Die Welt der Wählscheibe

 

Till Penzek und Julia Neuhaus
Als die Großen klein waren
Ein Album verschwundener Dinge
Nilpferd 2019

Die Eltern, die dieses Buch kaufen, erinnern sich vielleicht, dass es interessant war, wenn ihre Großeltern von früher erzählten, als alles anders war. Jetzt ist es so, dass zwischen den Kindern, die gerade das Schulalter erreicht haben, und ihren Eltern die Kluft der Digitalisierung unseres Alltags liegt. Begriffe wie Telefonkette, Negativ und Videokassette verschwinden. Angesichts einer Schreibmaschine, fragen Kinder nach dem Bildschirm.

Eltern erinnern sich an die Qual der Wahl in der Videothek für den Film am Wochenende, die Mark dafür, dass er nicht zurückgespult war, an das Warten an der Telefonzelle, um während der Klassenfahrt nach Hause zu telefonieren.

Ein herrliches und überaus witziges Erzähl- und Erinnerungsbuch. Auch für Väter, die mal was anderes machen können, als mit dem Sprössling Fußball zu spielen – reden zum Beispiel.

// Immer schön sachlich

// Leseabend

Robinson Crusoe. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

Ein mittelgroßer hagerer Mann, Hakennase, spitzes Kinn, graue Augen und ein großes Muttermal am Mund. So wurde Daniel Defoe, der eigentlich Foe hieß und sich mit dem Zusatz de selbst adelte, steckbrieflich gesucht. Er war in seinem Leben Ghostwriter des Königs, Bankrotteur, Zeitschriftengründer, baute einen Spionagering auf und wurde mehr als einmal an den Pranger gestellt.

Dann schreibt er den literarischen Welterfolg Robinson Crusoe und begründet gleichsam nebenbei, als ob das nicht reichte, mit einem Text über die Londoner Pest die Reportage – er liest die Quellen kritisch und befragt Zeitzeugen.

So geht auch sein Robinson auf authentisches Material zurück, den Bericht des Seemannes Alexander Selkirk, der einige Jahre zuvor veröffentlicht wurde. In Abgrenzung zum Barockroman bemüht sich Defoe um eine bis dahin unbekannte, auch Details berücksichtigende Faktentreue und erschafft den ersten modernen englischen Roman.

Am Anfang der Literatur steht die Robinsonade, die Alleinstellung des Menschen und seine Einsamkeit.

Michael Schikowski liest aus Robinson Crusoe, erzählt aus Defoes abenteuerlichem Leben und bezieht auch die enorme Wirkungsgeschichte dieses Buches mit ein, die von Johann Karl Wezel und Johann David Wyss, über Jules Verne bis zu Lutz Seiler reicht.

Zum 300. Jahrestag erscheint bei mare die ungekürzte Neuübersetzung des unvergänglichen Klassikers von Rudolf Mast.

(Durchgeführt für VHS Bonn Kulturkalender in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn)

Zu Michael Schikowski

Bücher zum Leseabend

 

Weitere Leseabende: Jane AustenHonoré de BalzacHeinrich BöllDie Schwestern BrontëDaniel Defoe Charles DickensFjodor DostojewskiGeorge EliotLouise Erdrich Hans FalladaLion FeuchtwangerTheodor FontaneGrimmelshausenVictor Hugo Franz Kafka – Gottfried Keller Jack LondonThomas MannMark TwainHerman Melville MultatuliRomain Rolland Anna SeghersLew Tolstoi

Ein historischer Leseabend: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71
Weitere: November 18. Texte zur Revolution in Deutschland„Heeresbericht“. Texte zum Ersten WeltkriegNapoleonOktober 17. Texte zur Russischen Revolution / Neuerscheinungen des Jahres

 

// Allgemein

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