Nachtbeeren und Tweeback

mit Elina Penner und Heinrich Siemens

In ihrem Debütroman erzählt Elina Penner von Nelli, die als kleines Mädchen als Russlanddeutsche mit ihrer mennonitischen Familie nach Minden kommt. Sie spricht Plautdietsch und isst Tweeback und versucht, in der Provinz und dem neuen deutschen Leben anzukommen. Aber die Geschichten über ihr früheres Leben lassen sie nicht los, und als ihre geliebte Oma stirbt, gerät in Nelli etwas durcheinander. Ihr Mann Kornelius eröffnet ihr, sie für eine andere zu verlassen. Und Nelli ist sich am nächsten Morgen nicht sicher, ob sie ihn nicht aus Versehen umgebracht hat.

In ihrem Debütroman »Nachtbeeren« erzählt Elina Penner mit Komik und dunklem Humor von einer Gemeinschaft von Menschen, die aneinander festhalten, weil sie nichts anderes haben. Mittendrin eine junge Frau, die unter dem Druck, ihrer Familie und dem Glauben gerecht zu werden, zusammenbricht – und ihren eigenen Weg sucht.

In einem zweiten Teil der Veranstaltung wird Dr. Heinrich Siemens dazu kommen. Er gründete den Tweeback Verlag mit Sitz in Bonn und bringt Bücher mit Bezug zu dem von Mennoniten gesprochenen Plautdietschen auf den Markt. Die Mennoniten unterscheiden sich von anderen protestantischen Konfessionen vor allem durch die Erwachsenentaufe und den Pazifismus. Viele westpreußische Mennoniten emigrierten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts auf der Flucht vor dem preußischen Militarismus ans Schwarze Meer, seit 1870 auf der Flucht vor der allgemeinen Wehrpflicht in Russland nach Kanada und von dort aus weiter nach Lateinamerika.

Seit den 1970er Jahren kommen Mennoniten vermehrt aus Russland nach Deutschland. Die meisten dieser Russland-Mennoniten in der weltweiten Diaspora sprechen bis heute als Alltagssprache das westpreußische Niederdeutsch: das Plautdietsche. Ein Tweeback ist ein zweistöckiges Brötchen, das die Russland-Mennoniten bei Hochzeiten und Beerdigungen, bei großen Feierlichkeiten und familiären Sonntagnachmittagsbesuchen essen und das damit zum Inbegriff plautdietscher Kultur und Identität geworden ist.

Moderation: Pia Ciesielski

Sonntag, 29. Mai 2022
Beginn 11 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

// Immer schön sachlich

// Bücher

Der Lehnsherr

 

 

Manfred Quiring
Russland – Auferstehung einer Weltmacht?
Ch. Links Verlag 2020

Manfred Quiring ist der Idee des kritischen Journalismus verpflichtet. Wenn er über Russland schreibt, dann schreibt er nach diesen Regeln (Vorortrecherche, Gegenchecken, Quellenangabe) über ein Land, das dieser Idee des Journalismus längst abgeschworen hat.

Eine Haltung, die das schlüssige Argument durch fragwürdige Schnippchen, Volten und Drehungen ersetzt hat. Was im Übrigen gar nicht geleugnet wird, da man die Niedertracht, die es dazu braucht, längst für eine Funktion des brusterweiternden Gefühls der Überlegenheit hält. Mit erstaunt aufgerissenen Augen wird einem dann Naivität bescheinigt. Eine Haltung, die auch hierzulande bis in private Diskussionen vorgedrungen scheint. Hinzu kommt eine Relativität der Meinungen, die gut demokratisch jede gleich berechtige und darum also auch jede bestehen lassen müsse. Dies ausnützend, wird dann jede Information zum Projektil des Informationskriegs.

Damit positioniert sich Quiring anders als der frühere Ministerpräsident Brandenburgs, Matthias Platzeck, der mit seinem bei Propyläen erschienenen Buch die Konfrontation in einen Dialog auf Augenhöhe zu verwandeln versucht. In Hinsicht der diplomatischen Fragen ist das gewiss richtig. In den Niederungen des Alltags aber hat Quiring es mit Gesprächspartnern zu tun, die die Merkmale des seit 1999 herrschenden Putinismus, Klientelismus, Korruption und Rentenökonomie, schlicht leugnen.

Mit Hilfe seiner loyalen Helfer, schreibt Quiring über Putin, kontrolliert er praktisch alle und alles: den Staatsapparat, die Geheimdienste, die keiner parlamentarischen Kontrolle unterworfen sind, die Justiz und die Staatsunternehmen, deren Anteil an der Wirtschaftsleistung seit 2005 stetig zunimmt. Selbst die Privatwirtschaft untersteht der Kuratel des Kremls, der mit Hilfe willfähriger Sicherheitsdienste und Richter das Recht auf Privateigentum praktisch aufgehoben hat. Auch private Unternehmen sind in Putins Russland letztlich nur Lehen.

Das wenigstens in Ansätzen zu sehen oder auch nur mit zu sehen, ist in Russland kaum möglich. Denn Russland führt den Informationskrieg außen und innen. Jede abweichende Meinung muss sofort öffentlich sanktioniert werden. Die Sanktion ist damit die Nachricht der Putinisten. Je wehrloser, je harmloser, je weniger gefährlich der Gegner, je unterschiedlicher, ja gelegentlich absurder das Kräfteverhältnis, desto deutlicher die Drohung. Über der Schlagersängerin Laima Waikule brach, nachdem sie öffentlich sagte, dass sie für kein Geld der Welt auf der von Russland okkupierten Krim auftreten wolle, ein, wie Quiring schreibt, Hass-Sturm los.

Auf dem Cover des Buches wird in einer Montage von russischen Soldaten Russland in Großbuchstaben an die Wand geschrieben. Russland wird in Serifen zur Großmacht. Auf welcher Grundlage geschieht das? Von Quiring werden die Jahre des Putinismus übersichtlich klar berichtet. Beim Ertrag der vielen außen- und innenpolitischen Manöver ist Quiring skeptisch. Von wirtschaftlichem Erfolg kann nach ihm keine Rede sein. Quiring fällt dazu das russische Wort Pokasucha ein: So tun, als ob.

// MÜLHEIMER LITERATURCLUB

Saison 2022

 

 

Nachtbeeren und Tweeback

mit Elina Penner

In ihrem Debütroman erzählt Elina Penner von Nelli, die als kleines Mädchen als Russlanddeutsche mit ihrer mennonitischen Familie nach Minden kommt. Sie spricht Plautdietsch und isst Tweeback und versucht, in der Provinz und dem neuen deutschen Leben anzukommen. Aber die Geschichten über ihr früheres Leben lassen sie nicht los, und als ihre geliebte Oma stirbt, gerät in Nelli etwas durcheinander. Ihr Mann Kornelius eröffnet ihr, sie für eine andere zu verlassen. Und Nelli ist sich am nächsten Morgen nicht sicher, ob sie ihn nicht aus Versehen umgebracht hat.

In ihrem Debütroman »Nachtbeeren« erzählt Elina Penner mit Komik und dunklem Humor von einer Gemeinschaft von Menschen, die aneinander festhalten, weil sie nichts anderes haben. Mittendrin eine junge Frau, die unter dem Druck, ihrer Familie und dem Glauben gerecht zu werden, zusammenbricht – und ihren eigenen Weg sucht.

In einem zweiten Teil der Veranstaltung wird Dr. Heinrich Siemens dazu kommen. Er gründete den Tweeback Verlag mit Sitz in Bonn und bringt Bücher mit Bezug zu dem von Mennoniten gesprochenen Plautdietschen auf den Markt. Die Mennoniten unterscheiden sich von anderen protestantischen Konfessionen vor allem durch die Erwachsenentaufe und den Pazifismus. Viele westpreußische Mennoniten emigrierten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts auf der Flucht vor dem preußischen Militarismus ans Schwarze Meer, seit 1870 auf der Flucht vor der allgemeinen Wehrpflicht in Russland nach Kanada und von dort aus weiter nach Lateinamerika.

Seit den 1970er Jahren kommen Mennoniten vermehrt aus Russland nach Deutschland. Die meisten dieser Russland-Mennoniten in der weltweiten Diaspora sprechen bis heute als Alltagssprache das westpreußische Niederdeutsch: das Plautdietsche. Ein Tweeback ist ein zweistöckiges Brötchen, das die Russland-Mennoniten bei Hochzeiten und Beerdigungen, bei großen Feierlichkeiten und familiären Sonntagnachmittagsbesuchen essen und das damit zum Inbegriff plautdietscher Kultur und Identität geworden ist.

Moderation: Pia Ciesielski

Sonntag, 29. Mai 2022
Beginn 11 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Die Veranstaltung findet nach Maßgabe der Coronaschutzverordnung statt.
Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

 

Die Hexe – Der Heimatabend am Vormittag

An diesem Heimatabend am Vormittag begeben wir uns auf die Spur der Hexe. Sie ist eine unergründliche Figur, aus der Antike überliefert, bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verfolgt.

Peter Bach erzählt und berichtet von einem der letzten Hexenprozessen im Landkreis Mülheim. Treine Scheuer, genannt Scheuer Tring, wurde am 27. Dezember 1611 unter dem Vorwurf der Hexerei ins Gefängnis gesperrt. Nach einem langen von mehrfachen Foltern begleiteten Verfahren, wurde sie schließlich am 10. Januar 1613, nachdem sie vorher gnädig stranguliert worden war, bei Odenthal in einem Steinbruch verbrannt.

Asja Bölke, Stadtführerin aus Köln, erzählt von der Hexenverfolgung, die mit dem Hexenhammer von 1487 ihre wissenschaftlichen Weihen erhielt. Mitautor dieses Buches war Jakob Sprenger, Dominikanerprior, Theologieprofessor an der Universität Köln und ab 1480 sogar ihr Dekan. Asja Bölke berichtet wie die Erforschung der Hexenverfolgung in Köln zugleich Beginn der Frauenforschung und des Feminismus war.

Claudia Sledz singt Schumann und Mendelssohn. Rainer Schrapers begleitet sie am Klavier.

Sonntag, 24. Juli 2022
Beginn 11 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

 

 

 

Zusammenwachsen – Musa Deli im Kulturbunker

 

 

Im letzten Jahr war das 60-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens Deutschland Türkei. Wo stehen wir heute?

Musa Deli zeigt, wie sehr auch die dritte Generation noch von der Migration geprägt ist. Die Initiative gastarbeiterkind.artprojects auf Instagram, die die vormalige Abwertung einer ganzen Gruppe mit einem neuen Bekenntnis zur Herkunft versieht, gibt dem Ausdruck.

Musa Deli erzählt an diesem Abend aus persönlicher wie allgemeiner Sicht die Geschichte der drei Generationen der Migranten in Deutschland. Ganz nebenbei liefert er im Gespräch eine ebenso hellsichtige wie mitreißende Analyse der Lebenswirklichkeit in Deutschland in ihren verschiedenen Facetten.

Musa Deli ist als inzwischen viel gefragter prominenter Sozialpsychologe in Köln tätig. Seine Erfahrungen und Gedanken werden als Buch „Zusammenwachsen“ bei Hoffmann und Campe am 2. August erscheinen.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturbunker und der VHS Mülheim.

Moderation: Michael Schikowski

Donnerstag, 18. August 2022
Mülheimer Literaturclub im Kulturbunker
Cafe/Biergarten (bei schönem Wetter)
Beginn 19 Uhr

Eintritt frei

 

 

Was wir uns trauen

Mit: Sarah Jäger und Andreas Brettschneider
Moderation: Pia Ciesielski

«Das ist die Nacht, in der wir sterben müssen. Vom Ungeheuer verschlungen und dann wiedergeboren.» Suse, Pavlow, Maja, Tolga und Bo sind enge Freund:innen, seit vielen Jahren. Jetzt wartet endlich das echte Leben auf sie, denn nach diesem Tag und dieser Nacht haben sie ihre Schulzeit hinter sich. Gemeinsam beschließen sie, bis zum nächsten Morgen all das zu erledigen, was sie sich bisher nicht getraut haben. Auf jede:n der Fünf warten offene Rechnungen – und innere Ungeheuer. Die Dinge laufen aus dem Ruder. Und nach dieser Nacht ist nichts mehr, wie es vorher war.

Geedei hat eine ganz besondere Bindung zu seinem großen Bruder Aayan – bis er plötzlich aus Hafun verschwindet, um sich den somalischen Piraten anzuschließen. Eines Tages ist Aayan wieder da. Er hat sich jedoch sehr verändert. Als er sofort wieder abreisen muss, beschließt Geedi, im heimlich zu folgen und herauszufinden, was es wirklich bedeutet, ein Pirat zu sein.

Sarah Jäger lebt im Ruhrgebiet und ist wieder im Mülheimer Literaturclub zu Gast. Andreas Brettschneider lebt in Köln.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Sonntag, 21. August 2022
Beginn 11 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

 

 

 

Literatur in Mülheim – eine Programmübersicht

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub in der VHS Mülheim
Wiener Platz, Köln-Mülheim

Donnerstag, den 15. September 2022
Beginn 17 Uhr

Eintritt frei
Anmeldung unter :vhs-kundenzentrum (at) stadt-koeln.de

 

 

 

Fantastisch, grauslich, wunderbar –
Karl-Heinz Göttert über Feste, Sitten, Aberglauben

Man soll Feste feiern, wie sie fallen. So das Sprichwort. Bald glänzen die Christbäume auf der ganzen Welt – zum Fest der Liebe. Dabei beginnt die Karriere von Weihnachten nicht gerade harmonisch, sondern mit kniffligen theologischen Fragen und Konflikten.

Der Jahreskreis verleiht dem Jahr von Weihnachten über Silvester, Karneval, Ostern, Pfingsten und Martinstag Ordnung und Struktur – oder markiert eigentlich nicht mehr viel mehr als die Ferientermine. Und doch gehen sie auf längst vergessene Rituale der Vergangenheit zurück, zu denen sich eine heimliche und mitunter unheimliche Verbindung erhalten hat.

Nachdem wir im letzten Jahr mit Karl-Heinz Göttert am Rhein entlang gereist sind, treten wir nun eine Reise zu unseren Sitten und Gebräuchen an. Deren rituellen Ursprünge haben wir weitgehend vergessen. Karl-Heinz Göttert hilft uns da auf die Sprünge.

Wie die Mauerreste aus dem 8. Jahrhundert in Mülheim sind in unserem Alltag unzählige Spuren des Aberglaubens unserer Vorfahren sichtbar – fantastisch, grauslich, wunderbar.

Karl-Heinz Göttert war bis zu seiner Emeritierung Professor für Ältere Deutsche Sprache und Literatur an der Universität zu Köln. Er ist Autor zahlreicher Fachpublikationen und Sachbücher. Zuletzt erschien von ihm Der Rhein. Eine literarische Reise.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Mülheimer Literaturclub in der VHS Mülheim
Wiener Platz, Köln-Mülheim

Donnerstag, den 3. November 2022
Beginn 19.30 Uhr im Saal

Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:

Eintritt 6 €
Anmeldung unter vhs-kundenzentrum (at) stadt-koeln.de

 

 

 

Die schönen Seiten des Lesens

Neuerscheinungen vorgestellt von Carina Hilbrandt, Carina Giesen und Pia Ciesielski

Carina Hilbrandt, Carina Giesen und Pia Ciesielski sind Buchhändlerinnen, die mit ihren eigenwilligen Literaturempfehlungen nach Mülheim kommen. Sie stellen ihre Entdeckungen und Lieblinge vor. Romane, die unterhalten und begeistern, spannende und berührende Geschichten – das Beste aus der Fülle der Neuerscheinungen aus diesem Jahr. Büchertisch: Buchhandlung Baudach

Sonntag, 6. November 2022
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Die Veranstaltung findet nach Maßgabe der Coronaschutzverordnung statt.
Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

Zum Tee mit Jane Austen

Lesung aus dem Werk von Jane Austen

Jane Austen schuf einige der lebendigsten Frauenfiguren der Weltliteratur, Frauen wie Elisabeth Bennet, Elinor Dashwood, Anne Elliot, Fanny Price und Emma Woodhouse. Mal nüchterne, mal ironische, mal neugierige Frauen. Im Sprechen dieser Frauen zeigt Jane Austen uns die Entdeckung des weiblichen Selbst.

Jane Austen ist eine der erfolgreichsten Autorinnen vom Anfang des 19. Jahrhundert – heute. Denn zu ihren Lebzeiten erschien kein einziger ihrer Romane unter ihrem Namen. Selbst innerhalb der Familie war ihre schriftstellerische Tätigkeit unbekannt, schob sie doch die Manuskripte, wenn man ihr Zimmer betrat, stets unter einen Stapel unverdächtiger Papiere.Verstand und Gefühl, ihren ersten Roman, ließ sie 1811 noch in drei kleinformatigen Büchern auf eigene Kosten drucken.

Ihrem Frühwerk Abtei von Northanger folgten die Romane Überredung, Stolz und Vorurteil, Mansfield Park und Emma. Ihre in diesen Romanen gezeigte unübertreffliche Beobachtungsgabe ließ Jane Austen zu einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen Englands werden.

Ihr unvergänglicher Ruhm beruht vor allem auf ihren brillanten Dialogen und humorvollen Charakterskizzen, von denen an diesem Leseabend gewiss die besten zu hören sein werden.

Hörprobe aus Stolz und Vorurteil von Jane Austen:

 

Mülheimer Literaturclub in der VHS Köln Mülheim
Wiener Platz, Köln-Mülheim im Saal
Sonntag, 13. November 2022
Beginn 16.30 Uhr
Eintritt 6 €
Anmeldung unter: vhs-kundenzentrum (at) stadt-koeln.de

 

 

Der Weihnachtsabend im Kapellche

ein Weihnachtsabend mit den Dellbrücker Symphonikern, Barbara Böhler und Claudia Sledz

Lieder, Geschichten und Gedichte zur Vorweihnachtszeit. Das Ensemble der Dellbrücker Symphoniker unter der Leitung von Albert Otto-Gaede begleitet diesen Abend mit weihnachtlichen Glanzstücken klassischer Musik.

Sonntag, 4. Dezember 2022
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

 

E.T.A. Hoffmann

 

Das schriftstellerische Werk des Juristen, Komponisten und Kapellmeisters E.T.A. Hoffmann war überaus erfolgreich. Das Typische der „Klassiker“ hatte bei ihm allerdings keinerlei Platz – ihn beschäftigte der normwidrige Charakter. Durch die Fantasiestücke, sein Erstling von 1814, wie die Nachtstücke von 1816 wurde er rasch als „Gespenster-Hoffmann“ populär.

Rainer Schrapers begleitet das Programm mit Musik der Komponisten, auf die sich Hoffmann immer wieder bezieht: u.a. Were von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig von Beethoven.

Die Tiere wie Meister Floh, der Hund Berganza und Kater Murr nehmen bei Hoffmann eine titelgebende Rolle ein – eine auch unheimliche Seite des Lebendigen. Denn häufig begegnet den Figuren, wie Hoffmann einmal schreibt, „etwas fremdartig Bekanntes“, und markiert damit den Anfang der fantastischen Literatur.

In der Fantasie wird die Bindung an die Wirklichkeit aufgegeben, ihr ist in unzähligen Kombinationen alles möglich. Vor allem in der Musik bleiben die Begrenzungen der Sinnenwelt zurück. Statt bestimmter Gefühle ermöglicht sie, sich einer „unaussprechlichen Sehnsucht“ hinzugeben.

E.T.A. Hoffmann (1774 – 1822) schrieb in der nach-napoleonischen Zeit der Restauration und Demagogenverfolgung. Ihm bot allein die Kunst ein Ausweg. Im realen Leben ist ihre Verwirklichung allerdings nicht möglich. Wo dies versucht wird, schlagen die Ereignisse in Wollust, Verbrechen und Wahnsinn um.

Lesung: Michael Schikowski
Klavier: Rainer Schrapers

Sonntag, 8. Januar 2023
Beginn 18 Uhr

Mülheimer Literaturclub im Et Kapellche e.V.
Holsteinstr. 1
Köln-Mülheim

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Mülheim.

Begrenztes Platzangebot: Wir bitten wieder um Anmeldung per einfacher Mail an:
muelheimerliteraturclub (at) gmx.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 6 € (Schüler, Auszubildende,
Studierende, Köln-Pass, Mitglieder Et Kapellche)

 

 

 

 

// Bücher

Ich werde eine Hexe

 

 

Sylivia Townsend Warner
Lolly Willowes
Roman
Dörlemann 2020

Lolly Willowes ist Sylvia Warners Debütroman aus dem Jahr 1926. Ihr Plädoyer für die Freiheit alleinstehender Frauen beginnt wie ein britischer Gesellschaftroman voller Humor.

Fast unbemerkt – man muss, wie viele ausgezeichnete Bücher, auch dieses Buch zweimal lesen – wandelt er sich im weiteren Verlauf zu einem Meilenstein der feministischen Literatur. Warner endet, wo im Laufe der 1970er die Frauenbewegung anknüpft. Zwei Hörproben zeigen beide Aspekte aus diesem Roman: