Sachbuch schreiben – Impulse für Journalisten

Den Einstieg ins Thema suchen wir über die grundsätzliche Klärung der Frage, was ein Sachbuch eigentlich ist und wer es liest? Am Anfang stehen also die Grundformen des Sachbuchs im Unterschied zum Fachbuch oder Essay.

Wer aber liest eigentlich Sachbücher, mit welchem Ziel, und warum ist für die Zukunft eher mit einer Konjunktur des Sachbuchs zu rechnen?

Mit einem kurzen Blick in die deutsche Sachbuchtradition, die von Georg Forster über Brehm bis zu Sebastian Haffner reicht, wird deutlich, dass die Formen des Sachbuchs wie ihre Leser in spezifischen sozialen Kontexte wurzeln. Welche soziale Basis haben Sachbücher heute?

1. Was ein Sachbuch ist
2. Sachbuchleser
3. Die wichtigsten Sachbücher der Backlist
4. Sachbücher für Kinder und Jugendliche
5. Neuerscheinungen

DJV-Presseverein Ruhr
Seminar „Wenn Journalisten Bücher schreiben“
Samstag, den 23. März 2019

// Sachbuchforschung

Literaturverzeichnis Formen Ratgeber

Ratgeber (Primärliteratur)

Friedrich Wilhelm Förster: Lebensführung. zuerst: de Gruyter 1906.

Rudolf Eucken: Der Sinn und Wert des Lebens. Quelle & Meyer: Leipzig 1907.

Friedrich Wilhelm Förster: Lebenskunde. Ein Buch für Knaben und Mädchen. G. Reimer: Berlin 1908.

Romano Guardini: Briefe über Selbstbildung. zuerst: 1922

Richard Müller-Freienfels: Die Seele des Alltags. Eine Psychologie für jedermann. Wegweiser-Verlag: Berlin 1925. (Jahresreihe für die Mitglieder des Volksverbandes der Bücherfreunde)

Ludwig Paneth: Seelen ohne Kompaß. Nervenkrankheiten und psychische Störungen als Lebensprobleme des modernen Menschen. Rowohlt: Berlin 1935. Wieder: Rascher: Zürich 1941.

Ute Ehrhardt: Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin. Fischer: Frankfurt am Main 1994.

Wilhelm Schmid: Philosophie der Lebenskunst – Eine Grundlegung. Suhrkamp: Frankfurt 1998

Wilhelm Schmid: Schönes Leben? Einführung in die Lebenskunst. Suhrkamp: Frankfurt 2000.

Werner Tiki Küstenmacher, Lothar J. Seiwert: Simplify your life. Einfacher und glücklicher leben – die sieben Wege zu einem Leben ohne Ballast. Campus: Frankfurt 2001

Stefan Klein: Die Glücksformel oder wie die guten Gefühle entstehen. Rowohlt: Reinbek 2002.

Wilhelm Schmid: Glück. Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist. Insel: Frankfurt 2007.

Eckart von Hirschhausen: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben. Rowohlt 2008.

Eckart von Hirschhausen: Glück kommt selten allein. Rowohlt 2009.

Ratgeber (Sekundärliteratur)

Douwe Draaisma: Geist auf Abwegen. Alsheimer, Parkinson und Co. Von den Wegbereitern der Gehirnforschung und ihren Fällen. Eichborn: Frankfurt 2008.

Wolfgang Drost, Karl Riha: Die Geburt der „Comédie Humaine“ aus dem Geist des Journalismus. Nachwort. In: Honoré de Balzac: Beamte, Schulden, elegantes Leben. Zur Sozialphysiognomik des Alltagslebens. Eine Auswahl aus den jounalistischen Schriften. Mit einem Nachwort herausgegeben von Wolfgang Drost und Karl Riha. Insel: Frankfurt 1978. S. 293 – 308.

Karl-Heinz Göttert: Zeiten und Sitten. Eine Geschichte des Anstands. Reclam: Stuttgart 2009.

Timo Heimerdinger: Der gelebte Konjunktiv. Zur Pragmatik von Ratgeberliteratur in alltagskultureller Perspektive. In: Andy Hahnemann, David Oels (Hg.): Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Frankfurt u. a. 2008. S. 97 – 108.

Anne Honer: Lebensweltliche Ethnographie. Ein explorativ-interpretativer Forschungsansatz am Beispiel von Heimwerker-Wissen. Deutscher Universitätsverlag. Wiesbaden 1993.

Eva Illouz: Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe. Suhrkamp: Frankfurt 2009.

Walter Muschg: Freud als Schriftsteller. In: ders.: Die Zerstörung der deutschen Literatur und andere Essays. Hrsg. von Julian Schütt und Winfried Stephan. Diogenes: Zürich 2009.

Nicolas Pethes: Vom Einzelfall zur Menschheit. Die Fallgeschichte als Medium der Wissenspopularisierung in Recht, Medizin und Literatur. In: Popularisierung und Popularität. Hrsg. Gereon Blaseio, Hedwig Pompe und Jens Ruchatz. Dumont: Köln 2005. S. 63-92.

Michael Schikowski: Ratgeber. In: Klaus-Wilhelm Bramann, Michael Buchmann, Michael Schikowski (Hrsg.): Warengruppen im Buchhandel – Grundlagen, Allgemeines Sortiment, Fachbuch. Edition Buchhandel Band 16. Bramann Verlag. Frankfurt 2011. S. 223 – 241.

Hermann Veith: Das Selbstverständnis des modernen Menschen. Theorien des vergesellschafteten Individuums im 20. Jahrhundert. Campus: Frankfurt 2001.*

Christian von Zimmermann: Liberalethische Biographik – zur Rezeption von Smiles‘ Self-Help. In: ders. Biographische Anthropologie. Menschenbilder in lebensgeschichtlicher Darstellung (1830 – 1940). de Gruyter. Berlin 2006. S. 151 – 177.

Ulrike Baureithel: Die geistige Selbstbehauptung der Hausfrau. Haushaltsratgeber und die Rationalisierung des Privaten in der Weimarer Republik. In: Non Fiktion. Arsenal der anderen Gattungen. Hrsg. von David Oels, Stephan Porombka, Erhard Schütz. Sachen und Sachlichkeit – die 1920/30er Jahre. 2. Jahrgang 2007, Heft 1. S. 20-33.

Literaturverzeichnis Formen Essay

Essay Separatausgaben (Primärliteratur)

Friedrich Sieburg: Die Lust am Untergang. Selbstgespräche auf Bundesebene. Eichborn Verlag: Frankfurt 2010. (zuerst 1954)

Eberhard Straub: Zur Tyrannei der Werte. Klett-Cotta: Stuttgart 2010.

Essaysammlungen

Deutscher Geist. Ein Lesebuch aus zwei Jahrhunderten. 2 Bde. Suhrkamp 1940. Revidiert und erweitert 1953 und 1982.

Deutsche Essays. Prosa aus zwei Jahrhunderten. Hrsg. von Ludwig Rohner. 4 Bde. Luchterhand: Neuwied 1968.

Ein Panorama europäischen Geistes. Texte aus drei Jahrtausenden. Ausgewählt und vorgestellt von Ludwig Marcuse. Mit einem Vorwort von Gerhard Szczeny. 3. Bde. Diogenes: Zürich 1977.

Der Kanon. Die deutsche Literatur. Essays. 5 Bde. Insel: Frankfurt 2006.

Essay (Sekundärliteratur)

Theodor W. Adorno: Der Essay als Form. In: Ludwig Rohner (Hrsg.): Deutsche Essays. 1968. S. 69 – 94. *

Wolfgang Braungart und Kai Kaufmann (Hrsg.): Essayismus um 1900. Universitätsverlag: Heidelberg 2006.

Friedrich Hiebel: Ralph Walso Emerson und Herman Grimm. In: ders.: Biographik und Essayistik. Zur Geschichte der schönen Wissenschaften. Francke: Bern und München 1970. S. 97-120.

Erdmut Jost: Wissenschaftliche Essayistik, essayistische Wissenschaft. Zum Zusammenhang von Rundschaupublizistik und Sachbuch. In: Andy Hahnemann, David Oels (Hg.): Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Frankfurt u.a. 2008. S. 201-210. *

Christian Schärf: Essay und Sachbuch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Andy Hahnemann, David Oels (Hg.): Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Frankfurt u. a. 2008. S. 273.

Heinz Schlaffer: Das entfesselte Wort. Nietzsches Stil und seine Folgen. Hanser: München 2007.

Heinz Schlaffer: Das Sexhagium und die Zechkunst. SZ-Literaturbeilage Herbst 2004. S. 3

Georg Stanitzek: Essay. In: Thomas Anz (Hg.): Handbuch Literaturwissenschaft. Gegenstände – Konzepte – Institutionen. Bd.2: Methoden und Theorien. Stuttgart, Weimar 2007. S. 160 – 166.

Literaturverzeichnis Formen Tagebuch

Tagebuch

Kar August Varnhagen van Ense: Tagebücher 1834 – 1858.

Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880 – 1937. 9 Bde. Klett-Cotta.

Victor Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933 – 1945. Aufbau 1995.

Victor Klemperer: Und so ist alles schwankend. Tagebücher Juni bis Dezember 1945. Aufbau 1996.

Victor Klemperer: Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum. Tagebücher 1918 – 1932. Aufbau 1996.

Victor Klemperer: So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1945 – 1959. Aufbau 1999.

Tagebuch (Sekundärliteratur)

Nikolaus Gatter: „Gift, geradezu Gift für das unwissende Publicum“. Der diaristische Nachlaß von Karl August Varnhagen von Ense und die Polemik gegen Ludmilla Assings Editionen (1860-1880). Aisthesis: Bielefeld 1996.