Ich werde eine Hexe

 

 

Sylivia Townsend Warner
Lolly Willowes
Roman
Dörlemann 2020

Lolly Willowes ist Sylvia Warners Debütroman aus dem Jahr 1926. Ihr Plädoyer für die Freiheit alleinstehender Frauen beginnt wie ein britischer Gesellschaftroman voller Humor.

Fast unbemerkt – man muss, wie viele ausgezeichnete Bücher, auch dieses Buch zweimal lesen – wandelt er sich im weiteren Verlauf zu einem Meilenstein der feministischen Literatur. Warner endet, wo im Laufe der 1970er die Frauenbewegung anknüpft. Zwei Hörproben zeigen beide Aspekte aus diesem Roman:

// Immer schön sachlich

// MÜLHEIMER LITERATURCLUB

Von hier sein – mit Musa Deli und Amir Shaheen

 

VON HIER SEIN. Die Sprache der Migration

Ein Abend mit Musa Deli und Amir Shaheen. Moderation: Bernhard Schmidt

Sonntag, den 11. Oktober 2020, Beginn: 18 Uhr
Et Kapellche, Holsteinstr. 1, Köln-Mülheim
Eintritt 8/6 €

Begrenzte Plätze, daher bitte Anmeldung per Mail unter m.schikowski(at)t-online.de

Die Folgen der Migration werden an diesem Abend aus der entscheidenden Perspektive betrachtet: der subjektiven. Denn genau dort begegnen sich Psyche und Literatur, begegnet  bitterer Ernst einem befreienden Lachen. Musa Deli spricht über Migration und ihre psychischen Folgen. Amir Shaheen liest aus seinem neuen Buch „Ich bin kein Ausländer, ich heiße nur so“.

Neue Erfahrungen brauchen Sprecher. Für bislang unbekannte Gefühle entlehnen wir Begriffe aus anderen Sprachen. So entstand zuerst im Deutschen das  ‚Heimweh‘. Suchen wir an diesem Abend die Sprache der Migration, vielleicht ist es ja ‚Fremdweh‘? Das Gefühl, von hier zu sein – und doch immer als jemand von irgendwo gesehen zu werden.   

 

MUSA DELI ist Leiter des Kölner Gesundheitszentrums für Migrantinnen und Migranten, er stammt aus Mülheim und lebt in Deutz. AMIR SHAHEEN ist Geschäftsführer einer Textagentur, er veröffentlicht seit 1989 literarische Texte und lebt in Köln. Von ihm erschien das Buch „LeuchtspurenRestlicht“  für das er mit dem Preis postpoetry.nrw ausgezeichnet wurde. BERNHARD SCHMIDT moderiert regelmäßig die politischen Veranstaltungen des Literaturclubs.

// Bücher

Welche Erleichterung

 

 

Stephen Graham
Die Kunst des stilvollen Wanderns
Ein philosophischer Wegweiser
HarperCollins 2020

Welche Erleichterung, der Rolle des Wählers und Steuerzahlers, des Experten für Messingantiquitäten, des Bruders eines Experten für Messingantiquitäten, des Autors eines Bestsellers oder Onkels des Bestsellerautors zu entfliehen. Welche Erleichterung, eine Zeit lang kein Verwaltungsbeamter der Besoldungsgruppe soundso mehr zu sein, der die höchste Beförderungsstufe bereits erreicht hat, nicht mehr nach dem Einkommen oder Gold-Handicap beurteilt zu werden. Ohne Zweifel ist es ein köstlicher Augenblick, wenn der Gärtner, der einen in Wanderkluft daherkommen sieht, nicht zum Gruß an den Hut tippt, wenn man an ihm vorübergeht. Es wäre ein Fehler, sich in nagelneuen Kniebundhosen, Sportjackett, Krawatte und juwelenbesetzter Krawattennadel, mit Gamaschen und einem Stock mit silbernem Knauf in die Wildnis aufzumachen. Die Visitenkarten sollte man ebenfalls zu Hause lassen und versuchen, das Haus mit den drei Etagen zu vergessen. (Stephen Graham, S. 15)