Saison 2024

Schnellüberblick:

So 25.02.24 Şehnaz Dost liest aus „ruh“ (ecco Verlag), Beginn 18 Uhr

So 17.03.24 Kirschblüte. Moderation: Sabine Niemeier, Beginn 11 Uhr

So 14.04.24 Franz Kafka. Lesung: Michael Schikowski Beginn 11 Uhr

So 12.05.24 Gussie Adenauer mit Christoph Wortberg, Beginn 11 Uhr

So 02.06.24 Weißglut. Ein Kriminalroman von Tobias Quast, Beginn 11 Uhr

So 04.08.24 Caesar in Mülheim. Der Heimatabend am Vormittag, Beginn 11 Uhr

 

 

 

 

Şehnaz Dost liest aus „ruh“

»Şehnaz Dosts Roman nimmt uns mit auf eine Seelenwanderung, die leichthin alle Zeiten überwindet.« Julia Franck

Cemal ist Ende 30, Deutschlehrer an einer Grundschule und Vater der kleinen Ekin. Für sie möchte er ein stabiles Umfeld schaffen – was ihm aber zunehmend schwerfällt. Sein Alltag voller Herausforderungen der Diaspora wird nachts immer häufiger durch Träume von seiner ver- storbenen Urgroßmutter Süveyde aufgebrochen. Sie zeigt ihm darin Szenen aus ihrem Leben und versetzt ihn wie beiläufig an den Ort seiner Kindheit: Ein arabisches Dorf in der Südtürkei, wo Cemal bei den Großeltern gelebt hat, bis er als Achtjähriger seinen Eltern nach Deutschland gefolgt ist – zu einer Familie, die ihm fremd war, die er nun aber lieben sollte.

Cemal watet immer tiefer in dunklen Gewässern, die ihn zunehmend auch im Wachzustand umgeben. In Georg hat er, nach seiner Exfrau Gül, zum ersten Mal einen Partner gefunden, der ihn in seinem Inners- ten erreicht. Doch Cemal bleibt verschlossen und somit ewiger Zuschauer seiner eigenen Geschichte – dabei muss er endlich lernen, auf sein Innerstes zu hören, um diese Geschichte selbst zu bestimmen.

Ein sprachlich beeindruckender Roman, der sanfte Erschütterung hinterlässt, und eine wichtige Erzählung aus der Realität unserer Gesellschaft.

Moderation: Pia Ciesielski

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Sonntag, 25. Februar 2024
Beginn 18 Uhr

Eintritt: 8/6 €

 

 

 

Kirschblüte

Masami Ono-Feller über den Haiku und den Zauber der japanischen Poesie

Siebzehn Silben, drei Zeilen, ein prägnanter Moment: Das ist ein Haiku, eine faszinierende japanische Gedichtform. Einblicke in die ebenso poetische wie vielfältige Erzähltradition bietet die Übersetzerin und Publizistin Masami Ono-Feller im Gespräch mit Sabine Niemeier – passend zur Zeit der Kirschblüte.

Die Kunst des Haiku besteht darin, Unausgesprochenes in Worte zu fassen und auf das Wesentliche zu reduzieren. Oder umgekehrt eine kleine Geschichte ganz groß zu machen. Dabei gilt es, durchaus strenge Regelwerke zu beachten. Und gedichtet wird immer in der Gruppe, nicht allein. In Japan haben Haiku eine jahrhundertelange Tradition und sind noch heute fest im gesellschaftlichen Leben verankert. Zugleich ist diese Form von Lyrik ein Exportschlager: Haiku haben die ganze Welt erobert.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Moderation: Sabine Niemeier

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Sonntag, 17. März 2024
Beginn 11 Uhr

Eintritt: 8/6 €

 

 

Franz Kafka

Franz Kafka ist einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Sein Werk hatte einen weltweiten Einfluss auf die moderne Literatur. Kafka wurde 1883 in Prag geboren und starb 1924 in einem Sanatorium in der Nähe Wiens.

Kafka ist als Dr. jur. und Angestellter der Arbeiter-Unfall-Versicherung mit den anonymen Mächten der verwalteten Welt besonders gut vertraut. Seine Werke wurden bislang immer nur aktueller, schildern sie doch oft die Demütigung machtloser Figuren durch scheinbar allmächtige Gegenspieler.

1917 erkrankte Kafka an Tuberkulose, was ihn 1922 zur Aufgabe des Berufes zwang. Von seinen Romanen und Erzählungen wollte er allein Das Urteil, Der Heizer, Die Verwandlung, In der Strafkolonie, Ein Landarzt und Ein Hungerkünstler gelten lassen. Alles weitere sollte sein Freund Max Brod, wie er testamentarisch verfügte, nach seinem Tod vernichten. Was Brod zuerst in einer Zeitschrift – mit einem gewissen Sinn für kafkaesken Humor – aus Kafkas Nachlass publizierte, war dieses Testament.

Kafkas Texte, die vielen als düster und fatalistisch in Erinnerung sind, enthalten allerdings zahlreiche komische Szenen, ja geradezu Slapstick. In einem Brief an Felice schreibt Franz Kafka: „Ich bin sogar als großer Lacher bekannt.“ Auch diesen Kafka gilt es an diesem Leseabend zu entdecken.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Sonntag, 14. April 2024
Beginn 11 Uhr

Eintritt: 8/6 €

 

 

 

Gussie Adenauer

1948. Die Frau im Bonner Johannes-Hospital weiß, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat. Auf dem Sterbebett lässt sie Szenen ihres Lebens an sich vorbeiziehen. Gussie Zinsser ist 24, als sie den 19 Jahre älteren Witwer Konrad Adenauer heiratet und zur Stiefmutter seiner drei Kinder wird. Sie schenkt fünf Kindern das Leben, doch ihr Erstgeborener stirbt nach nur vier Tagen.

Als Frau des Kölner Oberbürgermeisters steht sie in der Öffentlichkeit und engagiert sich eigenständig sozial und politisch. Hitlers Machtübernahme verändert alles. Adenauer muss sich vor den Nazis verstecken. Alleingelassen mit ihren Kindern, versucht Gussie, das schwierige Leben im Dritten Reich zu bewältigen. Bis sie von der Gestapo vor eine unmenschliche Wahl gestellt wird.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Sonntag, 12. Mai 2024
Beginn 11 Uhr

Eintritt: 8/6 €

 

 

 

Weißglut

Tobias Quast im Gespräch mit Monika Bachmeier

Sarah Fuchs hat die Münchner Schickeria gehörig satt. Als sich die Boulevardpresse ihren Eheproblemen widmet, taucht sie für einen Sommer im hohen Norden unter und zieht sich in die Einsamkeit Finnlands zurück. Ein luxuriöses Sommerhaus, ein malerischer See und lichte Birkenwälder sollen die Zutaten ihrer Selbstfindung werden.

Doch die finnische Ruhe währt nur kurz: Beim heiseren Ruf des Haubentauchers stolpert Sarah am Seeufer über eine männliche Leiche. Unglücklicherweise scheint Kommissar Toivo Aalto sofort den Verdacht zu hegen, Sarah hätte etwas mit dem Tod des Mannes zu tun, war sie doch die einzige Person in unmittelbarer Nähe. Um aus der Schusslinie der Ermittlung zu gelangen, weiß sie sich nur einen Rat: Sie selbst muss den Mörder finden! Doch der schlägt abermals zu …

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Sonntag, 2. Juni 2024
Beginn 11 Uhr

Eintritt: 8/6 €

 

 

 

Caesar in Mülheim

der Heimatabend am Vormittag mit Peter Bach u.a.

Auf dem Gebiet des heutigen Mülheim siedelten in der Antike die germanischen Stämme der Usipeter und Tenkterer. Im Jahre 55 rühmt sich Julius Cäsar in seiner Schrift „De bello gallico“ des Überfalls auf diese beiden Völker und der Tötung von 430.000 von ihnen, was in Rom, wie in den Schriften Plutarchs nachzulesen ist, zum Teil scharf kritisiert wurde.

Was war da los im rechtsrheinischen Gebiet des Jahres 55 v.Chr.? Warum wollten die Usipeter und Tenkterer weg von ihrem Stammland, und wohin zog es sie? Und was haben die Sauerländer, damals Sueben, damit zu tun? Und wer war Caesar, ein Völkermörder?

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim und der Mülheimer Geschichtswerkstatt.

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Sonntag, 4. August 2024
Beginn 11 Uhr

Eintritt: 8/6 €