Sachbuch schreiben – Impulse für Journalisten

Den Einstieg ins Thema suchen wir über die grundsätzliche Klärung der Frage, was ein Sachbuch eigentlich ist? Am Anfang stehen also die Grundformen des Sachbuchs im Unterschied zum Fachbuch oder Essay.

Wer aber liest eigentlich Sachbücher, mit welchem Ziel, und warum ist für die Zukunft eher mit einer Konjunktur des Sachbuchs zu rechnen?

Mit einem kurzen Blick in die deutsche Sachbuchtradition, die von Georg Forster über Brehm bis zu Sebastian Haffner reicht, wird deutlich, dass die Formen des Sachbuchs wie ihre Leser in spezifischen sozialen Kontexte wurzeln. Welche soziale Basis haben Sachbücher heute?

1. Was ein Sachbuch ist
2. Sachbuchleser
3. Die wichtigsten Sachbücher der Backlist
4. Sachbücher für Kinder und Jugendliche
5. Neuerscheinungen

DJV-Presseverein Ruhr
Seminar „Wenn Journalisten Bücher schreiben“
Samstag, den 23. März 2019

// Sachbuchforschung

Wiedersehen mit dem Sachbuch – Der NDR Kultur Sachbuchpreis

Der NDR Kultur Sachbuchpreis ist eine Auszeichnung, die für das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch im Herbst 2009 verliehen wird. Das stimmt hoffnungsfroh, dann aber heißt es: „Prämiert werden herausragende Autorenleistungen, mit denen gesellschaftlich und wissenschaftlich relevante Themen für ein allgemeines Publikum verständlich gemacht werden.“ Das Sachbuch wird also auch hier nach dem Gegensatz von verständlich-unverständlich oder relevant-irrelevant betrachtet. Ein Gegensatz, auf den das Sachbuch seit den 1920er Jahren festgenagelt wird. Warum ist das Sachbuch noch immer die mitunter zähe Zweitverwertung des Expertenwissens?

Warum also unterscheidet man nicht langweilig-unterhaltsam, ernst-heiter, vorhersehbar-verblüffend? Aber warten wir die Begründung der Jury im Herbst ab. Über den Preisträger entscheidet eine „Jury von Fachleuten aus der Buch- und Medienbranche sowie aus der Wissenschaft“, heißt es bei NDR Kultur. So ganz medial geöffnet will man nun doch nicht sein und gibt zu beachten „dass die elektronische Einsendung von Büchern nicht zugelassen ist, da der Aufwand des Ausdruckens nicht geleistet werden kann.“ » weiter lesen

Der Stoff aus dem die Träume sind – Stoffgeschichten vom Wasser bis zum Wissen

ein Abend mit Michael Schikowski und Christoph Wortberg

Am Anfang war das Wasser . Dann aber sind es die Rohstoffe Holz, Kohle und Lehm vor allem, die Deutschland zu einem bedeutenden Industriestandort werden ließen. Mit Hilfe der Wasserkraft entstehen darauf Industrien, die Papier und Glas herstellen, Metalle und Seide verarbeiten. Außereuropäische Stoffe wie Kaffee, Kakao und Farbstoffe kommen hinzu. Ein spannender Abend voller Stoffgeschichten vom Wasser zum Wissen. » weiter lesen

„Dieser langweilige und wenig erträgliche Zustand …“

Prof. Dr. Michel Clement
Dipl. Eva Blömeke
Dr. Frank Sambeth
Ökonomie der Buchindustrie
Herausforderungen in der Buchbranche erfolgreich managen
Gabler 2009

Vor wenigen Tagen erschien im Tagesspiegel ein Bericht über den Zustand des Buchhandels im Allgemeinen und des Berufsbilds des Sortimenters im Besonderen. Die dort vielzitierten „bibliophilen Kreise“, die ironischerweise gegen die Buchhändler abgegrenzt werden, die sich ihrerseits doch selbst diesen Kreisen zurechnen oder doch zumindest den Anspruch erheben sollten, zu diesen zu gehören –, eben diese „bibliophilen Kreise“ werden einen Bezug zu einem Artikel von Tucholsky über die deutschen Buchhändler ziehen, der vor 95 Jahren in der Schaubühne erschien.

Tucholsky beklagt dort ein Grundübel und erweist sich damit nicht nur als aktueller denn je sondern auch noch ein wenig hellsichtiger als der Journalist des Tagesspiegels. Während letzterer zwar von ähnlichen Beobachtungen wie Tucholsky ausgeht, stört dieser sich zwar ebenfalls an der mangelnden Sachkenntnis von Buchhändlern. Dies übrigens ein Beleg, dass Bildungsbürger und fachkundige Vielleser die Buchhändler nicht erst seit heute als ungebildet bzw. als ungenügend gebildet empfinden. Tucholsky führt dies auf einen Umstand zurück, der in der Branche ebenfalls nicht neu ist: die Buchhändler verdienen zu wenig. Dann kommt er zu seinem grundlegenden Kritikpunkt, in dem er das Grundübel sieht, nämlich nicht einer Ökonomisierung als solcher, sondern einer fehlenden Sachkenntnis, die nun leider nicht nur die Literatur und die Allgemeinbildung, sondern auch die ökonomischen Leitlinien erfasst hat.

Ökonomisierung ohne Fachkenntnis » weiter lesen