Welche Erleichterung

 

 

Stephen Graham
Die Kunst des stilvollen Wanderns
Ein philosophischer Wegweiser
HarperCollins 2020

Welche Erleichterung, der Rolle des Wählers und Steuerzahlers, des Experten für Messingantiquitäten, des Bruders eines Experten für Messingantiquitäten, des Autors eines Bestsellers oder Onkels des Bestsellerautors zu entfliehen. Welche Erleichterung, eine Zeit lang kein Verwaltungsbeamter der Besoldungsgruppe soundso mehr zu sein, der die höchste Beförderungsstufe bereits erreicht hat, nicht mehr nach dem Einkommen oder Gold-Handicap beurteilt zu werden. Ohne Zweifel ist es ein köstlicher Augenblick, wenn der Gärtner, der einen in Wanderkluft daherkommen sieht, nicht zum Gruß an den Hut tippt, wenn man an ihm vorübergeht. Es wäre ein Fehler, sich in nagelneuen Kniebundhosen, Sportjackett, Krawatte und juwelenbesetzter Krawattennadel, mit Gamaschen und einem Stock mit silbernem Knauf in die Wildnis aufzumachen. Die Visitenkarten sollte man ebenfalls zu Hause lassen und versuchen, das Haus mit den drei Etagen zu vergessen. (Stephen Graham, S. 15)

// Immer schön sachlich

// Bücher

Die Vollendeten gegen die Kleckser


Ross King
Zum Frühstück ins Freie
Knaus 2007

Man sollte immer aufhorchen, wenn in der Kunst irgendeine empörende Taktlosigkeit begangen wird. Es kann ja natürlich auch eine bloße Ungezogenheit sein, aber man ist verpflichtet, der Sache nachzugehen. Man darf sich nicht durch Schwindler und Narren den Blick verwirren lassen. Es könnte eine neue Kunstrichtung – zum Beispiel: der Expressionismus – lauter Betrüger und Impotente zu Vertretern haben und dabei doch einen neuen Abschnitt in der Entwicklung des menschlichen Sehens bedeuten. Soweit Egon Friedell. Das Modell der Empörung, des Aufruhrs aufgrund von Taktlosigkeiten bildete aber nicht der Expressionismus, sondern schon vorher die Auseinandersetzung um die impressionistische Malerei. So schrieb Édouard Manet 1865 seinem Freund Charles Baudelaire: „Die Beleidigungen prasseln wie Hagelkörner auf mich nieder“. Bereits im Salon von 1863 erregte Manets Frühstück im Freien besonderen Spott. Wieso erkannte niemand, dass dieses Bild und die späteren Werke des Impressionismus, begründete? Wenn die Stars der Impressionisten gezeigt werden, dann sind wir alle begeistert und vor allem gescheiter als der größte Teil der Besucher des Salons von 1863 und 1865. » weiter lesen

// Allgemein

Überflieger und Himmelsstürmer – Eine sinnlich-intellektuelle Reise durch die Welt der Bücher

Warum sind manche Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort und andere nicht? Warum sind manche Menschen erfolgreich und andere nicht? Warum sind manche Menschen Überflieger und Himmelsstürmer und andere nicht?

An diesem Abend gehen wir auf die Suche derjenigen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren wie Charles Darwin und Abraham Lincoln, die erfolgreich waren wie John Lennon und Georg Friedrich Händel oder die schlicht Überflieger waren wie Fürst Potemkin und J. Robert Oppenheimer. Und die anderen? Was machen die? Die versuchen an diesem Abend ihre gute Laune und die Übersicht zu behalten.


Presse zu „Überflieger und Himmelsstürmer“

// Allgemein

Nur Reisen ist Leben

vorgestellt von Michael Schikowski und gelesen von Christoph Wortberg

„Nur Reisen ist Leben“, sagt Jean Paul. Dieses Leben bringen die hier vorgestellten Autoren als Dichter zum sprechen, als Naturforscher werten sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Erfahrungen aus, als Historiker flechten sie Interessantes aus der Kulturgeschichte ein und spiegeln schließlich als Erzähler auch unsere kleinen Abenteuer, die wir alle urlaubshalber mit dem Leben auf Reisen haben. Ihre Beobachtungen, an denen sie uns als Hörer teilhaben lassen, zeigen sie sich uns als große Künstler, in denen noch die Eintracht sonst geschiedener Forschungsbereiche anzutreffen ist. Orte der Sehnsucht werden Worte der Sehnsucht.

Rüdiger Barth, Endlich weg (Malik)
Werner Biermann, „Der Traum meines ganzen Lebens“ (Rowohlt)
Jacques Cousteau, Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus (Campus)
Charles Darwin, Die Fahrt der Beagle (mare)
Georg Forster, Reise um die Welt (Eichborn)
Georg Forster, James Cook der Entdecker (Eichborn)
André Gide, Kongo und Tschad (Olms)
Sven Hedin, Transhimalaja (Edition Erdmann)
Michael Kodas, Der Gipfel des Verbrechens (Malik)
Alexandra Lapierre, Frauen erobern die Welt (Flammarion)
Favell Lee Mortimer, Die scheußlichsten Länder der Welt (Malik)
Martin Mosebach, Stadt der wilden Hunde (Hanser)
Tom Reiss, Der Orientalist (Osburg)
Iris Schürmann-Mock, Mein Herz tanzte mit ihr durch das Land (Gerstenberg)

Unter der Überschrift Auf Reisen wurden diese und weitere Titel im Landesmuseum Münster am 23.11.2008 und 07.12.2008 vorgestellt. Unter dem Titel Leinen los wurden in einem Sonderprogramm speziell für Jugendliche folgende Titel vorgestellt und gelesen:

Charles Darwin für Kinder und Erwachsene (Insel)
Daniel Defoe, Robinson Crusoe (Dressler)
Erich Kästner, Gullivers Reisen (Dressler)
Gillian Kendall, Mr. Dings Hühnerfüße (Frederking und Thaler)
Maja Nielsen, David Livingstone (Gerstenberg)
Henry M. Stanley, Wie ich Livingstone fand (Edition Erdmann)
Helge Timmerberg, In 80 Tagen um die Welt (Rowohlt)
Jules Verne, In 80 Tagen um die Welt (Artemis und Winkler und Dressler)
Selma Lagerlöf, Nils Holgerssohn (Dressler)