Leseabend – alle Termine

Goethe: Goethe-Gesellschaft Fulda e. V.
Domdechanei 4, Fulda
Mittwoch, 28. Oktober 2026
Beginn 18.30 Uhr

E.T.A. Hoffmann: Buchhandlung am Markt, Darmstadt
Donnerstag, 29. Oktober 2026
Beginn 18.30 Uhr

Roth: Mülheimer Literaturclub, Köln-Mülheim
Samstag, 31. Oktober 2026
Beginn 19 Uhr

Fontane: der buchladen in Seligenstadt
Dienstag, 3. November 2026
Beginn 19.30 Uhr

Austen: Bürgergesellschaft Neuss
Donnerstag, 5. November 2026
Beginn 20 Uhr

E.T.A. Hoffmann: Buchhandlung Rheinschmökern, Krefeld
Sonntag, 8. November 2026
Beginn: 16 Uhr

Heine: Mülheimer Literaturclub, Köln Mülheim
Samstag, 7. November 2026
Beginn 19.30

Rilke: Literaturhaus Leipzig
Donnerstag, 19. November 2026
Beginn: 19 Uhr

Rilke: Stadtbibliothek Wittenberg
Freitag, 20. November 2026
Beginn: 19 Uhr

Busch: Kulturforum Albertus-Magnus Gymnasium Köln
Mittwoch, 2. Dezember 2026
Beginn 19 Uhr

Walser: VHS Bonn
Donnerstag, 10. Dezember 2026
Beginn 18 Uhr

Rilke: Lüdinghausen
Donnerstag, 31. Dezember 2026
Beginn wird noch bekannt gegeben.

Walser: Mülheimer Literaturclub, Köln-Mülheim
Samstag, 2. Januar 2027
Beginn 19 Uhr

Heine: Buchhandlung Till Eulenspiegel
Wöllner Stift Rösrath
Freitag, 8. Januar 2027
Beginn 19.30

Roth: Buchhandlung Colibri, Wipperfürth
Donnerstag, 14. Januar 2027
Beginn 18.30 Uhr

Thomas Mann: Buchhandlung Ute Hentschel, Burscheid
Freitag, den 22. Januar 2027
Beginn 19.30 Uhr

Dostojewski: Buchhandlung am Markt, Hennef
Mittwoch, 17. Februar 2027
Beginn 19 Uhr

Crane: Buchhandlung van Wahden
Haus Eifgen, Wermelskirchen
Donnerstag, 18. Februar 2027
Beginn 20 Uhr

Crane: Buchladen Sülzburgstraße, Köln
Donnerstag, 25. Februar 2027
Beginn 20 Uhr

Dostojewski: Altstadtbuchhandlung, Wittlich
Donnerstag, 11. März 2027
Beginn 18.30 Uhr

Balladen: Homburger Lesezeit im Saalbau
Dienstag, 16. März 2027
Beginn 19 Uhr

Woolf: schmitz. die buchhandlung, Essen
Bürgermeisterhaus
Donnerstag, 18. März 2027

Balladen: Buchhandlung Laurenz & Luise, Wuppertal
Freitag, 19. März 2027
Beginn 19.30 Uhr

Das Nibelungenlied: Großer Saal der Rentmeisterei, Bad König
Sonntag, den 2. Mai 2027
Beginn: 19.30 Uhr

Thomas Mann: Buchhandlung Alexander Kortenkamp, Haltern
Dienstag, den 4. Mai 2027
Beginn 19 Uhr

Woolf: VHS Bonn
Donnerstag, 20. Mai 2027
Beginn 18 Uhr

Roth: Schnitzlersche Buchhandlung, Wetzlar
Freitag, 18. Juni 2027
Beginn 19 Uhr

Goethe: Buchhandlung Ute Hentschel, Burscheid
Freitag, 1. Oktober 2027
Beginn 19.30 Uhr

Woolf: Till Eulenspiegel, Rösrath
Wöllner-Stift
Mittwoch, 6. Oktober 2027
Beginn 19.30 Uhr

// Immer schön sachlich

// Allgemein

Non Fiktion WiSe 2013/14

Übung zur praktischen Verlagsarbeit

WiSe 2013/14, Freitag Uhr 8.00 – 10.00
Dozent: Michael Schikowski

Wichtige Informationen:

Der die Übung begleitende Reader (Ausgabe 8) kann ab Oktober 2013 A & A Digital Print Center, Franziskanerstr. 1 in Bonn ausgedruckt bzw. abgeholt werden. Der Reader ist ein unverzichtbares Arbeitsmittel für diese Übung.

SPRECHSTUNDE nach Vereinbarung per Mail nach der Sitzung 9.45 Uhr in Raum AR IV, Bibliotheksraum im 2.OG

Link zum SEMINARPLAN.

Link zum LITERATURVERZEICHNIS

Seminarbeschreibung

Die genaue Kenntnis der Formen und Traditionen der Sachliteratur ist für jede praktische Tätigkeit in einem Verlag, ob es sich dabei um das Lektorat, die Presse, die Werbung oder den Vertrieb handelt, unerlässlich.

Im Zentrum der Übung stehen die Einzelveröffentlichungen der Sachliteratur, die sogenannten Sachbücher. Dabei werden die sprachlichen Merkmale der einzelnen Grundformen wie Biografie, Jugendsachbuch, Reportage, Ratgeber und Streitschrift benannt und auf ihre Funktion hin untersucht. Das Sachbuch wird als eigentümlicher Hybrid erläutert. Anhand der Grundformen, ihren Konjunkturen zumal, werden die Rezeptions- und Marktbedingungen der Sachliteratur innerhalb der Konsumgesellschaft erläutert.

Sachliteraturgeschichte

In diesem Semester soll ein weiterer Teil der Geschichte der deutschsprachigen Sachliteratur von 1880 bis 1945 im Mittelpunkt stehen. Die Geschichte der erzählenden Sachliteratur klärt über die sozialgeschichtlichen Grundlagen auch des heutigen Literaturbetriebs auf. Durch diese vorbereitenden Erkundungen werden die gegenwärtigen Produktions- und Kommunikationsbedingungen der Sachliteratur deutlich.

Formen

Wir wollen uns intensiv mit den Klassikern der Sachliteratur beschäftigen. Als weitere Einzelformen der Non Fiktion werden Reportagen, Ratgeber, Biografien, Autobiografien und Streitschriften besprochen. Im Reader finden sich dazu Beispieltexte, die in der Sitzung gemeinsam analysiert werden.

Methoden

Die Methoden, die auch in der Verlagspraxis eine Analyse der Sachliteratur erst ermöglichen, werden vorgestellt. Der methodische Zugriff kann durch die Erzähltheorie, Literatursoziologie, Kulturwissenschaft und und Diskurstheorie erprobt werden. Der Reader bietet dazu einführende Texte.

Leistungsnachweise

Teilnahmebedingung ist die Anfertigung eines Thesenpapiers für ein Kurzreferat, das in der Regel einen Text aus dem Reader für das Seminar vorzubereitet.

Der Text muss genau gelesen werden. Fremdworte müssen erklärt werden, Personen, auf die im Text Bezug genommen wird, müssen dem Plenum erläutert werden. Der Text sollte für das Seminar zusammengefasst werden. Das Buch, aus dem der Text stammt, sollte aus der Bibliothek entliehen, der Text im Buch aufgesucht und im Kontext des Buches erläutert werden.

Die wichtigsten Kriterien für ein erfolgreiches Kurzreferat sind: sprachlicher Ausdruck, Gestaltung, Verständlichkeit, Interaktion mit dem Plenum.

Hausarbeit – Der Gegenstand der Hausarbeit ist in der Regel ein Text der populären Sachliteratur, der analysiert werden soll. Folgende Punkte sollten in der Hausarbeit berücksichtigt werden: Autor, Verlag, Buchkörper, zeitgeschichtlicher Hintergrund, Inhalt, Text, Rezeption. Besonders wichtig ist allerdings, dass die im Reader aufgeführten theoretischen Texte für die Textanalyse fruchtbar gemacht werden. Dabei kann je nach Eignung auch ein eigener Schwerpunkt in der Erzähltheorie, der Literatursoziologie, der Kulturwissenschaft oder der Diskurstheorie gewählt werden.

Weitere Hinweise

Ein erster Einstieg in die Arbeit am Text könnte das eigene Leseerlebnis sein. Gleichwohl gilt, dass für die Hausarbeit ein wissenschaftlicher Schreibstil verlangt wird, dem mündlichkeitsnahe bzw. auch in populären Sachbüchern gängige Formulierungen fehlen.

Über die formalen Anforderungen an eine Seminararbeit klären die Hinweise zur Anfertigung von literaturwissenschaftlichen Seminararbeiten auf, die auf der Institutshomepage unter http://www.germanistik.uni-bonn.de/content/studium/downloads nachzulesen sind.

Für die schriftlichen Arbeiten zitiere ich Gabriela Ruhmann, Leiterin des Schreibzentrums der Ruhr-Universität Bochum:

„Auf fatale Weise unterschätzen Studierende die Komplexität und den Aufwand des Schreibprozesses. Dass die erwartete gedankliche und sprachliche Präzision nicht auf Anhieb, sondern nur durch mehrfaches inhaltliches, strukturelles und sprachliches Überarbeiten zu erzielen ist, gehört nicht zu ihrem Bild vom Schreiben.“

Eine Fehleinschätzung, die nicht allein für die Arbeit in einem Verlag zu ungünstigen Ergebnissen führt. Schreibarbeit, welcher Art sie auch sei, ist immer durch einen großen Aufwand gekennzeichnet. Aber es gibt Hilfe, die man in Anspruch nehmen sollte.

Hilfestellungen

Es ist möglich, die Zwischenergebnisse des Schreibprozesses und die Gliederung an michael.schikowski(at)t-online.de zu mailen und in der Sprechstunde zu besprechen. Dringend zu empfehlen ist außerdem, mit anderen Studierenden die Rohfassung der Hausarbeiten auszutauschen. Schließlich ist die Bereitschaft, die eigene Arbeit mehrfach zu überarbeiten, eine der wichtigsten Voraussetzungen für jeden erfolgreichen Schreibprozess.

Quelle des Zitats und der Hilfestellungen: Gabriela Ruhmann: Schreiben im Studium. In: Wissen was zählt. Hrsg. Interne Fortbildung und Beratung (IFB), Ruhr-Universität Bochum 2010. S. 96-101. Zitat S. 97.

// Bücher

Der Garten, der uns hervorbringt

Horst Bredekamp
Leibniz und die Revolution der Gartenkunst
Herrenhausen, Versailles und die Philosophie der Blätter
Wagenbach 2012

Schon seit Jahren gibt Wagenbach besonders fein gestaltete großformatige kulturwissenschaftliche Essays heraus. Eine Lust am Buch, die sich sofort sinnlich mitteilt. In Horst Bredekamp hat der Verlag einen Autor, der die Reihe wesentlich lebendig hält.

In seinem neuen Buch beschreibt Horst Bredekamp die Gartenkunst in zwei Richtungen. Einerseits als das was, man damit ausdrücken möchte: Ruhe und Ordnung in wild wuchernder Natur. Andererseits als das , was sie in uns auslösen mag: Beruhigung und Harmonie. Die gängige Unterscheidung von disziplinierendem Barockgarten und die Blicke frei gebenden Landschaftsgarten hält Bredekamp aus dem historisch überlieferten Material nicht zu belegen.

So findet er in Leibniz‘ Briefen und Notizen zum Großen Herrenhausener Garten Belege für einige die Landschaftgärtnerei vorwegnehmende Überlegungen. Und von der von Leibniz mitgestalteten Gartenanlage selbst sieht er einen Einfluss ausgehen, in dem der Raum die Philosophie mit hervorbrachte. Ein Garten, der den, der ihn anlegt, mit hervorbringt.

// Bücher

Dialektik des Schädels

Tobias Quast
Der Tod steht uns gut
Vanitas heute
Nicolai 2012

Der Schädel, das war einmal der große Gleichmacher. Der Sozialist des Christentums. Denn ihm war nicht anzusehen, ob sein Träger schön oder hässlich, arm oder reich war. Einerseits. Denn andererseits bedeutete diese Gleichmacherei auch, dass man immer selbst gemeint war. Deshalb der Schrecken, den der Schädel bereitete.

Inzwischen hat der Schädel jeden Schrecken und auch alles irgendwie Anstößige, das ihm noch vor Jahrzehnten anhaftete, verloren. Das Anstößige bestand genau darin, dass der Schädel ein Zeichen war, das sich an den Einzelnen richtete, das ihm zeigte: „Es ist alles eitel.“ Nun klebt der Schädel überall und weist ins unbestimmte Allgemeine.

Wieviele facebook-Freunde, die man hat, sind schon tot? Wenn es mehr werden und immer weniger nachrücken, wie verhält man sich dann? Im Kapitel „Vanitas digital“ erläutert Quast, dass man das Profil eines Verstorbenen in einen Gedenkmodus bringen kann, bei dem der Freundeskreis eingefroren wird und nur noch dieser auf die Seite zugreifen kann. Ein Himmel digitaler Ewigkeit, statt der sprichwörtlichen Wolke, auf der der Verstorbene sitzt, nun die Cloud.

Tobias Quast, der über Funktion und Wandel der Vanitas im Werk von Alexander Pope promovierte, hat einen ebenso eleganten wie intelligenten Essay zum Vanitas-Motiv in Literatur, Theater, Film und Internet geschrieben. Darin zeigt er überzeugend, dass der übermäßige Gebrauch dieses Motivs ins Gegenteil umschlägt und, wie es bei Quast heißt, im Falle des Vanitas-Motivs in ein „Versprechen eines neuen Jenseits“ mündet.