Drei Welten – drei Werke. Baum, Ditlevsen und Präauer

Unter dem Titel Drei Welten – drei Werke werden drei sehr unterschiedliche Autorinnen oder Autoren vorgestellt. Die Spannungen und Unterschiede, die sich in ihren Werken ergeben mögen, sind immer auch Anlass, Entsprechungen zu entdecken.

Diesmal werden die Werke der Dänin Tove Ditlevsen (1917 – 1976) und der beiden Österreicherinnen Vicki Baum (1888 – 1960) und Teresa Präauer (geb. 1979) vorgestellt. Ihre drei Welten könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Kulisse eines luxuriösen Hotels, die Lebensbedingungen der 1930er im Arbeitermilieu und die Gastkultur der modernen Westeuropäer.

Doch verbindet die überaus erfolgreiche Schriftstellerin Vicki Baum mit der wieder entdeckten Tove Ditlevsen und der gerade mit einem neuen Buch hervorgetretenen Teresa Präauer viel. In Drei Welten – drei Werke wechseln wir die Autorinnen, die Milieus und die Zeitzonen, was aber bleibt, ist das Lesevergnügen.

Literarischer Salon der Zentralbibliothek
VHS Bonn
Donnerstag, den 16. März 2023
Beginn 18.00 Uhr

Hier zum Überblick aller Leseabende:

Überblick aller Leseabende

// Immer schön sachlich

// Bücher

Was das Sonnenlicht nicht zu scheuen braucht

Barbara Beuys
Paula Modersohn-Becker
Hanser 2007

Wenn Barbara Beuys, die bedeutende Autorin vieler hervorragender Sachbücher, sich einer Sache annimmt, darf man sich auf eine große Erzählung freuen. Diese Freude bleibt auch bei ihrem neuen Buch, einer Biographie über die Malerin Paula Modersohn-Becker nicht aus.

Durch den regen Briefwechsel der Künstlerin kann Barbara Beuys hier aus dem Vollen schöpfen. Barbara Beuys erläutert am Beispiel der „Akte“ das neue, ja revolutionäre künstlerische Programm von Paula Modersohn-Becker. Es entstehen Bilder, die die Nacktheit, jenseits der klassischen Maßstäbe, als Ausdruck der einzelnen Persönlichkeit begreift. Das gilt auch für sie als Künstlerin. „Ich habe so den festen Wunsch etwas aus mir zu machen, was das Sonnenlicht nicht zu scheuen braucht.“

// Bücher

Die sich kreuzenden Karrieren

Dominique Bona
Camille und Paul
Knaus 2008

Man wird bei diesem Buch nicht darum herumkommen, immer wieder an den Film von Bruno Nuyton zu denken, in dem Isabel Adjani Camille Claudel verkörpert. Dieser Film bildete den Schlusspunkt einer erstaunlichen Entwicklung Camille Claudels von einer vollständig vergessenen zu einer international bekannten, ja nahezu legendären Künstlerin.

In den 50er Jahren gab ihr weit über das katholische Milieu hinaus bekannter Bruder Paul ein Radiointerview, das so umfangreich war, dass es Jean Amrouche, der das Interview mit Claudel durchführte, in über 40 Sendungen aufteilte. Eine mediale Aufmerksamkeit, die Paul Claudel nochmals im vollen Glanz seiner Bedeutung als Dichter und Essayist erstrahlen lässt. In den Folgejahren aber hat er, im Unterschied zum aufsteigenden Ruhm seiner Schwester eine stets nachlassende Bedeutung gehabt. Wo er im Medium des Radios 1952 den Zenit seiner Bekanntheit erreicht, erreicht diesen Zenit 1989 Camille Claudel im Medium des Films.

Dominique Bona, Camille und Paul, Knaus 2008

// Allgemein

Die Geburt des Sachbuchs aus dem Geist der Reihe

Wer die Geschichte des Sachbuchs einmal in geordneter und übersichtlicher Folge nachlesen möchte, der greife zu Reinhard Wittmanns Buch über den Carl Hanser Verlag. Auf etwas mehr als 40 Seiten erfährt man dort alles über die wichtigsten Sachbücher von Hanser. » weiter lesen