Fjodor Dostojewski. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

Lesung aus dem Werk von Fjodor Dostojewski

 

Dostojewski beginnt seine schriftstellerische Laufbahn als Anhänger der westlichen Literatur und ihrer Emanzipationsbestrebungen. Er schreibt mit Arme Leute den ersten bedeutenden sozialen Roman Russlands. Nach seiner Verhaftung und in der Verbannung wandelt er sich. Die Ideen Europas werden ihm zum Gegenbild. Vor allem das Europa des beschleunigten Kapitalismus und des wachsenden Unglaubens.

In seinen Romanen, vor allem Der Idiot, Die Dämonen und Die Brüder Karamasoff, entwickelt er die Idee einer historischen Aufgabe Russlands. Hier entsteht die Idee der russischen Seele.

Dostojewski gestaltet die Welt der Menschen als durch religiöse Mächte und philosophische Motive bestimmt. Dass er dies als Psychologe unternimmt und in der Form des Romans gestaltet, im Medium der großen europäischen Kunstform, macht ihn zum modernsten Schriftsteller, den wir im Augenblick haben.

 

Buchhandlung am Markt, Hennef
Mittwoch, 17. Februar 2027
Beginn 19 Uhr

 

// Leseabend

Robert Walser. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

Robert Walser (1878-1956) ist einer der wichtigsten Schweizer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seine Romane, Jakob von Gunten, Geschwister Tanner und Der Gehülfe beschäftigen sich mit einer neuen Sozialfigur: dem Angestellten.

In der modernen auf Service und Dienstleistung fixierten Welt der Kunden und Könige wird vor allem einseitige Unterordnung verlangt. Im Angestellten sind Anpassung und Flexibilität das Entscheidende – ein Profil wie ein Kochlöffel.

In diese Welt der zahllosen hilfreichen Handreichungen eines stets unsichtbar agierenden Personals, die das Gerede von der Servicewüste nur immer noch lauter werden lässt, wirken die Figuren Robert Walsers wie bei einer sogenannten Arbeitsagentur bestellt. Man lernt hier sehr wenig, so beginnt einer seiner Romane, wir werden es zu nichts bringen, wir werden alle etwas sehr Kleines und Untergeordnetes im späteren Leben sein.

In seinen zahlreichen eigensinnigen Feuilletons ist er, der Meister der Selbstverkleinerung, der Meister der kleinen Formen. In Zeiten allgemeiner Selbstausstellung und spezieller Selbstüberschätzung ist Walser ein herrlich dagegen stehendes Antidot.

Man täusche sich aber nicht, denn aus dieser immer besonders herausgestrichenen Unbrauchbarkeit ergibt sich bei Robert Walser eine erhebliche Renitenz wie ein großer Humor. Franz Kafka hat das gleich gesehen und schrieb bereits 1909 über Walser: Mit leichtem Gepäck und offenen, unbestechlichen Augen wandert dieser moderne Taugenichts durch die Welt, und am Ende wird nichts aus ihm als das Vergnügen des Lesers.

VHS Bonn
Donnerstag, 10. Dezember 2026
Beginn 19 Uhr

Mülheimer Literaturclub
Samstag, 2. Januar 2027
Beginn 19 Uhr

Rainer Maria Rilke. Eine Leseabend mit Michael Schikowski

Lesung zum Rilke-Jahr 2026

Rilkes Gedichte sind vielen ein Leben lang geläufig. Sie wirken bis heute. Die Intensität seiner Prosa strebte die vollkommene Erfassung des Gegenstands an. Der Weg dorthin führte Rilke über das handwerkliche Können, das jede Äußerung, gerade auch die Briefe, einschloss. Im Brief an einen jungen Dichter nennt er sein Programm: Wie ein erster Mensch zu sagen, was wir sehen und erleben und lieben.

Die Nähe zum Journalismus, zu dem er alle Gaben besaß, fürchtete er. Im Journalismus, der sich zu seiner Zeit zu einem Höhenflug anschickte, hätte er ein Auskommen gehabt. (hier zur Lesung des offenen Briefs an Maximilian Harden). Rilke entschied sich für ein prekäres und zugleich luxuriöses Dasein, wurde er doch vielfach ein Protegé der Reichen. Als Besucher von Tolstoi wurde er diesem lästig, als Sekretär Rodins produktiv. Auch in Worpswede hielt er sich auf, heiratete die Bildhauerin Clare Westhoff, und trennte sich bald darauf.

Neben einigen Gedichten werden vor allem die Prosawerke Rilkes wie die Geschichten vom lieben Gott, die unvergänglichen Briefe an einen jungen Dichter und die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge im Mittelpunkt dieses Abends stehen.

 

Buchhandlung Siebenmorgen, Refrath
Donnerstag, 22. Oktober 2026
Beginn 19.30

Literaturhaus Leipzig
Donnerstag, 19. November 2026
Beginn: 19 Uhr

Stadtbibliothek Wittenberg
Freitag, 20. November 2026
Beginn: 19 Uhr

 

 

Aus: Briefe an einen jungen Dichter von Rainer Maria Rilke: