Alles erfunden – alles wahr. Neuerscheinungen

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Michael Schikowski wechselt plausibel, fesselnd und unterhaltsam zwischen kurzen Leseproben und einordnenden Rezensionen.
GENERAL-ANZEIGER BONN

Eine exzellent moderierte Tour d’ Horizon.
KÖLNISCHE RUNDSCHAU

Aus der Fülle der Neuerscheinungen dieses Jahres hat Michael Schikowski die besten Romane und die interessantesten Sachbücher ausgewählt – mit Leidenschaft und kühlem Blick. Vorgestellt werden unterhaltsame Romane, spannende Biografien, scharfsinnige Essays, komische Geschichten oder einfach nur schöne Bücher. Michael Schikowski verschafft Einblicke in wichtige Neuerscheinungen und liest einzelne Passagen vor. Freuen Sie sich auf einen spannenden Abend mit Schmökern und Raritäten, Herausforderungen und Entdeckungen.

Buchhandlung Frey Attendorn
„Südwestfalen liest“ der Westfalenpost
Mittwoch, den 16. November 2022
Beginn 19.30

Bischöfliche Akademie
Zu Gast bei Markus Kriener
Freitag, 25. November 2022
Beginn 19 Uhr

Literarischer Salon der Zentralbibliothek
VHS Bonn
Donnerstag, den 1. Dezember 2022
Beginn 18.00 Uhr

Link zur Buchauswahl 2022

// Immer schön sachlich

// MÜLHEIMER LITERATURCLUB

Saison 2022

 

Fantastisch, grauslich, wunderbar –
Karl-Heinz Göttert über Feste, Sitten, Aberglauben

Man soll Feste feiern, wie sie fallen. So das Sprichwort. Bald glänzen die Christbäume auf der ganzen Welt – zum Fest der Liebe. Dabei beginnt die Karriere von Weihnachten nicht gerade harmonisch, sondern mit kniffligen theologischen Fragen und Konflikten.

Der Jahreskreis verleiht dem Jahr von Weihnachten über Silvester, Karneval, Ostern, Pfingsten und Martinstag Ordnung und Struktur – oder markiert eigentlich nicht mehr viel mehr als die Ferientermine. Und doch gehen sie auf längst vergessene Rituale der Vergangenheit zurück, zu denen sich eine heimliche und mitunter unheimliche Verbindung erhalten hat.

Nachdem wir im letzten Jahr mit Karl-Heinz Göttert am Rhein entlang gereist sind, treten wir nun eine Reise zu unseren Sitten und Gebräuchen an. Deren rituellen Ursprünge haben wir weitgehend vergessen. Karl-Heinz Göttert hilft uns da auf die Sprünge.

Wie die Mauerreste aus dem 8. Jahrhundert in Mülheim sind in unserem Alltag unzählige Spuren des Aberglaubens unserer Vorfahren sichtbar – fantastisch, grauslich, wunderbar.

Karl-Heinz Göttert war bis zu seiner Emeritierung Professor für Ältere Deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Er ist Autor zahlreicher Fachpublikationen und Sachbücher. Zuletzt erschien von ihm Der Rhein. Eine literarische Reise.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub in der VHS Mülheim
Wiener Platz, Köln-Mülheim

Donnerstag, den 3. November 2022
Beginn 19.30 Uhr im Saal

Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:

Eintritt 6 €
Anmeldung unter vhs-kundenzentrum (at) stadt-koeln.de

 

 

 

Die schönen Seiten des Lesens

Neuerscheinungen vorgestellt von Carina Hilbrandt, Carina Giesen und Pia Ciesielski

Carina Hilbrandt, Carina Giesen und Pia Ciesielski sind Buchhändlerinnen, die mit ihren eigenwilligen Literaturempfehlungen nach Mülheim kommen. Sie stellen ihre Entdeckungen und Lieblinge vor. Romane, die unterhalten und begeistern, spannende und berührende Geschichten – das Beste aus der Fülle der Neuerscheinungen aus diesem Jahr. Büchertisch: Buchhandlung Baudach

Sonntag, 6. November 2022
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Die Veranstaltung findet nach Maßgabe der Coronaschutzverordnung statt.
Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

Zum Tee mit Jane Austen

Lesung aus dem Werk von Jane Austen

Jane Austen schuf einige der lebendigsten Frauenfiguren der Weltliteratur, Frauen wie Elisabeth Bennet, Elinor Dashwood, Anne Elliot, Fanny Price und Emma Woodhouse. Mal nüchterne, mal ironische, mal neugierige Frauen. Im Sprechen dieser Frauen zeigt Jane Austen uns die Entdeckung des weiblichen Selbst.

Jane Austen ist eine der erfolgreichsten Autorinnen vom Anfang des 19. Jahrhundert – heute. Denn zu ihren Lebzeiten erschien kein einziger ihrer Romane unter ihrem Namen. Selbst innerhalb der Familie war ihre schriftstellerische Tätigkeit unbekannt, schob sie doch die Manuskripte, wenn man ihr Zimmer betrat, stets unter einen Stapel unverdächtiger Papiere.Verstand und Gefühl, ihren ersten Roman, ließ sie 1811 noch in drei kleinformatigen Büchern auf eigene Kosten drucken.

Ihrem Frühwerk Abtei von Northanger folgten die Romane Überredung, Stolz und Vorurteil, Mansfield Park und Emma. Ihre in diesen Romanen gezeigte unübertreffliche Beobachtungsgabe ließ Jane Austen zu einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen Englands werden.

Ihr unvergänglicher Ruhm beruht vor allem auf ihren brillanten Dialogen und humorvollen Charakterskizzen, von denen an diesem Leseabend gewiss die besten zu hören sein werden.

Hörprobe aus Stolz und Vorurteil von Jane Austen:

 

Mülheimer Literaturclub in der VHS Köln Mülheim
Wiener Platz, Köln-Mülheim im Saal
Sonntag, 13. November 2022
Beginn 16.30 Uhr
Eintritt 6 €
Anmeldung unter: vhs-kundenzentrum (at) stadt-koeln.de

 

Verklärte Nacht

Streichsextett von Arnold Schönberg nach dem Gedicht von Richard Dehmel

Violine: Hans Christian Aavik, Viola: Agnieszka Zyniewicz, Cello: Frederick Winterson u.a.

Lesung: Michael Schikowski

KLANGRAUM Klassik & Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V., Holsteinstr. 1

Samstag, 19. November 2022
Beginn 19 Uhr

Eintritt 15 €, ermäßigt 12 €

 

Und wir sehen schon den Stern

ein Weihnachtsabend mit den Dellbrücker Symphonikern, Barbara Böhler und Claudia Sledz

Lieder, Geschichten und Gedichte zur Vorweihnachtszeit. Das Ensemble der Dellbrücker Symphoniker unter der Leitung von Albert Otto-Gaede begleitet diesen Abend mit weihnachtlichen Glanzstücken klassischer Musik.

Sonntag, 4. Dezember 2022
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

 

E.T.A. Hoffmann

 

Das schriftstellerische Werk des Juristen, Komponisten und Kapellmeisters E.T.A. Hoffmann war überaus erfolgreich. Das Typische der „Klassiker“ hatte bei ihm allerdings keinerlei Platz – ihn beschäftigte der normwidrige Charakter. Durch die Fantasiestücke, sein Erstling von 1814, wie die Nachtstücke von 1816 wurde er rasch als „Gespenster-Hoffmann“ populär.

Rainer Schrapers begleitet das Programm mit Musik der Komponisten, auf die sich Hoffmann immer wieder bezieht: u.a. Were von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig von Beethoven.

Die Tiere wie Meister Floh, der Hund Berganza und Kater Murr nehmen bei Hoffmann eine titelgebende Rolle ein – eine auch unheimliche Seite des Lebendigen. Denn häufig begegnet den Figuren, wie Hoffmann einmal schreibt, „etwas fremdartig Bekanntes“, und markiert damit den Anfang der fantastischen Literatur.

In der Fantasie wird die Bindung an die Wirklichkeit aufgegeben, ihr ist in unzähligen Kombinationen alles möglich. Vor allem in der Musik bleiben die Begrenzungen der Sinnenwelt zurück. Statt bestimmter Gefühle ermöglicht sie, sich einer „unaussprechlichen Sehnsucht“ hinzugeben.

E.T.A. Hoffmann (1774 – 1822) schrieb in der nach-napoleonischen Zeit der Restauration und Demagogenverfolgung. Ihm bot allein die Kunst ein Ausweg. Im realen Leben ist ihre Verwirklichung allerdings nicht möglich. Wo dies versucht wird, schlagen die Ereignisse in Wollust, Verbrechen und Wahnsinn um.

Lesung: Michael Schikowski
Klavier: Rainer Schrapers

Sonntag, 8. Januar 2023
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

 

 

// Bücher

Ich werde eine Hexe

 

 

Sylivia Townsend Warner
Lolly Willowes
Roman
Dörlemann 2020

Lolly Willowes ist Sylvia Warners Debütroman aus dem Jahr 1926. Ihr Plädoyer für die Freiheit alleinstehender Frauen beginnt wie ein britischer Gesellschaftroman voller Humor.

Fast unbemerkt – man muss, wie viele ausgezeichnete Bücher, auch dieses Buch zweimal lesen – wandelt er sich im weiteren Verlauf zu einem Meilenstein der feministischen Literatur. Warner endet, wo im Laufe der 1970er die Frauenbewegung anknüpft. Zwei Hörproben zeigen beide Aspekte aus diesem Roman:

// Bücher

Eine restlos von ihm Besitz ergreifende Idee

 

 

Leonid Zypkin
Ein Sommer in Baden-Baden
Roman
Aufbau 2020

Das Phantastische gehört heutzutage ins Irrenhaus und nicht in die Literatur, sie ist etwas für Ärzte, nicht für Poeten. So der Literaturkritiker Belinski, Zeitgenosse Dostojewskis, über dessen Erzählung „Doppelgänger“, die 1846, vor seiner Zeit in der Verbannung und Kartoga erschien.

Vielleicht entspringt die Faszination Leonid Zypkins, wenn er sich Zeit seines Lebens mit Dostojewski befasst, weniger der Verehrung als vielmehr der Beschäftigung mit einem Rätsel, vielleicht sogar mit einem Gegner. Leonid Zypkin ist ein Autor, der in vollkommener Isolation schreibt, der in der stalinistischen Diktatur niemals publiziert, nicht einmal in den als Samisdat kursierenden Schriften.

Ein Strom von Ereignissen, Eindrücken und Emotionen setzt fast zugleich ein. Mit der Reise des Paares durch Deutschland, belastet von dem Trauma der Misshandlungen Dostojewskis in der Haft, belastet durch seine epileptischen Anfälle, Süchte und Halluzinationen beginnt dieser Roman. Begleitet von der Lektüre des Erzählers, den Erinnerungen der Dostojewskaja, die er während seiner Zugfahrt von Moskau nach St. Petersburg liest.

Dostojewskis Leben und Werk scheint von Leonid Zypkin restlos Besitz ergriffen zu haben. Dostojewski beherrscht ihn, begleitet ihn immer und überall mit hin. Und er ist, wie auf seiner Reise von Moskau aus, immer schon auf dem Weg zu ihm. Er ist das Medium, mit dem wir uns der Gegenwart Leonid Zypkins nähern können.

Eine Gegenwart, die so von der Wirklichkeit der Wirklichkeit überzeugt war, dass allein das Phantastische einen Ausweg bot. Das Phantastische, das von der Gesellschaft ausschloss und darum eine unvorstellbare Einsamkeit bedeutete.