Drei Welten – drei Werke. Baum, Ditlevsen und Präauer

Unter dem Titel Drei Welten – drei Werke werden drei sehr unterschiedliche Autorinnen oder Autoren vorgestellt. Die Spannungen und Unterschiede, die sich in ihren Werken ergeben mögen, sind immer auch Anlass, Entsprechungen zu entdecken.

Diesmal werden die Werke der Dänin Tove Ditlevsen (1917 – 1976) und der beiden Österreicherinnen Vicki Baum (1888 – 1960) und Teresa Präauer (geb. 1979) vorgestellt. Ihre drei Welten könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Kulisse eines luxuriösen Hotels, die Arbeitsbedingungen einer Schriftstellerin in den 1950er Jahren und die hippe Gastkultur moderner Westeuropäer.

Doch verbindet die überaus erfolgreiche Schriftstellerin Vicki Baum mit der wieder entdeckten Tove Ditlevsen und der gerade mit einem neuen Buch hervorgetretenen Teresa Präauer viel. In Drei Welten – drei Werke wechseln wir die Autorinnen, die Milieus und die Zeitzonen, was aber bleibt, ist das Lesevergnügen.

Literarischer Salon der Zentralbibliothek
VHS Bonn
Donnerstag, den 16. März 2023
Beginn 18.00 Uhr

Hier zum Überblick aller Leseabende:

Überblick aller Leseabende

// Immer schön sachlich

// MÜLHEIMER LITERATURCLUB

Saison 2023

Schnellüberblick:

So 8.01.23 E.T.A. Hoffmann Beginn 18 Uhr

So 26.02.23 Lisa Weeda Beginn 18 Uhr

Fr  03.03.23 Kino: Der Glöckner von Notre Dame Beginn 19 Uhr

So 16.04.23 Stad(t)t Natur – Autorenforum Beginn 11 Uhr

So 28.05.23 Caroline Ronnefeldt: Quendel Beginn 11 Uhr

So 06.08.23 STREIK! mit Peter Bach Beginn 11 Uhr

So 26.11.23 Die schönen Seiten des Lesens Beginn 18 Uhr

So 10.12.23 Weihnachsabend Beginn 18 Uhr

So 07.01.24 Lesung  Beginn 18 Uhr

 

E.T.A. Hoffmann

 

Die 50. Veranstaltung des Mülheimer Literaturclubs

 

Das schriftstellerische Werk des Juristen, Komponisten und Kapellmeisters E.T.A. Hoffmann war überaus erfolgreich. Das Typische der „Klassiker“ hatte bei ihm allerdings keinerlei Platz – ihn beschäftigte der normwidrige Charakter. Durch die Fantasiestücke, sein Erstling von 1814, wie die Nachtstücke von 1816 wurde er rasch als „Gespenster-Hoffmann“ populär.

Rainer Schrapers begleitet das Programm mit Musik der Komponisten, auf die sich Hoffmann immer wieder bezieht: u.a. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig von Beethoven.

Die Tiere wie Meister Floh, der Hund Berganza und Kater Murr nehmen bei Hoffmann eine titelgebende Rolle ein – eine auch unheimliche Seite des Lebendigen. Denn häufig begegnet den Figuren, wie Hoffmann einmal schreibt, „etwas fremdartig Bekanntes“, und markiert damit den Anfang der fantastischen Literatur.

In der Fantasie wird die Bindung an die Wirklichkeit aufgegeben, ihr ist in unzähligen Kombinationen alles möglich. Vor allem in der Musik bleiben die Begrenzungen der Sinnenwelt zurück. Statt bestimmter Gefühle ermöglicht sie, sich einer „unaussprechlichen Sehnsucht“ hinzugeben.

E.T.A. Hoffmann (1774 – 1822) schrieb in der nach-napoleonischen Zeit der Restauration und Demagogenverfolgung. Ihm bot allein die Kunst ein Ausweg. Im realen Leben ist ihre Verwirklichung allerdings nicht möglich. Wo dies versucht wird, schlagen die Ereignisse in Wollust, Verbrechen und Wahnsinn um.

Lesung: Michael Schikowski
Klavier: Rainer Schrapers

Sonntag, 8. Januar 2023
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

Im Palast des verlorenen Donkosaken

Lisa Weeda liest aus ihrem Roman Aleksandra

Auf Geheiß ihrer Großmutter Aleksandra reist die Erzählerin in die Osturaine, nach Luhansk, das Grab des Onkels Kolja zu suchen. Kein Ort für Stippvisiten, warnt der Soldat am Checkpoint, aber ihr gelingt die Flucht durchs Kornfeld. Sie landet plötzlich in der Vergangenheit: im magischen Palast des verlorenen Donkosaken. In seinen Räumen entfaltet sich ein packendes Jahrhundertpanorama eines ganzen Landes, das nicht zur Ruhe kommt. Moderation: Gunnar Cynybulk

Lisa Weeda (geboren 1989) ist niederländisch-ukrainische Schiftstellerin. Ihr Debüt war eines der meistdiskutierten Bücher des Jahres.

Sonntag, 26. Februar 2023
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

Der Glöckner von Notre Dame

USA 1939 mit Charles Laughton, Maureen O’Hara und Cedric Hardwicke
nach dem Roman von Victor Hugo

Ein Kinoabend mit dem Filmteam des Kapellche e.V.
Mit einer Lesung aus dem Roman und Einführung zum Film

Die Verfilmung des Romans Der Glöckner von Notre Dame geht auf ein Drehbuch von Sonya Levien und Bruno Frank zurück. Bruno Frank, Erfolgsschriftsteller der Weimarer Republik, emigrierte 1933 zunächst in die Schweiz, dann in die USA. Dort engagierte er sich für die Emigranten.

Der Regisseur William Dieterle ist bereits in den 1930er Jahren von Deutschland nach Hollywood gegangen. Im Film sind einige Emigranten wie Siegfried Arno und Curt Bois in Nebenrollen zu sehen.

Victor Hugos Romane, da ist der Glöckner keine Ausnahme, handeln wie die Elenden und Der Mann, der lachte von den Ausgestoßenen und Deklassierten. Der Stoff wird aber für ein amerikanisches Publikum und höchst zeitgemäß interpretiert.

König Louis XI. wirkt darin, in Abweichung von der Vorlage, wie ein allem Neuen aufgeschlossener amerikanischer Präsident. Der andere König ist der Bettlerkönig Clopin, der in den von ihm organisierten Aufmärschen vor Notre Dame wie ein Arbeiterführer agiert. Zusammen ergeben sie so etwas wie den New Deal des ausgehenden Mittelalters.

Der dritte Gekrönte ist der im Karneval vom Volk zum Narrenpapst gekürte Quasimodo. Durch seine Taubheit missversteht er den von Clopin angeführten Volksauflauf zur Bewahrung des Kirchenasyls als Angriff auf die Kirche. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, wenngleich im Verhältnis zum Roman am Ende leicht geschönt.

Im Film wandelt sich der Poet Pierre Gringoire zu einem engangierten Journalisten. Auch Jean Frollo ist nicht mehr wie im Roman ein Mann der Kirche, sondern ein Mörder, der zu Gericht sitzt. Aus unterdrückter Sexualität verfolgt er fremde Kulturen, betrachtet neue Ideen als grundsätzlich gefährlich und missbraucht den Außenseiter Quasimodo zu seinen Zwecken.

Freitag, den 3. März 2023
Beginn 19 Uhr

Filmteam und Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Eintritt frei

Stephen Crane

ein Leseabend mit Michael Schikowski

 

Lesung aus dem Werk von Stephen Crane, dem ersten Bad Boy der amerikanischen Literatur

Crane nur kurzes Leben – er wurde lediglich 29 Jahre alt – steckt voller Abenteuer. Er war Kriegskorrespondent, lebte in Slums, erlitt Schiffbruch vor der kubanischen Küste und war in eine skandalöse Liebesgeschichte verwickelt. Sein Werk spiegelt den neuen Auftritt der USA auf der weltpolischen Bühne und die Umwälzungen eines aufblühenden Industriezeitalters.

Die rote Tapferkeitsmedaille ist der unvergängliche Klassiker der amerikanischen Literatur. Mit diesem Bürgerkriegsroman ist Stephen Crane der Autor zwischen Mark Twain und Ernest Hemingway. Hat er mit Twain den Sinn für das Absurde des Alltags gemein, ist er für Hemingway der entscheidene Vorläufer der short story.

Stephen Crane ist Autor zahlreicher Erzählungen und Geschichten, die nach Paul Auster zum Besten gehören, was die amerikanische Literatur hervorgebracht hat. In seinem beeindruckenden Werk finden sich die hierzulande fast unbekannten Geschichten Das blaue Hotel und Das Monster, die gerade in Neuübersetzungen erschienen sind.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Hörprobe aus Die rote Tapferkeitsmedaille von Stephen Crane.

Mülheimer Literaturclub in der VHS Köln Mülheim
Wiener Platz, Köln-Mülheim
Donnerstag, 9. März 2023
Beginn 19 Uhr
Anmeldung unter: vhs-kundenzentrum (at) stadt-koeln.de

 

Autorenforum Köln: Sta(d)tt-Natur

Vor 20 Jahren im Rechtsrheinischen gegründet, vereint das Autorenforum Köln Autoren und Autorinnen aus dem Köln-Bonner-Leverkusener Raum. Von spannend, absurd, über kölsch, empathisch und humorvoll wird eine Auswahl aus dem reichhaltigen literarischen Schaffen zum Besten gegeben.

Moderation: Martina Siems-Dahle

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Autorenforum  Köln e.V. und der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Sonntag, 16. April 2023
Beginn 11 Uhr

Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

Die Quendel-Saga – Caroline Ronnefeldt liest

Moderation: Michael Schikowski

Eine kleine Schar unverbesserliche Abenteurer tritt eine gefährliche Reise über die Schattengrenze an. Sie sind auf der Suche nach ihren verschwundenen Freunden. Caroline Ronnefeldt, die Autorin der hochgelobten Quendelsaga, kommt nach Mülheim.

Sonntag, 28. Mai 2023
Beginn 11 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

STREIK – der Heimatabend am Vormittag

mit Peter Bach, Claudia Sledz und Michael Schikowski

Das Jahr 1973 ist das Jahr der großen Energiekrise. Viele erinnern sich an die autofreien Sonntage. Auslöser war ein Krieg. Die OPEC verknappte Monat für Monat ihre Erdöllieferungen an den Westen, als Reaktion auf den israelisch-arabischen Yom-Kippur-Krieg. Per Gesetz galt für kurze Zeit auf den Autobahnen Tempo 100. 1973 ist auch das Jahr des industriellen Umbruchs, mit für Mülheim einschneidenden Folgen.

Vor fünfzig Jahren, im Jahr 1973, fand der legendäre Ford-Streik statt. Rund zwei Drittel der damaligen Beschäftigten waren türkische Arbeiter. Sie waren ausschließlich in den untereren Lohngruppen beschäftigt und im Betriebsrat praktisch nicht vertreten. Sie gingen in den sogenannten wilden Streik, der nach 4 Tagen mit Polizeieinsätzen und Kündigungen endete. Kurz danach verfügte die Regierung einen allgemeinen Anwerbestopp.

Peter Bach berichtet als Zeitzeuge von den Ereignissen in Köln. Michael Schikowski liest. Claudia Sledz singt.

Sonntag, 6. August 2023
Beginn 11 Uhr

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

In Planung:

Die schönen Seiten des Lesens

Sonntag, 26. November 2023
Beginn 18 Uhr

Weihnachtsabend

Sonntag, 10. Dezember 2023
Beginn 18 Uhr

 

Klassiker-Lesung

Sonntag, 7. Januar 2024
Beginn 18 Uhr

 

 

// Bücher

Reden und Schweigen

 

 

Angela Merkel
Was also ist mein Land? Drei Reden
Aufbau 2021

Der Band vereinigt drei Reden von Angela Merkel, die Rede zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober 2021, die Rede auf der Sommerpressekonferenz am 31. August 2015 und die Rede vor der Knesset am 18. März 2008. Dabei zeigen vor allem die Reden von 2015 und 2021, wie ambivalent sich in der Biografie von Angela Merkel Wiedervereinigung und Flucht gegenüber stehen – gerade aktuell sichtbar im Vergleich der Impfquoten.

Wer entscheidet, wer die Werte und Interessen unseres Landes versteht und wer das nicht tut, beziehungsweise eben nur, um das Wort noch einmal aufzugreifen, in „angelernter“ Weise? Welches Bild von Wiedervereinigung wird sichtbar? Hier die einen, die seit jeher Bundesdeutsche sind, dort die anderen, die Hinzugekommenen, die sich durch Übung etwas aneignen müssen? Was also ist mein Land?

// Leseabend

Manzonis „Die Verlobten“ – ein Leseabend mit Michael Schikowski

Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

in Vorbereitung

 

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