Max von der Grün. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

 

 

Lesung zum 100. Geburtstag von Max von der Grün am 25. Mai 2026

Mit Irrlicht und Feuer von Max von der Grün erschien 1963 eine für das lesende Publikum vollkommen neue Art von Literatur.  War sein Erstling Männer in zweifacher Nacht aus dem Jahr zuvor noch weitgehend unbeachtet geblieben, wurde diese Provokation der restaurativen Zeit der frühen 60er Jahre sehr viel ernster genommen.

Das literarische Neuland, das der Bergmann und Autor Max von der Grün damit betrat, mündete schließlich in die Gründung der Dortmunder Gruppe 61 – wurde von der Grüns Darstellung der Arbeitswelt unter Tage doch auch von der IG Bergbau scharf zurückgewiesen.

Von der Grüns Anspruch war, wie es bei ihm heißt frei von politischen und staatlichen Aufträgen und Richtlinien mit den sozialen und menschlichen Problemen der industriellen Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Von der Welt und Menschen verändernden Kraft der Literatur war er überzeugt: Ob Literatur die Welt verändern kann? Mich hat die Literatur verändert – und in bin Teil dieser Welt.

An diesem Leseabend wird das Beste aus Max von der Grüns Romanen zu hören sein.

 

Buchhandlung Margret Holota, Hamm
Mittwoch, 30. September 2026
Beginn 19.30 Uhr

// Allgemein

Johann Wolfgang Goethe. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

 

 

Goethe ist für die zeitgenössische Literatur von besonderer Bedeutung. Mit ihm beginnt eine Entwicklung, die sich zuerst in Deutschland, dem Land der Übersetzungen, Weltliteratur nennt. Ihr erster und wichtigster Repräsentant, als Übersetzer von Diderot und Hafis, ist Goethe.

Mit ihm wird außerdem eine neue Stufe kultureller Differenzierung erreicht, nach der Autor und erzählerisches Ich fortan zu unterscheiden seien. Vor allem seit seinem Werther distanzieren wir das Geschriebene als sogenannte Rollenprosa vom Autor, ein Kulturfortschritt, der gerade in Fällen von heutigen Skandalisierung verloren zu gehen scheint.

In Dichtung und Wahrheit, mit dem Goethe für das Genre der Autobiographie Maßstäbe setzt, erweist sich die spezifische immer wieder als kalt und wenig enthusiastische beschriebene Haltung Goethes, die sich aber aus den Erfahrungen von Krisen und Kriegen ergibt, nachvollziehbar. Zumal auch wir nun davon betroffen sind. Goethe ist vom Erdbeben von Lissabon, dem Siebenjährigen Krieg, der Französischen Revolution bis zu den napoleonischen Kriegen zeit seines Lebens umgeben von Ereignissen, die ihn in der Konzentration auf sich und das, was ihn betrifft, was ihn interessiert und angeht, abbringen wollen.

Goethe ist der Repräsentant einer Literatur,  die sich allein an dem orientiert, das ihr gemäß ist – auch über den Punkt hinaus, der die Naturwissenschaft vorgibt. In Zeiten der Kriege und Krisen ist darum Goethe derjenige, der weder Nachrichten beachtet noch Zeitungen liest. Goethe ist uns näher als wir selbst jemals vermutet hätten.

 

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