
<p>Marco und Noreen von Münchhausen<br />
<em>Locker bleiben mit dem inneren Schweinehund</em><br />
Schule, Eltern, Alltag - alles im Griff</p>
<p># 38842, WG 481,  € 14,90 breits erschienen<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593388427">Mehr im Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.focus.de/schule/lernen/lernhilfen/motivation-leichter-den-schweinehund- austricksen_aid_430463.html">Online-Besprechung in FOCUS-Schule.</a></p>
<p>_____________________________________</p>
<p>Dr. med Sabine Schonert-Hirz<br />
<em>Machen Sie Ihren Kopf fit für die Zukunft</em><br />
So nutzen Sie die Erkenntnisse aus der Hirnforschung<br />
# 38953-0, WG 481, € 19,90, ET September 2009</p>
<p>Mehr in der Vorschau online<br />
_____________________________________</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-485" title="mest" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/mest-100x168.jpg" alt="" width="100" height="168" /></p>
<p><strong>Auskommen</strong></p>
<p>&#8220;Pro Tipp zahlen Sie weit weniger als für eine Tragetasche im Supermarkt!&#8221;</p>
<p>Oliver Mest<br />
<em>Schmerzfrei sparen</em><br />
222 Tipps, um preiswert und trotzdem gut zu leben</p>
<p># 39003, WG 496, € 9,90 bereits erschienen (Z)<br />
<a href="http://www.campus.de/isbn/9783593390031">Mehr im Vorschautext online<br />
</a><br />
<a href="http://www.libri.de/shop/action/magazine/36385/ratgeber_ebooks.html;jsessionid=9BA880228636A308640E668B478FBCBD.www03">Schon als E-book erhältlich</a></p>
<p>______________________________________</p>
<p><strong>Fachbuch</strong></p>
<p>Niels Pfläging, <strong>Der neue Kodex des Managements.</strong> Die 12 Gesetze der Führung</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593389981">Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/niels-pflaging-der-neue-kodex-des-managements/">Mehr zum Hintergrund von <em>Der neue Kodex des Managements</em></a><br />
<a href="http://www.getabstract.com/zusammenfassung/12472/die-12-neuen-gesetze-der-fuehrung.html">Zur getabstract Zusammenfassung</a>.</p>
<p>___</p>
<p>Mike Rother, <strong>Die Katas des Weltmarktführers.</strong> Toyotas Erfolgsmethoden</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593389967">Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/mike-rother-die-katas-des-weltmarktfuhrers-toyotas-erfolgsmethoden/">Mehr zum Hintergrund von <em>Die Katas des Weltmarktführers</em></a></p>
<p>6. Aachener Management Tage - Lean Management Summit<br />
Mike Rother - Die Katas des Weltmarktführers<br />
11.11.2009, Pullman Aachen Quellenhof, Monheimsallee 52, Aachen<br />
___</p>
<p>Peter Faulhaber, Hans-Joachim Grabow, <strong>Turnaround-Management in der Praxis</strong>. Umbruchphasen nutzen - neue Stärken entwickeln</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593390017">Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/peter-faulhaber-turnaround-management-in-der-praxis-umbruchphasen-nutzen-neue-starken-entwickeln/">Mehr zum Hintergrund von <em>Turnaround-Management in der Praxis</em></a></p>
<p>___</p>
<p>Cali Ressler, Jody Thompson, <strong>Bessere Ergebnisse durch selbstbestimmtes Arbeiten</strong>. Erfolgreich mit dem ROWE-Konzept</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593388458">Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/cali-ressler-bessere-ergebnisse-durch-selbstbestimmtes-arbeiten-erfolgreich-mit-dem-rowe-konzept/">Mehr zum Hintergrund von <em>Bessere Ergebnisse durch selbstbestimmtes Arbeiten</em></a></p>
<p>___</p>
<p>Jörg Knoblauch, Jürgen Kurz, <strong>Die besten Mitarbeiter finden und halten.</strong> Die ABC-Strategie nutzen</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593390048">Vorschautext online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/jorg-knoblauch-die-besten-mitarbeiter-finden-und-halten/">Mehr zum Hintergrund von <em>Die besten Mitarbeiter finden und halten</em></a></p>
<p>___</p>
<p>Frank Schäfer, <strong>Erfolgreiche Kooperation in Unternehmen</strong>. Warum wir heute mehr brauchen als gute Führungskräfte</p>
<p><a href="http://www.campus.de/isbn/9783593389974">Vorschautexte online</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/frank-schafer-erfolgreiche-kooperation-in-unternehmen-warum-wir-heute-mehr-brauchen-als-gute-fuhrungskrafte/">Mehr zum Hintergrund von <em>Erfolgreiche Kooperation in Unternehmen</em></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.immer-schoen-sachlich.de/campus-0209/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Wo fehlt&#8217;s denn?</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wo-fehlts-denn/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wo-fehlts-denn/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 23:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<category><![CDATA[Diez]]></category>

		<category><![CDATA[Kohl]]></category>

		<category><![CDATA[Neef]]></category>

		<category><![CDATA[Schlingensief]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=575</guid>
		<description><![CDATA[Gattungsfragen werden im Feuilleton nicht weniger als in der Forschungsliteratur, wenn es darum geht, etwas als neu herauszustellen, ziemlich leichtfertig gehandhabt. Nimmt man sich die Gattung der Krankheitserzählung vor, wird behauptet diese sei neu. 
Der Grund für diese Behauptung hängt allerdings damit zusammen, dass nur als Novität auf dem Markt der Gattungen eine Interpretation ansteht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/schlingensief-100x159.jpg" alt="" title="" width="100" height="159" class="alignleft size-thumbnail wp-image-576" />Gattungsfragen werden im Feuilleton nicht weniger als in der Forschungsliteratur, wenn es darum geht, etwas als neu herauszustellen, ziemlich leichtfertig gehandhabt. Nimmt man sich die Gattung der Krankheitserzählung vor, wird behauptet diese sei neu. </p>
<p>Der Grund für diese Behauptung hängt allerdings damit zusammen, dass nur als Novität auf dem Markt der Gattungen eine Interpretation ansteht. Dass da nun etwas Neues aufkommt, wird als Aussage über die Gesellschaft aufgefasst und als solche der Interpretation bedürftig. Die Verständigungshilfe liefert dann der Artikel im Feuilleton oder der Aufsatz in der Fachzeitschrift. <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/diezjpg1-100x165.jpg" alt="" title="" width="100" height="165" class="alignleft size-thumbnail wp-image-578" />Umgekehrt geschlossen rechtfertigt die Novität einer Gattung also nichts weniger als den Artikel. Ich glaube absolut nicht, dass die Krankenerzählung neu ist. </p>
<p>Ein Umstand ist allerdings als neu anzuerkennen: die Medizin ermöglicht den Bericht. Dass wir Berichte über Krankheitsverläufe erhalten, ist einer Medizin zu verdanken, die den Berichtenden erhält. Wo es nicht die Medizin ist, die den Bericht ermöglicht, sind es, wie im Fall von Georg Diez, die Nachkommen. Wir erhalten so Protokolle der Zersetzung und Zustörung, die manchmal aufgehalten wird. Im Fall von Christoph Schlingensief ein Protokoll, das von ihm selbst als Wiederholung, Widerstand und Versuch der Heilung <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/kohl-100x163.jpg" alt="" title="" width="100" height="163" class="alignleft size-thumbnail wp-image-579" />bezeichnet wird. In seinem Vorwort gibt er an, dass sein Buch über das Innenleben der Kranken all denen Auskunft geben könnte, die mit Kranken zu tun haben. Ein Ratgeber also.</p>
<p>Die Medizin ermöglicht, dass diese Berichte auf uns kommen. Und sie ist zugleich der Grund dafür, dass diese Berichte entstehen. Denn sie nimmt, von der Diagnose, ihren Medikamenten, ihren Vertretern bis zu ihren einzelnen Verrichtungen einen nicht unbeträchtlichen Teil der Erzählungen ein. Die Medizin markiert eine Grenze, die die Kranken von ihrem früheren Leben trennt. An dieser Grenze zum früheren, normalen Leben schreiben sie fast alle entlang. </p>
<p>Auch Walter Kohl, den die Ärzte nach einem schweren Fahrradunfall zwar am Leben erhalten, dem aber <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/neef-100x155.jpg" alt="" title="" width="100" height="155" class="alignleft size-thumbnail wp-image-583" />fortan nichts weiter als der Geruchssinn fehlt. Was für Katastrophen aus diesem winzigen fehlenden Baustein unseres Perzeptionsapparats sich ergeben, schildert Walter Kohl intensiv und absolut ungeschönt. Ein wirklich großes Buch.</p>
<p>Ein Beispiel für die mit Wahrscheinlichkeit noch viel weiter zurückreichende Geschichte der Krankenerzählung muss aber noch genannt werden: Helen Kellers <em>Mein Weg aus dem Dunkel</em>. Auf den Spuren dieses berühmten Bestsellers geht auch Sarah Neef, die ihre Eroberung der Welt der Hörenden erzählt.</p>
<p><strong>Christoph Schlingensief</strong><br />
So schön wie hier kann es im Himmel nicht sein<br />
Tagebuch einer Krebserkrankung<br />
Kiepenheuer &#038; Witsch 2009</p>
<p><strong>Georg Diez</strong><br />
Der Tod meiner Mutter<br />
Kiepenheuer &#038; Witsch 2009</p>
<p><strong>Walter Kohl</strong><br />
Wie riecht Leben?<br />
Bericht aus einer Welt ohne Gerüche<br />
Zsolnay 2009</p>
<p><strong>Sarah Neef</strong><br />
Im Rhythmus der Stille<br />
Wie ich mir die Welt der Hörenden eroberte<br />
Campus 2009</p>
<p><strong>Katja Behrens</strong><br />
Alles Sehen kommt von der Seele<br />
Die Lebensgeschichte der Helen Keller<br />
Beltz 2008</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wo-fehlts-denn/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der Betrieb - Bücher machen, kommunizieren, verbreiten</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-betrieb-bucher-machen-kommunizieren-verbreiten/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-betrieb-bucher-machen-kommunizieren-verbreiten/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 21:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=499</guid>
		<description><![CDATA[Gastbeitrag im Rahmen von Michael Buchmanns Seminar
Einführung in den Literaturbetrieb
Karlsruhe Institute of Technology, 07.12.2009
Karlsruhe Institute of Technology, 06.12.2010
1. Der Betrieb - Presse, Marketing, Vertrieb
2. Die Märkte - Buchhandel, Filialisten, Direktvertrieb
3. Instrumente der Marktforschung - Konsum und Kultur
4. Zielgruppen - Trends setzen, Trends folgen
5. Neue Technologien 
Die Beschreibungsebene Deutschlands als Konsumgesellschaft ist auch für das Verständnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gastbeitrag im Rahmen von Michael Buchmanns Seminar<br />
<strong>Einführung in den Literaturbetrieb</strong></p>
<p><strong>Karlsruhe Institute of Technology</strong>, 07.12.2009<br />
<strong>Karlsruhe Institute of Technology</strong>, 06.12.2010</p>
<p>1. Der Betrieb - Presse, Marketing, Vertrieb</p>
<p>2. Die Märkte - Buchhandel, Filialisten, Direktvertrieb</p>
<p>3. Instrumente der Marktforschung - Konsum und Kultur</p>
<p>4. Zielgruppen - Trends setzen, Trends folgen</p>
<p>5. Neue Technologien </p>
<p>Die Beschreibungsebene Deutschlands als Konsumgesellschaft ist auch für das Verständnis der Verlagsarbeit grundlegend. Möglich wären andere Ebenen, zum Beispiel die der Politik oder der Kultur. Dass hier das Buch als Konsumgut und weniger als Instrument der Aufklärung oder Gegenstand der Bildung erscheint, soll diese und weitere Beschreibungskontexte nicht ausschließen. Für die Zwecke einer Literaturbetriebsforschung aber sei die Perspektive der Konsumforschung empfohlen, da auf ihrer Basis viele Entscheidungen der Abteilungen Presse, Marketing und Vertrieb gefällt werden. Dies gilt zum Teil auch für wissenschaftliche Publikationen.</p>
<p>Das zentrale Arbeitsmittel des Verlags ist die sogenannte Verlagsvorschau. Sie kündigt die Neuerscheinungen eines Verlags halbjährlich an. Sie wird in der Marketingabteilung konzipiert und von der Presse- und Vertriebsabteilung zur Unterstützung der Kommunikation und des Verkaufs eingesetzt. Sie erscheint Ende Dezember für die Frühjahrsneuerscheinungen und Ende Mai für die Herbsttitel. In der Vorschau lassen sich anschaulich die Strukturen, die Aufgaben und die Kommunikationsstrategien der genannten Abteilungen eines Verlags exemplifizieren. Die unterschiedlichen Märkte Buchhandel, Filialisten und Direktvertrieb werden voneinander abgegrenzt und aus der Sicht der Zusammenarbeit mit dem Verlag und den Abteilungen erläutert.   </p>
<p>Die Institution der Produkt-Marketing-Teams wird erläutert. Die Instrumente werden vorgestellt, die vom Marketing und Vertrieb zur Analyse der Marktsituation eingesetzt werden. Auf die einzelnen Zielgruppen wird eingangen. Dabei wird sich zeigen, dass man Bücher, seien es nun Reiseführer, Sachbücher oder Ratgeber, ziemlich präzise einzelnen Milieus zuordnen kann. Wir werden dies in einem praktischen Teil der Sitzung, der so auch in einem Workshop eines Verlags durchgeführt werden könnte, kennen lernen. Zum Schluss sollen noch die zahlreichen Möglichkeiten, die durch die neuen Technologien sich ergeben, vorgestellt und in ihrem möglichen Einfluss auf Bücher und den Buchmarkt betrachtet werden. Einige Vorüberlegungen zu diesem letzten Punkt finden sich <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/im-maschinenraum-des-literaturbetriebs/">hier. </a></p>
<p>Die hier genannte Literatur ist nicht Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Veranstaltung. Wer aber tiefer den Fragestellungen des praktischen Literaturbetriebs folgen möchte, der wird hier fündig: </p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p><strong>Überblickswerke zur Konsumgesellschaft</strong></p>
<p>Heinz-Gerhard Haupt, Claudius Torp (Hg.) Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Ein Handbuch, Campus Verlag, Frankfurt 2009</p>
<p>Wolfgang König, Kleine Geschichte der Konsumgesellschaft. Konsum als Lebensform der Moderne, Franz Steiner, Stuttgart 2008</p>
<p>Stefanie Middendorf, Massenkultur. Zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Modernität in Frankreich 1880 - 1980, Wallstein Verlag, Göttingen 2009</p>
<p>Dominik Schrage, Die Verfügbarkeit der Dinge. Eine historische Soziologie des Konsums, Campus Verlag 2009</p>
<p><strong>Klassiker der Soziologie</strong><br />
<em>Für einen raschen Zugang zum Werk sind einige ausgewählte Abschnitte angegeben.</em></p>
<p>Thorstein Veblen, Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen. Titel der Originalausgabe: &#8220;The Theory of the Leisure Class&#8221; 1899. Diverse Ausgaben bei Kiepenheuer &#038; Witsch und dtv. Letzte lieferbare Ausgabe Fischer Taschenbuch.<br />
Daraus: Die Bildung als Ausdruck der Geldkultur, S. 268-294 </p>
<p>Levin L. Schücking, Soziologie der literarischen Geschmacksbildung. Zuerst 1923. 3. neu bearbeitete Auflage, Francke Verlag, Bern und München 1961.<br />
Daraus: Die Aufnahme beim Publikum, S. 76-109 der Ausgabe von 1961.</p>
<p>Siegfried Kracauer, Die Angestellten. Aus dem neuesten Deutschland. suhrkamp taschenbuch 13. Zuerst 1929 in der &#8220;Frankfurter Zeitung&#8221;. Erste Buchausgabe 1932.<br />
Daraus: Unter Nachbarn. S. 81-90 der Taschenbuchausgabe.</p>
<p>Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Suhrkam, Frankfurt 1994 (stw Bd. 658). Deutsche EA 1982<br />
Daraus: Nachschrift: Elemente einer &#8220;Vulgärkritik&#8221; der &#8220;reinen&#8221; Kritiken. S. 756-783 der Taschbuchausgabe.</p>
<p>Gerhard Schulze, Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart. Campus, Frankfurt 2005. EA 1992<br />
Daraus: Fünf Milieubeschreibungen. S. 277-331 der Ausgabe von 2005.<br />
Daraus: Übergang wohin? Kommentar im Jahr 2005. S. I-XXII, der Ausgabe von 2005.</p>
<p>Michael Vester, Peter von Oertzen, Heiko Geiling, Thomas Hermann, Dagmar Müller (Hrsg.), Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel. Zwischen Integration und Ausgrenzung, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Frankfurt 2001</p>
<p><strong>Neuere Literatur </strong></p>
<p>Dan Ariely, Denken hilft zwar, nützt aber nichts. Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen. Droemer, München 2008</p>
<p>Oliver Dziemba, Eike Wenzel, Marketing 2020. Die elf neuen Zielgruppen - Wie sie leben, was sie kaufen. Campus, Frankfurt 2009</p>
<p>Jochen Kalka, Florian Allgayer (Hg.) Zielgruppen. Wie sie leben, was sie kaufen, woran sie glauben. mi-Fachverlag, Landsberg am Lech 2006</p>
<p>Martin Lindstrom, Buyology. Warum wir kaufen, was wir kaufen. Campus, Frankfurt 2009</p>
<p>Christian Mikunda, Warum wir uns Gefühle kaufen. Die 7 Hochgefühle und wie man sie weckt, Econ, Berlin 2009</p>
<p>Eva Tenzer, Go Shopping! Warum wir es einfach nicht lassen können. Kiepenheuer, Berlin 2009</p>
<p><strong>Neue Technologien</strong></p>
<p>Chris Anderson, The Long Tail. Der lange Schwanz. Nischenprodukte statt Massenmarkt. Das Geschäft der Zukunft. Hanser, München 2007</p>
<p>Chris Anderson, Free - kostenlos. Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets. Campus, Frankfurt 2009</p>
<p>Detlef Bluhm, Von Autoren, Büchern und Piraten. Kleine Geschichte der Buchkultur. Artemis &#038; Winkler, Düsseldorf 2009</p>
<p>Matthias Horx, Technolution. Wie unsere Zukunft sich entwickelt. Campus, Frankfurt 2008</p>
<p>Charlene Li, Josh Bernoff, Facebook, You Tube, Xing &#038; Co. Gewinnen mit Social Technologies. Hanser, München 2009</p>
<p>G. Günter Voß, Kerstin Rieder, Der arbeitende Kunde. Wenn Konsumenten zu unbezahlten Mitarbeitern werden. Campus, Frankfurt 2005</p>
<p><strong>Praxisberichte</strong></p>
<p>Timo Heimerdinger, Der gelebte Konjunktiv. Zur Pragmatik von Ratgeberliteratur in alltagskultureller Perspektive. In: Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Hrsg. von Andy Hahnemann und David Oels. Frankfurt, Peter Lang 2008. S. 97-108.</p>
<p>Michael Schikowski, Geschrieben und verkauft. Das Sachbuch und sein Markt. Einige Anmerkungen In: Non Fiktion. Arsenal der anderen Gattungen. Hrsg. von David Oels, Stephan Porombka, Erhard Schütz, 1. Jahrgang 2006, Heft 1, Die Popularität des Sachbuchs, S. 47–60. (<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/materialausgabe/">Text in der Materialausgabe erhältlich</a>)</p>
<p>Michael Schikowski, Die sozialgeschichtlichen Grundlagen der Warengruppen. In: Klaus-W. Bramann, Michael Schikowski (Hrsg.) Warengruppen - Grundlagen, Allgemeines Sortiment, Fachbuch. Bramann Verlag, Frankfurt. Erscheint 2010.</p>
<p>Bereits durchgeführt am 09. Juni 2009</p>
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		<title>Das Zeitfenster</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/das-zeitfenster/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 06:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Brunold]]></category>

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		<description><![CDATA[
Nichts als die Welt
Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren
Herausgegeben und um die &#8220;Bibliothek des Reporters&#8221; ergänzt von Georg Brunold.
Begleitet von 12 Photoreportagen aus dem letzten Jahrzehnt.
Galiani Berlin 2009
Dieses Buch ist ein Fest. Ein großartiges Fest für die Sinne. Dazu gleich mehr. Sein Erscheinungsjahr wird fortan zum Feiertag derjenigen, die sich um die Entwicklung einer Kultur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/brunold-150x208.jpg" alt="" title="brunold" width="150" height="208" class="alignleft size-medium wp-image-571" /><br />
<strong>Nichts als die Welt</strong></p>
<p>Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren<br />
Herausgegeben und um die &#8220;Bibliothek des Reporters&#8221; ergänzt von Georg Brunold.<br />
Begleitet von 12 Photoreportagen aus dem letzten Jahrzehnt.<br />
Galiani Berlin 2009</p>
<p>Dieses Buch ist ein Fest. Ein großartiges Fest für die Sinne. Dazu gleich mehr. Sein Erscheinungsjahr wird fortan zum Feiertag derjenigen, die sich um die Entwicklung einer Kultur der Sachliteratur bemühen. Wie reich diese Kultur bereits ist, kann man in diesem wunderbaren Buch nachlesen.</p>
<p>Georg Brunold ist der Herausgeber. Dabei ist etwas entstanden, das mit dem Begriff Reportagensammlung nur unzureichend charakterisiert ist. Es ist ein Kanon. Dass dieser fehlte, muss man erst einmal bemerken. Es fiel aber nicht auf. Warum? Bestimmt nicht aus Unachtsamkeit. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass bislang die Literatur und ihre Vertreter durch hochkulturelle Distanzierungsmittel gegenüber dem Journalismus erfolgreicher waren. Und die Journalisten selbst? Sie hatten daran offensichtlich wenig Interesse und waren mehr damit beschäftigt, ihren Seitenwechsel in die fiktionale Hochkultur zu organisieren.   </p>
<p>Anlass dieser Sammlung ist der <em>Werkzeugkasten in 30 Lieferungen</em> von Georg Brunold. Dieser wurde bereits 2004 bis 2006 in der Kulturzeitschrift <em>Du</em> veröffentlicht. Wolfgang Hörner aber, der Verleger, wollte mehr, wollte die Sammlung. Seht her, das alles gibt es und es ist manchmal ungeheuer, manchmal schön, manchmal tief beindruckend. Das, Rückblick und Interpretation und damit Anleitung und Vorbild, das ist Kultur. Hier die der Sachliteratur.</p>
<p>So entstand nicht allein eine Fundgrube des Journalismus (nicht Qualitätsjournalismus), sondern zugleich eine große Schreibanleitung, die auch die Unbefangenheit des Reporters in all ihren Zügen spiegelt. Georg Brunold hat mit diesem Buch einen wichtigen und großartigen Zweig der Sachliteratur, die Reportage, dokumentiert, beleuchtet und analysiert.</p>
<p>So sehr all diese Texte Tagesware sein mögen, sind sie doch zugleich sperrangelweit geöffnete Zeitfenster, durch die wir sehr viel tiefer blicken können, als durch all die zusammenfassenden Kulturgeschichten. Rund die Hälfte der Reportagen stammen aus dem 20. Jahrhundert. </p>
<p>Die viel bemühte journalistische Anschaulichkeit, schreibt Brunold irgendwo, kranke schon am Namen, da sie nur einen Sinn, den Sehsinn, zum exklusiven Organ erhebe. Welch ein Schatz hier gehoben und prachtvoll präsentiert wird, erfährt man auch hier durch das Auge. Gleichwohl wird jeder, der dieses Buch zu Hand nimmt, mehr und mehr von seinen Händen überzeugt, dass dies eines der schönsten Bücher des Jahres ist. </p>
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		<title>Tolstoi oder das richtige Leben</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/tolstoi-oder-das-richtige-leben/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 09:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Montag, den 08.11.2010, Beginn: 19.30 Uhr
Kulturgemeinde Ennepetal
http://www.kulturgemeinde-ennepetal.de/
Mittwoch, den 10.11.2010, Beginn: 20.00
Buchhandlung in der Goltsteinstraße, Köln
Goltsteinstr. 78
E-Mail: lit.goltsteinstrasse (at) t-online.de
Leben und Werk des großen Leo Tolstoi wurde von der Suche nach dem richtigen Leben bestimmt. &#8220;Ich gab das Leben der konventionellen Welt auf&#8221;, schrieb er, &#8220;weil ich einsah, dass es kein Leben war, sondern eine Parodie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Montag, den 08.11.2010, Beginn: 19.30 Uhr<br />
Kulturgemeinde Ennepetal</strong><br />
<a href="http://www.kulturgemeinde-ennepetal.de/">http://www.kulturgemeinde-ennepetal.de/</a></p>
<p><strong>Mittwoch, den 10.11.2010, Beginn: 20.00<br />
Buchhandlung in der Goltsteinstraße, Köln<br />
Goltsteinstr. 78</strong><br />
E-Mail: <em>lit.goltsteinstrasse (at) t-online.de</em></p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tolstoi.jpg" alt="" title="tolstoi" width="120" height="155" class="alignleft size-medium wp-image-704" />Leben und Werk des großen Leo Tolstoi wurde von der Suche nach dem richtigen Leben bestimmt. &#8220;Ich gab das Leben der konventionellen Welt auf&#8221;, schrieb er, &#8220;weil ich einsah, dass es kein Leben war, sondern eine Parodie aufs Leben.&#8221; </p>
<p>Welches Leben sollen wir leben? Mit dieser Frage hat sich der wohl bedeutendste russische Schriftsteller zeitlebens beschäftigt.</p>
<p>Seine großen Romane stehen im Mittelpunkt dieses Leseabends. Wer behauptet, dass &#8220;Anna Karenina&#8221; oder &#8220;Krieg und Frieden&#8221; unzeitgemäß seien, wird hier eines Besseren belehrt: In der Kathedrale wird auch der still, der seinen Glauben verloren hat. </p>
<p>Michael Schikowski erzählt aus Tolstois Leben, führt in die Romane ein und bietet Einblicke in ihren Entstehungsprozess. Christoph Wortberg liest einzelne Romanpassagen, die zeigen wie vielschichtig und zeitlos Tolstois Figuren die Frage zu beantworten suchen: Welches Leben ist das richtige?</p>
<p>Michael Schikowski ist Lehrbeauftragter der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und arbeitet als Key Account Manager im Campus Verlag, Frankfurt. Christoph Wortberg ist Schauspieler und Schriftsteller und arbeitet das Drehbuchautor für Film und Fernsehen. </p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-654" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tolstoi-krieg-100x156.jpg" alt="" width="65" height="103" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-655" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tolstoi-anna-100x148.jpg" alt="" width="69" height="104" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-656" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tolstoi-erzahlungen-100x164.jpg" alt="" width="62" height="103" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-657" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tolstoi-auferstehung-100x162.jpg" alt="" width="62" height="102" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-658" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/tolstoi-volkserz-100x164.jpg" alt="" width="58" height="97" /></p>
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		<title>Corine-Sachbuchpreisträger 2009</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/corine-sachbuchpreistrager-2009/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 18:28:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Corine-Preis werden literarische Leistungen ausgezeichnet, die sich nach Ansicht des Kuratoriums durch Qualität, Aktualität und Interesse beim Publikum hervorgetan haben:
Sachbuchpreis:
Richard von Weizsäcker, Der Weg zur Einheit (C. H. Beck)
Wirtschaftsbuchpreis:
Reinhard Marx, Das Kapital (Pattloch)
Bilderwelten:
Alex MacLean, Over. Der American Way of Life oder Das Ende der Landschaft (Schirmer/Mosel)
Focus-Zukunftspreis:
Nicholas Stern, Der Global Deal (C. H. Beck)
Ehrenpreis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Corine-Preis werden literarische Leistungen ausgezeichnet, die sich nach Ansicht des Kuratoriums durch Qualität, Aktualität und Interesse beim Publikum hervorgetan haben:</p>
<p><strong>Sachbuchpreis:</strong></p>
<p>Richard von Weizsäcker, Der Weg zur Einheit (C. H. Beck)</p>
<p><strong>Wirtschaftsbuchpreis:</strong></p>
<p>Reinhard Marx, Das Kapital (Pattloch)</p>
<p><strong>Bilderwelten:</strong></p>
<p>Alex MacLean, Over. Der American Way of Life oder Das Ende der Landschaft (Schirmer/Mosel)</p>
<p><strong>Focus-Zukunftspreis:</strong></p>
<p>Nicholas Stern, Der Global Deal (C. H. Beck)</p>
<p><strong>Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten:</strong></p>
<p>Rüdiger Safranski für sein Lebenswerk (Hanser)</p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/safranski-100x153.jpg" alt="" title="" width="100" height="153" class="alignleft size-thumbnail wp-image-683" />Nicht ohne Bedeutung mag sein, dass der Corine-Preis im Fernsehen übertragen wird. Dieser Umstand lässt vermuten, dass es sich bei den Preisträgern um eine Schnittmenge von Sachbuch und Präsentabilität zu handeln scheint. Die Würde der Preisträger und des Kuratoriums scheint dient dies nicht in jedem Fall zu dienen. Man muss sehen, ob sich dieser Preis dieser medialen Zwangslage auf die Dauer einmal zu entziehen weiß.</p>
<p>Allein, Ehre wem Ehre gebührt. Wenn Safranskis letztes Buch über die Freundschaft von Schiller und Goethe sicherlich nicht preisverdächtig ist, ist er doch neben Barbara Beuys einer der Autoren, die dem Sachbuch als eigenständige Gattung ein neues Gewicht verschafft haben. Diese Ehrung trifft besonders zielgenau, da sie das Lebenswerk meint. </p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/marx-100x155.jpg" alt="" title="" width="100" height="155" class="alignleft size-thumbnail wp-image-684" />Reinhard Marx erhält seinen Preis doch nicht etwa für schriftstellerische Leistungen? Erst im Innenteil des Buches erfährt man nämlich, dass Dr. Arnd Küppers Mitverfasser ist. Worum also genau handelt es sich? Einem Flickenteppich aus Vorträgen, Predigten und Artikeln von Reinhard Marx.<br />
Der müde Scherz der Namensgleichheit wird auch nicht überzeugt haben. Die Biege zu Marx ist schon auf dem Klappentext von erstaunlicher Naivität: &#8220;Die wirtschaftliche Globalisierung wird von vielen Menschen als existentielle Bedrohung erfahren. (&#8230;) Auch die Thesen von Karl Marx werden in dieser Debatte genannt und allzu häufig verklärt.&#8221; Von wem? Wer hat überhaupt etwas gegen Menschen, dass es nötig wurde &#8220;ein Plädoyer für den Menschen&#8221;, wie der Untertitel lautet, zu schreiben?<br />
Worin liegt also genau die Qualität dieses Buches? Vermutlich genau darin, dass diesen Texten an keiner Stelle widersprochen wird, dass ihm alle zustimmen können. </p>
<p>Schließlich, auch dies ist ein Ernst zu nehmender Aspekt, wird der Buchhandel schon jetzt von hoch produktiven Autoren bestimmt, die zum Teil weit über achtzig Jahre alt sind: Siegfried Lenz, Günter Grass, Helmut Schmidt, Hans Magnus Enzensberger. Daraus sollte man ihnen keinen Vorwurf machen. <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/weizackerjpg.jpg" alt="" title="" width="53" height="85" class="alignleft size-thumbnail wp-image-685" />Da kommt so leicht kein Jüngerer, schon gar nicht eine Jüngere nach vorne, die im Zugriff auf den Stoff etwas wagt. Zu diesen aufmerksamkeitsökonomischen Klemmbolzen, die ihre Ämter auf Lebenszeit innezuhaben scheinen, gehört auch Richard von Weizäcker. Ein solides Buch in gepflegter Sprache, etwas zu ausgleichend, etwas zu abwägend, etwas zu verantwortungsbewusst, daher aber sicherlich so fernsehtauglich wie sein Autor.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Lest Stadtpläne</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/lest-stadtplane/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 23:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man neu in einer Stadt ist, lernt man bestimmte Ecken immer nur getrennt voneinander kennen.  Der Weg zur Arbeit wird als ein ganz anderer wahrgenommen, als der zu den abendlichen Vergnügungstätten. Oft begreift man erst viel später, wie nah alles miteinander in Verbindung steht. Dass diese Verbindung von Arbeit und Freizeit schon länger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man neu in einer Stadt ist, lernt man bestimmte Ecken immer nur getrennt voneinander kennen.  Der Weg zur Arbeit wird als ein ganz anderer wahrgenommen, als der zu den abendlichen Vergnügungstätten. Oft begreift man erst viel später, wie nah alles miteinander in Verbindung steht. Dass diese Verbindung von Arbeit und Freizeit schon länger als Aussicht auf Arbeit als Freizeit verstanden wurde, davon handelt das vortreffliche von Irene Götz und Barabara Lemberger herausgegebene Buch <em>Prekär arbeiten, prekär leben. Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf ein gesellschaftliches Phänomen</em>. Im Blick haben einige der Autoren Bücher wie Holm Friebes und Thomas Ramges <em>Marke Eigenbau. Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion</em>. Interessant immerhin, dass beide Titel im Campus Verlag erschienen sind und sich nun als sehr nahe beieinander liegende, aber auch sehr unterschiedliche Stadtteile erweisen.</p>
<p><strong>Wirtschaftshandeln und Kulturwissenschaft</strong></p>
<p>In seinem ungemein erhellenden Beitrag setzt Lutz Musner Wirtschaftshandeln und Kulturwissenschaft in Beziehung: &#8220;Die Deregulierungen der Wertschöpfungsprozesse und der öffentlichen Institutionen, die im Vordergrund der aktuellen Politik stehen, gehen im intellektuellen Bereich ironischerweise und wohl auch nicht zufällig mit einem Siegeszug des Kulturalismus und der Kulturwissenschaften einher.&#8221; <span id="more-557"></span>
 </p>
<p>Dass der Bereich des Wirtschaftshandelns sich basaler Grundüberzeugungen der Ethik und Kultur entledigt hat, ist bekannt. Die vormalige Standortgebundenheit der Wirtschaft war immer auch mit ihrer gewissermaßen landschaftlichen Einzäunung verbunden. Im Umkehrschluss wird diesem Wirtschaftshandeln nun jede Kulturlandschaft zum Anlass der Produktentwicklung. &#8220;Erleichtert wird diese Ökonomisierung des Kulturellen&#8221; schreibt Lutz Musner, &#8220;durch den Verlust der Kultur der Ökonomie.&#8221;</p>
<p><strong>Produktion ohne Verstetigung, Kreativität ohne Kontrakt</strong></p>
<p>Lutz Musner bringt zwei Entwicklungen zusammen, die Romantik der digitalen Piraterie und den realen Mangel an Perspektiven. Letzteres ist die Basis des ersteren. </p>
<p>Musner schreibt dazu: &#8220;Wenn Forschungs-, Universitäts- und Arbeitsmarktpolitiken zunehmend dazu übergehen, Produktion ohne Verstetigung, Qualifikation ohne Vertiefung, Innovation ohne Institution und Kreativität ohne Kontrakt anzustoßen und dergestalt signifikante Teile der hoch qualifizierten Jugend in prekäre Berufsperspektiven entlassen werden, wird eine neue Mentalität befördert, die den Erfordernissen einer nachhaltigen Wissenschaftsentwicklung fremd gegenüber steht. Es entsteht so nämlich eine freubeuterische, opportunistische und egomanische Geisteshaltung, der die Regeln einer libertären Gelehrtenrepublik und eines Wissenschaftsethos gleichgültig sind oder die den Regelverstoß sogar zum Prinzip individuellen Fortkommens erhebt.&#8221;</p>
<p>Auch hier liegen zwei Stadtteile plötzlich sehr nah beieinander. In den Debatten werden die Perspektiven derjenigen nicht diskutiert, die vor dreißig Jahren noch alle Lehrer wurden. Anlässlich der Lebenserinnerungen von Joachim Kaiser kann man sich die Unterschiede nochmals klar machen. Sie wurden <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-akkumulation-des-ideals/">hier bereits unter dem Titel <em>Akkumulation des Ideals</em> besprochen</a>. Wer weiß aber, ob die hippen und jungen Leute je sich so lange in einer Stadt aufhalten, dass ihnen die Zusammenhänge aufgingen. Wahrscheinlich kommen sie nicht einmal dazu, sich einen Stadtplan zu kaufen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Satelliten zurück in der Atmosphäre</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/satelliten-zuruck-in-der-atmosphare/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 23:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[ Stephan Porombka, Erhard Schütz (Hrsg.)
55 Klassiker des Kulturjournalismus
Siebenhaar Verlag, Berlin 2008
In der Werbung für Sprudelwasser sieht man nie wie das Wasser irgendwo in der Tiefe abgezapft und mittels moderner Technik verarbeitet wird. Statt dessen ist immer von uralten Quellen die Rede und dass mit diesem Wasser die ganze Weisheit und Kraft der Jahrtausende alten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/porombka2.jpg'><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/porombka2.jpg" alt="" title="porombka2" width="117" height="180" class="alignleft size-medium wp-image-553" /></a> <strong>Stephan Porombka, Erhard Schütz (Hrsg.)<br />
55 Klassiker des Kulturjournalismus</strong><br />
Siebenhaar Verlag, Berlin 2008</p>
<p>In der Werbung für Sprudelwasser sieht man nie wie das Wasser irgendwo in der Tiefe abgezapft und mittels moderner Technik verarbeitet wird. Statt dessen ist immer von uralten Quellen die Rede und dass mit diesem Wasser die ganze Weisheit und Kraft der Jahrtausende alten Erde in der Flasche auf den Tisch kommt. Nicht anders verhält es sich in der Sachbuchforschung. Zu Recht übrigens. Wer was auf sich hält, malt sich einen Stammbaum. Wer eine Gattungsgeschichte zu verfassen gedenkt, wird sie nicht im Vorgestern beginnen lassen, sondern versucht möglichst tief aus dem Brunnen der Vergangenheit zu schöpfen. </p>
<p>Genauso Stephan Porombka und Erhard Schütz, die die <em>55 Klassiker des Kulturjournalismus</em> herausgeben und im Barock mit Georg Philipp Harsdörffer beginnen. Im Titel fehlt der Hinweis darauf, dass hier ausschließlich deutschsprachige Klassiker vorgestellt werden. Gegenüber dem Feuilleton, dem ein bestimmter Publikationsort zugewiesen werden kann, so wie dem Sachbuch eine bestimmte Publikationsform, fehlt dies alles im Begriff des Kulturjounalismus. Allein schon der Begriff wirkt bei näherer Betrachtung in sich widersprüchlich. Ein Journalist ist mal mit einem Fußballspiel, dann mit einem Parteitag und dann mit dem <em>flashmob</em> auf der Domplatte befasst. Nun, und manchmal zieht er über die Kollegen her. Vielleicht ist das ja dann Kulturjournalismus? </p>
<p>Die Herausgeber bekennen auch gleich: &#8220;Wer nach einer bereits erzählten und geordneten Geschichte des Kulturjournalismus sucht, wird nichts finden. Folgerichtig gibt es auch keinen offiziellen Kanon kulturjounalistischer Texte. Es gibt keine offizielle Poetik und kein offizielles Programm. Es gibt auch keine Tradition der Bildung von Gruppen oder Schulen, die Manifeste produzieren und sich auf einem - wie auch immer zugeschnittenen kulturjournalistischen Feld - gegen andere Gruppen oder Schulen positionieren.&#8221; <span id="more-550"></span></p>
<p>Die Einigung auf 55 wirkt so willkürlich wie spielerisch, und listig fordern die Herausgeber denjeingen auf, der auf noch fehlende Texte und Autoren hinweisen möchte - wie zum Beispiel die von Hermann Bahr oder Alice Schwarzer - zugleich diejenigen zu bezeichnen, die rausfliegen. So handzahm und langweilig wie Schärf in diesem Buch über Adorno schreibt, dessen <em>Minima Moralia</em> ein Schlüsseltext des Kulturjournalismus bildet, so schmerzlich vermisst man Friedrich Nietzsche. Der Einfluss Adornos wird in manchen der Texte geltend gemacht, aber noch immer im pflichtschuldigen Gestus der Besinnung auf das was wir ihm zu verdanken haben. Von der Bürde, die Nietzsche und Adorno für den Kulturjounalismus bis heute bedeuten, hätte ich gerne etwas gelesen. </p>
<p>Es wundert nicht, dass Porombka und Schütz Kulturjournalismus sehr weit fassen: &#8220;Er beobachtet, beschreibt und reflektiert Kultur als etwas, das durch Menschen als etwas Sinnhaftes hergestellt wird. Kultur erscheint ihm als herstellbares, in dauernder Herstellung befindliches Sinnkonstrukt, das sich nach selbst wiederum veränderlichen kulturellen Regeln verändert.&#8221; Und, so müsste man ergänzen, kulturjounalistisches Schreiben als Beobachterposition des Satelliten ist für Schriftsteller, denen es gelingt in das Buch <em>55 Klassiker des Kulturjournalismus</em> aufgenommen zu werden, der Wiedereintritt in die Atmosphäre der Kultur.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was kommt nach der Biografie?</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/was-kommt-nach-der-biografie/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/was-kommt-nach-der-biografie/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 23:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Als in der Mitte des vorigen Jahrhunderts Dolf Sternbergers Panorama oder Ansichten vom 19. Jahrhundert und Siegfried Kracauers Pariser Leben erschienen, waren diese Bücher eine intelligente Weiterentwicklung dessen, was man damals als biografische Mode zu kritisieren beliebte. Beide Bücher lesen sich auch heute noch hervorragend.
Abseits lesen
In der biografischen Literatur, die sich auf das 20. Jahrhundert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als in der Mitte des vorigen Jahrhunderts Dolf Sternbergers <em>Panorama oder Ansichten vom 19. Jahrhundert</em> und Siegfried Kracauers <em>Pariser Leben</em> erschienen, waren diese Bücher eine intelligente Weiterentwicklung dessen, was man damals als biografische Mode zu kritisieren beliebte. Beide Bücher lesen sich auch heute noch hervorragend.</p>
<p><strong>Abseits lesen</strong></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/fontane.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-554" title="fontane" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/fontane-100x153.jpg" alt="" width="84" height="129" /></a>In der biografischen Literatur, die sich auf das 20. Jahrhundert bezieht, wäre eine ähnliche Entwicklung möglich. Denn mittlerweile dürfte alles randständige Begleitpersonal in der biografischen Literatur behandelt worden sein. Besonders unter dem Stichwort der Frau an seiner Seite ist nun fast alles erschienen von Sofja Andrejewna Tolstaja, Meta Fontane und Inge Jens. Das Buch über die erstere ist <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/schreibburo-tolstaja/">hier bereits vorgestellt </a>worden.</p>
<p>Es müssten Bücher sein, die weniger auf ihre Protagonisten fixiert sind und quer zu den Lebenswegen ihre Themen suchen und neu bündeln. Vielleicht ein wenig so wie Philipp Blom in <em>Der taumelnde Kontinent</em>, einem Buch über Europa zwischen 1900 und 1914. Was kommt also nach der Biografie? Die Gesellschaftsbiografie.</p>
<p><strong>Selber lesen</strong></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/blom2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-555" title="blom2" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/blom2-100x153.jpg" alt="" width="85" height="130" /></a>Vielleicht aber sollte darin schärfer und genauer die Literatur dieser Zeit gelesen werden, so wie bei Sternberger und Kracauer und nicht so sehr an der aktuellen Forschungsliteratur entlang, wie bei Blom. </p>
<p>Über ein berüchtigtes frauenfeindliches Buch des Psychiaters Möbius heißt es bei Blom: &#8220;Die Fülle der wissenschaftlich aufbereiteten Daten machte das Werk sofort zum Evangelium derer, die Frauen dauerhaft an Heim und Herd binden wollten.&#8221; Letzteres ist zweifellos richtig, während ersteres genau falsch ist, weil den Zeitgenossen auf Anhieb klar war, dass von wissenschaftlich aufbereiteten Daten nicht die Rede sein konnte. Der Umfang betrug in der Erstauflage kaum dreissig Seiten und viele vermuteten gar die Absicht zur Parodie dahinter.</p>
<p><strong>Wieder lesen</strong></p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/jager1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-556" title="jager1" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/jager1-100x160.jpg" alt="" width="83" height="133" /></a>Was eine solche Gesellschaftsbiografie leisten könnte, zeigt vor allem Lorenz Jäger. Er veröffentlichte eine politische Biografie über Adorno und schreibt scharf am Rande dessen, was man bei Adorno für zentral halten kann: die Musiksoziologie, die Philosophie, die Ästhetik. Das ist großartig. Als das Buch 2003 zuerst erschien, war klar, da will jemand zanken, indem er Adorno inmitten der Gesellschaft zeigt. Die Figur, die er als Gegenstand einer politischen Biografie macht ist weniger vorteilhaft für ihn, als es diejenigen, die über die <em>Minima moralia</em> sozialisiert wurden, lesen wollen. Jäger hat dann selbst mal in der <em>Minima moralia</em> nachgelesen und resümiert schließlich: &#8220;Der heutige Leser mag nicht nur die Armut an wirklichen Beobachtungen aus dem Gastland Amerika auffallen. Vor allem vermag er sich die empirische Existenz des Autors nur unzureichend vorzustellen - wäre Adorno mit dem &#8216;impliziten Autor&#8217; identisch, dann hätte er das Buch vor lauter Unglück wohl nicht schreiben können.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/rapunzel-lass-deinen-bart-herunter/">Hier zu einem weiteren Artikel zur Biografie. </a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie schreiben?  Zwischen creative writing und Literaturwissenschaft</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wie-schreiben-zwischen-creative-writing-und-literaturwissenschaft/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wie-schreiben-zwischen-creative-writing-und-literaturwissenschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 23:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
 
Sol Steins Klassiker des creative writing ist erstmals in einer Taschenbuchausgabe bei Zweitausendeins zu haben. Er führt den stolzen Titel „Über das Schreiben“ und vertritt diesen Anspruch konsequent. Zu Recht?
 
 
Die implizite Poetologie
 
Diesen Text Sol Steins versteht man tatsächlich nur dann zu würdigen, wenn man ihn auf seinen poetologischen Rahmen bezieht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-543" title="stein" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/stein-100x164.jpg" alt="" width="100" height="164" /></span><span style="font-family: Verdana;"><em>Sol Steins Klassiker des creative writing ist erstmals in einer Taschenbuchausgabe bei Zweitausendeins zu haben. Er führt den stolzen Titel „Über das Schreiben“ und vertritt diesen Anspruch konsequent. Zu Recht?</em></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: Verdana;">Die implizite Poetologie</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Diesen Text Sol Steins versteht man tatsächlich nur dann zu würdigen, wenn man ihn auf seinen poetologischen Rahmen bezieht. Der Autor selbst legt dies wohlweislich nicht nahe, denn sonst könnte er nicht den Anschein erwecken, ein Buch über „das“ Schreiben, sondern womöglich „nur“ ein Buch über das Schreiben von Unterhaltungsliteratur verfasst zu haben.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Seine Vorstellungen eines gelungenen Textes gründen zunächst auf zwei poetologischen Dogmen: ein Text muss Spannung wecken und den Spannungsbogen konstant hoch halten und er muss eine möglichst weitgehende Identifikation mit der „Hauptfigur“ hervorrufen. Den Autoren erteilt er folgenden Rat: „Wenn Ihr Protagonist nicht mit aller Kraft nach einem Ziel strebt, fällt es den Lesern schwer, ihm von ganzen [!] Herzen zu wünschen, daß er es erreicht; aber genau das ist es, was die Leser antreibt, die Lektüre fortzusetzen. Je stärker die Sehnsucht, um so größer das Interesse des Lesers.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Sowohl Spannung als auch Identifikation sind gerade Kriterien für erfolgreiche Unterhaltungsliteratur. Insofern drückt sich für Stein folgerichtig die Güte eines Textes in dessen Rang auf den Bestsellerlisten aus. Sein Bewundern über von ihm selbst lektorierte Texte bringt er so zum Ausdruck: „Einem Autor, dessen Werk ich lektoriert habe, gelang es, eine Figur durch ihren Gang so überzeugend zu charakterisieren, daß sie ohne Umschweife in die Bestsellerlisten marschierte.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Dies ist – um allen möglichen Missverständnissen vorzubeugen – keineswegs ehrenrührig. Dies wird es allerdings in dem Moment, in dem er selbst versucht Prestige für seine eigenen und die von ihm lektorierten Texte daraus zu ziehen, dass er sich verdächtig demonstrativ gegen die sogenannte „Trivialliteratur“ abgrenzt. Wenn Sol Stein beispielsweise davon spricht, dass die Figuren der „Trivialliteratur“ „flach und klischeehaft gezeichnet“ seien, misst er sie dabei an seiner oben dargestellten impliziten Poetologie einer unreflektierten und rein affirmativen Identifikation der Rezipienten mit den Protagonisten. Und es ist doch gerade diese unhinterfragte und ungebrochene Identifikation, von der Sol Stein selbst ausgeht, die ein konstitutives Merkmal der „Trivialliteratur“ bildet.</span></p>
<p><span id="more-525"></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Dasjenige, was Sol Stein als vorgeblichen Unterschied zwischen „gehobener Literatur“ und „Trivialliteratur“ darstellt, ist tatsächlich der Unterschied zwischen technisch gut verfertigter und technisch schlecht verfertigter Unterhaltungsliteratur. Augenfällig wird dies in folgendem Abschnitt: „Dem Leser fällt es leichter, sich mit einem Wunsch zu identifizieren, den viele haben und der nicht allzu ausgefallen ist […]. Eine Liebe zu erobern oder zu verlieren, ein lebenslang erstrebtes Ziel zu verwirklichen, die Gerechtigkeit siegen zu sehen, ein Leben zu retten, Vergeltung zu üben […] – das sind die Wünsche und Sehnsüchte, für die sich die Mehrzahl der Leser interessiert. In der sogeannten Trivialliteratur […] treten [die Ereignisse] unvermittelt ein.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Am Beispiel des empfohlenen Umgangs mit der Spannung, dem zweiten Dogma seiner Poetologie, decouvriert er seine Position selbst: „Idealerweise sollten die Kapitel so enden wie früher die Wochenserien im Kino: Die Helden befinden sich in einer schwierigen Situation, die einer Lösung harrt. Wenn Sie diese Serien nicht kennen, nehmen Sie sich die Seifenopern im Fernsehen zum Vorbild, in denen die Episoden stets so enden, daß die Zuschauer unbedingt sehen wollen, was als nächstes passiert.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Die gut verfertigte Unterhaltungsliteratur versteht es gegenüber der schlecht verfertigten, die technischen Kunstgriffe möglichst gut als solche zu verschleiern: „Denken Sie aber daran: Manche Hindernisse [für die Protagonisten, um die Spannung zu steigern] müssen von langer Hand vorbereitet werden, damit sie nicht wie ein willkürlicher Kunstgriff des Autors wirken.“ Sol Stein kann man hier durchaus, wenn man ihn gegen seine eigene Intention als Lehrer zum Verfertigen von reiner Unterhaltungsliteratur versteht, durchaus zustimmen. Je „realistischer“ der Handlungsverlauf und die Figuren wirken, umso größer die Wahrscheinlichkeit der Identifikation. Und genau hier kann man das dritte Dogma seiner Poetologie der Unterhaltungsliteratur ablesen: Literatur muss so „realistisch“ wie möglich sein, wobei Stein hier von einem unreflektierten um nicht zu sagen naiven Verständnis von „Realismus“ ausgeht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: Verdana;">Die Schreib-, Erzähltechniken und das Sachbuch</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Es ist ein Verdienst Sol Steins, das Problem des erzählenden faktualen Textes angesprochen zu haben, auch wenn die Art und Weise wie er dies tut, verkürzend und irreführend ist. Gemäß seiner Dogmen fordert er „Realismus“ und Identifikation, woraus in folgendem Beispiel eine „lebendige Gestaltung“ eines historischen Ereignisses resultieren soll: „Warum soll der Autor eines Sachbuchs Szenen nicht ebenso lebendig gestalten können wie der Romanschreiber? […] Erfindet er etwas hinzu? Der Text selbst – nicht nur das Ansehen, das Mattingly als Historiker genießt – überzeugt uns davon, daß der Autor jeden zeitgenössischen Bericht und jedes Gemälde, in denen die Geschehnisse belegt sind, ausgeschlachtet hat, um diese Szene entstehen zu lassen.“ Sol Steins Rückgriff auf das Argument aus der Autorität bzw. den Fleiß eines sachbuchschreibenden Historikers wird der Komplexität des Problems nicht gerecht, ganz abgesehen davon, dass die Auswertung fiktionaler wenn auch zeitgenössischer Gemälde keine historische Wahrheit verbürgen kann. Der Hinweis auf den fehlgeleiteten Fleiß des Historikers und der Hinweis auf den Bezug auf unkritische historische Quellen verneint auch nicht die rhetorische Frage. Dem von Stein zitierten Text kann man auch sofort entnehmen, dass seine „Lebendigkeit“ sich gerade solchen Einzelheiten verdankt, die unmöglich historisch verbürgt sein können: „Einen Augenblick lang hielt sie alle Blicke gefangen, dann sank sie in die Düsternis ihres Sessels zurück und wandte ihre ernste Unaufmerksamkeit den Richtern zu. Es war ihr nicht unangenehm, daß die Versammlung für niemanden sonst ein Auge hatte.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Eine „ernste Unaufmerksamkeit“ kann historisch nicht verbürgt sein. Ein Sachbuch, dass sich derart weit von seiner faktualen Referenz entfernt, hat die Grenzen zum historischen Roman bereits überschritten. Aber unabhängig von diesem durch Stein schlecht gewählten Beispiel bleibt die Frage offen, wie die Möglichkeit erklärt werden kann, dass historische Fakten auf völlig unterschiedliche Weise vermittelt werden können, ohne etwas dazuerfinden zu müssen. Dazu das nächste Zitat.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">„Die folgende Geschichte einer wahren Begebenheit zeigt, wie in einem nichtfiktionalen Text die Spannung durch eine gleichbleibende Erzählperspektive aufrechterhalten wird, [&#8230;]“. Hier streift Stein beiläufig den eigentlichen Kern der Sache/des Sachbuchs: zunächst muss man wieder einmal die Differenzierung eines nichtfiktionalen Textes in Sach- und Fachbuch vornehmen, die bekanntermaßen in Amerika so nicht üblich ist. Das akademische Fachbuch kennt keinen Erzähler, denn hier greift das Axiom von Grice: der Autor muss als Person überzeugt von dem sein, was er schreibt und behauptet. Dafür steht er auch mit seiner Reputation voll ein. Das Sachbuch kennt dagegen sehr wohl eine erzählende Instanz, kann sogar durch diesen Doppelcharakter zwischen seinem referentiellen Bezug auf Faktisches und seiner Methodik als erzählend beschrieben werden. Inwieweit der Bezug auf das Faktische tatsächlich und belegbar oder nur fingierend und insofern sich dem historischen Roman annähernd ausfällt, ist dann eine Frage der Diskursethik.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: Verdana;">Der Text Sol Steins und dessen eigene Techniken</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">„Ein Text erfüllt seine Aufgabe besser, wenn er beim Leser Gefühle hervorruft, das gilt für den nichtfiktionalen Bereich ebenso wie für den fiktionalen. Auch wenn wir es vielleicht lieber hätten, wenn alle Menschen dieser Welt vernunftbestimmt wären, bleibt die Tatsache bestehen, daß uns das, was wir fühlen, stärker bewegt als das, was wir verstehen. Die großen Redner und Verfasser theoretischer Abhandlungen haben das schon immer gewußt.“ Man beobachte das Argument aus der Autorität am Ende des Zitats. Stein wendet hier in ironischer Weise genau das an, wovon er spricht: statt sich wenigstens auf eine konkrete Autorität zu berufen, spricht er vage von „großen“ Rednern und Theoretikern und spricht damit eben nicht den Intellekt der Leser an, wie er es suggerieren möchte, sondern gerade das Gefühl, in diesem Falle zynischerweise das Gefühl, sich intellektuell fühlen zu wollen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Nichts ist naheliegender, als zu analysieren, wie Sol Stein seine Ratschläge in seinem eigenen Buch seinen eigenen Lesern gegenüber weiterhin umsetzt. Welcher Techniken also bedient er sich außer des Arguments aus der Autorität? Der Schmeichelei und des Selbstlobs.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Zu Beginn des elften Kapitels über „Das Geheimnis [!] des gelungenen Dialogs“ – man beachte das Wort Geheimnis – zieht Stein alle Register und verbindet die Schmeichelei gegenüber potentiellen Autoren mit einer schmeichelhaften Selbstdarstellung: „Wenn Sie dieses Kapitel zu Ende gelesen haben, sind Sie mit den Geheimnissen des Dialogs vermutlich besser vertraut als die Mehrzahl der Autoren, deren Werke veröffentlicht wurden.“ Und weiter: „Im Herbst 1989 hielt ich auf Einladung der University of California in Irvine hin ein dreimonatiges Seminar […] daß meine Studenten, von denen einige bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hatten, sich aber desungeachtet noch als Lernende empfanden, den Kurs unbedingt weiterführen wollten. Sie kamen einmal wöchentlich zusammen und bedrängten mich, zurückzukommen. […] viele dieser Autoren besuchen meine Seminare immer noch, um sich in der Kunst des Dialogentwurfs und in anderen Techniken des literarischen Schaffens zu vervollkommnen.<br />
[!]“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Stein versucht zuerst, den Ehrgeiz der potentiellen Autoren anzustacheln und suggeriert dann, er könne zu einer Vervollkommnung der Dialoggestaltung verhelfen. Man kann nur hoffen, dass die potentiellen Autoren auch hinreichend kritische Leser sind.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: Verdana;">Vom Nutzen des Buches</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;">Die Stärke des Buches liegt zweifellos darin, dass es zeigt, wie man seinen Text den Anforderungen des amerikanischen Bestsellermarktes und seiner Zielgruppe anpasst – kurz: wie man technisch gute Unterhaltungsliteratur schreibt, auch wenn dies eine Lesart ist, der Sol Stein wohl schwerlich zustimmen würde.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-544" title="fricke1" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/fricke1-100x143.jpg" alt="" width="100" height="143" /><span style="font-family: Verdana;">Wer dieses Buch gewogen und als zu leicht befunden hat, dem sei ein weiteres empfohlen, das nach wie vor zum Besten der Gattung gehört, obwohl es sich selbst vielleicht gar nicht als Schreibschule im engeren Sinne versteht: die „Einübung in die Literaturwissenschaft“ von Fricke und Zymner. Hier kann man durch Parodie und Nachdichten nicht nur die jeweiligen Eigenheiten bestimmter Gattungen, Epochen usw. kennen lernen, sondern auch, welche konkreten sprachlichen Techniken dem zu Grunde liegen. Dieses Buch ist der missing link zwischen creative writing und Literaturwissenschaft. Während Sol Stein den Autoren sagt: „Macht es so und so!“, zeigen Fricke und Zymner die vielfältigen Möglichkeiten auf und sagen: „Hier habt ihr diese und jene Techniken, die schon hier und dort verwendet wurden, und die ihr je nach euren Intentionen auswählen könnt.“</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Sag beim Abdruck leise Danke - warum sich Autoren nicht überall bedanken müssen</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/sag-beim-abdruck-leise-danke-warum-sich-autoren-nicht-uberall-bedanken-mussen/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 23:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein erster Danke gilt meiner Frau. (sic)
Bernhard Bueb
Kürzlich hörte ich von einem Streit zwischen einem Autor und seinem Agenten. Letzterer wollte sich unbedingt in der Danksagung erwähnt wissen. So als wäre es selbstverständlich, dass wenn ein Buch nicht nur geschrieben, sondern auch gedruckt würde, damit schon klar wäre, dass der Autor sich zu bedanken habe. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mein erster Danke gilt meiner Frau.</em> (sic)<br />
Bernhard Bueb</p>
<p>Kürzlich hörte ich von einem Streit zwischen einem Autor und seinem Agenten. Letzterer wollte sich unbedingt in der Danksagung erwähnt wissen. So als wäre es selbstverständlich, dass wenn ein Buch nicht nur geschrieben, sondern auch gedruckt würde, damit schon klar wäre, dass der Autor sich zu bedanken habe. Und zwar zunächst beim Agenten.</p>
<p>Dieser Agent hat richtig beobachtet, dass inzwischen immer weniger Bücher erscheinen, in denen nicht ausführlich und lückenlos gedankt würde. Zweifellos aber wird nicht nur der vom Schreibprozess aufgeriebenen Familie gedankt, den inzwischen getrennt lebenden Partnern, den Eltern, die für das Buch ohnehin keinerlei Verständnis aufbringen, und den inzwischen vollkommen verwahrlosten Kindern, sondern auch den Agenten, die die ruinöse Idee zum Buch hatten. Man stelle sich aber einmal vor, Thomas Mann, der Peter Voss der Weltliteratur, hätte sich genötigt gefühlt, sich zu bedanken. Und wäre dies auch nur für einen seiner Romane geschehen, der Schaden für die Deutungen produzierende Germanistik wäre gar nicht abzusehen.</p>
<p><strong>Ein Blumenstrauß reicht</strong></p>
<p>Der wichtigste Grund, der einer zu ausführlichen Danksagung widerspricht, ist die Idee der Autorschaft. Beginnt eine Danksagung schon beim Agenten, der die Idee zum Buch hatte und im Autor sein dankbares Opfer gefunden hat, dann endet sie zumeist auch mit dem Lektor, der das vollkommen unbrauchbare und ausufernde Manuskript neu geschrieben und auf schlanke einhundertsechzig Seiten gebracht hat. Es muss doch nicht jeder wissen, dass zwischen der ersten Idee und dem fertigen Buch ein Autor als saure Gurke in der Sandwichsituation steckte! <span id="more-522"></span>Ich finde es dagegen für Autoren angemessener, den Agenten einen Blumenstrauß im Wert von ca. zwanzig Euro zu überreichen und den Lektoren einen Dankesbrief nicht unter drei Seiten mit der Hand zu schreiben. Ein Telefonat und eine E-Mail sind sicherlich nicht ausreichend, auch nicht, wenn man sich telefonisch bedankt und dann zusätzlich eine E-Mail schickt.</p>
<p>Danksagungen beeinflussen mein Leseverhalten sehr, denn ich lese alle Bücher von hinten nach vorn, wo ich gleich auf diesen unseligsten aller Paratexte stoße, oder ich lese etwas vom Ende, was aus der Mitte und dann den Anfang, oder nur die rechte Seite (immer die ungerade) oder ich lese das Buch einfach mal ganz. Oder ich lese das Buch im schlimmsten Fall gar nicht, und zwar genau dann, wenn schon die Danksagung langweilig ist, wenn offensichtlich keiner beleidigt sein muss, weil er etwa vergessen wurde. Ich finde, es darf ruhig mehr Beleidigte geben als nur die Agenten.</p>
<p><strong>Eine kurze Statistik der Länge der Danksagungen</strong></p>
<p>Sehr knapp in der Danksagung ist ausgerechnet:<br />
Diez, Der Tod meiner Mutter, Kiepenheuer &#038; Witsch</p>
<p>Eine Seite benötigen:<br />
Bingül, Kein Vaterland nirgends, Droemer<br />
Friedrichs, Müller, Baumholt, Deutschland dritter Klasse, Hoffmann und Campe<br />
Bueb, Von der Pflicht zu führen, Ullstein</p>
<p>Auf zwei Seiten kommen:<br />
Möller, Traumfang, Ullstein<br />
Wölk, Sternenklar, Dumont<br />
Friedrichs, Gestatten: Elite, Hoffmann und Campe</p>
<p>Nicht unter drei Seiten benötigt:<br />
Klein, Da Vincis Vermächtnis, S. Fischer</p>
<p>Rekordverdächtig sind vier Seiten bei:<br />
Ferguson, Der Aufstieg des Geldes, Econ</p>
<p>An der Spitze aber liegt mit fünf Seiten:<br />
Thornton, Sieben Tage in der Kunstwelt, S. Fischer</p>
<p>Absolut undankbar sind laut der spontanen Erhebung:<br />
Lachmann, Von Not nach Elend, Piper<br />
Minkmar, Mit dem Kopf durch die Welt, S. Fischer<br />
Chauvistré, Wir Gutkrieger, Campus<br />
Fournier, Wo fahren wir hin, Papa, dtv<br />
Onfray, Wir brauchen keinen Gott, Piper</p>
<p>Wieder einmal ist damit innerhalb der Sachbuchforschung ein Desiderat entdeckt. Von Dersideraten ist immer dann die Rede, wenn der Verfasser der Meinung ist, dass es nichts bringt, der Sache selbst auf den Grund zu gehen.  Im Anschluss an obige recht knappe empirische Untersuchung, lassen sich vielleicht drei Schlussfolgerungen formulieren, wenn auch nicht in jedem Fall verteidigen:</p>
<p>1. Deutsche Autoren bedanken sich als Neulinge fast ebenso häufig, aber nicht so umfangreich wie der etablierte angloamerikanische Autor.<br />
2. Der Umfang der Danksagung wird bei deutschen Autoren mit jedem Buch, das erscheint, halbiert. Zum Beispiel Friedrichs von zwei Seiten auf eine Seite.<br />
3. Bei angloamerikanischen Autoren scheint die Danksagung mit jedem Buch umfangreicher zu werden. Zum Beispiel bei Ferguson und Thornton.<br />
4. Franzosen bedanken sich gar nicht. Zum Beispiel Fournier und Onfray.</p>
<p>Nicht mitbedacht sind versteckte Danksagungen. Jürgen Osterhammel zum Beispiel versteckt die seine im Nachwort. Er widmet <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/neues-aus-schwartau/">sein grandioses Buch <em>Die Verwandlung der Welt</em></a> dem Sohn. Im Nachwort kommt er darauf zurück und schreibt: &#8220;Ein freundschaftlicher Dank gebührt Jens Malte Fischer für Belehrung und Unterhaltung während meiner Münchner Zeit, Hörsaal E 2, mittwochs 16 bis 18 Uhr. Meine Familie hat das Ende der Arbeit (un)geduldig erwartet. Das werdende Buch hat Philipp während seiner ersten sechs Schuljahre begleitet. Er hat von Anfang an darauf bestanden, dass es <em>sein</em> Buch sein sollte. Und niemandem schulde ich mehr als Sabine Dabringhaus.&#8221;</p>
<p><strong>Bitte Danke - eine neue Rubrik im Börsenblatt</strong></p>
<p>Man kann nicht alle neuen Bücher auf solch elegante Weise wie bei Osterhammel durch Verschiebung ins Nachwort von der Danksagung entlasten. So wie sich die Verlage aber nicht untereinander Briefe schreiben, in denen sie sich mitteilen, für welchen Titel sie Titelschutz beanspruchen, sondern dergleichen im Börsenblatt kundtun, könnte dort eine neue Rubrik, nämlich die <em>Neuen Danksagungen</em> eingerichtet werden. Hier können Autoren jedem und allen nach Herzenslust danken. Dergleichen würde dann auch die beruflich Beleidigten und privat Übergangenen schnell dahin bringen, weil vergessen, sofort beleidigt zu sein, sich sofort übergangen zu fühlen. Umgekehrt wäre auch denkbar, im Börsenblatt zukünftig die Rubrik <em>Bitte Danke</em> einzurichten, in der sich diejenigen aufführen lassen können, die sich für ihre Idee, ihre Geduld oder irgendetwas anderes in einem zu veröffentlichenden Buch danken lassen wollen.</p>
<p>Die sinnfälligste einseitige Danksagung findet sich in Christoph Biermanns <em>Die Fußball-Matrix</em>, bei Kiepenheuer &#038; Witsch erschienen. Wie in einer Mannschaftsaufstellung erscheinen die, denen gedankt wird, zweireihig untereinander aufgereiht.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Fangbuch für Leser</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/ein-fangbuch-fur-leser/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/ein-fangbuch-fur-leser/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 23:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Möller A.]]></category>

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		<description><![CDATA[Andreas Möller
Traumfang
Eine Geschichte vom Angeln
Ullstein 2009
Ein fein geschriebenes Buch über das Angeln und natürlich, wie kann es anderes sein, über den Vater und, um auch dies noch zu nennen, über das Schweigen am Granbower See. Das Fangbuch, das Möller als Jugendlicher zu führen beginnt und in dem Datum, Gewicht und Abbildungen der Fänge gesammelt werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-521" title="moller" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/moller-100x171.jpg" alt="" width="100" height="171" /><strong>Andreas Möller</strong><br />
Traumfang<br />
Eine Geschichte vom Angeln<br />
Ullstein 2009</p>
<p>Ein fein geschriebenes Buch über das Angeln und natürlich, wie kann es anderes sein, über den Vater und, um auch dies noch zu nennen, über das Schweigen am Granbower See. Das Fangbuch, das Möller als Jugendlicher zu führen beginnt und in dem Datum, Gewicht und Abbildungen der Fänge gesammelt werden, mag Möller als Faden in die Vergangenheit genützt haben. So richtig nach Fisch riecht es dann in diesem Buch jedoch nur wenig. Gelegentlich wird an Schreibempfehlungen erinnert wie die, seine Eindrücke zu schildern. So leitet Möller einen Abschnitt mit: &#8220;Zu den Eindrücken dieses Sommers gehört auch&#8230;&#8221; ein. Dass man dem Buch keine Abbildungen von Fischen mitgeben wollte, versteht sich von selbst. Kein Fischbuch sollte es werden, sondern ein literarisches Sachbuch und ein Fangbuch für Leser. Aber hat Möller den Kescher schon vor dem Fang zurechtgelegt?</p>
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		<title>Geglücktes Spiel</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 23:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Andreas Diekmann
Spieltheorie. Einführung, Beispiele, Experimente
Rowohlt 2009
Die Reihe „Rowohlts Enzyklopädie“, herausgegeben von Burghard König, ist nicht nur aus dem Bereich der wissenschaftlichen Literatur nicht mehr wegzudenken. Viele Bände dieser Reihe hatten sich schon seit jeher dadurch ausgezeichnet, wissenschaftliches Grundlagenwissen aufs Konkrete anzuwenden, ohne deshalb unzulässig zu vereinfachen. Oder anders ausgedrückt: viele Bände dieser Reihe vereinigen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Andreas Diekmann</strong><br />
Spieltheorie. Einführung, Beispiele, Experimente<br />
Rowohlt 2009</p>
<p>Die Reihe „Rowohlts Enzyklopädie“, herausgegeben von Burghard König, ist nicht nur aus dem Bereich der wissenschaftlichen Literatur nicht mehr wegzudenken. Viele Bände dieser Reihe hatten sich schon seit jeher dadurch ausgezeichnet, wissenschaftliches Grundlagenwissen aufs Konkrete anzuwenden, ohne deshalb unzulässig zu vereinfachen. Oder anders ausgedrückt: viele Bände dieser Reihe vereinigen die Vorzüge von Fach- und Sachbüchern in sich und verstehen es, die jeweiligen Nachteile zu vermeiden.</p>
<p>Ein besonders geglückter Band ist das Buch über Spieltheorie des Soziologen Andreas Diekmann. Bislang haben Darstellungen der Spieltheorie deren mathematischen Ursprung deutlich betont, was bisweilen soweit ging, dass sich eine vermeintlich populäre Darstellung „Spieltheorie für Nichtmathematiker“ betitelte, um den vermeintlichen Verständniszuwachs nur ja als Mangel an Sachverstand herauszustreichen.<span id="more-519"></span></p>
<p>Ganz anders die Darstellung von Diekmann, der so klug war zu erkennen, dass die Anwendung der Spieltheorie auf soziale Interaktionen nicht eine Übertragung eines mathematischen Modells mit zwangsläufigem Komplexitätsverlust ist, sondern dass umgekehrt soziale Interaktionen deutlich auch die Schwächen des mathematischen Modells zeigen und dass eine Entscheidungssituation nicht zwangsläufig auf eine einfache Matrix beschränkt werden kann, sondern dass auch immer wieder die einer Matrix zu Grunde liegenden Spielregeln zum Gegenstand des „Spiels“ gemacht werden können.</p>
<p>Als Beispiel sei hier das Modell des legendären Chickenspiels angeführt: zur Veranschaulichung dient in der Literatur in der Regel die Situation einer Mutprobe. Zwei Kontrahenten steuern mit ihren Wagen direkt aufeinander zu. Wer zuerst ausweicht, gilt als Feigling und hat verloren. Weichen beide nicht aus, kommt es zur Katastrophe. Natürlich analysiert Diekmann das Modell und referiert wie auch die herkömmliche Literatur, dass es hier keine dominierende Strategie gibt, zwei Nash-Gleichgewichte existieren, die beide Pareto-optimal sind. Soweit, so technisch.</p>
<p>An diese Untersuchung fügt Diekmann einen hervorgehobenen „Kasten“ mit einer Übertragung auf die Kubakrise und den Kalten Krieg an. Legendär die Forderung des renommierten Spieltheoretikers Neumann, man solle die Sowjetunion angreifen, solange sie noch nicht im Besitz der Atombombe sei. Leider vermisst man an dieser Stelle zumindest einen kurzen Hinweis auf die Analyse der strategischen Situation des Kalten Krieges durch den ebenfalls renommierten Spieltheoretiker Morgenstern: „Strategie – heute“.</p>
<p>Nach der Darstellung kommt Diekmann zu dem Schluss: „Oft ist der Feigling der Vernünftigere, der die Katastrophe verhindert; am vernünftigsten ist es aber, das Spiel gar nicht erst zu beginnen.“ So wird die Schwäche für sich allein stehender Matrizes, wie sie sich leider wie selbstverständlich in vielen Einführungen finden, deutlich: die Spieltheorie ist ein Modell, das mit seinen Vorannahmen steht und fällt.</p>
<p>Ein sozialwissenschaftlicher Zugang ist notwendig, um einerseits diese Vorannahmen explizit und damit diskutierbar zu machen, und um andererseits Faktoren zu liefern, ohne die eine Simulation einer Entscheidungssituation, wie man am Beispiel des Kalten Krieges sieht, bis zur Falschheit verkürzt ist. So sieht man, wie aus der vermeintlichen Schwäche einer praxisnahen Darstellung und einer Übertragung aufs Sozialwissenschaftliche die eigentliche Stärke des Einführungsbandes erwächst und die tatsächliche Schwäche der rein mathematischen Modelle und ihrer unreflektierten Übertragung auf außermathematische Gegenstände deutlich werden lässt.</p>
<p>Außerdem zeichnet diese Einführung aus, dass sie sich nicht wie fast alle anderen auf eine normative Spieltheorie beschränkt, sondern dass sie sich darum bemüht, möglichst viele und auch aktuelle „Spielarten“ der Spieltheorie darzustellen. Was andernorts schmerzlich vermisst wird, wird hier anschaulich und praxisnah und dennoch ohne Komplexitätsverlust dargestellt: Evolutionäre Spieltheorie und Experimentelle Spieltheorie.</p>
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		<title>Bruder Albrecht</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 23:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Ullrich]]></category>

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		<description><![CDATA[Wolfgang Ullrich
Raffinierte Kunst
Übung vor Reproduktionen
Wagenbach 2009
Dass die Reproduktion insgesamt ein Kennzeichen des Verfalls sei, die Filmkopie, die Zeitung im Rotationsdruck, das Buch für den Massenmarkt schließlich ebenso, das ist gängiges Ressentiment bis heute. Da kommt der Aufsatz Benjamins vom &#8216;Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit&#8217; lediglich noch als Titel, viel weniger als Lektüre in Frage. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/ullrich-100x146.jpg" alt="" title="ullrich" width="100" height="146" class="alignleft size-thumbnail wp-image-517" /><strong>Wolfgang Ullrich</strong><br />
Raffinierte Kunst<br />
Übung vor Reproduktionen<br />
Wagenbach 2009</p>
<p>Dass die Reproduktion insgesamt ein Kennzeichen des Verfalls sei, die Filmkopie, die Zeitung im Rotationsdruck, das Buch für den Massenmarkt schließlich ebenso, das ist gängiges Ressentiment bis heute. Da kommt der Aufsatz Benjamins vom &#8216;Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit&#8217; lediglich noch als Titel, viel weniger als Lektüre in Frage. Als nahezu &#8220;abschließend&#8221;, meint Wolfgang Ullrich, hat hier Benjamins Schlagwort gewirkt.<br />
<img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/durer-100x57.jpg" alt="" title="durer" width="100" height="57" class="alignleft size-thumbnail wp-image-518" />Meister des Marketings mit Reproduktionen sind aber nicht die Brüder Karl und Theo Albrecht, sondern ein Künstler eben der Zeit, in der künstlerische Individualität allererst erfunden wird, Albrecht Dürer. Die Faksimileausgabe seines <em>Marienlebens</em>, das er in nicht wenigen Ausgaben hervorragend zu vermarkten wusste, wird nun von Prestel in einer Schmuckkassette mit einem Begleitbuch wieder zugänglich gemacht. </p>
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		<title>Routinen des Teilerfolgs - Anmerkungen aus Anlass des einjährigen Bestehens von Immer schön sachlich</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-deutsche-tapetenbuchhandel/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 23:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wissensbetrieb wird von einer nahezu unheimlichen Mühelosigkeit erfasst. Verantwortlich ist dafür vielleicht nur der banale Medienwechsel der Texte. Allein, Texte bleiben auch am Bildschirm Texte. Dass sich mit ihrem Wechsel ins Netz oder auf elektronische Datenträger ihr Charakter ändere, ist falsch. Was sich allerdings ändert, ist unser Umgang mit Texten. Dieser Umgang wird von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wissensbetrieb wird von einer nahezu unheimlichen Mühelosigkeit erfasst. Verantwortlich ist dafür vielleicht nur der banale Medienwechsel der Texte. Allein, Texte bleiben auch am Bildschirm Texte. Dass sich mit ihrem Wechsel ins Netz oder auf elektronische Datenträger ihr Charakter ändere, ist falsch. Was sich allerdings ändert, ist unser Umgang mit Texten. Dieser Umgang wird von zwei Gruppen bestimmt, denjenigen, die nicht lesen und denen, die nur lesen was ihnen auf Anhieb verständlich erscheint. Die objektiven Ökonomien und die subjektive Mentalität strukturieren das Feld des Wissenerwerbs neu. In diesem Feld scheint für Wissenserwerb als Anstrengung und das Sachbuch als Lektüre immer weniger Platz zu sein.<br />
<strong><br />
Barrierefreies Lernen</strong></p>
<p>Texte werden in elektronischer Form als prinzipiell zugänglich aufgefasst. Wo sie diesen selbstverständlichen Zugang verweigern, fordern sie die Leserinnen und Leser immer weniger zur Analyse heraus. Denn die zur Regel gewordene Lesesozialisation über elektronisch zur Verfügung stehende Texte ermuntert zu nur noch zwei Rezeptionshaltungen: Texte sind entweder selbstverständlich oder unverständlich. Der Grund dafür allerdings ist weder Dummheit noch Faulheit. Es ist Mühelosigkeit. Was sich nicht mühelos erschließt, scheint nun bloß noch Barrieren aufzuweisen, die im Grunde gar nicht nötig wären.<br />
Bildungsdebatten bestärken diese Auffassung, insofern Bildungsferne fast wie eine Behinderung behandelt wird. Das Recht auf Zugang zu Bibliotheken ohne Barrieren für Rollstuhlfahrer wird dem Recht auf Zugang zur Bildung fast gleich gesetzt. Aber eine Treppe am Eingang der Bibliothek ist etwas anderes als die Komplexität der dort lagernden Bücher. Was beim Textverstehen fehlt, sind Routinen des Teilerfolgs. Sie werden ersetzt durch das Konzept der Meinung. Wird man Inhaber einer Meinung, deren Mangel an Begründung sie paradoxer Weise stärkt, so hat man oft genug ein pädagogisches Ziel erfüllt und wird durch Respekt belohnt.<br />
<strong><br />
Das große Durchlüften: Open Access</strong></p>
<p>Die <em>Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen</em> von 2003 lässt den Medienwechsel wissenschaftlicher Texte als unaufhaltbar erscheinen. Denn wer sich dagegen äußert, kann doch nur eines wollen: sein Wissen zurückbehalten. Und diese Haltung gilt als prinzipiell antiaufklärerisch. Allein, diese Erklärung leistet mehr, als sie vielleicht selbst intendiert: Wissen zu einem der Luft vergleichbaren Gut zu erklären. Man könnte glauben und glaubt es vielleicht tatsächlich, Wissen auf eine Art und Weise vergesellschaften zu können, dass man es zu seiner Aufnahme bloß einzuatmen brauche.<br />
<strong><br />
Rechthaben mit Wikipedia</strong></p>
<p>Auch in dem elektronischen Abschreibesystem Wikipedia wird geistiges Eigentum sozialisiert. Hier wird Wissen leichter, dadurch dass es leichter zugänglich wird. Da wir es aber mit Menschen zu tun haben, deren Lesesozialisation sich an elektronischen Medien vollzieht, wird der Eigensinn der Texte so wenig erkannt wie das Eigentum der Gedanken. So werden Texte mit der Zeit eigentümlich.<br />
In der Folge sind bei bloßen Meinungsinhabern auch die eigenen Gedanken nicht mehr eindeutig zuschreibbar und werden anonymisiert. So wird mit der Begründung einer Meinung gleich auch ihre Zuschreibung aufgegeben. Mehr noch: individuell zuschreibbare Verantwortung für Texte wird aktiv verhindert und damit auch die Möglichkeit zu irren, sich zu korrigieren, zu lernen. Wikipedia kann sich nicht irren.<br />
<strong><br />
Belletrister Buchhandel</strong></p>
<p>Die im Vergleich schwindelerregenden Umsätze im Bereich der Belletristik degradieren das Sachbuch <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-469" title="bayard-21" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bayard-21-100x157.jpg" alt="" width="78" height="122" />von Jahr zu Jahr mehr. Gigantische Stapelverkäufe in der Belletristik stehen gegen vereinzelte Stammelverkäufe im Sachbuch. Der Aufschwung des einen ist der Niedergang des anderen. Es ist recht einfach auf dem Bestellwege auf jeden belletristischen Trend aufzuspringen, an dessen Erzeugung man im übrigen keinerlei Anteil hatt. Also wird gesprungen. Dass man diese Bücher nicht gelesen haben muss, um sie erfolgreich zu verkaufen, verschäft die Sachlage. Selbst Pierre Bayards <em>Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat</em> kann ungelesen bleiben, denn über Bücher spricht man dort schon lange nicht mehr.</p>
<p>Durch simple Berechnungen kann man begründen, warum in Zukunft die Verkaufsfläche vermehrt dem Sachbuch abgezogen und der Belletristik zugeschlagen wird. Nichtlesen erleichert die Umsetzung. Eine Entwicklung, die in Teilen dazu führt, dass Sachthemen zur Tapete verkommen. Deren Sinn ist allerdings Kompetenz zu zeigen, die dann in nichts besteht, als dass man diese Bücher zeigt.<br />
<strong><br />
Instabile Seitenlage</strong></p>
<p>Wenn die oben gesammelten Beobachtungen aber stimmen und die Entwicklung dahin führt, dass einerseits strukturell die von allen Inhalten abgelösten ökonomischen Prozesse und andererseits personell die Lesesozialisation weiterhin von Mühelosigkeit bestimmt wird, dann wird die stabile Seitenlage des Sachbuchs nicht mehr lange andauern und der Tapetenbuchhandel zur Regel. Was man tun kann? Nur lesen!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Reclams neue Reihe: Reclam Sachbuch</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 23:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Reclam Verlag schreibt in seiner Vorschau: &#8220;In den letzten Jahren aber ist die Universal-Bibliothek deutlich hinausgewachsen über eine reine Textbibliothek. Im typischen Reclam-Gelb erschienen immer mehr Sachbücher: zu Kunst und Musik, Gesellschaft und Politik, Geschichte und Religion. Diesen expandierenden Programmbereich fasst Reclam jetzt in Form einer Unterreihe der Universal-Bibliothek als Reclam Sachbuch zusammen.&#8221;
Wenn ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/detering-100x153.jpg" alt="" title="detering" width="100" height="153" class="alignleft size-thumbnail wp-image-512" />Der Reclam Verlag schreibt in seiner Vorschau: &#8220;In den letzten Jahren aber ist die <em>Universal-Bibliothek</em> deutlich hinausgewachsen über eine reine Textbibliothek. Im typischen Reclam-Gelb erschienen immer mehr Sachbücher: zu Kunst und Musik, Gesellschaft und Politik, Geschichte und Religion. Diesen expandierenden Programmbereich fasst Reclam jetzt in Form einer Unterreihe der <em>Universal-Bibliothek</em> als <em>Reclam Sachbuch</em> zusammen.&#8221;</p>
<p>Wenn ein so traditionsreiches Haus wie Reclam nun im Herbst 2009 mit <em>Reclam Sachbuch</em> in einer eigenen Reihengestaltung an den Start geht, bedeutet dies sicherlich auch, dass der Begriff  &#8216;Sachbuch&#8217; sich weiter etabliert. <span id="more-502"></span>Denn vor zehn oder zwanzig Jahren hieße sie mit großer Wahrscheinlichkeit <em>Reclam Monographie</em> und wäre sich damit des Zuspruchs der geisteswissenschaftlichen Klientel des Verlags sicher. Hörte ich noch unlängst aus einem Lektorat, dass das Sachbuch doch lediglich ex negativo, als Non-Fiktion bestimmbar sei, ist nun Reclam ex abrupto mit <em>Reclam Sachbuch</em> am Start.   </p>
<p>Aber sicher ist man in Ditzingen nicht ohne Grund auf den Gedanken gekommen, bei den Reclam-Titeln von Sachbüchern zu sprechen. Barbara Widmann, die Pressechefin von Reclam schreibt mir dazu: &#8220;Da in der gelben UB meist nur Klassiker vermutet werden, wurden unsere Sachbücher oft übersehen. Nun werden sie hoffentlich deutlich sichtbar und bekommen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.&#8221; Nach dem Eichborn Verlag, dessen <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-andere-bibliothek-oder-die-schonheit-des-sachbuchs/"><em>Andere Bibliothek</em> hier schon einmal als heimliche Sachbuchreihe beschrieben wurde</a>, nun also Reclam.  </p>
<p>Man will bei Reclam mit den Büchern nicht nur in Hinsicht der Aufmerksamkeit wo hin, sondern auch innerhalb der Buchhandlung. Und so muss in Ditzingen einer darauf gekommen sein und vermutlich hat er gesagt: &#8220;Wenn wir nun unbedingt ins &#8216;Sachbuch&#8217; mit unseren Büchern wollen, dann schreiben wirs doch endlich auch drauf, auf die Bücher: Reclam Sachbuch!&#8221;  Wir werden sehen, ob dies nicht ex aequo weitere Verlage auf die Spur bringt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Imperium Konflikt Mythos - Varusschlacht und Hermannsdenkmal</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/imperium-konflikt-mythos-varusschlacht-und-hermannsdenkmal/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 19:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Professor Arnulf Krause stellte sich im Lippischen Landesmuseum Detmold den Fragen des Publikums.
Die Geschichte und ihre Ereignisse sind von ihrer Bewirtschaftung durch Fachleute und den Schwarm interessierter Laien kaum mehr zu trennen. Die Varusschlacht wird daher auch als eine Medienschlacht immer wieder neu geschlagen. Im vergangenen Jahr wurde der Geschäftsführer der gemeinnützigen „Vaurusschlacht im Osnabrücker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Professor Arnulf Krause stellte sich im Lippischen Landesmuseum Detmold den Fragen des Publikums.</em></p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/krause-ger-100x146.jpg" alt="" title="krause-ger" width="100" height="146" class="alignleft size-thumbnail wp-image-511" />Die Geschichte und ihre Ereignisse sind von ihrer Bewirtschaftung durch Fachleute und den Schwarm interessierter Laien kaum mehr zu trennen. Die Varusschlacht wird daher auch als eine Medienschlacht immer wieder neu geschlagen. Im vergangenen Jahr wurde der Geschäftsführer der gemeinnützigen „Vaurusschlacht im Osnabrücker Land GmbH“ wegen Subventionsbetrug und Erschleichung von Fördergeldern angezeigt. Diese Anzeige kam aus dem Umfeld des Hermanndenkmals im lippischen Raum, wo man eine merklich nachlassende Attraktion zu bemerken glaubte und die „Standortfrage“ zu einem Bewirtschaftungsproblem geriet. Nicht anders – machen wir uns da nichts vor - unsere Autoren, auch sie bewirtschaften ihr Feld und dies manchmal hervorragend.<br />
Als ich auf der Buchmesse danach gefragt wurde, ob ich denn schon den Märtin gelesen hätte, konnte ich mich zunächst nicht besinnen, wusste aber dass ich ihn schon in Händen gehalten hatte und dann fielen mir plötzlich die Plateausohlen des Kaiser Augustus ein. Ein Detail, das auch aus dem Handbuch des nutzlosen Wissens hätte stammen können, aber, wie mir nun einfiel, am Anfang von Märtins Buch steht, wo der reitende Bote, nachdem er dem schockierten Kaiser die Nachricht überbracht hat und auf eben dieses Detail in seiner Verbeugung blickt. So funktionieren nicht nur Geschichten, so funktioniert auch – denke ich – die Erinnerung. <span id="more-506"></span><br />
Nun jährt sich die Schlacht im Teutoburger Wald zum 2000sten Mal. Da sie weder im Wald, noch auf dem Gelände des Waldes, den man den Teutoburger nennt, stattfand, heißt sie auch die Varus-Schlacht. Im September (wenn die Analysen eines Maultierskeletts zutreffen) des Jahres 9 nach Christus wurde drei römische Legionen und weitere Verbände und sein Tross, nahezu 18.000 Mann, unter dem Kommando des Feldherrn Publius Quinctilius Varus, von germanischen Truppen, angeführt von dem Cherusker Arminus, vernichtend geschlagen. Wird dieses Ereignis die Debatten um den <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/krause-100x151.jpg" alt="" title="krause" width="100" height="151" class="alignleft size-thumbnail wp-image-434" />Afghanistaneinsatz deutscher Soldaten beeinflussen? Ich glaube nicht. Aber man weiß nie, zumal wir es bis ins Jahr 2018 mit kriegerischen Gedenktagen zu tun bekommen, dass uns Hören und Sehen vergeht. Es wird bis 2013 Gedenktage der Befreiungskriege hageln, dicht gefolgt vom Verlauf des Ersten Weltkriegs. Da ist das nüchterne Buch von Reinhard Wolters gerade recht, der dicht an den Quellen entlang schreibt, sich durch nichts zum Erzählen bringen lässt und ansonsten den Frischegrad von Bofrostgemüse erreicht. </p>
<p>Weitere Bücher zum Thema und darüber hinaus:</p>
<p>Peter Arens, Kampf um Germanien, Eichborn 2008<br />
Dirk Husemann, Der Sturz des römischen Adlers, Campus 2008<br />
Wolfgang Korn, Klaus Ensikat, Das Rätsel der Varusschlacht, Fackelträger 2008<br />
Arnulf Krause, Die Geschichte der Germanen, Campus 2005<br />
Ralf-Peter Märtin, Die Varus-Schlacht, S. Fischer 2008<br />
Rainer Wiegels, Die Varusschlacht, Theiss 2007<br />
Reinhard Wolters, Die Schlacht im Teutoburger Wald, C.H. Beck 2008</p>
<p><a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/auf-jeder-seite-des-buchs-nur-nicht-im-verlag/">Winston S. Churchill, Der Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi, Eichborn 2008</a><br />
Bilderschlachten. 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg. Technik-Medien-Kunst. Hrsg. von Hermann Nöring, Thomas F. Schneider, Rolf Spilker. Vandenhoeck &#038; Ruprecht, Göttingen 2009<br />
<a href="http://www.sachbuchforschung.de/html/kgds_11.html">Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst, Nikol 2006</a><br />
Tom Holland, Persisches Feuer, Klett-Cotta 2008<br />
Arnulf Krause, Europa im Mittelalter, Campus 2008<br />
Arnulf Krause, Die Welt der Kelten, Campus<br />
Arnulf Krause, Die Welt der Wikinger, Campus<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/kein-lettner-fur-europa/">Paul Veyne, Als unsere Welt christlich wurde, C.H. Beck 2008</a><br />
Die großen Schlachten der Antike, Theiss 2008<br />
Stefan Weinfurter, Das Reich im Mittelalter, C.H. Beck 2008</p>
<p>Veranstalter: </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kulturwissenschaftler auf der Steuerungsebene - Wer schützt die Kulturwissenschaft vor den Ansprüchen ihrer Vertreter?</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/kulturwissenschaft-als-lightwissenschaft-wer-schutzt-die-kulturwissenschaft-vor-den-anspruchen-ihrer-vertreter/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/kulturwissenschaft-als-lightwissenschaft-wer-schutzt-die-kulturwissenschaft-vor-den-anspruchen-ihrer-vertreter/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 May 2009 23:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=493</guid>
		<description><![CDATA[
Markus Fauser
Einführung in die Kulturwissenschaft
Wissenschaftliche Buchgesellschaft
4. Auflage 2008
Die Kulturwissenschaft ringt noch immer um ihr Selbst- und Fremdbild. Eine wichtige Rolle bei dieser Konstitution spielt das Genre des Lehrbuchs. Hierbei geht es zwar auch um wissenschaftliche Konstituentien, die eine wissenschaftliche Disziplin ausmachen, aber letztendlich auch um Einfluss, Reputation und Mittel. Dieses wissenschaftliche, institutionelle und ökonomische Feld [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/fauser1-100x147.jpg" alt="" title="fauser1" width="100" height="147" class="alignleft size-thumbnail wp-image-497" /></p>
<p><strong>Markus Fauser</strong><br />
Einführung in die Kulturwissenschaft<br />
Wissenschaftliche Buchgesellschaft<br />
4. Auflage 2008</p>
<p>Die Kulturwissenschaft ringt noch immer um ihr Selbst- und Fremdbild. Eine wichtige Rolle bei dieser Konstitution spielt das Genre des Lehrbuchs. Hierbei geht es zwar auch um wissenschaftliche Konstituentien, die eine wissenschaftliche Disziplin ausmachen, aber letztendlich auch um Einfluss, Reputation und Mittel. Dieses wissenschaftliche, institutionelle und ökonomische Feld möglichst weit abzustecken ist das Bestreben. Dabei erfreut sich die Kulturwissenschaft steigender Beliebtheit gerade auch außerhalb akademischer Kreise, wie man etwa an Neuauflagen der Texte von Egon Friedell erkennen kann. Ein gewichtiger Grund dafür dürfte in der Thematisierung des Alltags liegen (richtig: auch Simmel erfreut sich steigender Beliebtheit).</p>
<p>Denn seit Simmel und Elias ist der Alltag anerkannter Gegenstand (sozial)wissenschaftlicher Untersuchungen geworden, seit Foucault ist er sogar Mode und dadurch wissenschaftlicher Mainstream geworden. Nur wäre es für die Kulturwissenschaft ratsam, Überlegungen über den Stellenwert des Alltags in den Untersuchungen der genannten Autoren anzustellen. Simmel und Elias als Soziologen lag es insofern nahe, den Alltag zu untersuchen, als er ein Teilbereich des Gegenstands der Soziologie, nämlich der Gesellschaft ist. Foucault wiederum leitete aus bis dahin vernachlässigten Untersuchungsgegenständen wie dem Gefängnis weitreichende Thesen über die Funktionsweise von Diskursen und Gesellschaften ab.</p>
<p>Was dort genuiner Bestandteil des Untersuchungsgegenstands ist und hier Anlass für weiterführende Thesen gemäß einer zumindest teilweise elaborierten Methodik ist, wurde in jüngeren Texten häufig <img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/strassle1-100x153.jpg" alt="" title="strassle1" width="100" height="153" class="alignleft size-thumbnail wp-image-498" />zum Selbstzweck. Das Salz beispielsweise an sich mag für einige von Interesse sein und sogar für eine historisch-soziologische Problemstellung, denn das Salz ist ein wichtiger Rohstoff und war einige Zeit ökonomisch sehr bedeutsam. Für ein Verständnis der Literaturgeschichte ist es nahezu bedeutungslos. Derartige Untersuchungen laufen dann so ab, dass der Verfasser sich ex- oder implizit zu Gute hält, ein Thema untersucht zu haben, das bislang (allerdings aus gutem Grund) vernachlässigt wurde. An diese Feststellung schließt sich eine kurze Darstellung des Gegenstands und dann wiederum ein herkömmlicher, sich an der Höhenkammliteratur abmühender ideengeschichtlicher Abriss über einige hundert Seiten an, wie er alle paar Wochen in einem Buch erscheint.<span id="more-493"></span></p>
<p><strong>Kultur: Meer ohne Ufer</strong></p>
<p>Wo liegt das Problem? Erstens im Gegenstandsbereich der Kulturwissenschaft oder genauer ausgedrückt: in der fehlenden Thematisierung der Bedeutung eines Gegenstandes für die Kultur als solche. Denn der Gegenstandsbereich der Kulturwissenschaft ist uferlos. Daraus folgt ein gestiegener Anspruch an die Begründung der Relevanz einer Untersuchung eines Gegenstandes und der Begründung des dadurch erhofften Erkenntnismehrwerts. Der Literaturbetrieb wird dafür gescholten, dass er Neuheit als Selbstzweck herausstellt. Die Wissenschaft verfährt ähnlich, indem die „Erstbesetzung“ eines Themas bereits als Leistung anerkannt wird, ohne nach dem Nachweis der Relevanz zu fragen.</p>
<p>Zweitens liegt das Problem neben dem Gegenstand in der fehlenden bzw. nicht reflektierten Methodik. Es ist eine von der Kulturwissenschaft nicht eingestandene Tatsache, dass sie keine genuine Methodik vorweisen kann (und eigentlich auch gar nicht müsste, würde sie nicht immer ihren Anspruch als Leitwissenschaft herausstreichen). Wer an dieser Stelle beispielsweise die cultural studies als Gegenbeispiel anführen möchte, dem sei entgegengehalten, dass sich diese „Methode“ nur so nennt, denn ihr liegt eben keine Methodik sondern nur eine Reklamation eines Gegenstandes für sich selbst zu Grunde. Und ein Gegenstand macht keine Methode.</p>
<p>Drittens liegt das Problem in dem von Vertretern der Kulturwissenschaft häufig formulierten Anspruch, eine „Leitwissenschaft“ zu sein, weil man sich dadurch steigenden Einfluss erhofft. Diesen Anspruch kann man indes nur verfehlen; zweifellos ist die Kulturwissenschaft insofern „übergeordnet“, als sie die Ergebnisse vieler anderer Disziplinen für eigene Synthesen und Analogien nutzt und auch darauf angewiesen ist. Die Metapher der „Überordnung“ bezeichnet hier allerdings keine Hierarchie qualitativer Art im Erkenntnisprozess, so ein häufiges Missverständnis dem die Kulturwissenschaft natürlich gerne Vorschub leistet, sondern lediglich eine späte „Produktionsstufe“ im Erkenntnisprozess, die ihrerseits mit Nachteilen verbunden ist. Denn wo Philosophie, Soziologie, Literaturwissenschaft usw. ihre mehr oder weniger genau begrenzten Gegenstandsbereiche beackern, elaborierte Methoden entwickeln und anwenden und Arbeitstechniken pflegen und tradieren, fehlt dies bislang der Kulturwissenschaft.</p>
<p>Diese Problematik zeichnet sich bei der von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft verlegten „Einführung in die Kulturwissenschaft“ deutlich ab. Sie erscheint jetzt in einer beachtlichen vierten Auflage und darf damit bereits jetzt als ein Klassiker gelten. Wie sich eine Disziplin durch das Genre der Lehr- und Einführungsbücher sowie dem der Textsammlungen und Reader konstituiert, ist aufschlussreich. Daher ist für eine adäquate Einordnung dieser Titel auch der Selbstanspruch, der hier für die Disziplin formuliert wird von Interesse.</p>
<p><strong>Die Superdisziplin?</strong></p>
<p>Die erste Auflage des Titels von Markus Fauser erschien bereits im Jahr 2003, also ein Jahr vor der ganz ähnlich aufgebauten und im akademischen Bereich ebenfalls häufig verwendeten „Einführung in die Europäische Kulturgeschichte“ von Achim Landwehr. Letzterer ist vorsichtig genug, um in seinem Vorwort zu schreiben: „Im Umkehrschluss bedeutet dies freilich nicht, dass europäische Kulturgeschichte eine neue &#8216;Superdisziplin&#8217; darstellt, die alle anderen Fächer abschaffen wollte.“ um dann die „gezielte Überschreitung“ der Grenzen von Disziplinen und das Stellen von „sehr (!) grundlegenden Fragen“ für die Kulturwissenschaft zu reklamieren.</p>
<p>Weniger vorsichtig dafür mit umso mehr Selbstbewusstsein geht der gelernte Germanist Fauser vor. Daher überrascht es auch nicht, wenn Fauser schreibt: „Die Beschäftigung mit Literaturtheorien ist deshalb längst kein abgehobenes Ansinnen kleiner Spezialistenzirkel mehr, sondern eine Voraussetzung für die Teilnahme am transdisziplinären Gespräch. Die Kompetenzen und die analytischen Fähigkeiten, zu denen die Literaturtheorie erzieht, sind auch diejenigen, die beim Dialog zwischen den Fachsprachen eine wichtige Rolle spielen.“ Es ist sehr schön für Fauser, dass er immer dort tätig ist, wo eine wichtige Rolle gespielt wird – oder war es umgekehrt? Jedenfalls ist es misslich für seine Argumentation, dass er unterschlägt, dass die Methoden der Literaturwissenschaft selten von ihr selbst stammen – man denke nur an Hermeneutik, Ideengeschichte, Exegese, Diskursanalyse, Dekonstruktion usw.</p>
<p>Hier wird auch das Überschreiten von Grenzen der Disziplinen genannt, aber sofort ein Anspruch daraus abgeleitet: „Die traditionellen Methoden und Theorien bündelt man zu einem neuen Forschungsprinzip, das nicht mehr ein bestimmtes System bevorzugt, sondern lediglich eine praktische Form für die Arbeit vorgibt.“ </p>
<p>Erstens ist es schwierig, aus einer Mischung von Methoden und Theorien ein Prinzip zu generieren und dieses Prinzip dann nochmals seinerseits zu einer Vorgabe für die praktische Arbeit umzuwandeln, erscheint geradezu abenteuerlich, wenn hier nicht einfach ein schiefes Bild bzw. Begriffsverwirrung vorherrschen sollte. Oder nicht doch eine Demonstration am Objekt selbst? Ist dieser Satz bereits das Ergebnis einer praktischen Arbeit, die sich nach einem Prinzip gerichtet hat, das aus traditionellen Methoden und Theorien gemischt wurde? Früher war alles einfacher; damals nannte man die unreflektierte Vermischung von Methoden und Theorien, gerade wenn sie von widersprüchlichen Vorannahmen ausgehen, Eklektizismus und versuchte, selbigen zu vermeiden.</p>
<p>Weiter scheint Fauser aus einem zwar gewollten aber unreflektierten Eklektizismus schließen zu dürfen, dass die Kulturwissenschaft „eine Metaebene der Reflexion, eine Steuerungsebene für die Modernisierung der Geisteswissenschaften“ bildet und „funktioniert wie eine Art (!) Moderation der multiperspektivischen Vernetzung von Einzelergebnissen aus Disziplinen“. Irgendwo zwischen dem ungerechtfertigten Anspruch einer Metaebene der Reflexion und dem unfreiwillig ehrlichen Zugeständnis, man moderiere lediglich die Ergebnisse anderer Disziplinen, dürfte das Zutreffende und das Angemessene liegen.</p>
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		<title>Im Maschinenraum des Literaturbetriebs</title>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 23:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Für den Literaturbetrieb lässt sich keine verlässliche Defintion auftreiben, meint Michael Buchmann. Daher hat er für seine Literaturbetriebsforschung in Karlsruhe einige historische Texte aus dem Maschinenraum der Literatur aufgesammelt und erörtert in seinem Seminar unter Mithilfe von Prof. Dr. Schmidt-Bergmann, Bernt Ture von zur Mühlen und Dr. Bernd Villhauer die Mechanik des Betriebs. Im Vorgriff [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für den Literaturbetrieb lässt sich keine verlässliche Defintion auftreiben, meint Michael Buchmann. Daher hat er für seine Literaturbetriebsforschung in Karlsruhe einige historische Texte aus dem Maschinenraum der Literatur aufgesammelt und erörtert in seinem Seminar unter Mithilfe von Prof. Dr. Schmidt-Bergmann, Bernt Ture von zur Mühlen und Dr. Bernd Villhauer die Mechanik des Betriebs. Im Vorgriff auf meinen Beitrag zum Thema, der am 9. Juni 2009 unter dem Titel &#8220;Der Betrieb - Bücher machen, kommunizieren und verbreiten&#8221; statt findet, hier einige Bemerkungen zu den Nebengeräuschen aus dem Maschinenraum des Literaturbetriebs.</p>
<p><strong>Die Maschine ist zu laut</strong></p>
<p>In besonders emphatischer Weise, die sich um keine empirische Grundierung der Überlegungen mehr kümmert, ist immer häufiger vom direkten Verhältnis des Autors zu seinen Lesern die Rede. Als sei der Weg vom Laptop des Autoren auf den Bildschirm des Lesers ein Weg, der die Mittler, die nichts weiter als Störer und Verhinderer seien, endlich überspringen kann. Allerdings, mit den Büchern und ihrer Digitalisierung verhält es sich wie mit der Schule, alle besuchten eine und daher können alle mitreden. Die Art der munteren Unmittelbarkeit zwischen Autor und Leser hat den Charme, den alle Ideen der Vereinfachung der Verhältnisse haben. Man stellt die Maschine ab und schickt die Belegschaft nach Hause. Dann ist Ruhe und Autor und Leser schauen sich tief in die Augen.      </p>
<p><strong>Vergleiche mit der Musikindustrie</strong><span id="more-477"></span></p>
<p>Der Vergleich mit dem Untergang der verbreitenden Musikindustrie, von der ja die Mär erzählt wird, dass sie sich dem  Fortschritt verweigert hätte, ist ein häufig zu lesender Missgriff, der besonders gut zeigt, wie blödsinnig begeistert man sich selbst im Feuilleton gibt. Musik ist ein von Texten wohl zu unterscheidendes Medium, dessen Unmittelbarkeit gegenüber Texten jeder sofort erfährt, sofern er Musik hört und Texte liest. Man kommt also im Grunde selbst drauf. </p>
<p><strong>Topografie des Wissens</strong></p>
<p>Mancher wird das kennen, dass man noch weiß wo in der vorletzten und vorvorletzten Wohnung ein bestimmtes Buch stand, wo die Anstreichungen waren oder der Eckenknick. Nun, wer das nicht kennt, stellt seine Bücher ohnehin alphabetisch auf. Dass die Topografie des Wissens in E-books simuliert werden kann, ist richtig und wäre eine interessante Dialektik. Denn in der Rede vom entindividualisierten Buch in digitalisierter Form steckt zugleich das Gegenteil: Nicht nur im DAM-Sicherungscode, mit dem die Weitergabe der Daten verhindert wird, wird das digitale Buch reindividualisiert. Auch in der Möglichkeit Randnotizen, Verweise, Glossen und Erläuterungen abzuspeichern, stecken Verfahren, die das digitale Buch fast zum Palimsest werden lassen, zu einem - je nach dem, wer dort reingeschrieben hat - Hypertext, den man als E-only veröffentlichen könnte. Solche und die weiteren zahlreichen Rückkopplungseffekte auf das gedruckte wie auch das digitale Buch sebst werden noch viel zu wenig berücksichtigt. </p>
<p><strong>Totenscheine - jeder kommt mal dran</strong></p>
<p>In der Regel werden vor allem Teilbereiche der Literatur dem Untergang geweiht. Die Prognosen über Warengruppen, die es angeblich treffen soll, schießen heftig ins Kraut. Im Grunde weiß aber niemand, was die Digitalisierung der Literatur bedeutet. Jürgen Neffe räumt, wohl nicht ohne Hintergedanken, neben den Romanen und Wörterbüchern nur den Biografien eine Überlebenschance ein. (<a href="http://www.zeit.de/2009/18/L-Buch">ZEIT, 23.04.2009</a>) Dass man gerade dem Fachbuch so gerne schon den Totenschein ausstellt, zeigt eine besonders dramatische Unkenntnis der Kostenstruktur der Digitalisierung komplexer Texte mit Tabellen, Grafiken und Bildern. Wer das in den Chefetagen deutscher Großbuchhandlungen liest - es steht ja schließlich in der Zeitung - denkt schon an die Flächenverkleinerungen in dieser ansonsten stabilen und von Moden extrem unabhängigen Warengruppe. Der Vorteil ist jedoch, dass die Verkleinerung der Fläche den angelesenen Prognosen des Umsatzrückgangs die besten Voraussetzungen für ihre Bestätigung verschafft.  </p>
<p><strong>Kommunikation als Störung</strong></p>
<p>Dazu passt die Vorstellung einiger Marktteilnehmer, man könnte diese ungeordneten Kommunikationsverhältnisse des Buchhandels versachlichen und kontrollieren. Die Vorstellung, dass man das Buch und den Leser einfach nur an einem neutralen Ort zusammenbringen müsse und dieser dann schon das kaufen wird, was er kaufen will, beherrscht hier das Denken. Alle Zwischenglieder werden danach als Störung, als überflüssige Einmischung und vor allem als Verkaufsverhinderer umdefiniert. Die Branche des Kommunikationsmediums Buch verweigert sich - zumindest in ihren großkalibrigen Teilnehmern - mehr und mehr der Kommunikation. Die Geräuschkulisse des Literaturbetriebs, ob es sich nun um Veranstaltungen, den Bezug des Börsenblatts für Mitarbeiter oder Besuche der Vertreter handelt, wird ausgesperrt und im Verkaufsraum umsurrt den einsamen Kunden lediglich das öde Geräusch der Klimaanlage.</p>
<p><strong>Der Literaturbetrieb in der Bahn, beim Bäcker und im Bett</strong></p>
<p>Der Literaturbetrieb erzeugt eigene Geräusche, die man von dergleichen Nebengeräusche gut unterscheiden kann. Denn worauf es bei der Literatur sei sie nun fiktional oder faktual ankommt, ist die Kommunikation. Was sind Bücher anderes als Kommunikation? Vom ersten Gespräch zwischen Autor und Lektor bis zur Empfehlung unter Freunden nichts als Kommunikation über das was man gelesen hat. Dazwischen liegen Lektorats- und Vertreterkonferenzen, Vorschautexte und Einkaufssitzungen, Vertretergespräche in Buchhandlungen - bis dahin gibt es das Buch weder als gebundenes noch als digitales - schließlich die Verkaufsgespräche in Buchhandlungen und die unzähligen Gespräche in der Bahn, beim Bäcker und im Bett. Vielleicht ist das der Literaturbetrieb? Wenn wir nicht darüber reden, existiert das Buch nicht, weder das gute noch das schlechte Buch, weder der Penner noch der Renner, auch nicht das digitale.       </p>
<p>Hier geht es in den <a href="http://www.literaturbetrieb.wg.am/reader_literaturbetrieb_einfuehrung.pdf">Maschinenraum:<br />
<a href="http://www.literaturbetrieb.wg.am/reader_literaturbetrieb_einfuehrung.pdf">http://www.literaturbetrieb.wg.am/reader_literaturbetrieb_einfuehrung.pdf</a></p>
<p>Hier zu einem von Dezember 2008 stammenden<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/literaturbetriebsforschung/"> Kurztext zur Literaturbetriebsforschung</a>.</p>
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		<title>Wiedersehen mit dem Sachbuch - Der NDR Kultur Sachbuchpreis</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 23:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der NDR Kultur Sachbuchpreis ist eine Auszeichnung, die für das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch im Herbst 2009 verliehen wird. Das stimmt hoffnungsfroh, dann aber heißt es: &#8220;Prämiert werden herausragende Autorenleistungen, mit denen gesellschaftlich und wissenschaftlich relevante Themen für ein allgemeines Publikum verständlich gemacht werden.&#8221; Das Sachbuch wird also auch hier nach dem Gegensatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der NDR Kultur Sachbuchpreis ist eine Auszeichnung, die für das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch im Herbst 2009 verliehen wird. Das stimmt hoffnungsfroh, dann aber heißt es: &#8220;Prämiert werden herausragende Autorenleistungen, mit denen gesellschaftlich und wissenschaftlich relevante Themen für ein allgemeines Publikum verständlich gemacht werden.&#8221; Das Sachbuch wird also auch hier nach dem Gegensatz von verständlich-unverständlich oder relevant-irrelevant betrachtet. Ein Gegensatz, auf den das Sachbuch seit den 1920er Jahren festgenagelt wird. Warum ist das Sachbuch noch immer die mitunter zähe Zweitverwertung des Expertenwissens?</p>
<p>Warum also unterscheidet man nicht langweilig-unterhaltsam, ernst-heiter, vorhersehbar-verblüffend?  Aber warten wir die Begründung der Jury im Herbst ab. Über den Preisträger entscheidet eine &#8220;Jury von Fachleuten aus der Buch- und Medienbranche sowie aus der Wissenschaft&#8221;, heißt es bei NDR Kultur. So ganz medial geöffnet will man nun doch nicht sein und gibt zu beachten &#8220;dass die elektronische Einsendung von Büchern nicht zugelassen ist, da der Aufwand des Ausdruckens nicht geleistet werden kann.&#8221; <span id="more-476"></span></p>
<p>Die Jury stellt am 25. August eine zwanzig Titel umfassende &#8220;Longlist&#8221; vor. Am 25. September erfolgt daraus dann die Auswahl der &#8220;Shortlist&#8221; mit sechs Titeln. Anfang Oktober werden drei Preisträger benannt. Der Preisträger erhält 10.000 Euro die beiden anderen Finalisten der Verleihungsveranstaltung erhalten je 2.000 Euro. Das ist nicht knauserig, wird damit doch immerhin das erste Kapitel des Buches anständig bezahlt.</p>
<p>NDR Hörfunkdirektor Joachim Knuth: &#8220;Wir glauben, dass es eine Renaissance des Sachbuches gibt, die sich in unserem Programm widerspiegeln sollte, aber auch in unserem öffentlichen Engagement.&#8221; Diesem Glauben schließt man sich gerne an. Zwar ist es nicht so, dass der Anteil des Sachbuchs bei über 80 % liegt, wie neulich in der &#8216;Welt&#8217; zu lesen war, die wohl alles was nicht bei drei auf dem Elfenbeinturm ist für ein Sachbuch hält, aber der Blick auf das Sachbuch hat sich in den letzen zehn Jahren zweifellos verändert. Gleichwohl, wenn das Sachbuch jetzt plötzlich in den Lichtkegel der Kulturbeauftragten gerät, ist dies nicht schon gleich die Wiederkehr des Sachbuchs, sondern bloß ein Wiedersehen.  </p>
<p>Für die Auswahl der Preisträger zum NDR Kultur Sachbuchpreis sind zwei Gremien zuständig: ein aus zehn Mitgliedern bestehender Beirat und eine sechsköpfige Jury. Der Sachbuchautor allerdings,der die Jury für die NDR Kultur Sachbuchliste betrachtet, kann der hoffnungsfroh sein, wenn er sich mit Wirtschaft, Technik oder Naturwissenschaft beschäftigt hat? </p>
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		<title>Der Stoff aus dem die Träume sind - Stoffgeschichten vom Wasser bis zum Wissen</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-stoff-aus-dem-die-traume-sind-stoffgeschichten/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2009 23:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[ein Abend mit Michael Schikowski und Christoph Wortberg
 Am Anfang war das Wasser . Dann aber sind es die Rohstoffe Holz, Kohle und Lehm vor allem, die Deutschland zu einem bedeutenden Industriestandort werden ließen. Mit Hilfe der Wasserkraft entstehen darauf Industrien, die Papier und Glas herstellen, Metalle und Seide verarbeiten. Außereuropäische Stoffe wie Kaffee, Kakao [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ein Abend mit Michael Schikowski und Christoph Wortberg</strong></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-478" title="blackbjpg" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/blackbjpg-100x160.jpg" alt="" width="93" height="149" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-479" title="radkau2" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/radkau2-100x150.jpg" alt="" width="100" height="150" />Am Anfang war das Wasser . Dann aber sind es die Rohstoffe Holz, Kohle und Lehm vor allem, die Deutschland zu einem bedeutenden Industriestandort werden ließen. Mit Hilfe der Wasserkraft entstehen darauf Industrien, die Papier und Glas herstellen, Metalle und Seide verarbeiten. Außereuropäische Stoffe wie Kaffee, Kakao und Farbstoffe kommen hinzu. Ein spannender Abend voller Stoffgeschichten vom Wasser zum Wissen.<span id="more-440"></span></p>
<p>Vorgestellt und gelesen werden u.a.:</p>
<p>David Blackbourn, Die Eroberung der Natur (DVA)<br />
Niall Ferguson, Der Aufstieg des Geldes (Econ)<br />
Johannes Fried, Wissenskulturen (Campus)<br />
Gunther Hirschfelder, Purer Genuss? (Campus)<br />
Heinrich Eduard Jacobs, Kaffee (Oekom)<br />
Peter Cornelius Mayer-Tasch, Welt ohne Wasser (Campus)<br />
Luitgard Marschall, Aluminium - Metall der Moderne (Oekom)<br />
Sidney Mintz, Die süße Macht (Campus)<br />
Reinhard Osteroth, Erfinderwelten (Rowohlt Berlin)<br />
Joachim Radkau, Holz (Oekom)<br />
Joachim Radkau, Technik in Deutschland (Campus)<br />
Ulf von Rauchhaupt, Die Ordnung der Stoffe (S. Fischer)<br />
Jens Soentgen, Armin Reller: CO 2 - Lebenselixier und Klimakiller (Oekom)<br />
Tom Vanderbilt, Auto (Hoffmann und Campe)<br />
Andreas Weber, Biokapital (Berlin)<br />
Florian Werner, Die Kuh (Nagel &amp; Kimche)</p>
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		</item>
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		<title>Der Zoo der Direktoren</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 23:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Sewig]]></category>

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		<description><![CDATA[
Claudia Sewig
Bernhard Grzimek
Lübbe 2009
Unter den naturwissenschaftlichen Sachbüchern gelten die die von Tieren handeln immer als die etwas streichelweichen Leichtgewichte des Genres. Ein Meister dieses Fachs war sicher Bernhard Grzimek, dem Claudia Sewig eine gut geschriebene Biografie unter dem plüschigen Untertitel Der Mann, der die Tiere liebte gewidmet hat. Auf dem Cover schaut uns Opa Bernhard [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sewig-100x149.jpg" alt="" title="sewig" width="100" height="149" class="alignleft size-thumbnail wp-image-475" /><br />
<strong>Claudia Sewig</strong><br />
Bernhard Grzimek<br />
Lübbe 2009</p>
<p>Unter den naturwissenschaftlichen Sachbüchern gelten die die von Tieren handeln immer als die etwas streichelweichen Leichtgewichte des Genres. Ein Meister dieses Fachs war sicher Bernhard Grzimek, dem Claudia Sewig eine gut geschriebene Biografie unter dem plüschigen Untertitel <em>Der Mann, der die Tiere liebte</em> gewidmet hat. Auf dem Cover schaut uns Opa Bernhard an als könnte er kein Wässerchen trüben; mancher wird darin eher Loriot in seiner Parodie Grzimeks erkennen. Im Buch selbst aber erfährt man viel über dieses Alphamännchen vor dem Gehege. Sewig, die die politischen Kontinuitäten aus dem Nationalsozialismus gut recherchiert hat, lässt es an Bemühungen um die schriftstellerischen Vorläufer leider fehlen. Konrad Lorenz, Heinz Sielmann und Horst Stern werden zwar, da sie irgendwann mal mit Grzimek zu tun hatten, erwähnt, als tierschriftstellernde Kollegen und Konkurrenten Grzimeks erfährt man allerdings nicht viel über sie. Dass es da interessante und weit zurück reichende Verbindungen gibt, kann man in der &#8220;Kleinen Geschichte des Sachbuchs&#8221; jetzt im Kapitel über die Tierfotografen Carl Georg Schillings nachlesen, dessen Werk <em>Mit Blitzlicht und Büchse</em> sensationelle Aufnahmen enthielt. Die Wertschöpfung mag aber auch unter Direktoren ergiebiger sein, lässt man seine Vorläufer ungenannt. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>„Dieser langweilige und wenig erträgliche Zustand …“</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/%e2%80%9edieser-langweilige-und-wenig-ertragliche-zustand-%e2%80%a6%e2%80%9c/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Apr 2009 23:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Prof. Dr. Michel Clement
Dipl. Eva Blömeke
Dr. Frank Sambeth
Ökonomie der Buchindustrie
Herausforderungen in der Buchbranche erfolgreich managen
Gabler 2009
Vor wenigen Tagen erschien im Tagesspiegel ein Bericht über den Zustand des Buchhandels im Allgemeinen und des Berufsbilds des Sortimenters im Besonderen. Die dort vielzitierten „bibliophilen Kreise“, die ironischerweise gegen die Buchhändler abgegrenzt werden, die sich ihrerseits doch selbst diesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/clement-100x141.jpg" alt="" title="clement" width="100" height="141" class="alignleft size-thumbnail wp-image-473" />Prof. Dr. Michel Clement<br />
Dipl. Eva Blömeke<br />
Dr. Frank Sambeth<br />
<strong>Ökonomie der Buchindustrie</strong><br />
Herausforderungen in der Buchbranche erfolgreich managen<br />
Gabler 2009</p>
<p>Vor wenigen Tagen erschien im <a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/geschichte/Buchhandel-E-Book;art15504,2766230">Tagesspiegel ein Bericht über den Zustand des Buchhandels</a> im Allgemeinen und des Berufsbilds des Sortimenters im Besonderen. Die dort vielzitierten „bibliophilen Kreise“, die ironischerweise gegen die Buchhändler abgegrenzt werden, die sich ihrerseits doch selbst diesen Kreisen zurechnen oder doch zumindest den Anspruch erheben sollten, zu diesen zu gehören –, eben diese „bibliophilen Kreise“ werden einen Bezug zu einem Artikel von <a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,+Kurt/Werke/1914/Der+deutsche+Buchh%C3%A4ndler">Tucholsky über die deutschen Buchhändler ziehen, der vor 95 Jahren in der Schaubühne</a> erschien.</p>
<p>Tucholsky beklagt dort ein Grundübel und erweist sich damit nicht nur als aktueller denn je sondern auch noch ein wenig hellsichtiger als der Journalist des Tagesspiegels. Während letzterer zwar von ähnlichen Beobachtungen wie Tucholsky ausgeht, stört dieser sich zwar ebenfalls an der mangelnden Sachkenntnis von Buchhändlern. Dies übrigens ein Beleg, dass Bildungsbürger und fachkundige Vielleser die Buchhändler nicht erst seit heute als ungebildet bzw. als ungenügend gebildet empfinden. Tucholsky führt dies auf einen Umstand zurück, der in der Branche ebenfalls nicht neu ist: die Buchhändler verdienen zu wenig. Dann kommt er zu seinem grundlegenden Kritikpunkt, in dem er das Grundübel sieht, nämlich nicht einer Ökonomisierung als solcher, sondern einer fehlenden Sachkenntnis, die nun leider nicht nur die Literatur und die Allgemeinbildung, sondern auch die ökonomischen Leitlinien erfasst hat.</p>
<p><strong>Ökonomisierung ohne Fachkenntnis</strong><span id="more-472"></span></p>
<p>So könnte man in Anlehnung an Tucholsky den Taggesspiegelartikel etwas relativieren und sagen, das Problem bestehe nicht in einer fortschreitenden Ökonomisierung der Buchbranche, sondern in einer Ökonomisierung ohne Fachkenntnis. <!--more-->Weder eine alle regionale Unterschiede ignorierende Ökonomisierung noch eine Ökonomisierung, die den Einkauf in zentrale Stellen ohne Kundenkontakt verlagert, noch ein Einsparen an qualifiziertem Personal, noch ein Bestellverhalten, dass sich ausschließlich an der Buchdicke und nicht mehr am Inhalt orientiert, ist eine mit Fachkenntnissen gesegnete Ökonomisierung. Ein aktuelles und wunderbares Beispiel aus der Fachliteratur für die Unkenntnis sowohl der Ökonomie wie der buchhändlerischen Praxis ist der Band „Die Ökonomie der Buchindustrie“, der vor kurzem im Gablerverlag erschienen ist.</p>
<p><strong>Pressespiegel statt Wissenschaft</strong></p>
<p>Dieser Band wurde just in dem Moment auf den Markt geworfen, als die zweite Presswehe der Totgeburt des Sonyreaders die Branche ereilte und sich die berufsberatenden Autoren des Bandes unproportional ausführlich dem Thema E-Book widmeten (der Stand der Dinge rechtfertigt hier wohl inzwischen die Verwendung des Präteritums), besteht ihr Beruf doch in der Durchsetzung von Neuem (oder sollte man besser formulieren – Anderem?) als Selbstzweck. Die Kommentare der Kollegen Buchhändler zu den Texten dieses Bandes sollen hier aus Schicklichkeitsgründen unzitiert bleiben. Ohnehin steht in diesem Band für die Branchenpraktiker nichts Neues – sieht man sich die Literaturlisten genauer an, entdeckt man nur selten einen Text, der nicht im Börsenblatt oder Buchreport veröffentlicht wurde. Dieser Band ist bei weitem kein Ratgeber, der einem Branchenpraktiker bei der täglichen Arbeit oder Ausrichtung seines Betriebs behilflich sein könnte; seinen Grund hat dies in einer weiteren, nämlich einer wissenschaftlichen Unzulänglichkeit: hier werden Brachendiskussionen der Branchenpresse entnommen und lediglich zusammengestellt und wiedergegeben. Auf fundierte (wirtschafts-)wissenschaftliche Erklärungen statt reiner Beschreibungen wartet man vergeblich. Nur aus solchen Erklärungen hätten sich fundierte und zielgerichtete Ratschläge ableiten lassen. Ist es also Selbstironie oder unfreiwillige Komik, dass sich der Band mit dem Begriff „Buchindustrie“ ausgerechnet an Adornos „Kulturindustrie“ anlehnt?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Andere Bibliothek oder die Schönheit des Sachbuchs</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-andere-bibliothek-oder-die-schonheit-des-sachbuchs/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-andere-bibliothek-oder-die-schonheit-des-sachbuchs/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 23:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

		<category><![CDATA[Weyh]]></category>

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		<description><![CDATA[Die im Eichborn Verlag erscheinende Andere Bibliothek, von Hans Magnus Enzensberger begründet, von Klaus Harpprecht und Michael Naumann fortgeführt, ist vielleicht die am wenigsten richtig platzierte Reihe des deutschen Buchhandels. Die Bücher sind einfach zu schön, als dass man sie ernsthaft oder auch nur einen Augenblick für das halten würde, was sie eigentlich sind: Sachbücher!
Nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die im Eichborn Verlag erscheinende <em>Andere Bibliothek</em>, von Hans Magnus Enzensberger begründet, von Klaus Harpprecht und Michael Naumann fortgeführt, ist vielleicht die am wenigsten richtig platzierte Reihe des deutschen Buchhandels. Die Bücher sind einfach zu schön, als dass man sie ernsthaft oder auch nur einen Augenblick für das halten würde, was sie eigentlich sind: Sachbücher!</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-465" title="weyh" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/weyh-100x178.jpg" alt="" width="77" height="138" />Nicht nur ab und an oder auch nicht nur häufiger, sondern, besser noch, in überwiegender Mehrzahl sind die Bücher der <em>Anderen Bibliothek</em> nichts anderes als Sachbücher. Mögen sie in Buchhandlungen wo auch immer geführt werden, im Bereich Sachbuch nie.</p>
<p>Der im wahrsten Sinne faktografische Roman von Florian Felix Weyh, der unter dem Titel <em>Die letzte Wahl </em> 2007 erschien, ist ein herrlicher Zweifelsfall für das belletristische Profil der Anderen Bibliothek. Weyh erfindet ein therapeutisches Gespräch und darin erfährt der Leser alles über politische Wahlen und die an ihnen leidenden Politiker und Bürger. Das Buch hat, wie es für ein Sachbuch sich gehören mag, ein beachtliches Literaturverzeichnis, richtige Zitatnachweise und ein zünftiges Register. Und doch zieht Weyh alle Register der literarischen Technik. Klar, dass das vor der deutschen Literaturkritik absolut geräuschlos vorüberzieht. Nicht viel mehr war über das umgekehrt vorgehende <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-466" title="lewis" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/lewis-100x176.jpg" alt="" width="77" height="136" /> Buch von Rohan Kriwaczek zu lesen. Hier ist gleich das ganze Sachbuch eine Fiktion. Aber ist es das nicht sowieso immer? Kriwaczeks Groteske erschien unter dem Titel <em>Eine unvollständige Geschichte der Begräbnisvioline</em> Wenn man an das deutsche Sachbuch denkt, weiß man, dass das vermutlich wirklich nur aus England kommen kann. <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/ein-fiktionales-sachbuch/">Hier wurde es schon besprochen.</a></p>
<p>Also versuchen es die Herausgeber mit Gewalt: Es erscheinen von Churchill die bereits besprochene schrecklich-wunderbare Reportage über der Krieg der Briten im Sudan und von Cecil Lewis das Erinnerungsbuch &#8220;Schütze im Steigflug&#8221;.</p>
<p>Dann endlich erscheinen in der <em>Anderen Bibliothek</em> zwei deutsche Autoren, Klaus-Jürgen Liedtke mit &#8220;Die versunkene Welt&#8221; und Eckart Kleßmann mit seinen &#8220;Universitätsmamsellen&#8221;. Zuletzt kamen in <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-471" title="strindberg" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/strindberg-100x176.jpg" alt="" width="72" height="127" />einem fast damenhaften Gewand von August Strindberg die Reportage &#8220;Unter französischen Bauern&#8221; und das bewunderswürdige Buch von Hugh Trevor-Roper &#8220;Der Eremit von Peking&#8221; heraus.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schreibbüro Tolstaja</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/schreibburo-tolstaja/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 23:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Keller]]></category>

		<category><![CDATA[Sharandak]]></category>

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		<description><![CDATA[Ursula Keller und Natalja Sharandak
Sofja Andrejewna Tolstaja. Ein Leben an der Seite Tolstojs
Insel 2009
Ursula Keller und Natalja Sharandak haben ein in jeder Hinsicht meisterhaftes Sachbuch der Gattung Biografie geschrieben. Warum? Weil es alle Register der literarischen Erzählung zieht. Gleich das erste Kapitel, um ein ganz einfaches Beispiel zu geben, beginnt mit der Hochzeit von Sofia [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/keller-100x166.jpg" alt="" title="keller" width="100" height="166" class="alignleft size-thumbnail wp-image-468" /><strong>Ursula Keller und Natalja Sharandak</strong><br />
Sofja Andrejewna Tolstaja. Ein Leben an der Seite Tolstojs<br />
Insel 2009</p>
<p>Ursula Keller und Natalja Sharandak haben ein in jeder Hinsicht meisterhaftes Sachbuch der Gattung Biografie geschrieben. Warum? Weil es alle Register der literarischen Erzählung zieht. Gleich das erste Kapitel, um ein ganz einfaches Beispiel zu geben, beginnt mit der Hochzeit von Sofia Behrs mit Lew Tolstoj und beschreibt dann wie die junge Tochter den häufigen Gast des Hauses Behr, den schon bekannten Schriftsteller Lew Tolstoj, kennenlernt.   </p>
<p>Einer der besonders schönen Kunstgriffe der Autorinnen ist der, die Dinge nicht oder zumindest nicht immer beim Namen zu nennen. Sie zeigen sie uns bloß, aber sprechen sie nicht aus. Die Wirkung ist dann um so größer. Warum? Weil sie das Erwartbare vermeiden. So fehlen auch die gängigen anachronistischen Werturteile, die unerträglich sind und die vielen Historikern unterlaufen. Keller und Sharandak lassen das und vertrauen eher darauf, dass es sich bei Sofia Andrejewna Tolstaja um eine Frau handelt, die weiß was sie schreibt. Denn Schreiben und Lesen ist in der Familie Tolstoj die Basis von fast allem. Das gibt den Biografinnen eine Fülle bislang unbekannter Textzeugnisse von Sofia und Lew Tolstoj an die Hand. So ist diese fast fünfzigjährige Ehe außergewöhnlich gut dokumentiert. Dass es der Tolstaja aber auch um eine eigene schriftstellerische Stellungnahme ging, kann man in ihrem kürzlich herausgekommenen Roman &#8220;Eine Frage der Schuld&#8221; nachlesen, zu dem Ursula Keller das Nachwort geschrieben hat.   </p>
<p>Vielleicht lässt sich eine neue Schreibanleitung für künftige Sachbuchautoren formulieren: Man sollte ihnen, wenn sie ihr Buch geschrieben haben, Tolstojs <em>Krieg und Frieden</em>, den Roman, den die Tolstaja mit nicht nachlassender Begeisterung in allen Versionen viele Male eigenhändig abschrieb, zu lesen geben und sie dann nochmals vor ihr eigenes Buch setzen. Es entsteht dann vielleicht, wie bei Keller und Sharandak auch, ein wunderbar erzähltes Sachbuch. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kontoauflösung beim symbolischen Kapital - Preis der Leipziger Buchmesse für Herfried Münkler</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/kontoauflosung-beim-symbolischen-kapital-preis-der-leipziger-buchmesse-fur-herfried-munkler/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 21:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Münkler]]></category>

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		<description><![CDATA[Herfried Münkler
Die Deutschen und ihre Mythen
Rowohlt Berlin 2009
Der Preis der Leipziger Buchmesse 2009 geht an Herfried Münkler für das Buch &#8220;Die Deutschen und ihre Mythen&#8221;, erschienen bei Rowohlt Berlin. Münkler bringt alle zwei bis drei Jahre ein ebenso gut lesbares wie im Zugriff innovatives historisches Werk hervor. Mal überwiegt bei ihm der wissenschaftliche Neuansatz, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-462" title="munkler" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/munkler-100x156.jpg" alt="" width="131" height="205" /><strong>Herfried Münkler</strong><br />
Die Deutschen und ihre Mythen<br />
Rowohlt Berlin 2009</p>
<p>Der Preis der Leipziger Buchmesse 2009 geht an Herfried Münkler für das Buch &#8220;Die Deutschen und ihre Mythen&#8221;, erschienen bei Rowohlt Berlin. Münkler bringt alle zwei bis drei Jahre ein ebenso gut lesbares wie im Zugriff innovatives historisches Werk hervor. Mal überwiegt bei ihm der wissenschaftliche Neuansatz, wie in &#8220;Die neuen Kriege&#8221; von 2002, mal wie im preisgekrönten Mythenbuch die großen Erzählungen. Herfried Münkler schildert in seinem Buch die Nationalmythen der Nibelungen und des Doktor Faust, die ultramontanen Kampfmythen von Arminius und Luther, den Mythos Preußen, die mythischen Burgen und schließlich einige wenige politische Mythen nach 1945. In allen Abschnitten aber wird die Wirkungsgeschichte, die Geschichte des Aufnehmens, Ergänzens und Verwandelns der Mythen erzählt, so reichen alle Kapitel weit über den Zeitraum der Entstehungszeit der Mythen hinaus, eben so weit, wie ihr Leben in Politik, Kunst und Literatur nachweisbar ist. Gleich im Einleitungskapitel konstatiert Münkler allerdings nüchtern, dass uns die Mythen im Grunde nichts mehr sagen. Er führt dies auf die Veränderung der medialen Systeme - denn Mythen bewegen sich im Medium der Kunst und Literatur - und auf den Schwund des Bildungsbürgertums zurück, der wichtigsten Sparer auf dieses Konto politischer Erzählungen. Diesen Verfall des symbolischen Kapitals stellt er, darin ist Münkler ganz er selbst, klar und klaglos fest.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ein Journalistenleben</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/ein-journalistenleben/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 23:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Roth]]></category>

		<category><![CDATA[Sternburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Wilhelm von Sternburg
Joseph Roth
Kiepenheuer &#038; Witsch 2009
In Gustav Kiepenheuer, einem der wichtigsten Verleger der Weimarer Republik, fand Joseph Roth den Verleger seines Werks, bis heute. So folgt mancher Verlagskontinuität auch eine Werkkontinuität, von der man nicht immer weiß, ob letztere auch dann gelungen wäre, wenn der Verlag nicht bis heute wirtschaftlich überlebt hätte. Wilhelm von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sternburg-100x159.jpg" alt="" title="sternburg" width="100" height="159" class="alignleft size-thumbnail wp-image-459" /><strong>Wilhelm von Sternburg</strong><br />
Joseph Roth<br />
Kiepenheuer &#038; Witsch 2009</p>
<p>In Gustav Kiepenheuer, einem der wichtigsten Verleger der Weimarer Republik, fand Joseph Roth den Verleger seines Werks, bis heute. So folgt mancher Verlagskontinuität auch eine Werkkontinuität, von der man nicht immer weiß, ob letztere auch dann gelungen wäre, wenn der Verlag nicht bis heute wirtschaftlich überlebt hätte. Wilhelm von Sternburg ist eine sprachlich solide und darum hervorragend lesbare Biografie gelungen. An keiner Stelle ist er um die historische Einordnung dieses wenig gerade verlaufenden Lebens des Schriftstellers Joseph Roth verlegen. Sternburg hat es an keiner Stelle nötig, die Eigentümlichkeiten in Roths politischen Auffassungen zu beschönigen oder gar als unwesentlich hintenan zu stellen. Auch den Suff, dem sich Roth mit suizidaler Konsequenz ergab, kann Wilhelm von Sternburg - wie es vielleicht ein Germanist getan hätte - sich nicht entschließen zu überhöhen. Sternburg ist Journalist und dankenswerter Weise auch ein Biograf des Journalisten Joseph Roth.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die besten deutschsprachigen Sachbücher des Jahres 2008</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-besten-deutschsprachigen-sachbucher-des-jahres-2008/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 23:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Bennemann]]></category>

		<category><![CDATA[Capus]]></category>

		<category><![CDATA[Friedrichs]]></category>

		<category><![CDATA[Hoffmann]]></category>

		<category><![CDATA[Lobo]]></category>

		<category><![CDATA[Märtin]]></category>

		<category><![CDATA[Mosebach]]></category>

		<category><![CDATA[Müller]]></category>

		<category><![CDATA[Nielsen]]></category>

		<category><![CDATA[Passig]]></category>

		<category><![CDATA[Reiss]]></category>

		<category><![CDATA[Stach]]></category>

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		<description><![CDATA[Ralf-Peter Märtin, Die Varus-Schlacht (S. Fischer)
in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Geschichte
Erstaunlich, was Märtin aus einigen rostigen Kupfermünzen, die irgendwo südlich von Osnabrück im Jahre 9 im Schlachtgetümmel verloren gegangen sind, macht.
Markus Bennemann, Im Fadenkreuz des Schützenfischs (Eichborn)
in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Naturwissenschaft
Ein Buch, das in allen Teilen gut unterhält, weil es gut erzählt ist. Nebenbei: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-441" title="martin2" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/martin2-100x152.jpg" alt="" width="69" height="105" /><strong>Ralf-Peter Märtin, Die Varus-Schlacht (S. Fischer)</strong></p>
<p>in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Geschichte</p>
<p><em>Erstaunlich, was Märtin aus einigen rostigen Kupfermünzen, die irgendwo südlich von Osnabrück im Jahre 9 im Schlachtgetümmel verloren gegangen sind, macht.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-442" title="bennemann1" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bennemann1-100x157.jpg" alt="" width="70" height="110" /><strong>Markus Bennemann, Im Fadenkreuz des Schützenfischs (Eichborn)</strong></p>
<p>in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Naturwissenschaft</p>
<p><em>Ein Buch, das in allen Teilen gut unterhält, weil es gut erzählt ist. Nebenbei: ein großartiges Buch über Tiere, das Markus Bennemann da gelungen ist.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-448" title="muller" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/muller-100x155.jpg" alt="" width="72" height="112" /><strong>Henrik Müller, Die sieben Knappheiten (Campus)</strong></p>
<p>in der Kategorie erzählendes Sachbuch, Zeitgeschichte</p>
<p><em>Die Grundidee des Buches, unsere Gegenwart einmal nicht nach den politischen Blöcken aufzuteilen und ebenso wenig im Strudel der Globalisierung alles gleichgültig werden zu lassen, sondern nach der Liste der knappen Ressourcen darzustellen, ist bestechend und ersetzt zahlreiche Einzelveröffentlichungen.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-451" title="nielsen2" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/nielsen2-100x126.jpg" alt="" width="66" height="83" /><strong>Maja Nielsen: Jane Goodall und Dian Fossey (Gerstenberg)</strong></p>
<p>in der Kategorie Jugendsachbuch</p>
<p><em>Ein wunderbares Sachbuch über Jane Godall und Dian Fossey von Maja Nielsen. Nicht nur, aber ideal für Mädchen.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-452" title="hoffmann3" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/hoffmann3-100x150.jpg" alt="" width="70" height="106" /><br />
<strong>Christiane Hoffmann, Hinter den Schleiern Irans (Dumont)</strong></p>
<p>in der Kategorie Reportage</p>
<p><em>Klar, wahr und schön erzählt Christiane Hoffmann in ihrem Buch, jenseits der zahllosen Debattenbücher, die viele Meinungen aber keine Anschauungen enthalten.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-453" title="friedrichs1" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/friedrichs1.jpg" alt="" width="59" height="85" /><strong>Julia Friedrichs, Gestatten Elite (Hoffmann und Campe)</strong></p>
<p>in der Kategorie Thesenbuch</p>
<p><em>Bildungs- und Elitendiskussion in gut geschriebenen Reportagen von Julia Friedrichs geschickt zusammengeführt.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-454" title="stach" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/stach-100x153.jpg" alt="" width="71" height="109" /><br />
<strong>Reiner Stach, Kafka. Die Jahre der Erkenntnis (S. Fischer)</strong></p>
<p>in der Kategorie Biografie</p>
<p><em>Auch im zweiten Band seiner auf drei Bänden angelegten Biografie ist bei Reiner Stach das Material glänzend in Literatur aufgegangen.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-455" title="mosebach1" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/mosebach1-100x165.jpg" alt="" width="68" height="113" /><br />
<strong>Martin Mosebach, Stadt der wilden Hunde (Hanser)</strong></p>
<p>in der Kategorie Reisebuch</p>
<p><em>Nirgends lässt sich gemächlicher Konservativismus besser genießen als in Mosebachs Reisebuch, ein Genre, das sich sonst so gern schnell gibt.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-456" title="capus" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/capus.jpg" alt="" width="57" height="96" /><strong>Alex Capus, Himmelsstürmer. Zwölf Portraits (Knaus)</strong></p>
<p>in der Kategorie kurze Prosa</p>
<p><em>Nicht der besondere Stoff macht dieses Buch aus, sondern die Sprache. Und die macht dann was daraus. So wie bei Alex Capus sollte es immer sein.</em></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-443" title="passig2" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/passig2-100x163.jpg" alt="" width="64" height="105" /><strong> Kathrin Passig, Sascha Lobo: Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin (Rowohlt)</strong></p>
<p>in der Kategorie Ratgeber</p>
<p><em>Der Ratgeber, der arme Hund des Sachbuchs, wird hier von der Literatur rechts überholt.</em></p>
<p>Jury: Michael Schikowski</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Barock und Debatte</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/barock-und-debatte/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 23:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Ott]]></category>

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		<description><![CDATA[Karl-Heinz Ott
Tumult und Grazie
Hoffmann und Campe 2008
Die Wiederentdeckung der Barockmusik vor 30 bis 40 Jahren vollzog sich auch als Aufstand des Orchesters gegen die großen Diktatoren am Pult, Böhm und Karajan. Sie erlebte ihren ersten Höhepunkt in der Einspielung der Brandenburgischen Konzerte von Bach durch Reinhard Göbel. Danach ging es Schlag auf Schlag, Gezirp auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-446" title="ott" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/ott-100x165.jpg" alt="" width="100" height="165" /><strong>Karl-Heinz Ott</strong><br />
Tumult und Grazie<br />
Hoffmann und Campe 2008</p>
<p>Die Wiederentdeckung der Barockmusik vor 30 bis 40 Jahren vollzog sich auch als Aufstand des Orchesters gegen die großen Diktatoren am Pult, Böhm und Karajan. Sie erlebte ihren ersten Höhepunkt in der Einspielung der Brandenburgischen Konzerte von Bach durch Reinhard Göbel. Danach ging es Schlag auf Schlag, Gezirp auf Geknarr, Gesirr auf Geschnarr. Galt Barock bislang doch als bloße verknarzte Affektmaschine, die die Idee der Subjektivität und Individualität nicht kannte. Adorno, der vielleicht berühmteste Musikverkenner, nannte die Aufführungspraxis auf historischen Instrumenten einen „Rückfall in die Barbarei“, was Ott allzu zurückhaltend mit „erstaunliche Unkenntnis“ quittiert, waren Adornos Gedanken zur Kulturindustrie doch in der Regel alle frei von Empirie. Interessant immerhin, dass gerade durch und mit der Barockmusik sich ein Demokratisierungsschub im Musikleben durchsetzte. Nun, die Zeiten in denen Barockmusik als Debattierclub über Phrasierung und Tempi organisiert war, sind heute auch vorbei. <span id="more-445"></span><br />
Der Verlag nennt Otts Sachbuch auf dem Umschlag einen groß angelegten Essay. Wollte man hier wieder Adornos Verständnis des Essays zu Grunde legen, trifft dies auf Otts schönes Buch genau nicht zu. Was diesen allerdings an keiner Stelle davon abhält, überraschende Gedanken zu äußern, die nicht nur die Barockzeit, sondern zugleich uns selbst erhellen: &#8220;Zu Händels Zeiten wäre es undenkbar gewesen, von der Kunst zu verlangen, dass sie über ein sogenanntes gesellschaftliches Bewusstsein wachen und es über sich selbst, was heißt über seine Vorurteile und Beschränktheit, aufklären muss.&#8221; Auch hierin erkennt man unschwer den Einfluss des oben bereits genannten Adorno. &#8220;Das die Kunst,&#8221; so Ott weiter, &#8220;seit sie nicht mehr im Dienst der Kirche und des Adels steht, mit ideologischen Ansprüchen wie nie zuvor überfrachtet wurde, lässt sie zuweilen als viel unfreier als zu jenen Tagen erscheinen, da sie sich gar keine allzu großen Gedanken über ihre Freiheit und Unfreiheit machte.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Beredtes Schneiden</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/beredtes-schneiden/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 23:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Gröschner]]></category>

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		<description><![CDATA[
Annett Groeschner, Arwed Messmer
Verlorene Wege
Verlag für moderne Kunst Nürnberg 2009
Man kann ein Buch schreiben ohne selbst zu Wort zu kommen. Wenn Annett Groeschner also den Text gemacht hat, dann so, dass sie für ihn zuständig war. Sie macht aus Gequatsche, indem sie es lässt und doch nicht allein lässt, Texte. Sie lässt Menschen zu Wort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/groeschner-100x133.jpg" alt="" title="groeschner" width="100" height="133" class="alignleft size-thumbnail wp-image-431" /><br />
<strong>Annett Groeschner, Arwed Messmer</strong><br />
Verlorene Wege<br />
Verlag für moderne Kunst Nürnberg 2009</p>
<p>Man kann ein Buch schreiben ohne selbst zu Wort zu kommen. Wenn Annett Groeschner also den Text gemacht hat, dann so, dass sie für ihn zuständig war. Sie macht aus Gequatsche, indem sie es lässt und doch nicht allein lässt, Texte. Sie lässt Menschen zu Wort kommen, auch wenn sie Schiefes und Halbes, halb Schiefes und fast Wahres sagen. Die Erinnerung kommt zurück, ungefiltert, aber nicht ungeschützt. Und sie wird durch sie zu einer Erzählung der Arbeitsbedingungen der Wismut-Arbeiter und der Lebensbedingungen ihrer Familien in sogenannten Vollkomfortwohnungen. Diese nannte, was Gröschner im Glossar >vergessener Worte< mitteilen, Heiner Müller, der in diesem zynischen Wort, das nur vorgibt für andere zu sprechen, weil es genau von ihnen stammen könnte, gleich mitvergessen gehört, "Fickzellen mit Fernheizung". Arbeitsleben zwischen transportiert und sediert werden. <span id="more-429"></span>Zusammen mit den Bildern von Arwed Messmer ist das eine Archäologie der Arbeit als Leben. Man kann das für sentimental halten. Aber es könnte ein Irrtum sein zu glauben, dass die Vergangenheit der DDR vergangener sei, als die der BRD. Vielleicht sind im Westen solche Beispiele kunstvollen beredten Schneidens deshalb so selten, weil man glaubt, dass diese Vergangenheit unvergangen sei. Der Busfahrer meint: &#8220;Die guten Sachen bleiben alle haften, was nicht ganz so gut war, vergisst man.&#8221; Übrigens, im Gegensatz zu hier, steht in diesem Buch nichts in Anführungszeichen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kokon und Flügelschlag</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/kokon-und-flugelschlag/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/kokon-und-flugelschlag/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 23:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Eagleman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.immer-schoen-sachlich.de/?p=411</guid>
		<description><![CDATA[David Eagleman
Fast im Jenseits
Campus 2009
Was Kinder am Vorlesen so schätzen ist vor allem die ungeteilte Aufmerksamkeit des Vorlesers. Und dann die Geschichten, denen sie sich ganz öffnen können. Das Abenteuer der Entführung in eine Geschichte können sie in der Zuwendung des Vorlesers sicher bestehen. Zuhören als widerspruchsvoller, aber darum auch reizvoller Zustand von Kokon und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>David Eagleman</strong><br />
Fast im Jenseits<br />
Campus 2009</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-418" title="gitarre" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/gitarre-100x129.jpg" alt="" width="199" height="254" />Was Kinder am Vorlesen so schätzen ist vor allem die ungeteilte Aufmerksamkeit des Vorlesers. Und dann die Geschichten, denen sie sich ganz öffnen können. Das Abenteuer der Entführung in eine Geschichte können sie in der Zuwendung des Vorlesers sicher bestehen. Zuhören als widerspruchsvoller, aber darum auch reizvoller Zustand von Kokon und Flügelschlag in ein und demselben Augenblick.</p>
<p>Als Erwachsene benötigen wir stärkere Mittel. Die Sicherheit des Ortes wird durch Unwetter und Dunkelheit uns wieder bewusst und die Geschichten sind nun Gespenstergeschichten am Kaminfeuer. Vielleicht die von David Eagleman, die sich deshalb so wunderbar eignen, weil sie uns in kurzen Prosastücken kleine Gedankenexperimente über ein Leben im Jenseits bieten. Kleine und feine Schauer laufen uns über den Rücken, etwa so wie bei dieser Geschichte:<span id="more-411"></span></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-412" title="eagleman" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/eagleman-100x168.jpg" alt="" width="100" height="168" /><em>Hier im Jenseits existiert alles in allen möglichen Zuständen gleichzeitig - selbst in Zuständen, die sich gegenseitig ausschließen. Nach Ihrem irdischen Leben, wo mit der Entscheidung für eine bestimmte Möglichkeit alle anderen Alternativen verschwinden, empfinden Sie dies als Schock. Wenn Sie mit einem Menschen eine Liebesbeziehung eingehen, verbieten sich alle anderen Beziehungen: In dem Moment, in dem Sie durch eine Tür gehen, verschwinden alle anderen Türen.<br />
Doch im Jenseits können Sie in unzähligen parallelen Leben sämtliche Möglichkeiten gleichzeitig wahrnehmen. Sie können gleichzeitig essen und nicht essen. Sie können kegeln und nicht kegeln. Sie können reiten und meilenweit vom nächsten Pferd entfernt sein.<br />
Ein blausamtener Engel steigt herab und erkundigt sich, wie Sie mit Ihrem Leben im Jenseits zurechtkommen.<br />
&#8220;Das ist alles furchtbar verwirrend für mein armes menschliches Gehirn&#8221;, geben Sie zu.<br />
Der Engel kratzt sich an seinem Sternenhaupt.<br />
&#8220;Vielleicht können wir mit etwas einfacherem anfangen, vielleicht mit einem Beruf&#8221;, schlägt er vor.<br />
Einen Augenblick später stürzen Sie sich in eine Reihe von gleichzeitigen und einander ausschließenden Arbeitswelten. Sie gehen sämtlichen Berufen nach, die Sie als junger Mensch je in Erwägung gezogen haben. Sie sitzen beim Countdown im Cockpit eines Spaceshuttle, verteidigen einen Verbrecher vor einem Geschworenengericht, streifen sich die OP-Handschuhe zu einer Gallenoperation über und donnern mit einem 18-Tonner über die Autobahn. Die Grenzen von Raum und Zeit sind aufgehoben.<br />
&#8220;Das ist mir zuviel Arbeit,&#8221; klagen Sie, als der Engel zurückkommt.<br />
&#8220;Vielleicht könnten wir ja mit einer noch einfacheren Situation einsteigen&#8221;, überlegt der Engel. &#8220;Wie wäre es mit einem abgeschlossenen Raum zusammen mit ihrem Partner?&#8221;<br />
Schon sind Sie da. Sie unterhalten sich angeregt und sind gleichzeitig mit Ihrem Gedanken woanders. Ihr Partner gibt sich Ihnen hin und gibt sich Ihnen nicht hin. Sie verabscheuen ihn und sind rettungslos verliebt. Er verehrt Sie und überlegt sich, was er wohl gerade mit einer Anderen verpasst.<br />
&#8220;Danke&#8221;, sagen Sie zu Ihrem Engel. &#8220;Das kommt mir irgendwie bekannt vor.&#8221;</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Neues aus Schwartau</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 22:48:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Bayly]]></category>

		<category><![CDATA[Osterhammel]]></category>

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		<description><![CDATA[  Jürgen Osterhammel
Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts
C. H. Beck 2009
Christopher A. Bayly
Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780 - 1914
Campus 2006
&#8220;Manchmal ist es uns fern&#8221;, schreibt Osterhammel über das 19. Jahrhundert, &#8220;manchmal sehr nah; oft ist es die Vorgeschichte der Gegenwart, zuweilen versunken wie Atlantis.&#8221; Sein eigenes Werk sei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-430" title="osterhammel" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/osterhammel-100x159.jpg" alt="" width="100" height="159" /><strong> </strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-432" title="bayly" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bayly-100x151.jpg" alt="" width="103" height="156" /><strong> Jürgen Osterhammel</strong><br />
Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts<br />
C. H. Beck 2009</p>
<p><strong>Christopher A. Bayly</strong><br />
Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780 - 1914<br />
Campus 2006</p>
<p>&#8220;Manchmal ist es uns fern&#8221;, schreibt Osterhammel über das 19. Jahrhundert, &#8220;manchmal sehr nah; oft ist es die Vorgeschichte der Gegenwart, zuweilen versunken wie Atlantis.&#8221; Sein eigenes Werk sei der Zeit, den Perioden und Tempi, während Baylys zuvor erschienene monumentale Arbeit den Räumen und Orten gewidmet sei, in denen er je parallele Entwicklungen ausmache. Wo Osterhammel in die Tiefen dieses Jahrhundert eintaucht, bewusst unscharf in den Zeitabschnitten, verharrt Bayly, den Erzählfluss stets abbrechend, bei den einzelnen Staustufen. Jedoch, so schreibt Osterhammel: &#8220;Mein Buch ist kein Anti-Bayly sondern eine Alternative aus verwandtem Geist&#8221;. Der Unterschied der beiden Werke aus Schwartau lässt sich bis in die Titelformulierung verfolgen. Wo Bayly den kraftvollen Titel <em>The birth of the Modern World</em> wählte, der wie ein Geburtsschrei den Anfang markiert, sieht man bei Osterhammel nur den Nebel einer <em>Verwandlung der Welt</em> aufsteigen.<br />
Gemeinsam ist ihnen, dass sie je für sich plausibel machen, wie den Opfern der europäischen Kolonisation gleichwohl die Vorteile der Zivilisation unmittelbar einleuchteten. Ein Gedanke, der sich in Zeiten des Glaubens an die Überlegenheit ursprünglicher und einfacher Kulturen einfach verbat, zumal er sich mit der selbstverständlichen Kritik des Eurozentrismus stets aktualisierte.<br />
Dass sich Voluminöses allein den Möglichkeiten eines angeschlossenen Rechenzentrums verdankt, wäre vielleicht falsch. Eine Bedingung der Möglichkeit der neuen Bände aus Schwartau ist es aber zweifellos.</p>
<p>Jürgen Osterhammel hat für &#8220;Die Verwandlung der Welt&#8221; den mit 10.000 Euro dotierten NDR Kultur Sachbuchpreis 2009 erhalten.</p>
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		<item>
		<title>Hohenzollernlegenden - Personal Struktur Material</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 10:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Ludwig]]></category>

		<category><![CDATA[Röhl]]></category>

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		<description><![CDATA[John C. G. Röhl
Wilhelm II. Der Weg in den Abgrund (1900-1941)
C. H. Beck 2008 
Der 150. Geburtstag Kaiser Wilhelm II. ist gerade ziemlich geräuschlos vorüber gegangen, das Werk von John C. G. Röhl über den letzten deutschen Kaiser mit dem dritten Band vollendet, da fällt mir ein ganz anderes Buch über Wilhelm II. von 1925 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/rohl-100x161.jpg" alt="" title="rohl" width="100" height="161" class="alignleft size-thumbnail wp-image-439" /><strong>John C. G. Röhl</strong><br />
Wilhelm II. Der Weg in den Abgrund (1900-1941)<br />
C. H. Beck 2008 </p>
<p>Der 150. Geburtstag Kaiser Wilhelm II. ist gerade ziemlich geräuschlos vorüber gegangen, das Werk von John C. G. Röhl über den letzten deutschen Kaiser mit dem dritten Band vollendet, da fällt mir ein ganz anderes Buch über Wilhelm II. von 1925 in die Hände. Es stammt von Emil Ludwig. </p>
<p>Röhl, der hier ja mehr ein Quellenwerk herausgegeben als eine Biographie geschrieben hat, versucht darin nichts geringeres als Wilhelm II. als Person wieder mit der Weltgeschichte in Verbindung zu bringen. Seine Zunft hatte den Hohenzollern als handelnde Person aus der Weltgeschichte fast herausgeschrieben. </p>
<p>Interessanterweise verfolgt Emil Ludwig in seinem Buch Absichten, die denen Röhls gar nicht so unähnlich scheinen: &#8220;Hier ist der Versuch gemacht, aus den Charakterzügen eines Monarchen unmittelbar die weltpolitischen Folgen, aus seinem Wesen das Schicksal seines Volkes zu entwickeln&#8221;, schreibt er in der Einleitung. Die Zunft allerdings, in der Person Hans Delbrücks und Wilhelm Mommsens mit der sogenannten &#8220;Versailler Schuldlüge&#8221; befasst, war damals sofort über dergleichen &#8220;historische Belletristik&#8221;, zumal sie erfolgreich war, schwer beleidigt. &#8220;Kitsch&#8221;, rief Delbrück, da die Polizei zu rufen nichts genutzt hätte. <span id="more-438"></span></p>
<p>1964 versuchte es immerhin Immanuel Geiss mit einer Neuausgabe von Ludwigs Buch. Geiss war als Schüler Fritz Fischers von der &#8220;Schuldlüge&#8221; der historischen Zunft gründlich kuriert. Ohne Erfolg. Ludwig bleibt vergessen. Das im Kern politische Geschmacksurteil Delbrücks setzte sich erneut durch.<br />
Denn die Verwissenschaftlichung des Fachs versperrte diesen Zugang zur Geschichte dauerhaft. Strukturen, Systeme und Diskurse machten die Geschichte, nicht Personen. Wusste man sich doch auch von Adorno bestätigt, nach dem &#8220;der schlechte Essay von Personen erzählt, anstatt die Sache aufzuschließen&#8221;. Wer anders vorging, wie zum Beispiel Golo Mann - um von Ricarda Huchs wunderbarem Buch über den Dreißigjährigen Krieg erst gar nicht zu reden -, geriet in Verruf, zumal wenn sich dann auch noch prompt wie bei Ludwig große Erfolge beim Publikum einstellten. Und Röhl schreibt eine Biographie, in der nun nicht mehr Strukturen und Systeme, sondern der Materialreichtum die Erzählung vom Menschen wie Bleigewichte beschweren.</p>
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		<title>Die Akkumulation des Ideals</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-akkumulation-des-ideals/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Jan 2009 23:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Kaiser]]></category>

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		<description><![CDATA[Henriette Kaiser, Joachim Kaiser
&#8220;Ich bin der letzte Mohikaner&#8221;
Ullstein 2008
Wer sich als Der letzte Mohikaner bezeichnet, erzählt eine Geschichte vom Ende her. Die Lebensgeschichte des Joachim Kaiser beschreibt eher ein anderer Titel von J. F. Cooper: Der Lederstrumpf. Es mag ja sein, dass er heute der letzte seiner Art ist, wichtiger aber ist, dass er zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/kaiser.jpg" alt="" title="kaiser" width="52" height="85" class="alignleft size-thumbnail wp-image-416" /><strong>Henriette Kaiser, Joachim Kaiser</strong><br />
&#8220;Ich bin der letzte Mohikaner&#8221;<br />
Ullstein 2008</p>
<p>Wer sich als <em>Der letzte Mohikaner</em> bezeichnet, erzählt eine Geschichte vom Ende her. Die Lebensgeschichte des Joachim Kaiser beschreibt eher ein anderer Titel von J. F. Cooper: <em>Der Lederstrumpf</em>. Es mag ja sein, dass er heute der letzte seiner Art ist, wichtiger aber ist, dass er zu den Pionieren gehörte. Wie Lederstrumpf gehört er der Art von Pionieren an, die mit der Ausstattung einer fortschrittlichen Moderne (dem Vorderlader oder den neuen atemberaubenden Aufnahmetechniken) in den letzten übrig gebliebenen Jagdgründen der Hochkultur herumstreifen, einiges von der ursprünglichen Genialtät der Ureinwohner bewahren konnten (der Wurftechnik des Tomahaws wie artistische Perfektion am Klavier), ansonsten aber den Untergang bloß moderierten.   </p>
<p>Wir tun alle immer so, als sei Wissenwollen, das Behalten und Bewundern unsere persönliche Leistung. Dass das Wissenwollen auch immer ein Versprechen war, ein Jobversprechen in jedem Fall, manchmal ein Versprechen auch auf eine kleine Karriere und dann aber auch, wie im Falle einer Biografie wie sie Joachim Kaiser gelang, auf eine bewundernswürdige große Karriere, bleibt da zu sehr unberücksichtigt. Joachim Kaiser ist zweifellos eine Ausnahmeerscheinung, die den Vorderlader nicht weniger als den Tomahawk beherrscht.<span id="more-415"></span></p>
<p>Wie aber wird man zum Letzten seiner Art? Indem die Leistungsbereiten aussterben? Das Wissenwollen außer Kurs gerät? Die geeigneten Persönlichkeiten fehlen? Von all dem etwas. Aber es ist auch noch etwas anderes am Werke. Vor fünfzig Jahren war das harte Erarbeiten und unbedingte Erreichenwollen allein schon dadurch plausibel, dass man einen Job bekam. Diese Plausibiltät ist heute fast rettungslos verloren. Das heißt, angesichts des Verkaufs des Brockhaus Verlags an Bertelsmann, des Aufstiegs von Wikipedia, der Einrichtung des Bachelor ist die gesamte objektive Grundlage einer Anstrengung des Wissenwollens partiell nicht aussichtsreich. </p>
<p>Oder nehmen wir die Musik. Die sagenhaften Möglichkeiten, die beispielsweise in dem intelligenten Musikangebot von <em><a href="http://www.bessersingen.de/">bessersingen.de</a></em> angeboten werden, senken oder heben die Ansprüche vielleicht, sie verändern sich aber in jedem Fall. Ein Angebot, dass Kaisers Lehrer Adorno nur als barbarisch empfunden hätte, weil die Kulturindustrie nicht nur das Kunstwerk reproduziert, sondern nun auch noch seine Ausübung mechanisiert. Dass <em>Kaisers Klassik</em> ein Misserfolg war, verschweigt das Buch denn nun auch, unterzieht sich auch nicht den Anstregungen, die Veränderungen mehr als nur zu konstatieren.  </p>
<p>Wie überhaupt die ökonomische Dimension dieser Karriere in diesem Buch, das die Tochter, Henriette Kaiser, aus Gesprächen aufgezeichnet hat, mit nur sehr allgemeinen oder indirekten Hinweisen versehen wird. Der junge Kaiser, der auf das Elitegymnasium der ostelbischen Junker, das berühmte Joachimsthalsche Gymnasium in Templin, geht, erzählt später Geschichten von uralten Autos und zeigt Bilder stark ausgewetzter Sitzpolster. Das ist die alte Schablone der <em>Generation Anfang</em> zu gleichen Bedingungen. Musik und Literatur werden in dieser Generation gerne als Wert an sich verstanden, dem man sich auch ohne die vielversprechenden ökonomischen Verwertungsmöglichkeiten gewidmet hätte.</p>
<p>Die letzten Mohikaner tun alle so, als seien ihre Anstrengungen allein ihrer Persönlichkeit und nahezu gar nicht auf objektiv vorhandene und realistisch abschätzbare Bedingungen der Lebenswelt zurückzuführen. Ihnen ist zunächst die Erosion und der Transport der ästhetischen Ideale ihrer Vorgänger gelungen. Die waren nämlich kompromittiert oder einfach zu alt. Dann wurde es ihnen ermöglicht, eine Akkumulation der Ideale zwischen Buchdeckeln und auf Schallplatten zu betreiben, deren Verwertung ihnen als Lebensleistung zugerechnet wurde. Dabei gelang ihnen höchst erfolgreich, sich unter den Bedingungen genau der Kulturindustrie, die sie verachteten, als ihr Gegenteil zu stilisieren und zu vermarkten.  </p>
<p>Den heute Zwanzigjährigen ist allerdings unmittelbar klar, dass so keine Karrieren mehr verlaufen. Sie sehen richtig. Sie handeln richtig. Und auch dafür müssen sie sich Vorwürfe genug gefallen lassen. Früher entboten die Studenten der Geisteswissenschaften, wenn man die Frage nach ihrem späteren Verbleib im Berufsleben stellte, ein wissendes Lächeln, was wusste der naive Frager schon von der Investition in die Geisteswissenschaften, die den gesellschaftlichen Status, den man ohnehin schon einnahm, nur von innen her nochmals auspolsterte. Aus diesem Lächeln wurde in Laufe der Jahrzehnte ein stilles Lächeln, wusste der Frager doch nichts von den inneren Abenteuern und Fortschritten, die das Studium der Geisteswissenschaften bereiten konnte. Und heute ist dieses Lächeln, wo nicht eingefroren ein verlegenes. Aber davon schweigt der Mohikaner.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Strategie - eine Metapher im Diskurs der Ökonomie</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/strategie-eine-metapher-im-diskurs-der-okonomie/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 23:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Porter]]></category>

		<category><![CDATA[Scheuss]]></category>

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		<description><![CDATA[Tiere lassen sich, wie für das alte China behauptet wurde, auch &#8220;wie folgt gruppieren: a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tiere lassen sich, wie für das alte China behauptet wurde, auch &#8220;wie folgt gruppieren: a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen«</p>
<p>Ersetzen Sie in dem Zitat „Tiere“ durch „Strategie“ und Sie bekommen eine Vorstellung von der nicht ganz kohärenten Begriffsverwendung von „Strategie“ in dem Diskurs der Ökonomie. Das ist zunächst nicht polemisch gemeint, denn die Ökonomie steht vor riesigen Problemen, wenn sie Handlungsanweisungen geben möchten; genau darauf läuft Strategieliteratur hinaus, auch und gerade im Ratgeberbereich. Das liegt an zweierlei Schwierigkeiten: erstens werden ökonomische Vorgänge von vielen Faktoren auf derart vielfältige Weise bestimmt, dass es vermessen wäre zu behaupten, man hätte auch nur einen annähernden Überblick darüber. Zweitens ist man mit dem konfrontiert, was Clausewitz in seinem Strategieentwurf „Friktion“ nennt: den vielen Unwägbarkeiten und dem Unberechenbaren; denn dass alles nach rein rationalen Gesichtspunkten organisiert ist und rein ohne Zufälle abläuft, darf man im ökonomischen Bereich sicher nicht voraussetzen.<span id="more-420"></span></p>
<p>Nein, wenn das obige Zitat in polemischer Absicht angeführt wurde, dann nicht wegen des mangelnden Überblicks, der eine Konstruktion einer anwendbaren Strategie schier unmöglich macht, sondern wegen der mangelnden Einsicht vieler Texte in diese Situation und dem entweder aus dieser Unkenntnis oder aus Zynismus entspringenden doktrinären Eifer, mit dem vermeintlich strategische allgemeingültige Lösungsansätze propagiert werden. Dies ist natürlich auch dem Verfasser des „Handbuchs der Strategien“ nicht entgangen:</p>
<p>„Doktrinäre Ansichten finden sich im Feld des strategischen Managements viele, da sich das Gebiet aufgrund seiner immensen Vielfalt nur sehr schwer empirisch erforschen lässt. Besonders die verschiedenen amerikanisch geprägten Denkansätze zur Wettbewerbsstrategie nehmen, vielleicht etwas überzeichnet dargestellt, den Charakter von &#8216;Glaubenskriegen&#8217; an.“ (S. 122-123)</p>
<p>Scheuss hat intuitiv eine Wirkung dieses Dogmatismus erkannt: je weniger sich die „Strategie“-konzepte auf einen schlüssigen begrifflichen und argumentativen Kontext beziehen können, desto mehr müssen sie auf nichtargumentatorische Mittel wie Agitation und rhetorische Aggressivität setzen:</p>
<p>„In der &#8216;reinen&#8217; Strategielehre werden die einen oder anderen Argumentationsscharmützel mit Vehemenz ausgefochten, um festzustellen, wer wohl &#8216;recht&#8217; hat. Doch all dies ist für den Praktiker, der vor strategischen Fragen und Entscheidungen steht, nicht besonders hilfreich. Es bestätigt, dass die Wissenschaft keine &#8216;generell&#8217; funktionierenden Strategien präsentieren kann, die in jeder Situation zum gewünschten Erfolg führen.“ (S. 153)</p>
<p>Und Scheuss hat ebenfalls damit recht, dass man sich im ökonomischen Diskurs und auch im „populärwissenschaftlichen“ kurzzeitig mit solchen Methoden durchsetzen mag, d. h. die entsprechenden Ratgeber werden zwar gekauft und eventuell gelesen, ja vielleicht ist der eine oder andere sogar kühn genug, die Rezepte anwenden zu wollen, aber funktionieren kann dies natürlich nicht. Gerade im Bereich der Strategie, und gerade in einigen (nicht allen!) Bereichen der Ökonomie, die als Nullsummensituationen beschrieben werden können, kann eine von allen gemeinsam angewendete Strategie nur eine suboptimale sein. Nimmt man zum Beispiel Ratgeber zum Thema Marketing: die vorgeschlagenen Rezepte können, wenn überhaupt, dann nur so lange funktionieren, wie sie nur von wenigen angewendet werden in einem Bereich, in dem es darum geht, sich von den Mitbewerbern möglichst stark abzugrenzen. Ähnlich sieht es in Bereichen wie Vermögensanlage usw. aus. Ein weiteres Problem ist die Unvergleichbarkeit von Situationen, die von einem Ratgeber gar nicht vorausgesehen und schon gar nicht thematisierbar sind. Ginge man auf alle Eventualitäten ein, wären die Lösungsvorschläge derart komplex und abstrakt, dass sie konkret kaum anwendbar wären. Anders ausgedrückt: Lösungsvorschläge, die erstens auf einem ungeklärten Strategiebegriff und zweitens auf einer starken Reduktion von Komplexität beruhen, müssen notwendigerweise an ihrer Anwendung scheitern:</p>
<p>„[…] wenn man bedenkt, wie &#8216;wolkenartig&#8217; der Begriff der &#8216;Strategie&#8217; definiert wird. Wir wissen zwar intuitiv, was eine Strategie ist, doch &#8216;griffig&#8217; fassen lässt sie sich nur schlecht. Jeder Autor hat hier seine eigene Definition zur Hand. Auch die Wissenschaft und die professionelle Beratung haben uneinheitliche Vorstellungen. Wenn man das Gebiet genauer durchforstet, so entdeckt man, dass man für viele strategische Empfehlungen im Nu ein Gegenrezept findet.“ (S. 363)</p>
<p>Das einzige Problem, das sich im Rahmen des Vorgehens von Scheuss stellt, lässt sich an diesen Sätzen ablesen: „Der Strategiebegriff wird heute (fast schon) inflationär genutzt. So entwickelt und verfolgt praktisch jeder organisatorische Bereich seine eigene &#8216;Funktionsstrategie&#8217;. Man findet Marketingstrategien, Finanzstrategien, Forschungs- und Entwicklungsstrategien, Logistikstrategien oder Personalstrategien.“ (S. 36).</p>
<p>Man kann und will Scheuss nicht vorwerfen, er konstruiere keine Theorie der Strategie, denn das möchte er erklärtermaßen gar nicht. Man könnte ihn vielmehr als den Linné der ökonomischen Strategie bezeichnen: er katalogisiert viel und kategorisiert ein wenig. Dies hat aber nur dann Sinn, wenn sich das Katalogisierte kohärent auf den Begriff der Strategie beziehen lässt und diesen sozusagen induktiv bestimmen soll. Und hier liegt das Problem. Scheuss orientiert sich, wie man an seinem obigen Zitat sehen kann, nicht wie behauptet an Strategiebegriffen, sondern an Worten. Verständlicher ausgedrückt: nicht alles, was Strategie genannt wird, ist deshalb auch bereits Strategie.</p>
<p>Durch einen unreflektierten Sprachgebrauch wird so der Erklärungsbedarf durch den Strategiebegriff auf Sachverhalte ausgeweitet, die ihm sinnvollerweise nicht entsprechen können. Manchmal geht die Verschiebung so weit, dass der Strategiebegriff seine eigentliche Bedeutung verliert, und nur noch umgangssprachlich im Sinne von „Planung“ verwendet werden könnte. Als Beispiel könnte man hier den Hinweis von Scheuss anführen, Strategie lasse sich nicht auf Fragen von Interessenkonflikten bzw. Fragen der Interaktion beziehen, da sonst nicht erklärt werden könne, warum man das Wort zur Bezeichnung von so etwas wie Unternehmensleitlinien verwende, die sich nicht notwendigerweise auf Konkurrenzsituationen beziehen müssten. Hier wäre eventuell eine Darstellung der Begriffsgeschichte, der kulturgeschichtlichen Entwicklung und der außerdisziplinären Verwendungen angebracht gewesen, die gezeigt hätte, dass solche Wendungen wie „Die Strategie unseres Unternehmens&#8230;“ oder „Die Philosophie unseres Unternehmens&#8230;“ zwar üblich sind, aber die Wortwahl nicht sinnvoll ist und einfach nur der Unkenntnis derjenigen geschuldet ist, die solche Leitlinien formulieren, weshalb man getrost einen Großteil dessen, was „Strategie“ genannt wird, ignorieren kann, weil damit im besten Falle einfach nur „Plan“ oder „Absicht“ gemeint ist.</p>
<p>Umgekehrt ergibt sich ebenfalls ein Problem: jede ökonomische Forschungsrichtung schränkt den Strategiebegriff insofern ein, als sie ihn dem jeweiligen Interesse anpasst. In unserem Beispiel schränkt Michael E. Porter, wie die gesamte Harvard-Schule, den Strategiebegriff auf Fragen der Positionierung von Unternehmen ein. Natürlich ist es legitim, diese Frage unter Aspekten der Strategie zu stellen – aber man kann deshalb nur bedingt wieder den Schluss zurück auf den Strategiebegriff ziehen. Je mehr dieser speziellen Anwendungsgebiete ein elaborierter Strategiebegriff abdeckt, desto größer ist natürlich seine Erklärungskraft, aber er kann es nicht, möchte er nicht unterdeterminiert sein.</p>
<p>Letzten Endes rührt man hier an eine Frage der Strategie des Sprechens selbst, und zwar in Form dessen, was die Politik „Begriffe besetzen“ nennt und damit auf die Wittgensteinsche Sentenz abzielt: Die Bedeutung eines Begriffs besteht in seinem Gebrauch. Nun hat es sich im Diskurs der Ökonomie leider durchgesetzt, das Wort „Strategie“ überwiegend im umgangssprachlichen Sinn von „Planung“ zu verwenden. Es wäre wünschenswert, wenn der hilfreiche Band von Scheuss zu einer reflektierteren Begriffsverwendung unter Ökonomen beitragen würde.</p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/scheuss1.jpeg" alt="" title="scheuss1" width="90" height="135" class="alignleft size-thumbnail wp-image-424" /></p>
<p><strong>Ralph Scheuss</strong><br />
Handbuch der Strategien. 220 Konzepte der weltbesten Vordenker<br />
Campus 2008</p>
<p><strong>Michael E. Porter</strong><br />
Wettbewerbsstrategie. Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten<br />
11. Auflage, Campus 2008</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hermann und die Folgen - ein Abend mit Michael Schikowski und Christoph Wortberg</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/hermann-und-die-folgen-ein-abend-mit-michael-schikowski-und-christoph-wortberg/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/hermann-und-die-folgen-ein-abend-mit-michael-schikowski-und-christoph-wortberg/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 16:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Für das römische Imperium bildete die Hermannsschlacht einen der wichtigsten Wendepunkte in seiner Geschichte. Von ihr aus folgen wir in Lesungen und Buchvorstellungen den Zeitläuften, zumal den kriegerischen Konflikten. Im Konflikt lassen sich die Grundmuster von Strategie und Politik beobachten. Ein blutroter Faden, den man auch buchstäblich nehmen kann. Denn Konflikte, wie der in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für das römische Imperium bildete die Hermannsschlacht einen der wichtigsten Wendepunkte in seiner Geschichte. Von ihr aus folgen wir in Lesungen und Buchvorstellungen den Zeitläuften, zumal den kriegerischen Konflikten. Im Konflikt lassen sich die Grundmuster von Strategie und Politik beobachten. Ein blutroter Faden, den man auch buchstäblich nehmen kann. Denn Konflikte, wie der in der Hermannsschlacht ausgetragene, beginnen als Mythen ein für Deutschland folgenreiches Eigenleben. Ein Eigenleben, das wiederum Strategie und Politik zu bestimmen sucht. Es lohnt sich also, diese großen neuen, mitunter epischen, und kleineren essayistischen Werke zur Geschichte kennen zu lernen. Vorgestellt und gelesen werden u.a. folgende Titel:</p>
<p>Peter Arens, Kampf um Germanien (Eichborn)<br />
Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst (Nikol)<br />
Kelly Devries u.a., Die großen Schlachten der Antike (Theiss)<br />
Peter Heather, Der Untergang des römischen Weltreiches (Klett-Cotta)<br />
Tom Holland, Persisches Feuer (Klett-Cotta)<br />
Dirk Husemann, Der Sturz des römischen Adlers (Campus)<br />
Martin Jehne, Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum. Caesars Entscheidungen (dtv premium)<br />
Wolfgang Korn, Das Rätsel der Varusschlacht (Fackelträger)<br />
Christiane Kunst, Livia (Klett-Cotta)<br />
Arnulf Krause, Geschichte der Germanen (Campus)<br />
Ralf-Peter Märtin, Die Varus-Schlacht (S. Fischer)<br />
Herfried Münkler, Die Deutschen und ihre Mythen (Rowohlt Berlin)<br />
Peter S. Wells, Die Schlacht im Teutoburger Wald (Artemis &#038; Winkler)<br />
Rainer Wiegels, Die Varusschlacht (Theiss)<br />
Reinhard Wolters, Die Schlacht im Teutoburger Wald (Beck)<br />
Stefan Weinfurter, Das Reich im Mittelalter (Beck)</p>
<p>Bereits durchgeführt für:</p>
<p>Lippisches Landesmuseum, Detmold<br />
im Rahmen der Ausstellung <em>Imperium Konflikt Mythos</em>, September 2009</p>
<p>LWL - Museum für Achäologie, Westfälisches Landesmuseum, Herne<br />
im Rahmen der langen Museumsnacht Herne, März 2009 </p>
<p>Thalia Buchhandlung, Paderborn<br />
Oktober 2008</p>
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		</item>
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		<title>Das implizite Sachbuch</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/das-implizite-sachbuch/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/das-implizite-sachbuch/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 23:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Büttner]]></category>

		<category><![CDATA[Machtan]]></category>

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		<description><![CDATA[ 

Ursula Büttner
Weimar. Die überforderte Republik
Klett-Cotta 2008 
Lothar Machtan
Die Abdankung
Propyläen 2008
Die sprachlose soziale Lebenswelt veranlasst und akzeptiert die Verbalisierungen der Ideologie, aber nicht umgekehrt: Eine Ideologie überzeugt nur Überzeugte.  So Paul Veyne in seinem Buch, das ich an  einer anderen Stelle schon zu würdigen versuchte. Ein Satz, der im Kontext der Christianisierung geschrieben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/buttner-100x149.jpg" alt="" title="buttner" width="100" height="149" class="alignleft size-thumbnail wp-image-413" /> </p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/machtan1-100x160.jpg" alt="" title="machtan1" width="100" height="160" class="alignleft size-thumbnail wp-image-417" /></p>
<p><strong>Ursula Büttner</strong><br />
Weimar. Die überforderte Republik<br />
Klett-Cotta 2008 </p>
<p><strong>Lothar Machtan</strong><br />
Die Abdankung<br />
Propyläen 2008</p>
<p><em>Die sprachlose soziale Lebenswelt veranlasst und akzeptiert die Verbalisierungen der Ideologie, aber nicht umgekehrt: Eine Ideologie überzeugt nur Überzeugte. </em> So Paul Veyne in seinem Buch, das ich an  <a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/kein-lettner-fur-europa/">einer anderen Stelle</a> schon zu würdigen versuchte. Ein Satz, der im Kontext der Christianisierung geschrieben wurde, im Kontext der Moderne allerdings von grundstürzender für viele unserer Überzeugungen ist. Denn wir glauben ja, dass Ideologie und Fanatismus selbst eine Gefahr sei. Sie ist mit Veyne gesehen viel größer, insofern sie in der Lebenswelt selbst schon bereit liegt. Es sind aber nicht allein die Ideologen, sondern auch die Beobachter der Gesellschaft, die in der zeitgenössischen Publizistik ihre Beobachtungen mitteilen. Allerdings gehören diese zu Verbalisierungen, denen nur ein Ausschnitt der sozialen Lebenswelt zustimmen mag.  </p>
<p>Ursula Büttner hat ein höchst materialreiches und sehr gut lesbares Buch geschrieben, aus dem man unendlich viel lernen kann. Darf man aber von Büchern Sachen fordern, die diese einfach nicht hergeben? Ich frage mich zum Beispiel, ob es nicht auch Bestandteil einer Geschichte der Weimarer Republik sei, was diese selbst an politischen Analysen und gesellschaftlichen Beschreibungen hervorgebracht hat? Die fehlen in diesem umfangreichen Buch von Büttner. Natürlich nicht ganz. Aber doch fast ganz. Was ich damit meine? <span id="more-410"></span></p>
<p><strong>Die Tragik der Weimarer Republik</strong></p>
<p>Man stelle vor, man wollte Ihnen aus dem Leben eines Schriftstellers erzählen, dessen Tagebücher, Briefe und Werke aber an keiner Stelle hinzugezogen würden, ein Menschenleben also als komplett bewusstloses. So ist das hier ein wenig. Die Weimarer Republik als eine sich ihrer selbst vollkommen unbewußte Gesellschaft. Ist dagegen nicht gerade der öffentlich ausgetragene Streit über die Gesellschaft nicht geradezu ein Kennzeichen der Weimarer Zeit? Sind die Kräfte, die die Weimarer Republik überforderten nicht auch Kräfte gewesen, die sie interpretierten? Und besteht die Tragik des Untergangs der Weimarer Republik nicht darin, dass man ihn sehenden Auges auf sich zukommen sah? Als bedeutende politische Reihe erscheint zum Beispiel im Verlag Diederichs die <em>Politische Bibliothek</em>.</p>
<p>Warum aber schließen die Historiker dieses Auge, mit dem sich eine Gesellschaft selbst beobachtet? Sieht es unscharf? Ist es farbenblind? Oder würde der Bezug auf die Selbstdeutung der Weimarer Republik den Historiker auf bloßes Nachsprechen reduzieren?  Ist dieses Auge ein blinder Fleck der Historiker? Oder wurde damals tatsächlich nur dummes Zeug geschrieben? Sind diese Selbstdeutungen alle nur Primärtexte und als solche in und mit ihrer Zeit unentwirrbar verwoben und daher unbrauchbar? Sind diese Texte in einer Vorstufe der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Verarbeitung gleichsam schon im Buch, aber nur implizit? </p>
<p>Ist die Weimarer Republik ein Gegenstand, der gar nicht von 1918 - 1933 dauerte, sondern erst 2008 in einem Buch von Ursula Büttner entdeckt wird?   </p>
<p><strong>Nichts Neues über die <em>Neue Sachlichkeit</em></strong></p>
<p>Über die die Weimarer Zeit besonders charakterisierende &#8220;Neue Sachlichkeit&#8221; schreibt Büttner im Untertitel des knapp vier Seiten umfassenden Artikels: &#8220;kritische Zeitbetrachtung und reaktionäre Gegenwehr&#8221;. Dann kommen Namen und Titel zur Sprache, die wir überall sonst auch lesen können. Würde man alles was man über diese Zeit weiß nur aus diesem einen Buch beziehen, müsste man glauben, dass die Menschen dieser Zeit auf eine gespenstische Art und Weise taub und blind für sich selbst, ihre Mitmenschen und die Gesellschaft waren, in der sie lebten. Wir wissen irgendwie, dass es so nicht war und doch ist dieses Buch nicht geeignet, uns vom Gegenteil zu überzeugen.</p>
<p>Einer der Effekte ist der: Wenn man Bücher aus dieser Zeit zur Hand nimmt, ist man wirklich und wahrhaftig verblüfft, wie weit diese Zeit sich selbst auf den Begriff zu bringen wußte. Dass sie also gerade nicht eine sprachlose soziale Lebenswelt sei, die erst der Arbeit der Historiker bedarf, die sie ausspricht. </p>
<p><strong>Humor als Darstellungsform</strong></p>
<p>Um näher zu erläutern, was ich meine, nehme ich mal ein Gegenbeispiel, das ich bei Lothar Machtan finde. Gegenüber Ursula Büttner kann hier weder von Materialreichtum noch von Lesbarkeit die Rede sein. Mit mehr Freude an der Skurrilität des Themas hätte das ein schönes Kabinettstückchen werden können. Aber Machtan erklärt lieber, &#8220;warum alles so kam&#8221;, statt auch den in der Geschichte verborgenen Humor zu nutzen. Dass er diesen nicht deutlich genug sieht, zeigt und nutzt, sollte vielleicht einmal als schwerer Darstellungsfehler innerhalb der Historiker sanktioniert werden. </p>
<p>An einem Punkt aber macht er es dann doch anders als die Zunft. Er schreibt: &#8220;Je mehr die Fürsten mediale Interessen berücksichtigten, desto größer wurde die Gefahr, ihre Reputation an ebendiese Medien zu binden - und sie gegebenenfalls auch zu verlieren. Ihr Problem war, dass sie diese Dynamik der massenmedialen Nebenwirkungen in den unterschiedlichen Öffentlichkeiten nicht einmal im Ansatz reflektierten.&#8221; Diese Reflektion blieb nach Quellenlage bei Machtan also aus. Und es ist nicht der Historiker, der diese Reflexion anstellt. So ist folgendes im Vorwärts von 1914 zu lesen und Machtan enthält uns das glücklicherweise nicht vor: </p>
<p>&#8220;In der dummen Sucht, dem beglückten Bürgerauge auch nur ja jede Position der Herrscher aufzudecken, vergaß der Mann an der Kurbel oft genug, dass auch in den höchsten Sphären Schönheitsfehler zu Hause sind, und dass zwar der Filmfabrikant, aber nicht sein Apparat an loyaler Gesinnung zu leiden hat.&#8221; Folglich &#8220;durchbraust stürmische Heiterkeit das Haus, wenn ein alter Knacker Treppen herunterwackelt, und wenn seine irdische Erscheinung so in recht possierlichem Gegensatz zu seiner himmlischen und göttlichen Mission hienieden steht. Sind sie nicht zum Nachdenklichwerden, diese Könige im Kino?&#8221;</p>
<p>Die theoretische Grundlage für das, was Machtan in seinem Buch schildert, haben wir im Grunde schon von Paul Veyne gehört. Im November 1918 kam es zu einer fast widerstands- und geräuschlosen Abdankung der gekrönten Häupter. Die Lebenswelt forderte Neues. Eine Ideologie überzeugt nur Überzeugte und eine Abdankung kann so etwas werden, wie die Schließung einer Gaststätte aus Altergründen.</p>
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		<title>Literaturbetriebsforschung</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 21:06:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das große Versprechen der Geisteswissenschaften lautete einmal mutabor, ich werde verwandelt werden. Dieser fromme Glaube an die Macht der Verwandlung durch die Bücher scheint allerdings langsam verloren zu gehen.
Daneben wird der banale Kostendruck auf die Nebenbetriebsstellen der Wissensgesellschaft in letzter Zeit besonders plausibel. So sind es sogar die Studenten der Geisteswissenschaften selbst die verstärkt nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das große Versprechen der Geisteswissenschaften lautete einmal <em>mutabor</em>, ich werde verwandelt werden. Dieser fromme Glaube an die Macht der Verwandlung durch die Bücher scheint allerdings langsam verloren zu gehen.</p>
<p>Daneben wird der banale Kostendruck auf die Nebenbetriebsstellen der Wissensgesellschaft in letzter Zeit besonders plausibel. So sind es sogar die Studenten der Geisteswissenschaften selbst die verstärkt nach objektiven Verwertungsmöglichkeiten ihres akkumulierten Wissens fragen. Eine bloß subjektive Verwertung eines geisteswissenschaftlichen Studiums, an deren Ende die Verwandlung stehen sollte, scheint den Studenten selbst kein nachvollziehbares oder glaubwürdiges Ziel mehr.</p>
<p>Im Sommersemester 2009 wird unter der Ägide von Prof. Burkhardt Krause am <a href="http://fakultaet.geist-soz.uni-karlsruhe.de/szk/index.php">Studienzentrum Kulturarbeit (SZK) der Universität Karlsruhe (TH)</a> das Seminar <em>Einführung in den Literaturbetrieb</em> statt finden. Gegenstand einer Literaturbetriebsforschung sind die Darstellungs- und Verwertungsplattformen der Literatur, zu denen Buchhandels-, Verlagswesen, Literaturvereine, literarische Agenturen und die Literaturkritik zählen. Sie alle versuchen dem ästhetischen und kulturellen Anspruch ihres Gegenstandes gerecht zu werden und ihn zugleich zu verwerten.<span id="more-407"></span></p>
<p>Denn Bücher sind zunächst - manchmal sogar bevor sie geschrieben werden - Gegenstände der Kalkulation, der Distribution und Zirkulation. Eine lange aber deshalb noch nicht sättigende Nahrungskette der Literatur, deren Zwischenglieder weder den Produktionsprozess noch den Leseprozess unbeeinflusst lassen. Dass man sich dieser Einflüsse nicht bewusst werden mag, ist hinzunehmen, die es trotzdem mögen, haben dazu nun innerhalb der Literaturbetriebsforschung Gelegenheit. Dazu sind Kenntnisse der konkreten Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Branchen unabdingbar.</p>
<p>Vielleicht wird den Studenten nach dem Abschreiten der literarischen Verwertungskette, wie im Märchen von Hauff, das heute vergessen scheinende <em>mutabor</em> wieder einfallen und wirken.</p>
<p>Das <a href="http://www.literaturbetrieb.wg.am/">Studienzentrum Kulturarbeit (SZK) der Universität Karlsruhe (TH) hat ein Portal</a> eingerichtet, auf dem die ersten Module einer Literturbetriebsforschung von Michael Buchmann entwickelt und vorgestellt werden.</p>
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		<title>Kein Lettner für Europa</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Dec 2008 23:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Veyne]]></category>

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		<description><![CDATA[
Paul Veyne
Als unsere Welt christlich wurde
C.H. Beck 2008
Die viel beschworenen christlichen Wurzeln Europas, in Europadebatten reichlich bemüht, nie jedoch ernsthaft ausgegraben, kann Paul Veyne nicht erkennen. Eher schon wurzelt das Christentum in den europäischen Institutionen. Denn religiöse Merkmale sind viel weniger bedeutsam zur Charakterisierung unserer modernen Zivilisation als zum Beispiel rechtspolitische. Ein ziemlich ernüchternder Befund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/veyne-100x161.jpg" alt="" title="Veyne_Christlich.qxd" width="100" height="161" class="alignleft size-thumbnail wp-image-406" /><br />
<strong>Paul Veyne</strong><br />
Als unsere Welt christlich wurde<br />
C.H. Beck 2008</p>
<p>Die viel beschworenen christlichen Wurzeln Europas, in Europadebatten reichlich bemüht, nie jedoch ernsthaft ausgegraben, kann Paul Veyne nicht erkennen. Eher schon wurzelt das Christentum in den europäischen Institutionen. Denn religiöse Merkmale sind viel weniger bedeutsam zur Charakterisierung unserer modernen Zivilisation als zum Beispiel rechtspolitische. Ein ziemlich ernüchternder Befund für die, die die Zugänge nach Europa mit einem neuen Lettner abzuriegeln trachten. Mit einem einzigen Satz von Paul Veyne lässt sich diese Debatte fast aushebeln: <em>Wir bewohnen alle ein altes Haus, aber die wenigsten von uns teilen die Überzeugungen und Verhaltensweisen der früheren Bewohner.</em></p>
<p>Paul Veyne spricht in seinem Buch nicht nur mit uns, was die wenigsten Gelehrten verstehen. Er macht mehr, er lässt uns selbst zu Wort kommen. Irgendwie immer so, als hätten wir gerade zuviel Karlheinz Deschner gelesen, der auch gerne entlarvend schreibt, der hinter die Kulissen späht und überall auf bloß machtpolitischen Zynismus stößt. Genauso lässt uns Paul Veyne zu Wort kommen. Statt Interessen aber deckt er Strukturen auf. Man könnte sagen, er holt uns ab. Während wir jedoch den Bus erwarteten, fährt Veyne mit uns U-Bahn. </p>
<p>Nachtrag vom 02.03.2009 zur einer Rezension von <em>Als unsere Welt christlich wurde</em> von Ute Eisinger:</p>
<p>Bei Sachbüchern ist es eine besonders seltene Erfahrung, dass man glaubt, man habe ganz verschiedene Bücher gelesen. Eine Rezensentin von literaturkritik.de schreibt: <em>Besser ist es, zu Arnulf Zitelmanns &#8220;Geschichte der Christen&#8221;, einem Sachbuch für die Jugend, zu greifen</em>. So ehrenvoll der Hinweis auf das &#8220;Sachbuch für die Jugend&#8221; sein mag - scheint es doch ein Buch zu sein, welches die Rezensentin gelesen hat - ist diese Rezension doch selten wirr und holprig. Nachzulesen ist der Text von Ute Eisinger <a href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=12736"> hier unter literaturkritik.de.</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Frisierte Lackaffen</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/frisierte-lackaffen/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Dec 2008 23:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Bauer]]></category>

		<category><![CDATA[de Waal]]></category>

		<category><![CDATA[Hattrup]]></category>

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		<description><![CDATA[    .
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Joachim Bauer
Das kooperative Gen
Hoffmann und Campe 2008
Dieter Hattrup
Darwins Zufall oder wie Gott die Welt erschuf
Herder 2008
Frans de Waal
Primaten und Philosophen
Hanser 2008
Ich hatte vor einiger Zeit das zweifelhafte Vergnügen, mit jemanden in eine Diskussion zu geraten, der sich offensichtlich an dem Buch von Richard Dawkins Das egoistische Gen überfressen hatte und in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-402" title="bauer" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bauer-100x147.jpg" alt="" width="110" height="162" />  <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-403" title="hattrup" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/hattrup-100x155.jpg" alt="" width="104" height="161" />  <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-404" title="de-waal" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/de-waal-100x153.jpg" alt="" width="104" height="162" />.<br />
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<p><strong>Joachim Bauer</strong><br />
Das kooperative Gen<br />
Hoffmann und Campe 2008</p>
<p><strong>Dieter Hattrup</strong><br />
Darwins Zufall oder wie Gott die Welt erschuf<br />
Herder 2008</p>
<p><strong>Frans de Waal</strong><br />
Primaten und Philosophen<br />
Hanser 2008</p>
<p>Ich hatte vor einiger Zeit das zweifelhafte Vergnügen, mit jemanden in eine Diskussion zu geraten, der sich offensichtlich an dem Buch von Richard Dawkins <em>Das egoistische Gen</em> überfressen hatte und in aller Welt nur die Durchsetzungskraft der Gene behauptete und wahrnahm. Das war ungemütlich, denn mein Gegenüber war nicht bereit, darin die alte Tautologie zu erkennen: der Tüchtigste überlebt und wer überlebt ist der Tüchtigste. Nun von Dawkins reformuliert: die vererbten Gene sind die Gene, die egoistisch sind und die egoistischen Gene sind die, die vererbt werden. Das mit den Genen wird da ja irgendwie als substanzielle auf nichts anderes selbst rückführbare Wahrheit genommen und gewinnt dadurch etwas fast Religiöses. Schlimmer noch, ich konnte nicht Joachim Bauer, den Autor der hilfreichen Handreichung<em> Das kooperative Gen </em>hinter einem Vorhang hervorziehen <span id="more-401"></span>und ihn kompetent erklären lassen, dass genetische Informationen nicht nur zwischen Individuen derselben Arten gemischt werden, sondern dass das Erbmaterial auch über die Artgrenzen hinweg erworben werden kann. Ein Genom kann sich selbst verändern. In den Diskussionen, die Sie führen müssen, wissen Sie nun was hilft! </p>
<p>Nach Hattrup hat Darwin mit der Evolutionstheorie den Zufall in die Naturwissenschaft eingeführt, insofern in der Entwicklung der Arten zufällige Varietäten entstehen. Im Wissen aber gibt es nur Gesetz und Notwendigkeit. Den Zufall aber kennzeichnet Nichtwissen. Hattrup ist Physiker, darum geht sein Buch auch auf die Rolle des Zufalls in der Quantenphysik ein. Der Zufall öffnet die geschlossene Welt der Notwendigkeit einen Spalt breit und lässt das Licht einer anderen Wirklichkeit ein, die die Evolution in Schöpfung zurückverwandelt. </p>
<p>Mit Frans de Waal nähern wir uns gegenwärtigen Auffassungen einer neuen Wissenschaft von der Natur, in der Tier und Mensch als fühlende, sich gegenseitig erfassende Wesen Platz haben. Dieses Erfassen illustriert die Geschichte von Frans de Waal am besten, nach der er ein Bonoboweibchen dabei beobachtete, wie es ein Vögelchen, das hilflos am Boden lag, aufnahm und wieder fliegen ließ. De Waal bezeichnet Konrad Lorenz und Richard Dawkins Ideen als „Fassadentheorie“, nach der Moral nur ein kultureller Lack sei und die Menschen nichts weiter als frisierte Lackaffen. Eine Vorstellung latenter Aggression, die der Hypochonder Nietzsche besonders anschaulich beschrieben hat, indem er den Menschen als <em>auf dem Rücken eines Tigers in Träumen hängend</em> definierte. Das ist Literatur. Dagegen stellt der Empiriker de Waal Tatsachen unter den Primaten fest wie <em>reziproken Altruismus </em> und <em>emotionale Ansteckung </em>. Dabei kann er sich auf die Vorarbeit von zwei ganz Großen der Primatenforschung berufen: Jane Goodall und Dian Fossey.</p>
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		<title>Wann kommt der Potter-Effekt? - neue Jugendsachbücher</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wann-kommt-der-potter-effekt-neue-jugendsachbucher/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 23:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[   
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Vor dem Bücherregal eines sportbegeisterten Dreizehnjährigen und insgesamt mittelmäßigen Schülers fand ich links die Lustigen Taschenbücher (leider ungeordnet, sodass ich meinen Lieblingsband nicht finden konnte) und rechts zahlreiche Schwarten des Genres Fantasy aus den Verlagen Piper und Heyne. 
Gut, der Potter-Effekt hat in der Tat zahlreiche Jugendliche dazu befähigt, umfangreiche Bücher in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-356" title="bartetzko" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/bartetzko-100x148.jpg" alt="" width="91" height="127" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-355" title="acevit" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/acevit-100x155.jpg" alt="" width="81" height="125" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-358" title="osteroth" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/osteroth-100x152.jpg" alt="" width="82" height="123" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-357" title="mosbrugger" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/mosbrugger-100x162.jpg" alt="" width="79" height="128" /><br />
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<p>.<br />
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<p>Vor dem Bücherregal eines sportbegeisterten Dreizehnjährigen und insgesamt mittelmäßigen Schülers fand ich links die Lustigen Taschenbücher (leider ungeordnet, sodass ich meinen Lieblingsband nicht finden konnte) und rechts zahlreiche Schwarten des Genres Fantasy aus den Verlagen Piper und Heyne. </p>
<p>Gut, der Potter-Effekt hat in der Tat zahlreiche Jugendliche dazu befähigt, umfangreiche Bücher in einer Lesegeschwindigkeit zu bewältigen, die keine Langeweile aufkommen lässt. Bleibt zu hoffen, dass diese Proselyten des Lesens auch noch zum Sachbuch kommen. Halten die Verlage die richtigen Bücher bereit?</p>
<p>Über Tier und Mensch haben sich Darwin und Cecile Robelin Gedanken gemacht. Aysegül Acevit und Cem Özdemir schreiben für die zweite und dritte Generation der türkischen Migranten. Dieter Bartetzko und Reinhard Osteroth widmen sich der Technik und Erfindern. Ulrich Woelk guckt mit Tochter Stella in den Nachthimmel.</p>
<p>Aysegül Acevit, Zu Hause in Almanya, Campus 2008<br />
Dieter Bartetzko, Türme, S. Fischer 2008<br />
Mosbrugger, Darwin für Kinder und Erwachsene, Insel 2008<br />
Cecile Robelin, Was ist der Mensch? Campus 2008<br />
Cem Özdemir, Die Türkei, Beltz 2008<br />
Ulrich Woelk, Sternenklar, Dumont 2008<br />
Reinhard Osteroth, Erfinderwelten, Rowohlt 2008</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-360" title="robelin1" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/robelin1-100x153.jpg" alt="" width="100" height="153" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-361" title="woelk2" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/woelk2-100x138.jpg" alt="" width="100" height="138" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-359" title="ozdemir" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/ozdemir-100x145.jpg" alt="" width="100" height="145" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Defintion des Sachbuchs im Dreisprung</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/defintion-des-sachbuchs-im-dreisprung/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/defintion-des-sachbuchs-im-dreisprung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 23:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Artikel äußert sich Ute König zum Sachbuch.  Sie können ihn hier lesen. Dieser Artikel steckt bis obenhin voll von Auffassungen, die sich mehr der bloßen Meinungsfreude der Autorin als der Lektüre wirklicher Sachbücher verdanken. Zum Thema Schule fühlt sich ja auch jeder kompetent sich zu äußern, schließlich hat man jahrelange Erfahrungen damit. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Artikel äußert sich Ute König zum Sachbuch. <a href="http://buecher-ratgeber-lebenshilfe.suite101.de/article.cfm/das_genre_sachbuch"> Sie können ihn hier lesen.</a> Dieser Artikel steckt bis obenhin voll von Auffassungen, die sich mehr der bloßen Meinungsfreude der Autorin als der Lektüre wirklicher Sachbücher verdanken. Zum Thema Schule fühlt sich ja auch jeder kompetent sich zu äußern, schließlich hat man jahrelange Erfahrungen damit. Die Defintion von Sachbüchern wird dabei ähnlich leichtfertig angegangen. Da muss man nur den Begriff auseinander nehmen und von Büchern und Sachen reden. Bücher kennt jeder, muss man also nicht drüber reden. </p>
<p>Über die Sachen schreibt Frau König dann holprig: &#8220;Charakteristisch für ein Sachbuch ist, dass es allein durch seine Thematik Auskunft gibt über gesellschaftliche Probleme und Trends. Das Sachbuch beschäftigt sich immer mit einem Thema seiner Zeit und spiegelt somit Entwicklungen in der Gesellschaft wieder. (sic!) Wie kein anderes Genre ist das Sachbuch auf das &#8216;Heute&#8217; fokussiert, es will dem Leser jetzt etwas nahe bringen, ihn in seiner jetzigen Situation ansprechen.&#8221; </p>
<p>Unter der Überschrift &#8220;Vermittlung von anwendbarem Wissen&#8221; erfolgt ausgerechnet der Hinweis auf den Klassiker von Ceram: &#8220;Mit einer Gesamtauflage von 5 Millionen Exemplaren ist <em>Götter, Gräber und Gelehrte</em> von C.W. Ceram bis heute das erfolgreichste Sachbuch. Es gilt in Deutschland als Wegbereiter des modernen Sachbuchs. Ceram führt den Leser in die Methoden und Ergebnisse seiner Wissenschaft ein, indem er die Geschichte der Archäologie als Tatsachenroman erzählt.&#8221;<br />
Es gilt eben nur als Wegbereiter, ist es aber nicht. Wir sollten den nachwachsenden Autoren nicht solche abgedroschenen Unsinn erzählen. </p>
<p>Denn zweifellos hat Frau König Ceram nur flüchtig gelesen, denn sie schreibt: &#8220;Letzten Endes erhält der Leser aber nur so viel Wissen, wie er für den Smalltalk auf einer Party braucht.&#8221; Eine Auskunft über Sachbücher, die ich im Rahmen der Veranstaltungsreihe <em>Immer schön sachlich</em> häufiger höre. Ich glaube aber, die Leute, die sowas sagen, werden gar nicht so oft auf Partys eingeladen. Und das liegt nicht an den Sachbüchern. </p>
<p>Fassen wir zusammen: Der Dreisprung einer Sachbuchdefintion setzt sich aus Hinweisen zu Inhalt, Historie und Funktion des Sachbuchs zusammen. Beim Inhalt wird Aktualität angenommen, bei der Historie wird Ceram genannt und bei der Funktion wird auf dummes Partygeschwätz verwiesen. Eine Defintion des Sachbuchs, die den unschlagbaren Vorteil hat, dass sie sich ohne Lektüre von Sachbüchern als besonders verbreitungsfähig erweist.</p>
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		<title>Ein fiktionales Sachbuch</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 23:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Kriwaczek]]></category>

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		<description><![CDATA[ Rohan Kriwaczek
Eine unvollständige Geschichte der Begräbnisvioline
Eichborn 2008
Die ältesten Zeugnisse der Kultur stammen in der Regel aus Grabstätten. So sind Bestattungsriten vielleicht die ältesten und ersten Zeugnisse des Übergangs des Menschen von der Natur zur Kultur. Kurz darauf fand sich auch der erste Experte gewerblicher Eingrabungsarbeiten ein, der Bestatter, dem dann nur wenige tausend Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/kriwaczek-100x173.jpg" alt="" title="kriwaczek" width="100" height="173" class="alignleft size-thumbnail wp-image-334" /> <strong>Rohan Kriwaczek</strong><br />
Eine unvollständige Geschichte der Begräbnisvioline<br />
Eichborn 2008</p>
<p>Die ältesten Zeugnisse der Kultur stammen in der Regel aus Grabstätten. So sind Bestattungsriten vielleicht die ältesten und ersten Zeugnisse des Übergangs des Menschen von der Natur zur Kultur. Kurz darauf fand sich auch der erste Experte gewerblicher Eingrabungsarbeiten ein, der Bestatter, dem dann nur wenige tausend Jahre später der Experte für die Umkehrung folgte, der Archäologe. Zur Beerdigung gehörte schon früh semiprofessionelles Musizieren am Sarg, im Altertum die Flöte, im Mittelalter der Gesang und bald nach ihrer Einführung im Barock die Violine. <span id="more-326"></span>In Rohan Kriwaczeks Buch <em>Eine unvollständige Geschichte der Begräbnisvioline</em> wird nun die Kulturgeschichte der Begräbnisviolinenmusik, der Begräbnisviolinenkompositionen und der Begräbnisviolinenmusiker erzählt. Ein Buch, das in ebenso ernsthafter wie komplett erfundener Weise ein vernachlässigtes Kapitel unserer Kulturgeschichte präsentiert. Da es für alles bereits Experten gibt – selbst für Ein- und Ausbuddeln -  hat sich Kriwaczek sein Gebiet, auf dem er sich als unbestrittener Experte präsentieren kann, kurzerhand selbst erfunden. Damit haben wir hier das seltene Beispiel eines fiktionalen Sachbuchs. Um die Faktizität des Fiktionalen komplett zu machen, präsentiert der Autor dessen Anblick allein schon einen den Schreck in die Glieder fahren lässt, im Internet Hörproben, die den am Sarg Trauernden dem Toten bald nachfolgen lassen. <a href="http://www.rohan-k.co.uk/">Hier der Link zum Spuk.</a></p>
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		<title>Plätze, Kampfplätze, Gemeinplätze. Die Philosophie und der Agon</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Dec 2008 23:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Flasch]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurt Flasch
Kampfplätze der Philosophie. Große Kontroversen von Augustin bis Voltaire
Vittorio Klostermann 2008
Weshalb verwenden Philosophen so häufig Metaphern aus der Sprache der Kriegskunst, wie „Selbstverteidigung“, „Schlagabtausch“, „Angriff“, „Kampf“, „Sieg“, „Wortschlacht“? Auch in als selbstverständlich verwendeten Fremdwörtern wie „Polemik“ und „Eristik“ ist der Agon direkt in der Bedeutung enthalten, sublimiert erscheint er auch in Begriffen wie „Dialektik“, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/flasch-100x145.jpg" alt="" title="flasch" width="100" height="145" class="alignleft size-thumbnail wp-image-397" /><strong>Kurt Flasch</strong><br />
Kampfplätze der Philosophie. Große Kontroversen von Augustin bis Voltaire<br />
Vittorio Klostermann 2008</p>
<p>Weshalb verwenden Philosophen so häufig Metaphern aus der Sprache der Kriegskunst, wie „Selbstverteidigung“, „Schlagabtausch“, „Angriff“, „Kampf“, „Sieg“, „Wortschlacht“? Auch in als selbstverständlich verwendeten Fremdwörtern wie „Polemik“ und „Eristik“ ist der Agon direkt in der Bedeutung enthalten, sublimiert erscheint er auch in Begriffen wie „Dialektik“, „Immunisierung“ usw.</p>
<p>Diese Tatsache erscheint umso erstaunlicher, als – wie Flasch seinerseits in polemischer Absicht darstellt – einige Philosophen sich die „Philosophie als ruhige Weisheit oberhalb aller Parteiungen“ vorstellen. Sein neues Buch „Kampfplätze der Philosophie“ ist daher zweierlei: einmal eine hervorragende Darstellung vor allem der mittelalterlichen Philosophie anhand von Kontroversen, und dann eine lebhafte Streitschrift gegen eine Philosophiegeschichtsschreibung der „Synthese“.</p>
<p>Konzentrieren wir uns also statt auf Flaschs in herausragender Weise neuartige  Darstellung mittelalterlicher Philosophie, die einen endlich verstehen lässt, wie die Philosophie im Mittelalter „funktionierte“, auf die für das Fach noch entscheidendere und stets unterhaltsame Auseinandersetzung des Autors mit seinem eigenen zeitgenössischen Gegner. <span id="more-396"></span>Bevor er allerdings den Angriff startet, sichert er zuerst seine eigene Position (ein taktisches Vorgehen, das er von Sun Tzu gelernt haben könnte). Konkret bedeutet das, er beschreibt und rechtfertigt seine Methode, allerdings stets in Hinblick auf seine übergeordnete Strategie, die hegelsche Philosophiegeschichtsschreibung an ihren Schwachstellen zu treffen, die man kurzerhand zu den eigenen Stärken macht – die Brüche und Unvereinbarkeiten in Form von Konflikten und Auseinandersetzungen:</p>
<p>„Es [dieses Buch] zeigt die Philosophie als eine Serie von Konflikten. Es geht von gut dokumentierten Streitgesprächen aus, nicht von Begriffen oder Systemen. Philosophie als Polemik – das klingt garstig, kommt aber der geschichtlichen Wirklichkeit näher als die Erwartung harmonisierenden Tiefsinns. […] Daher sind Kontroversen der Philosophie immanent. Sie bilden nicht deren Außenseite. […] Da kämpften Autoren miteinander um das, was gut oder schlecht, wahr oder falsch sei, […] Ich zeige Kampfsituationen. Ich widerspreche einer früheren Forschungs- und Darstellungspraxis, die auf &#8216;Synthese&#8217; aus war. Ihre Weichzeichnerei hatte Methode, aber sie war unhistorisch.“</p>
<p>Diese Betonung auf die Ausrichtung nach konkreten Quellen ist rein fachlich durchaus problematisch: Natürlich wird der Interpretationsspielraum durch diese Praxis etwas geringer und damit die Genauigkeit höher. Aber nicht erst seit Nietzsche weiß man, dass auch sogenannte „Quellen“ oder „Tatsachen“ stets durch Interpretation vermittelt sind; die Interpretation steckt auch schon in der Auswahl der Quellen und der Zitierweise. All das weiß natürlich Flasch sehr gut, aber seine Art der Darstellung ist Teil seiner Auseinandersetzung mit seinem Gegner. Durch die wiederholte Betonung der alleinigen Ausrichtung auf gut dokumentierte Quellen macht er sich den Reiz des Faktualen und die Auffassung von der wissenschaftlichen Solidität positivistischen Vorgehens nutzbar.</p>
<p>Seine unbestrittenen Fachkenntnisse verschaffen ihm aber auch einen enormen Vorteil, da er dadurch über mehr taktische Mittel als der Gegner verfügt, sozusagen über einen absoluten Geländevorteil. So kann er von seiner Position aus in aller Ruhe, ja genüsslich die Stöße des Gegners gegen diesen selbst wenden – es stellt die Kryptomethode dieses Buches dar.</p>
<p>Da wäre zum Beispiel die Frage nach der Nützlichkeit und Anwendbarkeit philosophischer Erkenntnisse im Mittelalter. Der Topos, mittelalterliche Philosophie sei reine „Scholastik“, beinhaltet die Vorstellung, sie sei reiner Streit um Begriffe, zudem theologische, gewesen. Flasch dreht einfach die Selbstverständlichkeiten um: „Wofür brauchte Alkuin die Philosophie? Der Einfall, daß sie Selbstzweck sein könnte, konnte ihm nicht kommen in einem Europa, das aus Wäldern bestand […]“. Nachdem er dieses Herantragen des Vorwurfs der Nutzlosigkeit an die Philosophie dieser Zeit erstens als nicht aus ihr selbst folgend und damit als begründungsbedürftig herausgestellt hat, geht er selbst zum Angriff über, indem er nach der Herkunft dieses Vorurteils frägt:</p>
<p>„Suchen wir also in einer früheren Philosophie nicht die bloße Vorläuferin einer späteren, sondern die Funktion, die sie in ihrer Zeit erfüllt hat. […] Ihre Größe liegt in der Kraft, mit der sie die realen Bedingungen menschlichen Lebens analysierend durchdrangen. […] Die Frage, ob die &#8216;realen Lebensbedingungen&#8217; die &#8216;Basis&#8217; bilden und ob die Philosophie zum &#8216;Überbau&#8217; zählt, stellt sich hier nicht. Ich kenne nur geschichtliche Welten, in denen sich beides durchdrungen hat. Ich kenne aber viele schlecht-idealistische Geschichtsdeutungen, die dieses Durchdringen nicht erforschen, weil sie von der späten Idee der Autonomie der Kultur […] als von einer ewigen Wahrheit ausgehen.“</p>
<p>Der Terminologie „Basis“ und „Überbau“ kann man entnehmen, dass dieser Schlag der marxistischen Variante der hegelschen Geschichtsschreibung gilt: die Taktik besteht hier darin, die Annahmen der marxistischen Geschichtsschreibung als Idealisierung den konkreten Lebensbedingungen gegenüber- und dadurch als einengende, ungenügende und übervorteilende Abstraktion hinzustellen. Die Pointe ist an dieser Stelle, dass Flasch sozusagen die „Synthese“ hier für sich in Anspruch nimmt.</p>
<p>Flasch setzt sogar noch nach. So wie im Mittelalter philosophische Aussagen in theologischen Abhandlungen ihr Exil fanden, fänden sich heutzutage philosophische Aussagen eher in nicht-philosophischen Texten: „So wie heute philosophische Analysen in Büchern über die Farben oder über Richard Wagner, in Schriften zur Atombombe oder über die Psychoanalyse stehen – oft wichtigere als in den Werken der sog. &#8216;Fachphilosophie&#8217; –, […]“</p>
<p>Auch die Rezeption und Kanonbildung durch die Philosophiegeschichtsschreibung wird kritisiert: „Ihnen gefallen die Sieger, in unserem Fall: Augustin, nicht die Besiegten.“ Das ist umso problematischer, als in der Konzeption Flaschs sich die Positionen der „Sieger“ eben in der Auseinandersetzung mit den „Besiegten“ herausgebildet haben, und daher nur in diesem Zusammenhang verstanden werden können. Nach ihm verbindet der derzeitige Kanon beide Nachteile: die fehlende Reflexion von Konflikten bei gleichzeitiger – ebenfalls unreflektierter – Übernahme ihrer Resultate. Grandios ist auch ein weiterer Ansatz in Flaschs Polemik gegen die Kanonbildung, nämlich sein „Lob des mittelmäßigen Autors“:</p>
<p>„Man hat beim freien Lesen wie beim Studium der Philosophie gewöhnlich eine Vorstellung davon, wer die &#8216;Klassiker&#8217; und wer die &#8216;großen Philosophen&#8217; seien. Man denkt, die &#8216;besten&#8217; Autoren seien für einen selbst gerade gut genug. Wie die Liste der &#8216;Großen&#8217; zustande gekommen ist, fragt man nicht. Im selben Augenblick, da man sich den &#8216;großen&#8217; Überwindern der Vorurteile zugesellen will, verhält man sich konventionell.“</p>
<p>Dies zielt auf das Selbstverständnis der Leser philosophischer Texte ab. Die Entstehung des Kanons ist das eine, und zudem nach Flasch fragwürdig. Die unhinterfragte Rezeption das andere. Diese Kritiklosigkeit läuft eben diesem Selbstverständnis von kritischer Vernunft entgegen. Nachdem Flasch nun Angriffe gegen die hegelsche Geschichtsschreibung, die mangelhafte Anwendbarkeit philosophischer Erkenntnisse und die philosophische Fachliteratur geritten hat, bleibt ihm noch eine zu erstürmende Bastion: die Philosophie im Allgemeinen und als „Geisteswissenschaft“ im Besonderen:</p>
<p>„[…] ich wollte ihn [den Leser] einladen, über den Begriff &#8216;Philosophie&#8217; nachzudenken. Was &#8216;Philosophie&#8217; heißt, steht nicht überzeitlich fest. Es hängt ab von Traditionen, Sprachregelungen und Bedürfnissen, die alles andere als klar definiert sind. […] Genau genommen existierte sie [die Philosophie in der Spätantike und im Mittelalter] überhaupt nicht, und das hatte neben vielen Nachteilen auch den Vorzug: Die Philosophie sank nicht ab zur &#8216;Geisteswissenschaft&#8217;.“</p>
<p>Er greift zu etwas, das zwar eine Tatsache, aber auch ein sehr geschickter Schachzug ist: die Erkenntnis, dass sich bei Auseinandersetzungen die Regeln selbst ändern lassen; in anderem Zusammenhang wurde dies „Spielstrategie“ getauft. Natürlich ist der Begriff „Philosophie“ das, zu dem man ihn macht. Die Frage ist nur, wer bzw. was die Deutungshoheit bzw. Definitionsmacht besitzt. Aber natürlich nimmt Flasch für sich in Anspruch, dies zumindest mit zu bestimmen.</p>
<p>Flasch versucht also seine zu Beginn des Buchs formulierte schwerwiegende These von der Immanenz der Kontroversen in der Philosophie durch Darstellung konkreter Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen „Philosophen“ zu illustrieren und in seinem Text selbst anzuwenden. Die im Vorwort postulierte These von philosophischen Aussagen als notwendigerweise polemisch kann er durch viele detaillierte und anschauliche Beispiele zwar nicht beweisen, aber seine These zumindest eindrucksvoll untermauern.</p>
<p>Ein Anfang ist gemacht – eine erste Schlacht erfolgreich geschlagen. Wir wünschen uns vom Autor eine Fortsetzung auf theoretischer Ebene, die seine These der Philosophie als Polemik beweist, seinem Gegner gleichsam nachsetzt, oder in den Worten von Clausewitz: „Aber für alle denkbaren Verhältnisse bleibt es wahr, daß ohne Verfolgen kein Sieg eine große Wirkung haben kann, und daß, wie kurz auch die Siegesbahn sein mag, sie immer über die ersten Schritte des Verfolgens hinausführen muß […]“.</p>
<p>Leser, die diesen Artikel lasen, verfolgten auch alle weiteren Rezensionen diese Autors.</p>
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		<title>Musik macht weise</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Dec 2008 23:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Boyd]]></category>

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		<description><![CDATA[ Joe Boyd,
White Bycicles
Kunstmann 2007
In diesem Buch des Musikproduzenten Joe Boyd bekommt man nichts weniger erzählt als die Geburt des Rock. Neben der Richtigstellung einiger Mythen (Pete Seeger hackte nicht das Kabel der E-Gitarre von Bob Dylon durch!), erfährt man fast alles über den Unterschied der Musikkultur von Amerika und England - nur in England [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/boyd-100x159.jpg" alt="" title="boyd" width="100" height="159" class="alignleft size-thumbnail wp-image-395" /> <strong>Joe Boyd,</strong><br />
White Bycicles<br />
Kunstmann 2007</p>
<p>In diesem Buch des Musikproduzenten Joe Boyd bekommt man nichts weniger erzählt als die Geburt des Rock. Neben der Richtigstellung einiger Mythen (Pete Seeger hackte nicht das Kabel der E-Gitarre von Bob Dylon durch!), erfährt man fast alles über den Unterschied der Musikkultur von Amerika und England - nur in England verursachte der Konsum von Dope die charakteristischen Haschischbrandflecken auf dem LP-Cover - und die Entstehung und den Arrangements der Platten von Nick Drake, über die ich dann mit meinem Nachbarn plauderte. All dies und weitere zahllose Einzelheiten erzählt Joe Boyd wunderbar leicht, nebenher und lässig. Nur aus aktuellem Anlass sei hinzugefügt: Boyd benötigt gerade mal fünf unaufgeregte Seiten seine Erfahrungen und Erkenntnisse über die grausliche Scientology-Sekte mitzuteilen. Der Umgang mit Musikern und Musik macht nun wirklich cool und vielleicht auch weise.</p>
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		<title>Näher kommen</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2008 23:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Szczygiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mariusz Szczygiel
Gottland,
Suhrkamp 2008
Von Hanna Krall und Ryszard Kapuscinski habe er alles gelernt, sagt der polnische Reporter Mariusz Szczygiel einmal. Seit 1989 schreibt er für die polnische „Gazeta Wyborcza“ große, preisgekrönte Reportagen. Szczygiel sagt über die Reportage: „Eine gute Reportage muss überraschen und darf nicht vorhersehbar sein. Sie muss viele Details aufweisen, die es dem Leser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/szczygiel-100x166.jpg" alt="" title="szczygiel" width="100" height="166" class="alignleft size-thumbnail wp-image-393" /><strong>Mariusz Szczygiel</strong><br />
Gottland,<br />
Suhrkamp 2008</p>
<p>Von Hanna Krall und Ryszard Kapuscinski habe er alles gelernt, sagt der polnische Reporter Mariusz Szczygiel einmal. Seit 1989 schreibt er für die polnische „Gazeta Wyborcza“ große, preisgekrönte Reportagen. Szczygiel sagt über die Reportage: „Eine gute Reportage muss überraschen und darf nicht vorhersehbar sein. Sie muss viele Details aufweisen, die es dem Leser einerseits erlauben, dem Hauptprotagonisten sehr nah zu kommen“. Ein Satz, den man hierzulande fast als unseriös zurückweisen würde, denn fälschlicherweise identifiziert man dergleichen mit szenischem Erzählen, Kino irgendwie und dann gleich mit leichter Kost aus Amerika. Ein verbreiteter Dreisprung daneben, vor allem unter denjenigen, die die Sachen hochhalten und reinhalten wollen und dabei jedes Nähertreten und Näherkommen verhindern. Dann sagt Szczygiel noch: „Ein weiteres Merkmal einer guten Reportage ist, dass sie manchmal auch schmerzlich nachwirkt, wie ein guter Film oder Roman.“ So und nicht anders ist es bei all seinen Reportagen oder Erzählungen über das Leben im vorkommunistischen, kommunistischen und nachkommunistischen Tschechien. Reportagen über Lida Baarová, Goebbels Geliebter, dem Erbauer eines monströsen Stalin-Denkmals oder Karel Gott, dessen Museum „Gottland“ sich eine weitere Reportage widmet. Oder die Geschichte des Schusters Tomás Bata. Was für eine Schule des Erzählens durch bloßes Näherkommen oder schlichtes Einlassen.</p>
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		<title>Vom Sinn der Sinne</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/vom-sinn-der-sinne/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 23:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Forcellino]]></category>

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		<description><![CDATA[ Antonio Forcellino
Raffael, Siedler 2008
Dass die Kunst eine sinnliche Angelegenheit war, in der Wissen und Handwerk eine sublime Verschmelzung eingehen, erfährt man in dieser Biografie des Raffael Santi, genannt Raffael, von Antonio Forcellino. Es mag ja daran liegen, dass hier ein Restaurator schreibt, dass die Sinnlichkeit der Materialen in diesem außerdem an Schwülstigkeit nicht ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-390" title="forcellino" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/forcellino-100x152.jpg" alt="" width="100" height="152" /> <strong>Antonio Forcellino</strong><br />
Raffael, Siedler 2008</p>
<p>Dass die Kunst eine sinnliche Angelegenheit war, in der Wissen und Handwerk eine sublime Verschmelzung eingehen, erfährt man in dieser Biografie des Raffael Santi, genannt Raffael, von Antonio Forcellino. Es mag ja daran liegen, dass hier ein Restaurator schreibt, dass die Sinnlichkeit der Materialen in diesem außerdem an Schwülstigkeit nicht ganz armen Buch so eine große Rolle spielt:<br />
<em>Im Frühjahr, wenn das duftende Harz der Bäume erwärmt und geschmolzen wurde, um damit die Gemälde zu lackieren, war die Werkstatt weitaus einladender. Die Luft füllte sich dann mit dem charakteristischen Aroma jener Bäume, die weit entfernt von den dunklen Wäldern Urbinos wuchsen, und trug die Erinnerung an exotische Landschaften herein, die die Meister auf ihren Bildern festzuhalten suchten. Noch feierlicher war die Atmosphäre freilich im Sommer, wenn sich das Licht der langen Tage im bräunlich glänzenden Gold der Tafelbilder spiegelte und man die trockene Zeit ausnutzte, die es dem Meister erlaubte, Bolus und Beizmittel so zu handhaben, dass die dünnen Goldblättchen aufgenommen wurden.</em> Doch welchen Sinn hätten unsere Sinne, wenn nicht den, den Forcellino ihnen gibt?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wir Musterknaben</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/wir-musterknaben/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 23:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Buchanan]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mark Buchanan, Warum die Reichen immer reicher werden und Ihr Nachbar so aussieht wie Sie, Campus 2008
Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wie Sie hierher, in diesem Augenblick auf diese Internetseite geraten sind? Sie werden sagen, dass Sie durch irgendetwas, einen Link, eine Information, einen Tipp oder nur rein zufällig hierher geraten sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/buchanan-100x154.jpg" alt="" title="buchanan" width="100" height="154" class="alignleft size-thumbnail wp-image-389" /><br />
<strong>Mark Buchanan</strong>, Warum die Reichen immer reicher werden und Ihr Nachbar so aussieht wie Sie, Campus 2008</p>
<p>Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, wie Sie hierher, in diesem Augenblick auf diese Internetseite geraten sind? Sie werden sagen, dass Sie durch irgendetwas, einen Link, eine Information, einen Tipp oder nur rein zufällig hierher geraten sind. Lassen Sie sich dagegen von Mark Buchanan sagen, dass Sie einem Muster gefolgt sind. In seinem Buch über Sozialphysik zeigt er anhand einer Fülle von Beispielen aus Wirtschaft, Naturwissenschaft und Soziologie, wie wir vermeintlich individuelle Handlungen innerhalb bestimmter Muster vollziehen. So sind wir alle auch ein wenig Musterknaben.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Jemand Eis?</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/jemand-eis/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 23:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Carr]]></category>

		<category><![CDATA[Schöllgen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Gregor Schöllgen, Der Eiskönig. C.H. Beck 2008
Jonathan Carr, Der Wagner-Clan, Hoffmann und Campe 2008
Man stelle sich vor, jemand der alle Anlagen zum Sachbuchautor hat, orientiert sich an Vorbildern wie  einer Betriebsleitung für eine Bohnenkaffeemaschine oder, was fast dasselbe ist, an einem von einem deutschen Professor verfassten Sachbuch? Aber, liebe Autoren, sind Kaffeemaschinenhersteller und deutsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-386" title="schollgen" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/schollgen-100x162.jpg" alt="" width="91" height="148" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-387" title="carr" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/carr-100x149.jpg" alt="" width="100" height="149" /></p>
<p><strong>Gregor Schöllgen</strong>, Der Eiskönig. C.H. Beck 2008</p>
<p><strong>Jonathan Carr</strong>, Der Wagner-Clan, Hoffmann und Campe 2008</p>
<p>Man stelle sich vor, jemand der alle Anlagen zum Sachbuchautor hat, orientiert sich an Vorbildern wie  einer Betriebsleitung für eine Bohnenkaffeemaschine oder, was fast dasselbe ist, an einem von einem deutschen Professor verfassten Sachbuch? Aber, liebe Autoren, sind Kaffeemaschinenhersteller und deutsche Professoren nicht die Leute, vor denen euch eure Eltern immer gewarnt haben?<br />
Um weiteren Schaden von jungen deutschen Schriftstellern abzuwenden,  muss man sagen: Verfasser von Gebrauchsanweisungen und deutsche Professoren langweilen zu Tode, weil sie die Gattungsbezeichnung &#8220;Sachbuch&#8221; einfach falsch, nämlich wörtlich verstehen und unter Verhinderung aller, auch nur der einfachsten literarischen Mittel, einen Text produzieren, von dem sie nachher behaupten, dass das ein Sachbuch sei. <span id="more-385"></span>Denn wenn ich ein Buch über die Geschichte des zweitwichtigsten Eisherstellers lesen soll, für den sich doch ernsthaft niemand interessiert, dann doch nicht ohne dass ich auch erfahre, was Eis ist. Bei Schöllgen nimmt man Eis über das Gehirn auf! Man lese, aber nur ganz kurz, Gregor Schöllgen, und dann dagegen Jonathan Carr, der leider kurz nach Erscheinen seines wunderbaren Buches verstarb. Beide Bücher über Familiäres. Aber wie anders! Und das liegt keineswegs daran, dass Carr irgendetwas Neues mitzuteilen hätte. Ganz und gar nicht. Aber Carr ruft in seinem Buch gleichsam ständig: &#8220;Jemand Eis?&#8221; und serviert dann Süßes und Saures, Kaltes und Heißes und ganz viel erste Sahne. Es ist in der Tat so, dass wenn man deutsche Sachbuchautoren mit denen britischer Herkunft vergleicht, man sich vorkommt, als vergleiche man Wagner mit Speiseeis. Beides hat leider allzu oft gar nichts miteinander zu tun.</p>
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		<item>
		<title>Der stochastische Faktor</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/der-stochastische-faktor/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 23:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Castan]]></category>

		<category><![CDATA[Schwilk]]></category>

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		<description><![CDATA[
Joachim Castan
Der rote Baron
Klett-Cotta 2007
Heimo Schwilk 
Ernst Jünger. Ein Jahrhundertleben
Piper 2007
Diese beiden Biografien könnten im Grunde nicht unterschiedlicher sein.  Die erste über Manfred von Richthofen, einem jungen Mann, der als Jagdflieger im Ersten Weltkrieg umkam und nur 26 Jahre alt wurde, die andere, über Ernst Jünger, der fast achtzig Jahre älter als Richthofen wurde. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-274" title="schwilk" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/schwilk-100x156.jpg" alt="" width="100" height="156" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-273" title="castan" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/castan-100x148.jpg" alt="" width="107" height="157" /><br />
<strong>Joachim Castan</strong><br />
Der rote Baron<br />
Klett-Cotta 2007</p>
<p><strong>Heimo Schwilk </strong><br />
Ernst Jünger. Ein Jahrhundertleben<br />
Piper 2007</p>
<p>Diese beiden Biografien könnten im Grunde nicht unterschiedlicher sein.  Die erste über Manfred von Richthofen, einem jungen Mann, der als Jagdflieger im Ersten Weltkrieg umkam und nur 26 Jahre alt wurde, die andere, über Ernst Jünger, der fast achtzig Jahre älter als Richthofen wurde. Und doch sind sich Richthofen und Jünger ähnlich. <span id="more-249"></span></p>
<p>Im Ersten Weltkrieg nannten die Militärs die Grenze zwischen einem bloß zufälligen und einem wahrscheinlichen Tod, den stochastischen Faktor. Er half zu berechnen, wann man in der Truppe mit Fahnenflucht zu rechnen hatte. Eine Anfechtung, die weder Richthofen noch Jünger kannten. Warum eigentlich nicht?</p>
<p>„Wir sterben alle, ohne erkannt zu sein“ sagt Balzac. Uns so macht sich Joachim Castan daran, eine der ganz bedeutenden Fliegerasse des Ersten Weltkriegs zu erkennen. Dabei erzählt er fasziniert und begeistert von den Einsätzen, der technischen Entwicklung und dem Verlauf des Krieges. Vor allem erzählt er die Geschichte Manfred von Richthofens als Mediengeschichte, deren Ergebnis ja auch nicht zuletzt sein eigenes Buch ist. Castans gelegentlich eingestreute psychologische Erklärungen über das was die Jagd und der Krieg aus jungen Männern macht: Kampfmaschinen, die nicht desertieren, weil sie süchtig werden, wirken da etwas hineingeklebt.</p>
<p>Den Orden <em>Pour le Mérite</em>, übrigens - die Freunde der Militaria werden das wissen - von Friedrich dem Großen 1740 als exklusiver Verdienstorden eingeführt - erhielten beide, Richthofen wie Jünger. <em>Ein Jahrhundertleben</em> heißt das Buch von Heimo Schwillk im Untertitel, als bestände die wesentlichste Leistung Ernst Jüngers darin, über hundert Jahre alt geworden zu sein, vom Bundeskanzler besucht und in einer Illustrierten abgebildet zu werden. Aber vielleicht ist da doch was dran, insofern er als der Überlebende immer auch derjenige ist, der den Tod, und zwar den Tod der anderen überlebt. Bei Jünger wird das Leben immer gesteigert, manchmal als bloßes Überleben.</p>
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		<title>Autoren der Sachen an sich</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 09:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Über Sach- und Fachbuchkritik veröffentlicht Felix Struening eine Analyse zur Verbreitung und Struktur. Man bekommt darin eine Theorie der Sachliteratur und dazu noch eine Theorie der Literaturkritik geliefert, die dann in einem dritten Teil empirisch an Hand der Rezensionen von FAZ, NZZ und ZEIT etc. überprüft werden. Sachbücher können da nicht auch noch erwartet werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über <em>Sach- und Fachbuchkritik</em> veröffentlicht Felix Struening eine <em>Analyse zur Verbreitung und Struktur</em>. Man bekommt darin eine <em>Theorie der Sachliteratur</em> und dazu noch eine <em>Theorie der Literaturkritik</em> geliefert, die dann in einem dritten Teil empirisch an Hand der Rezensionen von FAZ, NZZ und ZEIT etc. überprüft werden. Sachbücher können da nicht auch noch erwartet werden, mit den üblichen Verdächtigen wie C. W. Ceram und Stefan Klein als Ausnahmen. Die Ergebisse, die Strüning hier im Rahmen dieser Arbeit vorlegt, sind hochinteressant. Interessant und aufschlussreich ist aber auch der Rahmen, innerhalb dessen sich die Arbeit liest.</p>
<p><strong>Rillenabhängigkeit im akademischen Tross</strong></p>
<p>Die ewig gleiche Spur und Rille, auf der Sachbücher in Deutschland geführt werden, da ist sich der akademische Tross mit dem publizistischen Feuilleton offenbar einig, wird auch hier nur noch einmal vertieft. Diese Rille heißt Inhalt statt Form, Faktum statt Funktion, Fundiertheit statt Fun, heißt Unterhalt statt Unterhaltung, heißt schließlich Sturheit statt Stil. Diese Rillenabhängigkeit findet sich dann begreiflicherweise auch bei Struening. Eingeklemmt zwischen akademischen Anforderungen im Sachbuch zu suchen und dann auch nach Maßgabe des Feuilletons vorzufinden, was diese Rille hergibt, bleibt er hier auf Spur. Fatal immerhin, dass die Selbstaussagen der Autoren zum Sachbuch, die der Autor alle bringt, nicht weniger fragwürdig sind.</p>
<p><strong>Autoren, Rezensenten und Beobachter auf Spur</strong></p>
<p>In seiner Auswertung schreibt Strüning: &#8220;Die Ergebnisse der Untersuchung zur Mehrfach-Erfüllung der Kriterien zeigten einen starken Fokus auf Inhalt und Kontext der besprochenen Bücher. Dies kann als Hinweis auf die hohe Wichtigkeit der Sache an sich (im Gegensatz zum Stil) gewertet werden.&#8221; (S. 119) Die Gefahr, die ich darin erblicke, ist folgende: Man stelle sich vor, auch unsere deutschen Autoren von Sachbüchern haben einen solchen starken Fokus auf den Inhalt? Und sie haben ihn! Und so schreiben sie manchmal auch. Autoren spuren da nicht weniger als ihre Rezensenten und die Beobachter von Autoren und Rezensenten.</p>
<p><strong>Stilkritik außer Sichtweite</strong></p>
<p>Strüning ist daher schon fast gezwungen den oben zitierten Satz mit der Fußnote zu kommentieren: &#8220;Ob stilistische Merkmale in der Literaturkritik eine größere Rolle spielen, wäre an anderer Stelle zu untersuchen.&#8221; Ja, leider, bei der Literaturkritik der Sachbücher und in einer Analyse zu ihrer Verbreitung und Struktur, wie sie Strüning vorlegt, ist Stilkritik, ist Kritik der Machart weit außer Sichtweite. Woran das liegt? Na, man kommt in Wahrheit gar nicht auf den Gedanken, hier Literatur vor sich zu haben. Denkbar ist also, dass eine solche Untersuchung ohne Ergebnis bliebe, eine solche Magisterarbeit also gar nicht geschrieben werden könnte. Da hat sich Felix Strüning, was unbedingt für ihn spricht, zweifellos richtig entschieden.</p>
<p>Auf seinem Rezensionsblog <a href="http://www.BuchTest.com">www.BuchTest.com</a> kann er das ja dann in Zukunft auszugleichen suchen.</p>
<p>Hier der Link zur Magisterarbeit von Felix Strüning, die bei Erhard Schütz im Rahmen des Forschungsprojektes zum Sachbuch in Berlin enstanden ist. Sie wurde im Verlag LiteraturWissenschaft von Thomas Anz als Online-Publikation veröffentlicht:  <a href="http://www.literaturwissenschaft.de/content_onlineStruening_Sachbuchkritik.php">http://www.literaturwissenschaft.de/content_onlineStruening_Sachbuchkritik.php</a></p>
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		<title>Oral history</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 23:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Dörr]]></category>

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		<description><![CDATA[
Margarete Dörr
Der Krieg hat uns geprägt
Campus 2007
Bereist 1988 veröffentlichte Margarete Dörr drei Bände über die Frauenerfahrungen im Zweiten Weltkrieg. In ihrem neuen Werk stellt sie die hundertfältigen Aspekte des Lebens von Kindern im und nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Dabei werden von ihr die gesammelten Erinnerungen im Originalton wiedergegeben und, dies vielleicht der wichtigste Unterschied [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/dorr-100x151.jpg" alt="" title="dorr" width="100" height="151" class="alignleft size-thumbnail wp-image-271" /><br />
<strong>Margarete Dörr</strong><br />
Der Krieg hat uns geprägt<br />
Campus 2007</p>
<p>Bereist 1988 veröffentlichte Margarete Dörr drei Bände über die Frauenerfahrungen im Zweiten Weltkrieg. In ihrem neuen Werk stellt sie die hundertfältigen Aspekte des Lebens von Kindern im und nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Dabei werden von ihr die gesammelten Erinnerungen im Originalton wiedergegeben und, dies vielleicht der wichtigste Unterschied zu Kempowski, vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse interpretiert und kommentiert. Wollten doch, wie die Dörr vor zwanzig Jahren, die Alpha-Mädchen der F-Klasse auch nur einmal den Frauen heute zuhören, statt beständig und ausschließlich als Frauen von heute zu reden.</p>
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		<title>Die Vollendeten gegen die Kleckser</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-vollendeten-gegen-kleckser/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 23:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[King]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ross King
Zum Frühstück ins Freie
Knaus 2007
Man sollte immer aufhorchen, wenn in der Kunst irgendeine empörende Taktlosigkeit begangen wird. Es kann ja natürlich auch eine bloße Ungezogenheit sein, aber man ist verpflichtet, der Sache nachzugehen. Man darf sich nicht durch Schwindler und Narren den Blick verwirren lassen. Es könnte eine neue Kunstrichtung – zum Beispiel: der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/king-100x152.jpg" alt="" title="king" width="100" height="152" class="alignleft size-thumbnail wp-image-276" /><br />
<strong>Ross King</strong><br />
Zum Frühstück ins Freie<br />
Knaus 2007</p>
<p><em>Man sollte immer aufhorchen, wenn in der Kunst irgendeine empörende Taktlosigkeit begangen wird. Es kann ja natürlich auch eine bloße Ungezogenheit sein, aber man ist verpflichtet, der Sache nachzugehen. Man darf sich nicht durch Schwindler und Narren den Blick verwirren lassen. Es könnte eine neue Kunstrichtung – zum Beispiel: der Expressionismus – lauter Betrüger und Impotente zu Vertretern haben und dabei doch einen neuen Abschnitt in der Entwicklung des menschlichen Sehens bedeuten.</em> Soweit Egon Friedell. Das Modell der Empörung, des Aufruhrs aufgrund von Taktlosigkeiten bildete aber nicht der Expressionismus, sondern schon vorher die Auseinandersetzung um die impressionistische Malerei. So schrieb Édouard Manet 1865 seinem Freund Charles Baudelaire: &#8220;Die Beleidigungen prasseln wie Hagelkörner auf mich nieder&#8221;. Bereits im Salon von 1863 erregte Manets Frühstück im Freien besonderen Spott. Wieso erkannte niemand, dass dieses Bild und die späteren Werke des Impressionismus, begründete? Wenn die Stars der Impressionisten gezeigt werden, dann sind wir alle begeistert und vor allem gescheiter als der größte Teil der Besucher des Salons von 1863 und 1865. <span id="more-261"></span><br />
Was sich am Ursprung der modernen Malerei in der französischen Gesellschaft, Kultur und Politik zugetragen hat, erfährt man, umfangreich und ausführlich erzählt, von Ross King. Sein Buch wäre schon allein darum so lesenswert, weil es von Ernest Meissonier, dem erfolgreichsten, berühmtesten und reichsten Maler dieser Zeit erzählt. So anschaulich, dass man in dem Streit dieser alten &#8220;Vollendeten&#8221; mit den neuen &#8220;Klecksern&#8221; immer gerade dem recht geben möchte, von dessen Bildern gerade die Rede ist. Wunderbar geschrieben ist das Making-of nicht eines Historienfilms, sondern eines Bildes von Meissonier, wenn man will, dem Arnaud der Leinwand.<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/wie-man-ein-thema-verfehlt/">Zu Friedell hier mehr.</a></p>
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		</item>
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		<title>Überflieger und Himmelsstürmer - Eine sinnlich-intellektuelle Reise durch die Welt der Bücher</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 10:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum sind manche Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort und andere nicht? Warum sind manche Menschen erfolgreich und andere nicht? Warum sind manche Menschen Überflieger und Himmelsstürmer und andere nicht? 
An diesem Abend gehen wir auf die Suche derjenigen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren wie Charles Darwin und Abraham Lincoln, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/gladwell-100x155.jpg" alt="" title="gladwell" width="100" height="155" class="alignleft size-thumbnail wp-image-419" />Warum sind manche Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort und andere nicht? Warum sind manche Menschen erfolgreich und andere nicht? Warum sind manche Menschen Überflieger und Himmelsstürmer und andere nicht? </p>
<p>An diesem Abend gehen wir auf die Suche derjenigen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren wie Charles Darwin und Abraham Lincoln, die erfolgreich waren wie John Lennon und Georg Friedrich Händel oder die schlicht Überflieger waren wie Fürst Potemkin und J. Robert Oppenheimer. Und die anderen? Was machen die? Die versuchen an diesem Abend ihre gute Laune und die Übersicht zu behalten.</p>
<p><a href="http://www.rga-online.de/archiv/archivsuchergebnis.php?userid=1&#038;publikation=2&#038;template=artsuchneu&#038;ausgabe=47410&#038;archiv=1&#038;redaktion=2&#038;artikel=108976054"><br />
<em>Presse zu &#8220;Überflieger und Himmelsstürmer&#8221;</em></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nur Reisen ist Leben</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/immer-schon-sachlich-auf-reisen/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 10:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[vorgestellt von Michael Schikowski und gelesen von Christoph Wortberg
 &#8220;Nur Reisen ist Leben&#8221;, sagt Jean Paul. Dieses Leben bringen die hier vorgestellten Autoren als Dichter zum sprechen, als Naturforscher werten sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Erfahrungen aus, als Historiker flechten sie Interessantes aus der Kulturgeschichte ein und spiegeln schließlich als Erzähler auch unsere kleinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>vorgestellt von Michael Schikowski und gelesen von Christoph Wortberg</p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/biermann1-100x153.jpg" alt="" title="biermann1" width="100" height="153" class="alignleft size-thumbnail wp-image-379" /> &#8220;Nur Reisen ist Leben&#8221;, sagt Jean Paul. Dieses Leben bringen die hier vorgestellten Autoren als Dichter zum sprechen, als Naturforscher werten sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Erfahrungen aus, als Historiker flechten sie Interessantes aus der Kulturgeschichte ein und spiegeln schließlich als Erzähler auch unsere kleinen Abenteuer, die wir alle urlaubshalber mit dem Leben auf Reisen haben. Ihre  Beobachtungen, an denen sie uns als Hörer teilhaben lassen, zeigen sie sich uns als große Künstler, in denen noch die Eintracht sonst geschiedener Forschungsbereiche anzutreffen ist. Orte der Sehnsucht werden Worte der Sehnsucht.  </p>
<p>Rüdiger Barth, Endlich weg (Malik)<br />
Werner Biermann, &#8220;Der Traum meines ganzen Lebens&#8221; (Rowohlt)<br />
Jacques Cousteau, Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus (Campus)<br />
Charles Darwin, Die Fahrt der Beagle (mare)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/alle-mann-an-bord/">Georg Forster, Reise um die Welt (Eichborn)</a><br />
Georg Forster, James Cook der Entdecker (Eichborn)<br />
André Gide, Kongo und Tschad (Olms)<br />
Sven Hedin, Transhimalaja (Edition Erdmann)<br />
Michael Kodas, Der Gipfel des Verbrechens (Malik)<br />
Alexandra Lapierre, Frauen erobern die Welt (Flammarion)<br />
Favell Lee Mortimer, Die scheußlichsten Länder der Welt (Malik)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/embedded-schriftsteller/">Martin Mosebach, Stadt der wilden Hunde (Hanser)</a><br />
Tom Reiss, Der Orientalist (Osburg)<br />
Iris Schürmann-Mock, Mein Herz tanzte mit ihr durch das Land (Gerstenberg)</p>
<p>Unter der Überschrift <strong>Auf Reisen</strong> wurden diese und weitere Titel im Landesmuseum Münster am 23.11.2008 und 07.12.2008 vorgestellt. Unter dem Titel <strong>Leinen los</strong> wurden in einem Sonderprogramm speziell für Jugendliche folgende Titel vorgestellt und gelesen:</p>
<p>Charles Darwin für Kinder und Erwachsene (Insel)<br />
Daniel Defoe, Robinson Crusoe (Dressler)<br />
Erich Kästner, Gullivers Reisen (Dressler)<br />
Gillian Kendall, Mr. Dings Hühnerfüße (Frederking und Thaler)<br />
Maja Nielsen, David Livingstone (Gerstenberg)<br />
Henry M. Stanley, Wie ich Livingstone fand (Edition Erdmann)<br />
Helge Timmerberg, In 80 Tagen um die Welt (Rowohlt)<br />
Jules Verne, In 80 Tagen um die Welt (Artemis und Winkler und Dressler)<br />
Selma Lagerlöf, Nils Holgerssohn (Dressler)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Des Strategen Schlüssel zum Sieg. Kriegkunst zwischen Humanismus und Zweckrationalität</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/des-strategen-schlussel-zum-sieg-kriegkunst-zwischen-humanismus-und-zweckrationalitat/</link>
		<comments>http://www.immer-schoen-sachlich.de/des-strategen-schlussel-zum-sieg-kriegkunst-zwischen-humanismus-und-zweckrationalitat/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 23:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Sun Tsu]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sun Tsu
Die Kunst des Krieges
Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2008
Das „Sunzi bingfa (Die Kunst des Krieges)“ avancierte schon vor längerer Zeit zu einem Bestseller des Modernen Antiquariats, was der Qualität der Editionen und Ausgaben nicht immer förderlich war. Geschadet hat dem Textverständnis außerdem, dass es spätestens seit den achtziger Jahren üblich war, die einzelnen Lehrsätze ungeachtet ihres historischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-367" title="sun-tzu" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sun-tzu-100x151.jpg" alt="" width="100" height="151" /><br />
<strong>Sun Tsu</strong><br />
Die Kunst des Krieges<br />
Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2008</p>
<p>Das „Sunzi bingfa (Die Kunst des Krieges)“ avancierte schon vor längerer Zeit zu einem Bestseller des Modernen Antiquariats, was der Qualität der Editionen und Ausgaben nicht immer förderlich war. Geschadet hat dem Textverständnis außerdem, dass es spätestens seit den achtziger Jahren üblich war, die einzelnen Lehrsätze ungeachtet ihres historischen und thematischen Kontextes auf vor allem ökonomische Sachverhalte zu beziehen; man denke etwa an Titel wie Schwanfelders „Sun Tzu für Manager“ (Campus 2004).</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-368" title="schwanfelder" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/schwanfelder-100x154.jpg" alt="" width="75" height="116" />Umso erfreulicher ist diese Neuausgabe der exaktesten Übersetzung von Klaus Leibnitz, die zuerst 1989 in Karlsruhe erschien. Begleitet wird diese Übersetzung von einem Kommentar Gregor Pauls, der das Sunzi bingfa in seinen historischen und argumentativen Kontext einordnet. Er unterscheidet zwei unterschiedliche Interessen, die an den Text herangetragen werden können: einmal das Interesse an Fragen der Kriegsführung, also strategische und taktische Fragen im zweckrationalen Sinne, und einmal Fragen nach Sinn und Zweck von Kriegen im allgemeinen. Auf letztere Frage legt er den Schwerpunkt seiner Darstellung.<span id="more-366"></span></p>
<p>Paul arbeitet drei Prinzipien (er nennt sie Überzeugungen) heraus, die der historischen Debatte um Krieg und Frieden zu Grunde liegen: erstens sind Kriege schlecht und nach Möglichkeit zu vermeiden; zweitens ist Frieden wichtiger als Wahrheit, d. h. auch wichtiger „als das Ziel, der Wahrheit Geltung zu verschaffen“; drittens ist die jeweilige Regierung gleichzeitig auch die höchste Macht – es gibt keinen Gott. Außerdem beschreibt und erörtert Paul die folgenden im damaligen Diskurs gültigen Kriegsziele: Kriege zum Ausbau politischer Macht, zur Befriedigung persönlicher Interessen, zur Beendigung grausamer Herrschaft und zur Befreiung aus einer existenzbedrohenden Lage.</p>
<p>Wer glaubt, diese historische Verortung diene allein dem Verständnis des Textes, habe aber keine darüber hinaus gehende Bedeutung, täuscht sich. Die Einführung drängt des Öfteren Assoziationen zu aktuellen kriegspolitischen Aktivitäten auf; ein Beispiel: „Wenn nun ein kleiner Fehler begangen wird, dann wissen sie, ihn zu verurteilen; aber wenn ein großer Fehler begangen wird, wie das Angreifen eines Staates, dann wissen sie nicht, ihn zu verurteilen, sondern loben ihn sogar noch und nennen es Rechtschaffenheit. Kann man da noch sagen, dass sie den Unterschied von Recht und Unrecht kennen?“ Hierzu noch eine Anekdote aus dem „Handbuch der Strategien“ von Scheuss: „Der chinesische Präsident Hu Jintao konnte sich die pikante Geste bei seinem offiziellen Staatsbesuch am 19. April 2006 in den USA nicht verkneifen, eine seidenbestickte Sun-Tzu-Ausgabe als Geschenk für Präsident George W. Bush mitzubringen […]“ Paul beschäftigt sich im letzten Kapitel dann auch explizit mit den Parallelen zur aktuellen politischen Entwicklung, die dahin zu führen scheint, dem Krieg als politischem Mittel wieder zu alten fragwürdigen Ehren zu verhelfen.</p>
<p>Abgerundet wird der Band durch einen der Editionsgeschichte gewidmeten Artikel, der die Entstehungslinien der Quellen und deren Übersetzungen nachzeichnet; erwähnenswert ist beispielsweise, dass Sun Tsus Text erst durch eine Rückübersetzung aus dem Russischen in deutscher Sprache zugänglich wurde. Eine knappe Bibliografie lädt zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema ein.</p>
<p>Kommen wir nun zum Text von Sun Tsu selbst: er enthält nämlich eine komplette Strategieauffassung in nuce. Während man dem gerade erschienenen „Handbuch der Strategien“ von Scheuss entnehmen kann, dass der Strategiebegriff in der Ökonomie nahezu auf den Begriff „Planung“ reduziert werden kann, ist dies hier nur einer von fünf Faktoren: „Die Hauptelemente der Kriegskunst sind: erstens die Beschaffenheit des Geländes, zweitens die richtige Bereitstellung des benötigten Materials, drittens die militärische Planung, viertens das Abwägen der Möglichkeiten und fünftens der Sieg.“ [IV.16]</p>
<p>Sehr weitreichend und wichtig ist das Thema der „List“; ein Thema, das man nicht alleine Harro von Senger und seinen 36 Strategemen überlassen sollte, die sich übrigens auch einiger der Lehrsätze aus dem Sunzi bingfa bedienen. List wirkt wie ein Katalysator und hilft beim eleganten und effektiven Siegen. Sie verschleiert die eigene Intention: „Ein Meister der Kriegsführung ist immer durchtrieben und geheimnisvoll, er hinterlässt keine Spur.“ [VI.9], oder sie täuscht dem Gegner falsche eigene Intentionen vor, sie durchkreuzt gegnerische Planspiele und nutzt die Schwächen des Gegners aus.</p>
<p>Aus dem Gesagten lässt sich die angesprochene Differenz zwischen ethischer und zweckrationaler Ansprüche an das Sunzi bingfa erkennen. Dass diese Ansprüche nicht nur von außen an den Text herangetragen werden, sondern sich durchaus beide mit Recht auf einzelne Abschnitte beziehen, lässt sich am besten am Lehrsatz III.3 zeigen, der auch dem Text seinen Titel gibt: „Ohne jeden Kampf einen Feind zu unterwerfen, ist in der Tat wahrer Genius.“. Diese Textstelle muss nicht zwangsweise in einem „humanistischen“ Sinne interpretiert werden; sie lässt sich vielmehr rein zweckrational erklären, denn sie steht im Kontext einer Aufzählung der effektivsten, ökonomischsten Strategien. Anders ausgedrückt: wenn man den Gegner besiegt, ohne sich in Kampfhandlungen einlassen zu müssen, ist in diesem Fall die Differenz zwischen Zweck (Sieg) und Mittel am größten.</p>
<p>Umgekehrt kann sie natürlich, insbesondere in Hinblick auf den historischen Hintergrund und andere Textstellen wie „Wer in der Kunst des Krieges erfahren ist, legt sein Hauptaugenmerk auf die moralischen Gesetze [das Tao] und hält sich genau an seine Pläne und an die Disziplin. Nur so kann man den Sieg herbeiführen.“ [IV.15] auch ethisch erklärt werden. Gregor Paul schreibt dazu in einem unveröffentlichten Kommentar:</p>
<p>„Da in der infrage stehenden Passage von Unterwerfung die Rede ist, ist m. E. folgendes gemeint: Einen Sieg – eine Kapitulation, eine Annahme der Forderungen, die man dem &#8216;Gegner&#8217; stellt, usw. – durch Argumentation, Überredung, Einschüchterung, Drohung, Erpressung etc. – zu erreichen, ist einem Krieg (einer bewaffneten Auseinandersetzung) vorzuziehen. Dafür gibt es nach dem Sunzi vor allem zwei Gründe: der Erfolg wird mit minimalen Mitteln erzielt (kostet sozusagen am wenigsten), und er ist die (im gegebenen Fall) humanste Lösung. Der zweite Grund ist freilich im Sunzi nicht explizit ausgesprochen. Er lässt sich jedoch erschließen, wenn man den historischen Kontext bedenkt.“</p>
<p>Diese Eigenschaft des Textes, dass er sich unabhängig von moralischen Maßstäben auch rein zweckrational lesen lässt, hat sicherlich zu seinem Erfolg beigetragen, ähnlich wie „Vom Kriege“ von Clausewitz, der auch, in Anlehnung an Kantsche Terminologie, explizit die Faktoren der Kriegskunst an Zweck-Mittel-Relationen ausrichtet, die aber der Politik ausdrücklich untergeordnet werden. Erst Ludendorff mit seiner Kritik an Clausewitz und seiner damit verbundenen Forderung, die Politik dem Militär zu unterwerfen, macht ein strategisches Verhandeln und d. h. mögliches Vermeiden von kriegerischen Auseinandersetzungen für den Gegner nahezu unmöglich.</p>
<p>Man darf nach dieser Ausgabe berechtigterweise hoffen, dass die Anwendung des Sunzi bingfa zukünftig wesentlich differenzierter ausfallen wird, da nun nicht nur eine solide Übersetzung wieder zugänglich ist, sondern auch durch die Erschließung des historischen Kontextes die Spannung zwischen militärischer Zweckrationalität und ethischen Erwägungen offen gelegt wurde.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Immer schön sachlich - zum dritten Mal in Paderborn</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/immer-schon-sachlich-zum-dritten-mal-in-paderborn/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 14:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer schön sachlich - Hermann und die Folgen
Die dritte Veranstaltung von Immer schön sachlich in Paderborn
Der Untergang des römischen Adlers in der legendären Schlacht im Teutoburger Wald bildet einen der wichtigsten Wendepunkte in der Entwicklung Europas. Von ihm aus folgen wir in Lesungen und Buchvorstellungen den Zeitläuften, zumal den kriegerischen. Ein roter Faden, den man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Immer schön sachlich - Hermann und die Folgen</strong><br />
Die dritte Veranstaltung von <em>Immer schön sachlich</em> in Paderborn</p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/martin-100x152.jpg" alt="" title="martin" width="100" height="152" class="alignleft size-thumbnail wp-image-378" />Der Untergang des römischen Adlers in der legendären Schlacht im Teutoburger Wald bildet einen der wichtigsten Wendepunkte in der Entwicklung Europas. Von ihm aus folgen wir in Lesungen und Buchvorstellungen den Zeitläuften, zumal den kriegerischen. Ein roter Faden, den man auch buchstäblich nehmen kann. Es lohnt sich, diese großen neuen, mitunter epischen, und kleineren essayistischen Werke zur Geschichte kennen zu lernen. Folgende Titel werden vorgestellt:<span id="more-377"></span></p>
<p>Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst (Nikol)<br />
Kelly Devries u.a., Die großen Schlachten der Antike (Theiss)<br />
Dirk Husemann, Der Sturz des römischen Adlers (Campus)<br />
Arnulf Krause, Geschichte der Germanen (Campus)<br />
Ralf-Peter Märtin, Die Varus-Schlacht (S. Fischer)<br />
Tacitus, Germania (Reclam)<br />
Rainer Wiegels, Die Varusschlacht (Theiss)<br />
Reinhard Wolters, Die Schlacht im Teutoburger Wald (Beck)</p>
<p>Ursula Büttner, Weimar (Klett-Cotta)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/auf-jeder-seite-des-buchs-nur-nicht-im-verlag/">Winston S. Churchill, Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi (Eichborn)</a><br />
Christopher Clark, Wilhelm II. (DVA).<br />
Tom Holland, Persisches Feuer (Klett-Cotta)<br />
Arnulf Krause, Europa im Mittelalter (Campus)<br />
Lothar Machtan, Die Abdankung (Propyläen)<br />
Diarmaid MacCulloch, Die Reformation (DVA)<br />
Henrik Müller, Die sieben Knappheiten (Campus)<br />
Anka Muhlstein, Der Brand von Moskau (Insel)<br />
Otto Pflanze, Bismarck (Beck)<br />
Tom Reiss, Der Orientalist (Osburg)<br />
John Röhl, Wilhelm II. (Beck)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-vierte-truppengattung/">Jeremy Scahill, Blackwater (Kunstmann)</a><br />
Enzo Traverso, Im Bann der Gewalt (Siedler)<br />
Paul Veyne, Als unsere Welt christlich wurde (Beck)<br />
Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1949-1990 (Beck)<br />
Stefan Weinfurter, Das Reich im Mittelalter (Beck)<br />
Harald Welzer, Klimakriege (S. Fischer)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/das-sachbuch-als-zeitraffer/">Peter Wende, Das britische Empire (Beck)</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Immer schön sachlich - in Minden, Wuppertal und Hagen</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 23:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer schön sachlich - Eine sinnlich-intellektuelle Reise in die Welt der Sachbücher
Minden, Thalia 20.11.2008
Wuppertal, Koendgen 24.11.2008
In Immer schön sachlich werden Sachbücher von Michael Schikowski vorgestellt und von Christoph Wortberg gelesen. Dabei wechseln Einführungen und Lesepassagen in lockerer Folge ab. Dem Zuschauer/Zuhörer wird Gelegenheit gegeben, einzutauchen in oft unvermutet spannende und spannend geschriebene Texte. Im Kontrast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Immer schön sachlich - Eine sinnlich-intellektuelle Reise in die Welt der Sachbücher</em></p>
<p>Minden, Thalia 20.11.2008<br />
Wuppertal, Koendgen 24.11.2008</p>
<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/reiss1-100x172.jpg" alt="" title="reiss1" width="100" height="172" class="alignleft size-thumbnail wp-image-376" />In<em> Immer schön sachlich</em> werden Sachbücher von Michael Schikowski vorgestellt und von Christoph Wortberg gelesen. Dabei wechseln Einführungen und Lesepassagen in lockerer Folge ab. Dem Zuschauer/Zuhörer wird Gelegenheit gegeben, einzutauchen in oft unvermutet spannende und spannend geschriebene Texte. Im Kontrast zwischen intellektuellem Verarbeiten und sinnlichem Erleben, erweitert sich der Wahrnehmungshorizont des Zuhörers. Neue Kontexte tun sich auf, unerwartete Verknüpfungen führen zu überraschenden Einsichten. Die Abwechslung von Erläuterung und Lesung macht <em>Immer schön sachlich</em> zu einem sinnlich-intellektuellen Erlebnis.</p>
<p>Die Varus-Schlacht und das Darwin-Jahr sind Ereignisse, die in Ausstellungen und Feiern im nächsten Jahr gebührend begangen werden. Die Bücher dazu sind allerdings schon da! In spannenden Neuerscheinungen finden sich die neuesten Erkenntnisse zur Varus-Schlacht und unterhaltsame Betrachtungen, die das Zusammenleben von Tier und Mensch beschreiben. Darüber hinaus finden sich weitere ausgewählte Sachbücher, die kennen zu lernen unbedingt lohnt.<span id="more-375"></span></p>
<p>Vorläufige Titelauswahl:</p>
<ul>
Markus Bennemann, Im Fadenkreuz des Schützenfischs (Eichborn)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-sich-kreuzenden-karrieren/">Dominique Bona, Camille und Paul (Knaus)</a><br />
Werner Biermann, &#8220;Der Traum meines ganzen Lebens&#8221; (Rowohlt)<br />
Alex Capus, Himmelsstürmer (Knaus)<br />
Darwin für Kinder und Erwachsene (Insel)<br />
Richard Dawkins, Geschichten vom Ursprung des Lebens (Ullstein)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/beobachten-und-beschreiben/">Douwe Draaisma, Geist auf Abwegen (Eichborn)</a><br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/die-uberwaltigende-geschichte/">Orlando Figes, Die Flüsterer (Berlin)</a><br />
Ernst Peter Fischer, Das große Buch der Evolution (Fackelträger)<br />
Matthias Horx, Technolution (Campus Verlag)<br />
Dirk Husemann, Der Sturz des römischen Adlers (Campus Verlag)<br />
Simon Ings, Das Auge. Meisterstück der Evolution (Hoffmann &#038; Campe)<br />
Stefan Klein, Da Vincis Vermächtnis (S. Fischer)<br />
Michael Kodas, Der Gipfel des Verbrechens (Malik)<br />
Arnulf Krause, Europa im Mittelalter (Campus Verlag)<br />
Ralf-Peter Märtin, Die Varus-Schlacht (S. Fischer)<br />
<a href="http://www.immer-schoen-sachlich.de/embedded-schriftsteller/">Martin Mosebach, Stadt der wilden Hunde (Hanser)</a><br />
Robert Muchembled, Die Verwandlung der Lust (DVA)<br />
Jürgen Neffe, Darwin. Das Abenteuer des Lebens (C. Bertelsmann)<br />
Anna Pavord, Wie die Pflanzen zu ihren Namen kamen (Berlin)<br />
Tom Reiss, Der Orientalist (Osburg)<br />
John Röhl, Wilhelm II. (Beck)<br />
Jon Savage, Teenage (Campus Verlag)<br />
Karl Schlögel, Terror und Traum (Hanser)<br />
Reinhard Wolters, Die Schlacht im Teutoburger Wald (Beck)</ul>
<p>Kontakt: <a href="&#109;&#97;&#105;&#108;&#116;&#111;&#58;&#77;&#105;&#99;&#104;&#97;&#101;&#108;&#46;&#83;&#99;&#104;&#105;&#107;&#111;&#119;&#115;&#107;&#105;&#64;&#116;&#45;&#111;&#110;&#108;&#105;&#110;&#101;&#46;&#100;&#101;">Michael.Schikowski (at) t-online.de</a></p>
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		<title>Sex tells</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/sex-tells/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 23:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Herzog]]></category>

		<category><![CDATA[Muchembled]]></category>

		<category><![CDATA[Sigmund]]></category>

		<category><![CDATA[Sigusch]]></category>

		<category><![CDATA[Westheimer]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem die Bettfedern um das Matratzenoutlet der Charlotte Roche ein wenig verflogen sind, kann man vielleicht mal zu den Büchern kommen, die nicht zur Gattung Fiktion-als-Sachbuch gehören. So dient die mit verschmitzten Lächeln vorgetragene Behauptung der Autorin, dass in Feuchtgebiete Selbsterlebtes zu lesen wäre, der Irreführung der bestellten Literaturkritiker, die prompt, bis auf einzelne Ausnahmen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem die Bettfedern um das Matratzenoutlet der Charlotte Roche ein wenig verflogen sind, kann man vielleicht mal zu den Büchern kommen, die nicht zur Gattung Fiktion-als-Sachbuch gehören. So dient die mit verschmitzten Lächeln vorgetragene Behauptung der Autorin, dass in <em>Feuchtgebiete</em> Selbsterlebtes zu lesen wäre, der Irreführung der bestellten Literaturkritiker, die prompt, bis auf einzelne Ausnahmen, darauf hereinfallen. Vom Augenblinzeln dieser <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-372" title="sigusch-neo" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sigusch-neo-100x155.jpg" alt="" width="100" height="155" />Lara Croft der Talkshows kirre gemacht, vergessen sie oder übersehen vorsätzlich, den Text auf seine literarische Qualität zu untersuchen. Ein Pseudoroman, der als Pseudosachbuch gelesen wird. Im Oszilieren der Gattungen beginnen die Augen zu flimmern und die Lippen zu beben. Nicht zu vergessen, der absolut lächerliche Gestus der Kritik an all diesem stümperhaften Herumfummeln an den Geschlechtsteilen, wo doch in Wahrheit Aufklärung und Kritik unter einem Berg von wahllos zusammengeworfenen Hygienemitteln begraben wurde. Man kann festhalten, dass die Republik hier einer ebenso begabten wie konsequenten Autorendarstellerin auf den Schleim gegangen ist. Und doch müsste das Buch mit Volkmar Siguschs <em>Neosexualitäten</em> gut zu erklären sein, wenn es nicht ohnehin vom schlaksigen Ghostwriter als Anwendungsbeispiel eben dieses Buches konzipiert wurde.<span id="more-280"></span></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-283" title="westheimer" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/westheimer-100x154.jpg" alt="" width="73" height="105" />Der Sexualität ist insgesamt ein wichtiger Trend der Sachliteratur gewidmet. Dabei werden lebenspraktische Fragen vom Urgestein der Sexberatung, Dr. Ruth Westheimer, geklärt. Man muss dazu wissen, dass sich Dr. Ruth dergleichen schlüpfrige Anmoderation von Büchern über Sexualität verbeten hätte. Zu Recht. Hier der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ful2danCTbc">Link,</a> der ziemlich genau klärt, welche gewaltigen Unterschiede zwischen einem guten Rat und herumraten liegen. </p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-282" title="sigmund" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sigmund-100x160.jpg" alt="" width="60" height="95" /> <img class="alignleft size-thumbnail wp-image-373" title="herzog" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/herzog.jpg" alt="" width="60" height="96" />Die weiteren Titel werden den eher praktisch orientierten Zeitgenossen nicht so sehr interessieren. Es sind historische Sachbücher. Dabei stand bei Dagmar Herzog zuerst, in diesem Jahr dann bei Anna Maria Sigmund die Neubewertung der Sexualität im Dritten Reich im Mittelpunkt. Die alte mehr oder weniger an der Hydraulik orientierte Vorstellung der Sechziger von sexueller Verdrängung und politischer Diktatur wird in diesen Büchern endgültig demontiert.  </p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-284" title="sigusch" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/sigusch-100x150.jpg" alt="" width="80" height="120" /><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-281" title="muchem" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/muchem-100x160.jpg" alt="" width="79" height="115" /> Sehr unterschiedliche Geschwister sind dagegen die Bücher von Volkmar Sigusch zur Geschichte der Sexualwissenschaft und Robert Muchembled. Während Sigusch nach meinem Geschmack von der Kritik leider in seiner Begabung zum literarischen Erzählen zu wenig gewürdigt wurde, ist Muchembled von dieser wegen allzu geringer Neuigkeitswerte seines Buches sehr gezaust worden. Das Buch liest sich doch anständig und unterhaltsam.  </p>
<p><strong>Volkmar Sigusch</strong><br />
Neosexualitäten. Über den kluturellen Wandel von Liebe und Perversion<br />
Campus 2005</p>
<p><strong>Dr. Ruth Westheimer</strong><br />
Silver Sex. Wie Sie Ihre Liebe lustvoll genießen<br />
Campus 2008</p>
<p><strong>Anna Maria Sigmund</strong><br />
&#8220;Das Geschlechtsleben bestimmen wir&#8221;. Sexualität im Dritten Reich<br />
Heyne 2008</p>
<p><strong>Dagman Herzog</strong><br />
Die Politisierung der Lust. Sexualität in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts<br />
Siedler 2005</p>
<p><strong>Volkmar Sigusch</strong><br />
Geschichte der Sexualwissenschaft<br />
Campus 2008</p>
<p><strong>Robert Muchembled</strong><br />
Die Verwandlung der Lust<br />
Eine Geschichte der abendländischen Sexualität<br />
DVA 2008</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Marketing, Kriegsführung und Rhetorik</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/marketing-kriegsfuhrung-und-rhetorik/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 23:01:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Buchmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBücher]]></category>

		<category><![CDATA[Levinson]]></category>

		<category><![CDATA[Schwanfelder]]></category>

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		<description><![CDATA[Werner Schwanfelder
Sun Tzu für Manager. Die 13 ewigen Gebote der Strategie
Campus 2004
Jay Conrad Levinson
Guerilla-Marketing des 21. Jahrhunderts. Clever werben mit jedem Budget
Campus 2008
In der Marketing-Bibel von Kotler findet sich folgender Satz: „Bei diesen Zahlen verwundert es nicht, dass das Konkurrenzverhalten in solchen Märkten manchmal als &#8216;Kriegsführung&#8217; bezeichnet wird.“ Welche weiteren Gründe gibt es für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Werner Schwanfelder</strong><br />
Sun Tzu für Manager. Die 13 ewigen Gebote der Strategie<br />
Campus 2004</p>
<p><strong>Jay Conrad Levinson</strong><br />
Guerilla-Marketing des 21. Jahrhunderts. Clever werben mit jedem Budget<br />
Campus 2008</p>
<p>In der Marketing-Bibel von Kotler findet sich folgender Satz: „Bei diesen Zahlen verwundert es nicht, dass das Konkurrenzverhalten in solchen Märkten manchmal als &#8216;Kriegsführung&#8217; bezeichnet wird.“ Welche weiteren Gründe gibt es für die häufige Analogiebildung zwischen ökonomischem Verhalten einerseits und Kriegsführung andererseits und welche Funktion erfüllt sie?</p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-370" title="schwanfelder1" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/schwanfelder1-100x154.jpg" alt="" width="100" height="154" />Die achtziger Jahre waren die große Blütezeit dieses Vergleichs. Es boomten nicht nur diejenigen Sachbücher, die Sun Tzu und Clausewitz für Manager anwendbar machen wollten, es wurden auch von Seiten der Unternehmen nicht nur entsprechende Seminare goutiert, sondern tatsächlich auch „richtige“ Militärs als Berater engagiert, die – sagen wir: eine gewisse Disziplin – zur Unternehmenskultur beisteuern sollten. Worin sieht das Sachbuch also das tertium comparationis und wie weit geht diese Analogiebildung? Schwanfelder versucht eine Annäherung: „Das Wirtschaftsleben ist sicherlich kein Krieg, aber wir haben es im Wirtschaftsleben sehr wohl mit gravierenden Auseinandersetzungen zu tun, und das nicht eben selten. […] Daher sind alle Mitarbeiter in gewisser Weise auch Krieger, ist jeder Manager eine Art Feldherr, der strategische Überlegungen anstellt oder anstellen sollte, um das Beste aus seiner Situation zu machen.“ Allgemeiner ausgedrückt: auch das Wirtschaftsleben besteht in (manchmal existentiellen) Interessenkonflikten, die den Beteiligten ähnliche Fähigkeiten abverlangen wie die Kriegsführung.<span id="more-369"></span></p>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-371" title="levinson" src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/levinson-100x150.jpg" alt="" width="100" height="150" />Levinson umschreibt diese (vermeintlich) existentielle Bedeutung ökonomischer Auseinandersetzungen in seiner anschaulich-metaphorischen Schreibweise so: „Wenn Sie auf See Schiffbruch erleiden und zum rettenden Ufer schwimmen müssen, geben Sie ja auch nicht einfach auf, wenn Sie es nach einer Stunde – oder nach fünf – nicht erreicht haben.“ Geht es in ökonomischen Zusammenhängen wirklich ums nackte Überleben? In einigen Fällen durchaus, nur sind die davon betroffenen Personen weder für irgendein Marketing verantwortlich noch potentielle Leser des Buches von Levinson. Welche Funktion – dies ist die Frage aller Fragen an ein Sachbuch – erfüllt dann diese Dramatisierung?</p>
<p>Die Dramatisierung findet in erster Linie auf sprachlicher Ebene statt, beispielsweise hier: „Im traditionellen Marketing wird großflächig bombardiert, während im Guerilla Marketing ganz gezielt kleine oder gar winzige Ziele ins Visier genommen werden.“ Hiermit ist genau das ausgedrückt, was man herkömmlich als „flächendeckend“ und „zielgenau“ bezeichnen könnte. Der Unterschied? Die ungleich dramatischeren Assoziationen. Oder hier: „Wenn Sie einen Laden haben, in dem sich Kunden ohne konkrete Kaufabsicht des Öfteren einfach nur umsehen, stellen Sie sich Ihre Verkaufsfläche als Kriegsschauplatz vor, auf dem der Kampf um das Geld der Kundschaft ausgetragen wird.“ Oder Levinson bezeichnet seine Methoden als „Waffen“: „So werden Sie Ihre persönliche Waffenkammer letzten Endes mit den Waffen bestücken, die sich bewährt und als absolut vernichtend erwiesen haben.“ Der Unterschied zur Bezeichnung „Marketinginstrumente“? Er ruft Assoziationen hervor, die das Ganze als Kampf erscheinen lassen. Er erklärt nicht das Eine durch das Andere, er ruft Bilder beim Leser herauf.</p>
<p>Schwanfelder treibt die Analogiebildung im Rahmen seiner Übertragung der Aphorismen von Sun Tzu auf das Wirtschaftsleben bis zum Äußersten, indem er selbst die Wendung „Bewegungen zwischen den Bäumen eines Waldes zeigen, dass der Feind vorrückt“ auf die ökonomische Konkurrenzsituation meint umdeuten zu müssen, obwohl dies eine handfeste konkrete Regel darstellt. Heraus kommt folgendes: „Unruhe bei den Kunden kann auf Aktivitäten der Konkurrenten schließen lassen.“ Dass dies absurd ist, zeigt die geringe Erklärungskraft der Aphorismen von Sun Tzu für die abgeleitete ökonomische Feststellung, und andererseits braucht man nicht Sun Tzu, um zu letztgenannter Erkenntnis zu kommen. Auf dieser Ebene also wird die Analogiebildung unfreiwillig komisch.</p>
<p>Umgekehrt ist das Trennende zwischen Ökonomie und Kriegsführung eklatant und schnell aufgezählt: die gesamte operative und taktische Ebene ist nicht vergleichbar, ebensowenig wie die Methoden. Kriegerische Auseinandersetzungen sind Nullsummenspiele, ökonomische Interessenkonflikte lassen auch win-win-Situationen zu. Wollte man die Analogie korrekt anwenden, müsste man von den Darstellungen der Klassiker der Kriegskunst erst auf ein System der strategischen Beschreibung von Interessenkonflikten abstrahieren, und dieses System wiederum teilweise auf die Ökonomie anwenden.</p>
<p>Aber darum geht es nicht. Sachbücher sind keine Fachbücher. Sie versuchen nicht, zu abstrahieren, um dann eine Analogie durch ihre Vergleichspunkte und ihre Grenzen zu bestimmen. Sachbücher sind auf ihre Funktionalität ausgerichtet und stützen sich auf Topoi und gefühlsmäßige Reaktionen der Rezipienten. Man kann also durchaus behaupten, ein Buch wie Levinsons „Guerilla Marketing“ ist nicht dadurch erfolgreich, dass es eine Analogie korrekt anwendet, sondern durch den eigenen Einsatz textueller Taktiken am Gegenstand einer solchen Analogie, die wiederum nicht in erster Linie ihrer Stimmigkeit und Erklärungskraft halber ausgewählt wurde, sondern ihrer Funktion nach: welche Assoziationen stellen sich ein, an welches in der Diskussion stehende Thema wird angeschlossen, welche Gefühle, Wünsche werden bedient usw.</p>
<p>Hier einige beispielhafte Taktiken: Die erste und mit häufigen Wiederholungen verfolgte Taktik ist die Abgrenzung zum „herkömmlichen Marketing“, das nur auf große Unternehmen anwendbar sei. Man kann diese Abgrenzung von Sachbüchern gegen die jeweilige Fachliteratur insofern gut verstehen, als diese Abgrenzung die Bedeutung des jeweiligen Sachbuchs erhöht. Oder um es in der Sprache des Marketings auszudrücken: man sucht seinen USP bzw. sein Alleinstellungsmerkmal auch dadurch hervorzuheben bzw. zu konstruieren, dass man die Bedeutung der direkten Konkurrenten schmälert. Man könnte behaupten, dass Levinson versucht, diese Vorgehensweise auf die Spitze zu treiben, indem er versucht, sein nicht vorhandenes USP allein durch sprachliche Mittel zu konstruieren, um sich danach gegen die gesamte Marketingliteratur abzugrenzen. Man merkt, der Mann war Werbetexter.</p>
<p>Eine zweite Taktik besteht darin, verlockende Versprechungen zu machen, die allerdings mit einer Immunisierung gekoppelt sind. Hier ein Beispiel: „Wenn Sie sich diese [16 Schlagworte] einprägen und die dazugehörigen Konzepte in Ihre Betriebsabläufe integrieren, wird das Ergebnis Ihre kühnsten Erwartungen übertreffen. Wenn Sie allerdings nur 15 auswendig lernen, beschweren Sie sich bitte nicht über den ausbleibenden Erfolg.“ Die nachgeschobene Immunisierung erlaubt bei Nichterfolg eine Interpretation, die die Verantwortung für das Scheitern dem Anwender zuschiebt.</p>
<p>Ein anderes Beispiel: „Ich kann Ihnen das Buch Guerilla Verkauf wärmstens empfehlen, das ich zusammen mit Bill Gallagher und Orvel Ray Wilson geschrieben habe – nicht, weil es auch aus meiner Feder stammt, sondern weil mir Ihr Erfolg am Herzen liegt!“ Levinson will sein Buch verkaufen, will dem Leser sagen, er tue sich etwas Gutes, wenn er sein Buch kaufe. Er sagt also nicht: „Tun Sie mir etwas Gutes, indem Sie mein Buch kaufen!“, sondern: „Tun Sie sich etwas Gutes, indem Sie mein Buch kaufen!“. Dies ist eristische Rhetorik in Reinform, denn hier wird mit minimalem sprachlichen Aufwand und einer täuschend geringen sprachlichen Abweichung der Effekt erzielt, dass die Intention des Autors der des Lesers untergeschoben wird.</p>
<p>Überhaupt versucht Levinson der Metapher des Guerilleros nicht in erster Linie eine inhaltliche Bedeutung zu geben, denn er schreibt kein Fachbuch, und was er an Inhaltlichem zu sagen hat, steht entgegen seiner bereits beschriebenen Abgrenzung, sehr wohl in vielen Marketingfachbüchern. Nein, er versucht den Guerillero als denjenigen zu stilisieren, der Erfolg hat, weil er klüger, flexibler, zielgerichteter usw. verfährt. Wer möchte also nicht zu den Guerilleros gehören? Und wer gehört zu ihnen? Derjenige, der Erfolg hat. Und wer hat Erfolg? Lesen Sie das Buch und befolgen Sie die Ratschläge. Es hat nicht funktioniert? Sie haben etwas falsch gemacht usw.</p>
<p>Die Zielgruppe dieser Sachbücher ist derartigen textuellen Taktiken meist völlig ausgeliefert, da sie mit Text- und Argumentationsanalysen weniger vertraut sind, als mit ökonomischen Zusammenhängen. Während die Leser also höchst unkritisch diesen Text über Guerilla Marketing darauf hin untersuchen, wie die Ratschläge von ihnen umgesetzt werden könnten, werden sie selbst Opfer einer solchen Guerilla-Aktion: wenig argumentativer und sprachlicher Aufwand, möglichst großer Überraschungseffekt.</p>
<p>Dies ist allerdings keine „moralische“ Kritik. Diese Vorgehensweise ist eine durchaus gelungene Anwendung derjenigen Methoden, die im Buch selbst vorgestellt werden. Die Qualität eines Sachbuchs bemisst sich nach seinem Erfolg und sein Erfolg wird sich seiner möglichst gut erfüllten Funktionalität verdanken.</p>
<p>Allerdings hat die Liaison zwischen Ökonomie und Kriegsführung eine noch weit ernstere Dimension, die über die zwei vorgestellten Sachbücher weit hinausgeht. Es ist durchaus keine Polemik, wenn an dieser Stelle auf eine weitere Traditionslinie verwiesen werden kann, die den Zusammenhang zwischen Krieg und Ökonomie beschreibt. Diese Tradition beginnt mit dem Kapitel „Wirtschaft und totaler Krieg“ bei Ludendorff und wurde später während des Kalten Kriegs nochmals vom Spieltheoretiker Morgenstern im Kapitel „Wirtschaftskraft und wirtschaftliche Belastung“ in seinem Buch „Strategie – heute“ ausführlich behandelt. Man findet darin sozusagen die Umkehrung der Managementratgeber, die sich ihre Anleihen bei der Kriegskunst suchen: während sie die Methoden der Kriegsführung für sich nutzbar zu machen versuchen, versuchen die Kriegstheoretiker ihrerseits, sich die Ökonomie nutzbar zu machen. Die Wirtschaft spielt dann nicht mehr Krieg, sie führt ihn.</p>
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		<title>Erzählen</title>
		<link>http://www.immer-schoen-sachlich.de/erzahlen/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 23:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Schikowski</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[SachBuchforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[
22 Arten, eine Welt zu schaffen. Erzählen als Universalkompetenz. Herausgegeben von Alf Mentzer und Ulrich Sonnenschein. Fischer Taschenbuch 2008
Unter dem Gesichtpunkt der Erzählung, das zeigt dieser Band aus dem Funkkolleg des Hessischen Rundfunks, werden plötzlich auch die anderen Gattungen und Formen sichtbar, in denen erzählt wird. Dabei werden Reiseberichte, politische Sachbücher, Bücher über Religion, psychologische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.immer-schoen-sachlich.de/uploads/arten-100x152.jpg" alt="" title="arten" width="100" height="152" class="alignleft size-thumbnail wp-image-364" /><br />
<strong>22 Arten, eine Welt zu schaffen. Erzählen als Universalkompetenz.</strong> Herausgegeben von Alf Mentzer und Ulrich Sonnenschein. Fischer Taschenbuch 2008</p>
<p>Unter dem Gesichtpunkt der Erzählung, das zeigt dieser Band aus dem Funkkolleg des Hessischen Rundfunks, werden plötzlich auch die anderen Gattungen und Formen sichtbar, in denen erzählt wird. Dabei werden Reiseberichte, politische Sachbücher, Bücher über Religion, psychologische Ratgeber, ja sogar das Erzählen in der Wissenschaft genannt und erläutert. Ein wunderbares Einführungsbuch für alle, die sich mit dem Sachbuch beschäftigen wollen.</p>
]]></content:encoded>
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