Johann Wolfgang Goethe. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

 

 

Goethe ist für die zeitgenössische Literatur von besonderer Bedeutung. Mit ihm beginnt eine Entwicklung, die sich zuerst in Deutschland, dem Land der Übersetzungen, Weltliteratur nennt. Ihr erster und wichtigster Repräsentant, als Übersetzer von Diderot und Hafis, ist Goethe.

Mit ihm wird eine neue Stufe kultureller Differenzierung erreicht, nach der Autor und erzählerisches Ich fortan zu unterscheiden seien. Vor allem seit seinem Werther distanzieren wir das Geschriebene als sogenannte Rollenprosa vom Autor, ein Kulturfortschritt, der gerade in Fällen gegenwärtiger Skandalisierung verloren zu gehen scheint.

In Dichtung und Wahrheit, mit dem Goethe für das Genre der Autobiographie Maßstäbe setzt, erweist sich die spezifische immer wieder als kalt und wenig enthusiastische beschriebene Haltung Goethes, die sich aber auch aus den Erfahrungen von Krisen und Kriegen ergibt, nachvollziehbar. Zumal auch wir nun davon betroffen sind. Goethe ist vom Erdbeben von Lissabon, dem Siebenjährigen Krieg, der Französischen Revolution bis zu den napoleonischen Kriegen zeit seines Lebens umgeben von Ereignissen, die ihn in der Konzentration auf sich und das, was ihn betrifft, was ihn interessiert und angeht, abbringen wollen.

Neben einigen Gedichten wird vor allem die Prosa aus Goethes Werken wie Die Leiden des jungen Werthers, die Wahlverwandtschaften und Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre im Mittelpunkt dieses Abends stehen.

Goethe ist der Repräsentant einer Literatur, die sich allein an dem orientiert, das ihr gemäß ist – auch über den Punkt hinaus, der die Naturwissenschaft vorgibt. In Zeiten der Kriege und Krisen ist darum Goethe derjenige, der weder Nachrichten beachtet noch Zeitungen liest. Goethe ist uns näher als wir selbst jemals vermutet hätten.

 

Goethe-Gesellschaft Fulda e. V.
Bibliothek am Dom
Domdechanei 4, Fulda
Mittwoch, 28. Oktober 2026
Beginn 18.30 Uhr

 

// Allgemein

Beethoven 2020

Beethoven: Missa solemnis 04842 (Deutsche Bibelgesellschaft)
Gerhard von Breuning: Aus dem Schwarzspanierhause. Erinnerungen an Beethoven 31185 (Olms)
Martin Geck: So sah die Welt Beethoven 08626 (Olms)
Martin Geck: Die Sinfonien Beethovens 08556 (Olms)
Mit Beethoven durch das Jahr (Bärenreiter)
Sophia Mott: Beethoven und die Frauen 212 (Ebersbach und Simon)
Musikalische Bilderbücher: Beethovens 9. Sinfonie 11804 (Annette Betz)
Musikalische Bilderbücher: Die Mondscheinsonate 11690 (Annette Betz)
Musikalische Bilderbücher: Fidelio 11714 (Annette Betz)
Musikalische Bilderbücher: Beethoven 11669 (Annette Betz)
Musikalische Bilderbücher: Der kleine Beethoven 11576 (Annette Betz)
Musikalische Bilderbücher: Herr Beethoven macht Musik 11859 (Annette Betz)
Karl-Heinz Ott: Rausch und Stille (Hoffmann und Campe)
Anton Schindler: Ludwig van Beethoven 09828 (Olms Reprint)

Ursula Naumann

Schiller, Lotte und Linie. Eine klassische Dreiecksgeschichte. Insel: Frankfurt 2004.

Schillers Königin. Das Leben der Charlotte von Kalb. Insel: Frankfurt 2006.

Geträumtes Glück. Angelica Kauffmann und Goethe. Frankfurt 2007.

Auf Forsters Canapé. Liebe in Zeiten der Revolution. Insel: Berlin 2012.

Gabriele Goettle

Deutsche Sitten

Deutsche Bräuche

Deutsche Spuren

Die Ärmsten

Die Experten

Der Augenblick. Reisen durch den unbekannten Alltag. Reportagen. Kunstmann: München 2012.