Sachbuch schreiben – Impulse für Journalisten

Den Einstieg ins Thema suchen wir über die grundsätzliche Klärung der Frage, was ein Sachbuch eigentlich ist? Am Anfang stehen also die Grundformen des Sachbuchs im Unterschied zum Fachbuch oder Essay.

Wer aber liest eigentlich Sachbücher, mit welchem Ziel, und warum ist für die Zukunft eher mit einer Konjunktur des Sachbuchs zu rechnen?

Mit einem kurzen Blick in die deutsche Sachbuchtradition, die von Georg Forster über Brehm bis zu Sebastian Haffner reicht, wird deutlich, dass die Formen des Sachbuchs wie ihre Leser in spezifischen sozialen Kontexte wurzeln. Welche soziale Basis haben Sachbücher heute?

1. Was ein Sachbuch ist
2. Sachbuchleser
3. Die wichtigsten Sachbücher der Backlist
4. Sachbücher für Kinder und Jugendliche
5. Neuerscheinungen

DJV-Presseverein Ruhr
Seminar „Wenn Journalisten Bücher schreiben“
Samstag, den 23. März 2019

// Sachbuchforschung

Literaturverzeichnis Formen Reportage

Reportage (Primärliteratur nach Erscheinen)

Bettine von Arnim: Dies Buch gehört dem König. Hrsg. von Wolfgang Bunzel. dtv: München 2008. [zuerst Berlin 1843]

Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigener Anschauung und authentischen Quellen. Dietz: Berlin 1971. [zuerst Verlag Otto Wigand: Leipzig 1845]

Else Spiller: Slums. Erlebnisse in den Schlammvierteln moderner Großstädte. Czernin Verlag: 2008. [zuerst 1911]

Egon Erwin Kisch: Der rasende Reporter. Leipzig 1925.

Joachim von Delbrück: Der Tag ohne Licht. Sechs Monate unter Bergleuten. Berlin 1928.

Heinrich Hauser: Friede mit Maschinen. Reclam: Leipzig 1928.

Erich Gottgetreu: Haben Sie gelesen, daß …? Reportagen. Berlin 1929.

Heinrich Hauser: Schwarzes Revier. Berlin 1930.

Egon Erwin Kisch: (berichtet:) Asien gründlich verändert. Berlin 1932.

Egon Erwin Kisch: Abenteuer in fünf Kontinenten. Reportagen. Zürich 1948.

Günter Wallraff: Industriereportagen. Rowohlt: Reinbek 1970.

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex. Hoffmann und Campe: Hamburg 1985. Neuausgabe 2008.

Marie-Luise Scherer: Ungeheuer Alltag. Rowohlt: Reinbek 1988.

Marie-Luise Scherer: Der Akkordeonspieler. Andere Bibliothek 2004.

Ilija Trojanow: Nomade auf vier Kontinenten. Auf den Spuren von Sir Richard Francis Burton. Frankfurt 2007.

Julia Friedrichs: Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen. Hoffmann und Campe: Hamburg 2008.

Christiane Hoffmann: Hinter den Schleiern Irans. Einblicke in ein verborgenes Land. Dumont: Köln 2008.

Annett Gröschner, Arwed Messmer: Verlorene Wege. Nürnberg 2009.

Christoph Schlingensief: So schön wie hier kann es im Himmel nicht sein. Köln 2009.

Volker Zastrow: Die Vier. Eine Intrige. Berlin 2009.

Ines Geipel: Seelenriss. Depression und Leistungsdruck. Klett-Cotta: Stuttgart 2010.

Benjamin von Stuckrad-Barre: Auch Deutsche unter den Opfern. Köln 2010.

Moritz von Uslar: Deutschboden. Eine teilnehmende Beobachtung. Kiepenheuer & Witsch: Köln 2010.

Julia Friedrichs: Ideale. Auf der Suche nach dem, was zählt. Hoffmann und Campe: Hamburg 2011.

Marc Fischer: Die Sache mit dem Ich. Reportagen. Kiepenheuer & Witsch: Köln 2012.

Ines Geipel: Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens. Klett-Cotta: Stuttgart 2012.

Außerdem:

Herman Bang: Exzentrische Existenzen. Erzählungen und Reportagen. Insel: Frankfurt 2007. [die Reportagen erschienen zuerst in Zeitschriften ab 1880]

Sammlungen:

Reportagen zur Weltgeschichte. Hrsg. von Joachim G. Leithäuser. Stuttgart 1964.

Georg Brunhold: Nichts als die Welt. Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren. Herausgegeben und um die „Bibliothek des Reporters“ ergänzt von Georg Brunhold. Begleitet von 12 Photoreportagen aus dem letzten Jahrzehnt. Berlin: Galiani 2009.

Reportage (Sekundärliteratur)

Ernst Glaeser: Fazit. Ein Querschnitt durch die deutsche Publizistik. Hamburg 1929.

Michael Haller: Die Reportage. Ein Handbuch für Journalisten. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 1997.

Reiner Kunze: Wesen und Bedeutung der Reportage. Leipzig 1960. (= Beiträge zur Gegenwartsliteratur 17)

Matías Martínez: Erzählen im Journalismus. In: Christian Klein und Matías Martínez: Wirklichkeitserzählungen. Felder, Formen und Funktionen nicht-literarischen Erzählens. J. B. Metzler: Stuttgart 2009. S. 179-191.

Wolfgang Mönke: Das literarische Echo in Deutschland auf Friedrich Engels‘ Werk „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“. Akademie Verlag: Berlin 1965.

Non Fiktion. Arsenal der anderen Gattungen. Hrsg. Von David Oels, Stephan Porombka, Erhardt Schütz. Reportage. 4. Jahrgang, 2009, Heft 1.

Stephan Porombka: Journalismus. In: Erhard Schütz u.a. (Hg.): Das BuchMarktBuch. Der Literaturbetrieb in Grundbegriffen. Reinbek: Rowohlt 2005. S. 160-168. *

Stephan Porombka: Journalistische Formate.. In: Thomas Anz (Hg.): Handbuch Literaturwissenschaft. Gegenstände – Konzepte – Institutionen. Bd.2: Methoden und Theorien. Stuttgart, Weimar 2007, S. 194 – 198.

Dieter Schlenstedt: Die Reportage bei Egon Erwin Kisch. Berlin 1959. (= Germanistische Studien)

Erhard Schütz: Kritik der literarischen Reportage. Wilhem Fink: München 1977. (Buchausgabe der Diss. Konstruktion der Wirklichkeit oder Faktenevidenz)

Erhard Schütz: Egon Erwin Kisch – Faktograph oder Fiktio-Fürst? In: Andy Hahnemann, David Oels (Hg.): Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Frankfurt u.a. 2008, S. 183-202. *

Siegfried Weischenberg; Armin Scholl; Maja Malik: Die Souffleure der Mediengesellschaft Report über die Journalisten in Deutschland. Konstanz: UVK 2006.

Siehe auch: Literaturverzeichnis Sachbuchgeschichte Amerika

Literaturverzeichnis Formen allgemein

Kauffmann, K. /Schütz, Erhard: Die lange Geschichte der kleinen Form. Beiträge zur Feuilletonforschung. Berlin 2000.

Helmut Koopmann: Zweckliteratur im frühen 19. Jahrhundert. In: Walter Hinck (Hrsg.): Textsortenlehre – Gattungsgeschichte. (= medium literatur 4. Hrsg. von Eberhard Lämmert) Quelle & Meyer: Heidelberg 1977. S. 77 – 92.

Michael Schikowski: Das Sachbuch als unsachliche Erzählung. Die fünf Grundformen des Sachbuchs. In: Non Fiktion. 3. Jahrgang, Heft 1/2, 2008, S. 144 – 154.

ders.: Hölderlins Hase. Beobachtungen des Sachbuchs im Umfeld von Roman, Essay, Fachbuch und Ratgeber In: Non Fiktion. 1. Jahrgang, Heft 2, 2006, S. 163 – 173.

ders.: Sachbuch, Ratgeber, Fachbuch – Unterschiede und Überschneidungen. In: Klaus-Wilhelm Bramann, Michael Buchmann, ders. (Hrsg.): Warengruppen im Buchhandel – Grundlagen, Allgemeines Sortiment, Fachbuch. Edition Buchhandel Band 16. Bramann Verlag. Frankfurt 2011. S. 63 – 91.

Literaturverzeichnis Sachbuchgeschichte Frankreich

Johann Christoph Nemeitz: Séjour de Paris. Oder Getreue Anleitung, Welchergestalt Reisende von Condition sich zu verhalten haben, wenn sie ihre Zeit und Geld nützlich und wohl zu Paris anwenden wollen, Nebst einer zulänglichen Nachricht von dem Königl. Französischen Hof, Parlement, Universität, Academien, Bibliothequen, Gelehrten, Künstlern, etc. entworfen von J.C.N. Strasburg 1750. Zuerst: 1717 erschienen.

Johann Michael von Loen: Der französische Hof nebst dem Caracter der Franzosen. 1751 erschienen.

Johann Gottfried Herder: Journal meiner Reise im Jahr 1769. 1878 erschienen.

Johann Kaspar Riesbeck: Briefe eines reisenden Franzosen über Deutschland. 1783 erschienen.

Sophie von La Roche: Journal einer Reise durch Frankreich. 1787 erschienen.

Johann Heinrich Campe: Briefe aus Paris zur Zeit der Revolution. 1790 erschienen.

Johann Joseph Görres: Resultate meiner Sendung nach Paris. 1800 erschienen.

Ernst Moritz Arndt: Ueber Volkshaß und über den Gebrauch einer fremden Sprache. 1813 erschienen. Wieder: ders. Schriften für und an seine geliebten Deutschen. 1845 erschienen.

Ludwig Börne: Schilderungen aus Paris. 1822 – 1824 publiziert.

Karl Gutzkow: Briefe aus Paris. 2 Bde. Brockhaus, Leipzig 1842.

Heinrich Heine: Lutezia. 1840-1843 publiziert. 1854 als Buch erschienen.

Max Nordau: Paris. Studien und Bilder aus dem wahren Milliardenlande. 2. Bde. Leipzig 1881.

Fritz von Unruh: Flügel der Nike. Buch einer Reise. 1925.

Friedrich Sieburg: Gott in Frankreich? Ein Versuch. 1927.

Siegried Kracauer: Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit. Eine Gesellschaftsbiographie. 1937.

Dolf Sternberger: Panorama oder Ansichten vom 19. Jahrhundert. 1938.

Walter Benjamin: Das Passagen-Werk. Fragment. Entstanden 1927-1940. Suhrkamp, Frankfurt 1982.

Peter Scholl-Latour: Leben mit Frankreich. 1988.

Ulrich Wickert: Frankreich: die wunderbare Illusion. Hoffmann & Campe, Hamburg 1989.

Karlheinz Stierle: Der Mythos von Paris. Zeichen und Bewußtsein der Stadt. München 1993.

Karl Heinz Götze: Französische Affairen. Ansichten von Frankreich. S. Fischer, Frankfurt 1994.

Thankmar von Münchhausen: Paris. Geschichte einer Stadt. Von 1800 bis heute. München 2007.

Karl Heinz Götze: Süßes Frankreich? Mythen des französischen Alltags. S. Fischer, Frankfurt 2010.

Sekundärliteratur:

Walter Benjamin: Friedensware. Rez. Literarische Welt. 2. Jahrgang 1926. Nr. 21/22, S. 9-10. Wieder in: Hans Mayer (Hrsg.): Deutsche Literaturkritik. Vom Kaiserreich bis zum Ende der Weimarer Republik. S. Fischer: Frankfurt 1978. S. 405 – 412. (Rezension von Fritz von Unruh, Flügel der Nike)

Ruth Florack: Tiefsinnige Deutsche, frivole Franzosen. Nationale Stereotype in deutscher und französischer Literatur. Stuttgart, Weimar: Metzler 2001.

Sieglinde Geisel: Irrfahrten und Weltenbummler. Wie das Reisen uns verändert. Berlin 2008.

Esther Marian: Individuum und Gesellschaft in Siegfried Kracauers Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit. In: Wilhelm Hemecker (Hrsg.): Die Biographie – Beiträge zu ihrer Geschichte. Walter de Gruyter: Berlin 2009. S. 205 – 250.

Karl Riha: Die Beschreibung der „Großen Stadt“. Zur Entstehung des Großstadtmotivs in der deutschen Literatur (ca. 1750 – ca. 1850). Diss. Frankfurter Beiträge zur Germanistik. Bd. 11. Frankfurt 1969.

Rainer Sprengel: Kritik der Geopolitik. Ein deutscher Diskurs 1914-1944. Berlin 1996.

Andere:

Lucien Febvre: Der Rhein und seine Geschichte. Frankfurt 2006. (zuerst: 1931 unter dem Titel: Le Rhin. Problèmes d’histoires et d’économie)