Frank Schäfer: Erfolgreiche Kooperation in Unternehmen. Warum wir heute mehr brauchen als gute Führungskräfte
Auf die Frage, was Unternehmen erfolgreich macht, würden die meisten Menschen antworten: gute Führungskräfte. - Genau das hat auch die Managementlehre lange Zeit angenommen. Sie ging davon aus, dass gutes und richtiges Management der entscheidende Faktor für die erfolgreiche Steuerung von Wirtschaftsunternehmen ist. Doch das ist nach Frank Schäfer naiv, da die hierarchische Organisationsform immer häufiger an ihre Grenzen stößt.
Über der Einführung immer neuer Management-Instrumente, der Perfektionierung bürokratischer Vorgaben, dem Austragen von Grabenkämpfen und der Verteidigung von individuellen Interessen gerät das eigentliche Arbeitsergebnis heute oft aus dem Blickfeld. Zudem haben die wenigsten Mitarbeiter eine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen; vielen ist der Unternehmenserfolg relativ egal, solange sie ihr Gehalt bekommen. Hier kann nur eine stabile Kooperationskultur, die engagierte Mitarbeiter hervorbringt helfen – so die Kernthese dieses Buches.
Frank Schäfer, selbst erfahrener Unternehmensberater, zeigt in seinem Buch, wie man eine solche Kooperationskultur als neue konzeptionelle Unternehmensgrundlage schaffen kann. Schäfer meint dabei auch abteilungs- und ggf. filialübergreifende Kooperation, die nicht zwingend einer permanenten Steuerung von oben bedarf. Mit seinem Beratungsunternehmen fördert er eben diese Zusammenarbeit, indem er und seine Mitarbeiter direkt in die Unternehmen gehen und zunächst einzelne Abteilungen bei ihrer täglichen Arbeit beobachten, das Verhalten der Menschen analysieren und Verbesserungspotenzial aufzeigen.
Haben einzelne Abteilungen nach einer gewissen Zeit die neue Kooperationskultur verinnerlicht, kommt es zur abteilungsübergreifenden Beratung und Verbesserung, bis schließlich das komplette Unternehmen erfolgreich kooperiert. Im übertragenen Sinne wird so aus einzelnen „Abteilungs-Waden“ ein kooperierender „Bienenstock“.
Schäfers Konzept beruht darauf, dass das Kooperationsverhalten in die Unternehmenskultur übergeht und also keiner permanenten Steuerung von oben bedarf. Sie besteht und funktioniert auch dann weiter, wenn einzelne Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausscheiden und durch neue ersetzt werden. Wo dagegen alle Fäden an einer Stelle zusammenlaufen, macht sich die Steuerungsebene unersetzlich.
Eine Kooperationskultur also, die dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern in Fleisch und Blut übergeht. Schäfer zeigt in diesem praktischen Fachbuch zum Thema, wie das Zusammenspiel aller Mitarbeiter durch die Förderung sozialer Selbstorganisation gelingt, wie Führungskräfte diese Kooperationskultur in ihrem Unternehmen implementieren können, die Mitarbeiter dadurch zufriedener und engagierter werden und so alle am gemeinsamen Erfolg arbeiten.