Robinson Crusoe. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

Lesung aus Daniel Defoes Robinson Crusoe, der von 300 Jahren zuerst erschien

Ein mittelgroßer hagerer Mann, Hakennase, spitzes Kinn, graue Augen und ein großes Muttermal am Mund. So wurde Daniel Defoe, der eigentlich Foe hieß und sich mit dem Zusatz de selbst adelte, steckbrieflich gesucht. Er war in seinem Leben Ghostwriter des Königs, Bankrotteur, Zeitschriftengründer, baute einen Spionagering auf und wurde mehr als einmal an den Pranger gestellt.

Dann schreibt er den literarischen Welterfolg Robinson Crusoe und begründet gleichsam nebenbei, als ob das nicht reichte, mit einem Text über die Londoner Pest die Reportage – er liest die Quellen kritisch und befragt Zeitzeugen.

So geht auch sein Robinson auf authentisches Material zurück, den Bericht des Seemannes Alexander Selkirk, der einige Jahre zuvor veröffentlicht wurde. In Abgrenzung zum Barockroman bemüht sich Defoe um eine bis dahin unbekannte, auch Details berücksichtigende Faktentreue und erschafft den ersten modernen englischen Roman.

Am Anfang der Literatur steht die Robinsonade, die Alleinstellung des Menschen und seine Einsamkeit.

Michael Schikowski liest aus Robinson Crusoe, erzählt aus Defoes abenteuerlichem Leben und bezieht auch die enorme Wirkungsgeschichte dieses Buches mit ein, die von Johann Karl Wezel und Johann David Wyss, über Jules Verne bis zu Lutz Seiler reicht.

Zum 300. Jahrestag erscheint bei mare die ungekürzte Neuübersetzung des unvergänglichen Klassikers von Rudolf Mast.

VHS Bonn „Kulturkalender 2019“
in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn
Donnerstag, den 23. Mai 2019
Beginn: 20.00 Uhr
Ort: Haus der Bildung

Zu Michael Schikowski

Bücher zum Leseabend

 

Weitere Leseabende: Jane AustenHonoré de BalzacHeinrich BöllDie Schwestern BrontëDaniel Defoe Charles DickensFjodor DostojewskiGeorge EliotHans FalladaLion FeuchtwangerTheodor FontaneGrimmelshausenVictor Hugo Franz Kafka – Gottfried Keller Jack LondonThomas MannMark TwainHerman Melville MultatuliRomain Rolland Anna SeghersLew Tolstoi

Ein historischer Leseabend: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71
Weitere: November 18. Texte zur Revolution in Deutschland„Heeresbericht“. Texte zum Ersten WeltkriegNapoleonOktober 17. Texte zur Russischen Revolution / Neuerscheinungen des Jahres

 

// Immer schön sachlich

// Bücher

Papier und Bleistift, Stock und Hut

Achim Wohlgethan, der als deutscher Soldat in Afghanistan war, schrieb seine Erfahrungen in dem Buch „Endstation Kabul“ (Econ 2008) nieder. Ohne viel Hintersinn, allerdings auch vergeblich, verweist dieses Buch im Titel auf Weltliteratur.
Der Preisträger der Preisträger deutscher Literaturpreise, Martin Mosebach, wäre in Afghanistan sicherlich nicht so verwendungsfähig gewesen wie Achim Wohlgethan. Er brachte er seine Preisgelder auf Reisen in andere Länder unter die Leute. Herausgekommen ist ein wunderbares Buch der literarischen Reiseliteratur, einer Gattung des Sachbuchs, das unter dem Titel „Stadt der wilden Hunde“ bei Hanser (2008) erschienen ist » weiter lesen

// Bücher

Am Leitfaden der großen Krisen

Alan Greenspan
Mein Leben für die Wirtschaft
Campus 2007

Um etwas über Amerika und die Amerikaner zu erfahren, muss man, so die gängige Auffassung, zu den großen Erzählern wie Paul Auster, John Updike und Richard Ford greifen. Denn im Roman wird ja die Wirklichkeit so verdichtet dargestellt, wie das kein Sachbuch je schaffen könnte.
Ich beharre hier trotzdem auf Alan Greenspans „Mein Leben für die Wirtschaft“. » weiter lesen

// Bücher

Geschenke ohne Verpackung

Lewis Hyde
Die Gabe
Fischer 2008

Im Jahre 1983 vollzog sich unter den Kölner Galeristen eine Revolution. Die bereits 1967 als Verein progressiver Deutscher Kunsthändler gegründete Galeristenvereinigung zog in die Rheinhallen der Kölner Messe und nannte sich ein Jahr später Art Cologne. Damit wurde zeitgenössische Kunst endgültig das was die Kritiker dieser Entwicklung immer befürchtet hatten: eine Ware wie jede andere auch, » weiter lesen