Die Welt der Wählscheibe

 

Till Penzek und Julia Neuhaus
Als die Großen klein waren
Ein Album verschwundener Dinge
Nilpferd 2019

Die Eltern, die dieses Buch kaufen, erinnern sich vielleicht, dass es interessant war, wenn ihre Großeltern von früher erzählten, als alles anders war. Jetzt ist es so, dass zwischen den Kindern, die gerade das Schulalter erreicht haben, und ihren Eltern die Kluft der Digitalisierung unseres Alltags liegt. Begriffe wie Telefonkette, Negativ und Videokassette verschwinden. Angesichts einer Schreibmaschine, fragen Kinder nach dem Bildschirm.

Eltern erinnern sich an die Qual der Wahl in der Videothek für den Film am Wochenende, die Mark dafür, dass er nicht zurückgespult war, an das Warten an der Telefonzelle, um während der Klassenfahrt nach Hause zu telefonieren.

Ein herrliches und überaus witziges Erzähl- und Erinnerungsbuch. Auch für Väter, die mal was anderes machen können, als mit dem Sprössling Fußball zu spielen – reden zum Beispiel.

// Immer schön sachlich

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Stoffgeschichte

Joachim Radkau
Holz
Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt.
Oekom 2007

Dieses Buch ist so voll gestopft mit klugen Sachen, dass man sie mit einer gut geschärften Säge in lauter ansehnliche Streifen schneiden kann. Ein wunderbares Buch, das in einer dem Stoff, dessen Geschichte es erzählt, angemessen gebundenen Form, alles, buchstäblich alles über das Holz und seine Kulturgeschichte erzählt. Und dies alles ohne Baupläne für Schaukelpferde, Anleitungen für Schlüsselbretter oder Listen von Holzverbindungen.

// Bücher

Wie man Freunde gewinnt

Thomas Karlauf
Stefan George
Die Entdeckung des Charisma
Blessing 2007

In seinem aus dem Nachlass veröffentlichten Mammutwerk „Wirtschaft und Gesellschaft“ prägte der Soziologe Max Weber den Begriff der charismatischen Herrschaft. Unmittelbare Anschauung und Beispiel für charismatische Herrschaft gewann Weber nicht an einem Monarchen, Industriellen oder Militär, » weiter lesen

// Bücher

Eine „Befreiungsfibel für den Kopf“?

Andreas Buchholz/Wolfram Wördemann
Spielstrategien im Business. Die Regeln des Wettbewerbs verändern
Campus 2008

Eine „hochinfektiöse Idee“: das soll der Schlüssel dazu sein, nicht nur passiv am ökonomischen „Spiel“ teilzunehmen, sondern dessen Regeln selbst mitgestalten zu können, unabhängig von anderen Faktoren. Vorausgesetzt die Ökonomie lässt sich tatsächlich verlustfrei als Spiel beschreiben, eine Frage die wir hier beseite schieben, hängt der Wert der These und des Buches also von zwei Dingen ab: können die Autoren zeigen, dass eine „hochinfektiöse Idee“ allein ausreicht, die Regeln zu verändern und vor allem – können sie ihre Thesen auf eine anwendbare Formel bringen? » weiter lesen