Kleist. Ein Leseabend mit Michael Schikowski

Heinrich von Kleists 250. Geburtstag

Heinrich von Kleist (1777 – 1811) wird als Erzähler und Dramatiker bis heute viel gelesen und aufgeführt. In seinen Erzählungen wie Michael Kohlhaas, Das Erdbeben von Chili und Der Zweikampf ist er ein Meister der sprachlichen Genauigkeit, der sich und seinen Lesern nichts vormacht. Sind es doch zumeist die extremen Grenzsituationen, mit denen er sich beschäftigt.

Im Potsdamer Garderegiment bringt er es bis zum Leutnant, er scheidet freiwillig aus dem Dienst und studiert Philosophie, Mathematik und Staatswissenschaft. Die Beschäftigung mit den Schriften Kants lassen den Stern von Vernunft und Aufklärung für ihn verblassen. Er reist nach Paris und in die Schweiz. Dort scheitert sein Plan, das Rousseausche Ideal der Naturverbundenheit als Landwirt zu leben.

Sein fast vollendetes Drama Robert Guiskard vernichtet er bei seiner zweiten Parisreise aus Verzweiflung. 1804 tritt er in den Staatsdienst ein und wird drei Jahre als vermeintlicher Spion kurzzeitig festgenommen. Ab 1810 ist Mitherausgeber der Berliner Abendblätter, einer der ersten Tageszeitungen in Deutschland, die aufgrund der Zensur ihr Erscheinen bald wieder einstellt.

Literarisch beim zeitgenössischen Publikum gescheitert und über die politische Lage verzweifelt, nimmt er sich gemeinsam mit Henriette Vogel am Wannsee das Leben.

//

// Allgemein

Literaturverzeichnis Formen

Streitschrift (Primärliteratur)

Karl Gutzkow: Dionysius Longinus oder über den Schwulst in der neueren deutschen Literatur. 1878.

Julius Langbehn: Rembrandt als Erzieher. Hirschfeld, Leipzig 1890.

Theodor Lessing: Der Lärm. Eine Kampfschrift gegen Geräusche unseres Lebens. Wiesbaden 1908.

Julius Möbius: Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes. Verlag Carl Marhold 1900. (= Sammlung zwangloser Abhandlungen aus dem Gebiete der Nerven- und Geisteskrankheiten)

Heinrich Class: Wenn ich der Kaiser wär‘ – politische Wahrheiten und Notwendigkeiten. Dieter’sche Verlagsanstalt, Leipzig 1913.

Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhundets als Symptom und Symbol der Zeit. 1948.

Karlheinz Deschner: Kitsch, Konvention und Kunst. Eine literarische Streitschrift. List, München 1957.

Georg Picht: Die deutsche Bildungskatastrophe. (1964)

Joachim H. Bürger: Mann bist du gut. Was Männer den Frauen immer schon mal sagen wollten. Peter Erd Verlag 1990.

Frank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott. Karl Blessing Verlag, München 2004.

Eva Hermann: Das Eva-Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit. Pendo, München 2006.

Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen. DVA, München 2010.

Gerlinde Unverzagt: Eltern an die Macht! Warum wir es besser wissen als Lehrer, Erzieher und Psychologen. Ullstein, Berlin 2010.

Streitschrift (Sekundärliteratur)

Richard Faber: Abendland. Ein politischer Kampfbegriff. Hildesheim 1978.

Karl Otto Hondrich: Enthüllung und Entrüstung. Eine Phänomenologie des poltischen Skandals. Suhrkamp: Frankfurt 2002.

Benedikt Momme Nissen: Der Rembrandtdeutsche Julius Langbehn. Herder, Freiburg 1927.

Nautilus (d.i. Arthur Seemann): Billige Weisheit. Antidoton gegen Rembrandt als Erzieher. Leipzig 1890.

Ebenhard Rathgeb: Die engagierte Nation. Deutsche Debatten 1945-2005. Hanser, München 2005. *

Günther Rühle: Im voraus. In: Bücher, die das Jahrhundert bewegten. Zeitanalysen – wiedergelesen. Herausgegeben von Günther Rühle. Piper, München 19178. S. 9-11. *

Günther Rühle: Das Gesicht des Jahrhunderts. In: Bücher, die das Jahrhundert bewegten. Zeitanalysen – wiedergelesen. Herausgegeben von Günther Rühle. Piper, München 19178. S. 224-246. *

Biografie (Primärliteratur)

Karl August Varnhagen von Ense. Biographische Denkmale. 5 Bände. 1824–1830 erschienen.

Barbara Beuys: Sophie Scholl. München: Hanser 2010.

Jürgen Neffe: Darwin. Abenteuer des Lebens. München: C. Bertelsmann 2008

Rüdiger Safranski: Friedrich Schiller oder die Erfindung des Deutschen Idealismus. München: Hanser 2004.

Biografie (weitere):

James Boswell: Dr. Samuel Johnson. Leben und Meinungen. Mit dem Tagebuch einer Reise nach den Hebriden. Herausgegeben und übersetzt von Fritz Güttinger. Diogenes: Zürich 1981. (Erstmals unter dem Titel: The life of Samuel Johnson, LL.D. von 1791)

Jean Orieux: Das Leben des Voltaire. Aus dem Französischen von Julia Kirchner. Frankfurt: Insel 1968. (Erstmals unter dem Titel: Voltaire ou la royauté de l’ésprit Flammarion: Paris 1966)

Viktor Schklowski: Leo Tolstoi. Eine Biografie. Aus dem Russischen von Elena Panzig. Verlag Volk und Welt: Berlin 1980.

Biografie (Sekundärliteratur)

Christian Klein: Biografie. In: Thomas Anz (Hg.): Handbuch Literaturwissenschaft. Gegenstände –Konzepte – Institutionen. Bd.2: Methoden und Theorien. Stuttgart, Weimar 2007, S. 187 – 194. *

Christian Klein (Hrsg.): Handbuch Biographie. Methoden, Traditionen, Theorien. Stuttgart, Weimar: Verlag J. B. Metzler 2009. *

Siegfried Kracauer: Kritik der biographischen Mode: Die Biographie als neubürgerliche Kunstform. In: Siegfried Kracauer: Werke Bd. 5, Nr. 486. *

Helmut Kreuzer: Biographie, Reportage, Sachbuch. Zu ihrer Geschichte seit den zwanziger Jahren. (=Arbeitsblätter für die Sachbuchforschung #8)

Leo Lowenthal: Die biographische Mode. In: Ders.: Sociologica. Aufsätze. 2. unveränderte Auflage. 1974. S. 363-386.

Hans Wagener: Richard Friedenthal. Biographie des großen Biographen. Gerlingen: Bleicher 2002.

Rosmarie Zeller: Biographie und Roman. Zur literarischen Biographie der siebziger Jahre. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. Hrsg. v. Helmut Kreuzer, Jg. 10/1980, H. 40 (Sachliteratur). S. 107-126.

Autobiografie (Primärliteratur)

Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben. DVA: Stuttgart 1999.

Autobiografie (Sekundärliteratur)

Daniela Langer: Autobiografie. In: Thomas Anz (Hg.): Handbuch Literaturwissenschaft. Gegenstände – Konzepte – Institutionen. Bd.2: Methoden und Theorien. Stuttgart, Weimar 2007, S. 179 – 194. *

Georg Misch: Geschichte der Autobiographie. 6 Bde. Frankfurt 1949-1969. *

Bernd Neumann: Identität und Rollenzwang. Zur Theorie der Autobiographie. Frankfurt 1970. *

Tagebuch

Kar August Varnhagen van Ense: Tagebücher 1834 – 1858.

Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880 – 1937. 9 Bde. Klett-Cotta.

Victor Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933 – 1945. Aufbau 1995.

Victor Klemperer: Und so ist alles schwankend. Tagebücher Juni bis Dezember 1945. Aufbau 1996.

Victor Klemperer: Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum. Tagebücher 1918 – 1932. Aufbau 1996.

Victor Klemperer: So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1945 – 1959. Aufbau 1999.

Tagebuch (Sekundärliteratur)

Nikolaus Gatter: „Gift, geradezu Gift für das unwissende Publicum“. Der diaristische Nachlaß von Karl August Varnhagen von Ense und die Polemik gegen Ludmilla Assings Editionen (1860-1880). Aisthesis: Bielefeld 1996.

Essay (Primärliteratur)

Friedrich Sieburg: Die Lust am Untergang. Selbstgespräche auf Bundesebene. Eichborn Verlag: Frankfurt 2010. (zuerst 1954)

Eberhard Straub: Zur Tyrannei der Werte. Klett-Cotta: Stuttgart 2010.

Essay (Sekundärliteratur)

Theodor W. Adorno: Der Essay als Form. In: Deutsche Essays. hrsg. von Ludwig Rohner. 1968. S. 69 – 94. *

Erdmut Jost: Wissenschaftliche Essayistik, essayistische Wissenschaft. Zum Zusammenhang von Rundschaupublizistik und Sachbuch. In: Andy Hahnemann, David Oels (Hg.): Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Frankfurt u.a. 2008. S. 201-210. *

Christian Schärf: Essay und Sachbuch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Andy Hahnemann, David Oels (Hg.): Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Frankfurt u. a. 2008. S. 273.

Heinz Schlaffer: Das entfesselte Wort. Nietzsches Stil und seine Folgen. Hanser: München 2007. *

Heinz Schlaffer: Das Sexhagium und die Zechkunst. SZ-Literaturbeilage Herbst 2004. S. 3

Georg Stanitzek: Essay. In: Thomas Anz (Hg.): Handbuch Literaturwissenschaft. Gegenstände – Konzepte – Institutionen. Bd.2: Methoden und Theorien. Stuttgart, Weimar 2007. S. 160 – 166. *

Ratgeber (Primärliteratur)

Ute Ehrhardt: Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin. Fischer: Frankfurt am Main 1994.

Stefan Klein: Die Glücksformel oder wie die guten Gefühle entstehen. Rowohlt: Reinbek 2002.

Werner Tiki Küstenmacher, Lothar J. Seiwert: Simplify your life. Einfacher und glücklicher leben – die sieben Wege zu einem Leben ohne Ballast. Campus: Frankfurt 2001

Ratgeber (Sekundärliteratur)

Karl-Heinz Göttert: Zeiten und Sitten. Eine Geschichte des Anstands. Reclam: Stuttgart 2009. *

Timo Heimerdinger: Der gelebte Konjunktiv. Zur Pragmatik von Ratgeberliteratur in alltagskultureller Perspektive. In: Andy Hahnemann, David Oels (Hg.): Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Frankfurt u. a. 2008. S. 97 – 108.

Eva Illouz: Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe. Suhrkamp: Frankfurt 2009. *

Nicolas Pethes: Vom Einzelfall zur Menschheit. Die Fallgeschichte als Medium der Wissenspopularisierung in Recht, Medizin und Literatur. In: Popularisierung und Popularität. Hrsg. Gereon Blaseio, Hedwig Pompe und Jens Ruchatz. Dumont: Köln 2005. S. 63-92.

Hermann Veith: Das Selbstverständnis des modernen Menschen. Theorien des vergesellschafteten Individuums im 20. Jahrhundert. Campus: Frankfurt 2001.*

// Allgemein

Literaturverzeichnis Methoden und Theorien

Johannes Anderegg: Das Fiktionale und das Ästhetische. In: Poetik und Hermeneutik 10. Funktionen des Fiktiven. Hrsg. von Dieter Henrich und Wolfgang Iser. München 1983. S. 153-172. *

Annett Gröschner, Stephan Porombka (Hg.): Poetik des Faktischen. Vom erzählenden Sachbuch zur Doku-Fiktion. Werkstattgespräche. Essen: Klartext 2009. *

Meike Herrmann: Fiktionalität gegen den Strich lesen. Was kann die Fiktionstheorie zu einer Poetik des Sachbuchs beitragen? (=Arbeitsblätter für die Sachbuchforschung #6)

Ralf Klausnitzer: Literatur und Wissen. Zugänge – Modelle – Analysen. de Gruyter, Berlin 2008. *

Alf Mentzer, Ulrich Sonnenschein (Hrsg.): 22 Arten, eine Welt zu schaffen. Erzählen als Universalkompetenz. Frankfurt: S. Fischer 2008. (= Fischer Taschenbuch) *

David Oels: Mit hundert Sachen erzählt. Sachbuch, Literatur und die Wiederkehr des Erzählens. In: Erhard Schütz und Thomas Wegmann (Hg.):literatur.com. Tendenzen im Literaturmarketing. Berlin 2002, S. 81- 106 (=Arbeitsblätter für die Sachbuchforschung #4).

David Oels: Wissen und Unterhaltung im Sachbuch, oder: Warum es keine germanistische Sachbuchforschung gibt und wie eine solche aussehen könnte. In: Zeitschrift für Germanistik N.F. 15(2005)1, S. 8-27 (=Arbeitsblätter für die Sachbuchforschung #1).

Stephan Porombka: Regelwissen und Weltwissen für die Jetztzeit. Die Funktionsleistungen der Sachliteratur (=Arbeitsblätter für die Sachbuchforschung #2).

Stephan Porombka: Prosatextanalyse: Sachbücher und -texte. In: Thomas Anz (Hg.): Handbuch Literaturwissenschaft. Gegenstände – Konzepte – Institutionen. Bd.2: Methoden und Theorien. Stuttgart, Weimar 2007, S.155-160. *

Heinz Schlaffer: Poesie und Wissen. Die Entstehung des ästhetischen Bewusstseins und der philologischen Erkenntnis. Frankfurt 1990. *

Erhard Schütz: Faktographie. (=Arbeitsblätter für die Sachbuchforschung #3).

Erzähltheorie

Gérard Genette: Die Erzählung. 2. Auflage. München 1998. *

Eberhard Lämmert: Bauformen des Erzählens. Stuttgart 1955. *

Matias Martinez / Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. München. 7. Aufl. 2007. *

Wolf Schmid: Elemente der Narratologie. Berlin, 2. verbesserte Auflage 2008. *

Karl Wagner (Hrsg.): Moderne Erzähltheorie. Grundlagentexte von Henry James bis zur Gegenwart. Wien, WUV-Verlag 2002 (=UTB 2248). *

Literatursoziologie

Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt: Suhrkamp 1982. *

Andreas Dörner, Ludgera Vogt: Literatursoziologie. Literatur, Gesellschaft, Politische Kultur. Opladen: Westdeutscher Verlag 1994. *

Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt 1971 (=Fischer Taschenbuch). *

Levin Ludwig Schücking: Die Soziologie der literarischen Geschmacksbildung. München 1923. *

Kulturwissenschaft

Claudia Benthien, Hans Rudolf Velten (Hrsg.): Germanistik als Kulturwissenschaft. Eine Einführung in neue Theoriekonzepte. Reinbek bei Hamburg 2002. *

Judith Butler: Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Berlin: Berlin Verlag 1995. *

Clifford Geertz: Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Frankfurt: Suhrkamp 1983. *

Diskursanalyse

Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes. Frankfurt: Suhrkamp 1999. *

Michel Foucault: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit. Frankfurt: Suhrkamp 1977. *

Achim Landwehr: Historische Diskursanalyse. Frankfurt 2008. *

// Allgemein

Buchhandel 2/2019 RP

Das große Porträt von Han Kang in der ZEIT. 978-3-7466-3333-6 Die Vegetarierin, 978-3-351-03762-8 Deine kalten Hände, 978-3-351-03762-8 Menschenwerk.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich auf unseren Termin im Sommer 2019.
Hier finden Sie folgenden Inhalt:

– Die Übersicht der Leseexemplare Herbst 2019
– Titel, die nicht in der Vorschau sind
– Besonders frühe Erscheinungstermine
– Besprechungen zu den angekündigten Titeln
– Hinweise auf Veranstaltungen
– Links zu kurzen Besprechungen ausgewählter Titel der Backlist

 

HARPERCOLLINS und DRAGONFLY bei der VVA

Ab dem 01.07. gebündelte Auslieferung von Aufbau, Blumenbar, Andere Bibliothek, Braus, Ueberreuter, Nilpferd, Annette Betz und HarperCollins, Mira, Dragonfly bei der VVA.

 

Neu in der Vertretertasche: FABER UND FABER und LAUNENWEBER und Ch. LINKS

Der Verlag Faber und Faber aus der Buchstadt Leipzig pflegt mit illustrierten Büchern in hochwertiger Ausstattung die Kunst der schönen Bücher. In der Reihe der Graphischen Bücher werden die Erstlingswerke deutschsprachiger Autoren aufgelegt, kongenial illustriert von der ersten Riege der graphischen Kunst. Die Auslieferung ist LKG.

Der Verlag Launenweber hat seinen Sitz in Köln. Neben zeitgenössischen Romanen und wiederentdeckten Preziosen widmet er sich in der Verlagsreihe italica der italienischen Literatur. Die Auslieferung ist GVA.

Der Ch. Links Verlag feiert in diesem Jahr – zusammen mit dem 30-jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution – seinen 30. Geburtstag und residiert im Aufbau-Haus am Moritzplatz. Im Durchschnitt verlassen seit der deutschen Einheit jedes Jahr fast 100.000 Menschen den Osten der Republik – werden also Ihre Kunden im Westen! Der Gundermann-Film hat beim Deutschen Filmpreis ganze 6 goldene Lolas abgeräumt. Ch. Links hat das Buch zum Erfolg! Die Auslieferung ist PROLIT.

 

DIE LESEEXEMPLARE

Martin Simons: Jetzt noch nicht aber irgendwann schon, Vorschau S. 7

Sehen Sie Männer im Laden, geben Sie ihnen dieses Buch! Die Krankheit macht Martin Simons unmissverständlich klar: Die Zeit der Erwartung ist vorbei. Wenn man will, kann man sagen, dass dieses Buch ein herrliches Nichtleser-Buch ist, weil es so klar und kühl ist, und so wenig verquatscht wie ein Essay. Roman nennen wir es vielleicht nur deshalb, damit Sie es zu Hand nehmen!

„Es gab um mich keine Gruppe von Menschen, die sich untereinander kannten, in der sich die Nachricht von meiner Hirnblutung wie ein Lauffeuer verbreitet und die Sorge um mich hochgeschaukelt hätte. Ich war nicht Teil einer Gemeinschaft, die sich, nach und nach, ganz selbstverständlich um mein Bett eingefunden hätte. Ich hatte verstreute Freunde, die ich einzeln traf. Es war die Art Umgang, die mir entsprach. Mich befremdete jedes Cliquenwesen. Dennoch fühlte sich der fehlende Kreis, der sich im Notfall um mich schloss, wie ein eigenes Versagen an. Fehlte es mir an Anziehungskraft und Liebenswürdigkeit?“ (S. 128)

Lara Prescott: Alles was wir sind (Rütten und Loening 2019)

Ein Unterhaltungsroman über eine Zeit, als man Romanen noch etwas zutraute. Hier ist es Boris Pasternaks Jahrhundertroman Doktor Shiwago, der mit Hilfe der Geheimdienste als Reimport in die UDSSR gelangt.

  • Hazel Prior: Die Saiten des Lebens (Harper Collins 2019)
  • Joe Heap: Die Welt in allen Farben (Harper Collins 2019)
  • Jenny McLachlan: Arthur und der schreckliche Scheuch (Dragonfly 2019)

         

Im Leseexemplarfach Ihrer Buchhandlung nicht zu finden? Bitte per Mail anfordern unter schikowski(at)immerschoensachlich.de

 

 

Als sogenannte Kofferraumexemplare bringe ich zum Termin mit (ich schicke sie aber gerne vorab, bitte per Mail anfordern unter schikowski(at)immerschoensachlich.de)

  • Lene Albrecht: Wir, im Fenster, Aufbau Vorschau S. 3
  • Giosue Calaciura: Die Kinder des Borgo Vecchio, Aufbau Vorschau S. 9
  • Gusel Jachina: Wolgakinder, Aufbau Vorschau S. 19
  • Sofie Sarenbrant: Hinter deinem Rücken, Aufbau Vorschau atb S. 5
  • Caroline Lea, Die Farbe von Glas, HarperCollins Vorschau S. 15
  • Louise Boije af Gennäs: Blutblume, Europa Vorschau S. 5

      • Michael Engler/Tourlonias: Rocky Waschbär, Vorschau Anette Betz S. 17
      • Martin Widmark: Halvdan, der Wikinger, Ueberreuter Vorschau S. 89
      • Hansjörg Nessensohn: Dieses verdammte Leben, Ueberreuter Vorschau S. 105
      • Christian Handel: Becoming Elektra, Ueberreuter Vorschau S. 111

         

 

 

Bei atb werden Titel angekündigt von denen Ihnen gebundene Leseexemplare zu Verfügung stehen, so lange die HC-Auflage reicht. Bitte bei Interesse auch gleich per Mail anfordern unter schikowski(at)immerschoensachlich.de

      • atb Sep 2019 Clermont-Tonnerre, Der Letzte von uns (3-352-00908)
      • atb Okt 2019 Murata, Die Ladenhüterin (3-351-03703) Link zur Kurzbesprechung.
      • atb Okt 2019 Flügge, Stadt ohne Seele (3-351-03699)
      • atb Nov 2019 Roth, Kritik der Vögel (3-7466-5032) Link zur Kurzbesprechung.
      • atb Dez 2019 Vogelsang, Heimaterde (3-351-03671) Link zur Kurzbesprechung.
      • atb Dez 2019 Böttcher, Das Kaff (3-351-03716) Link zur Kurzbesprechung.
      • atb Dez 2019 Iles, Die Sünden von Natchez (3-352-00907)
      • atb Jan 2020 Spiegelman, Was nie geschehen ist (3-351-03705)
      • atb Feb 2020, Croft, Während du schläfst (3-352-00910)

 

 

NICHT IN DER VORSCHAU

noch ohne Inhalt

 

Besonders frühe ERSCHEINUNGSTERMINE

MAI

Arnd Henze: Kann Kirche Demokratie (Herder Religion Vorschau S. 23)

JUNI

Alberto Angela: Kleopatra (HarperCollins Vorschau S. 29)

Michael Seewald: Reform (Herder Vorschau S. 5)
Gerhard Lohfink: Das Geheimnis des Galiläers (Herder Theologie Vorschau S. 11)
Jürgen Werbick: Christlich glauben (Herder Theologie Vorschau S. 21)
Daniel Bogner: Ihr macht uns die Kirche kaputt (Herder Religion Vorschau S. 19)

JULI

Christoph Hein/Elmar Faber: Ich habe einen Anschlag auf Sie vor (Faber Vorschau S. 9)

Giosue Calaciura: Die Kinder des Borgo Vecchio (Aufbau Vorschau S. 9)
Catherine Lacey: Das Girlfriend-Experiment (Aufbau Vorschau S. 15)
Hauke Friedrichs: Funkenflug. August 1939 (Aufbau Vorschau S. 47)

Michael Riekenberg: Gewalt (Campus Vorschau S. 63)

Klaus Berger: Ehe und Himmelreich (Herder Theologie Vorschau S. 13)
Gerhard Kardinal Müller: Römische Begegnungen (Herder Theologie Vorschau S. 15)
Mit dem Segen der Kirche? (Herder Theologie Vorschau S. 19)
Franziskus: Ave Maria (Herder Religion Vorschau S. 9)

 

 

BESPRECHUNGEN

 

Lene Albrecht
Wir, im Fenster
Aufbau 2019 (ET 13. September) Vorschau S. 3

Dass Vorschauen (jedenfalls die, die ich bislang von Aufbau in meiner Tasche hatte) immer mit einem Debüt beginnen, ist auch ein kleines Bekenntnis dazu, dass man stets neu beginnt, frisch, neu und hoffnungsfroh. Mögen die Klassiker weiter hinten in der Vorschau von bleibendem Wert sein, die Romane am Anfang der Vorschau versuchen es ihnen unverdrossen nachzutun. Ohne diese neuen Versuche hätte man den Geist der Klassiker im Grunde aufgegeben. Lene Albrecht beginnt also, setzt neu an. Gegen alle Wahrscheinlichkeit, uns dafür zu interessieren, beginnt sie die Geschichte von Linn und Laila zu erzählen, die in der Nachwendezeit zusammen aufwachsen. Die Eltern unternehmen mit ihnen Ausflüge in den Osten der Umgebung Berlins: Schau. Tatsächlich nahm eine Kellnerin dieses Wort in den Mund, das für uns eine Sensation war. Die Kellnerin trug hellblauen Lidschatten. Auf dem Kopf saß ein Nest aus Kunsthaar. Glitzerkrümel lagen ihr wie Schuppen auf den Schultern. Laila stieß mein Knie an. Sie sah, wie ich, die Frisuren unserer Mütter auf rotstichigen Fotos. Es war kaum auszuhalten. Jeden Augenblick begann eine von uns aufs Neue eine Lachsalve abzufeuern. Schau, schau, schau.

 

Louise Erdrich
Die Wunder von Little No Horse
Aufbau 2019 (ET 8. November 2019)

Mit Liebeszauber (atb 3525) begann Louise Erdrich ihre Romane über das Chippewarereservat. Darauf folgte die Rübenkönigin und nun, von Gesine Schröder übersetzt, Die Wunder von Little No Horse. Im Mittelpunkt des Romans steht Pater Damien Modeste, dessen Leben als Agnes DeWitt begann und die im Alter nun zur Heiligsprechung von Schwester Leopolda Stellung nehmen soll. Eine Schwester, die ihr Leben im Reservat als Pauline Puyat begann. Die Welt der Ojibwe wird von Louise Erdrich so lebensecht gestaltet, dass sie den Verehrern der Indianer, die sie als bessere Menschen betrachten, vor allem was die Geschichten um Nanapush angeht, fast als Beleidigung erschien. Der Erfolg der katholischen Mission unter den Stämmen der Reservate verdankt sich vermutlich der geografischen Verbindung nach Kanada, das französisch und daher katholisch beeinflusst ist. Hinzu kommt die Abgrenzung gegenüber den eher anglikanischen und freikirchlichen weißen Amerikanern, die wie Louise Erdrich an der Figur des rücksichtslosen Mauser zeigt, die Reservatsindianer wo es nur geht, um ihr Land betrügen. Schließlich kommt die animistische Vorstellungswelt der Ojibwe den eher bunten katholischen Heiligenvorstellung erheblich näher, als die farblose Strenge der Puritaner. Vielleicht könnte man sagen, dass seit Heinrich Böll nicht mehr so katholische Romane wie die von Louise Erdrich bei einem säkularen Verlag erschienen sind. Das Katholische ist in der Welt der Louise Erdrich allerdings ebenso weit gefasst, wie das Indianische menschlich.

 

Nick Drnaso
Sabrina
Blumenbar 2019 (ET 13. September) Vorschau S. 11

Die Graphic Novel erobert das Bücheregal, erreicht die Literaturfestivals, wird für den Man Booker Prize nominiert und versetzt die Autoren des klassischen Langtextes in Verzückung. Die Buchhändler haben es gut. Sie müssen gar nicht ihre Buchhandlung auf den Kopf stellen, sie müssen sich gar nicht bemüht aufgeschlossen zeigen und die neuen Genres etablieren, das Neue kommt zu ihnen und erreicht sie.

 

Giosuè Calaciura
Die Kinder des Borgo Vecchio
Aufbau 2019 (ET 12. Juli) Vorschau S. 9

Calaciura erzählt in diesem Roman die Geschichte dreier Kinder in Palermo. Hier herrschen Verwahrlosung und Armut. Er erzählt auch von den Straßenverkäufern. Darunter ist der Radikalste derjenige, der versucht, einen einzelnen Schuh zu verkaufen: Die Kinder waren angerannt gekommen und hatten ihm erzählt, von der anderen Seite des Platzes humpele ein einbeiniger Provinzler auf einer Krücke herüber, der sich trotz der unbequemen Busfahrt und der beschwerlichen Wanderung aus seinem Dorf herausgewagt hatte, weil die Kunde des wunderschönen Einzelschuhs bis in die Berge vorgedrungen war. Mit torkelnden Schritten lahmte er heran und griff schwer atmend nach dem Schuh. Die Größe stimmte, genau danach hatte er gesucht, und während der alte Verkäufer ihn auf die fein gearbeiteten Nähte, die durablen Schuhbänder und das weiche Leder hinwies, blickten sie einander plötzlich ins Gesicht, weil sie das erbarmungslose Lachen Gottes vernommen hatten: Der Schuh war perfekt, jedoch für den fehlenden Fuß.

 

Giacomo Sartori
Göttliches Tagesbuch
Launenweber 2019 (ET Oktober)

Ich bin Gott.  So der erste Satz dieses wunderlichen Romans, denn hier erzählt Gott in kurzen Einträgen seine kurze Affäre mit Dafne. Dafne arbeitet als Besamerin. Aber Gott ist tolerant: Die Kühe sind dazu geschaffen, sich mit den Stieren zu paaren, alles ist darauf angelegt, bis ins kleinste Detail. Alles ist rationalisiert und optimiert, so sagt man, um bessere Ergebnisse und den höchstmöglichen Gewinn zu erzielen. Ungeachtet dessen, was die Leute sagen, bin ich allerdings auch nicht damit einverstanden, dass sie systematisch alles über den Haufen werfen, was ich getan habe. Ich möchte wissen, was passieren würde, wenn ich in ihr Haus kommen und die Wohnzimmermöbel verstellen würde. (S. 19) Giacomo Sartori scheint sich zu sagen, wenn schon allwissender Erzähler, dann eben gleich Gott.

 

 

____________________

Vertreterempfehlungen in Kürze:

 

Valentina Gianella
Mein Name ist Greta
Midas 2019 (ET August) Vorschau Bilderbuch

Das Buch stellt Greta vor, die fast 2 Millionen Teenager dafür begeistert hat, am Freitagmorgen auf die Straße zu gehen – von Berlin bis Köln. Im Buch alle wichtigen Informationen zu FridaysforFuture (siehe Bild rechts) und die gemeinsamen Ziele und Methoden dieser Bewegung.

 

Mike Berners-Lee
Es gibt keinen Planet B
Midas 2019 (ET Oktober) Vorschau Sachbuch S.

Mike Berners-Lee zeigt ein umfassendes Bild der drängenden Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftsfragen. Er geht den konkreten Ursachen dieser Probleme auf den Grund und stellt unsere Lebens- und Denkweisen in Frage. Zugleich bietet dieses Buch eine Fülle von Lösungen an, zu denen wir sofort beitragen können.

 

Louise Boije af Gennäs
Blutblume
Europa 2019 (ET August 2019) Vorschau S. 5

Vor einigen Jahren wurde in England Binge Watching zum Wort des Jahres gekürt. Man schaut nun mehrere Serien in Folge, von den Verächtern Komaglotzen genannt. Die kultivierte Form dieser Erscheinung kannten die Verlage zwar bereits, haben sie nun aber wieder entdeckt. Mit Louise Boije af Gennäs kommt der Europa-Verlag diesem Bedürfnis nach, ein leichter Text über den Kampf einer jungen Frau gegen die Macht. Im März 2020 folgt der Titel Scheintod und im August dann Feuerrache.

 

Heike Buchter
Ölbeben
Wie die USA unsere Existenz gefährden
Campus 2019 (ET 18. September 2019) Vorschau S. 13

Heike Buchter hat bereits vor einigen Jahren mit dem Buch über Blackrock (2014) bewiesen, wie weitsichtig sie Themen für uns aufspürt, deren Auswirkungen uns erst viel später erreichen. Sie berichtet von der energiepolitischen Agenda Trumps, die ganz auf Öl setzt. Die Wirtschaft- und Finanzmarktexpertin zeigt, wie er damit dem Willen der Wall Street nachkommt und den Weg der USA auf Jahre festlegt.

 

Hans-Hermann Hertle
Sofort, unverzüglich
Die Chronik des Mauerfalls
Ch. Links 2019 (ET August) Vorschau S. 25

Dass Bücher bedeutende Wirkungen in Geschichte und Politik haben können, ist bekannt. Nun ist es einmal ein Zettel, genauer Schabowskis Zettel, von dem er, sich der Richtigkeit versichernd, sein „sofort, unverzüglich“ ablas, der eine derart durchschlagende Wirkung für Deutschland hatte. Unklar ist noch, ob auch Hektor Haarkötter in seinem Buch „Notizzettel“ bei S. Fischer diesen Augenblick auf dem Zettel hat.

 

Matthias Meisner / Heike Kleffner
Extreme Sicherheit
Rechtsradikale in Polizei, Verfassungsschutz, Bundeswehr und Justiz
Herder 2019 (ET 18. September) Vorschau Geschichte S. 9

Gerade hat der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, eine neue Dynamik im Rechtsextremismus ausgemacht. Die sehr intensive Vernetzung, Fake News, falsche Propaganda und massive Gewalt auf den Straßen sind für ihn Anzeichen, die Situation, im Unterschied zum Vorgänger Maaßen, neu einzuschätzen. Davon, dass gerade die Verächter des Politbetriebs, der gewiss seine fragwürdigen Seiten hat, ihn sofort zu übertreffen suchen, sobald sie ihm angehören, konnte man sich gerade in Österreich überzeugen. 

 

Caroline Lea
Die Farbe von Glas
HarperCollins (ET Oktober) Hardcover Vorschau S. 15

HarperCollins hat immer wieder Bücher im Programm, die wie Alligatoren und Das Versprechen dich zu finden, richtige Lesebücher für die Branche sind. Ein düsterer Roman, der Island im 17. Jahrhundert schildert, voller Mysterien und archaischer Vorstellungen, frostig, aber nicht unverfroren.  

 

Jeroen Windmeijer
Das Paulus-Labyrinth
HarperCollins (ET Oktober) Taschenbuch Vorschau S. 17

Nach dem Erfolg des niederländischen Titels Nachblau (3-95967-236-8) wieder ein Bestseller, diesmal mit dem Schauplatz Leiden. Das Buch des Anthropologen Windmeijer war in den Niederlanden ein großer Erfolg.

 

Carrie Callaghan
Die Nachtmalerin
HarperCollins (ET Februar) Taschenbuch Vorschau S. 31

1893 entdeckte man im Louvre auf einem Bild unter der falschen Signatur von Frans Hals das Monogramm von Judith Leyster (1609 – 1660). Die Gemälde der Judith Leyster wurden zu ihrer Zeit geschätzt, ihre Bilder wurden aber bald, auch aus monetären Gründen, Frans Hals zugeschrieben. In einer Zeit, in der sich Berufsgruppen, auch die Maler, in Gilden und Zünften organisierten, war es für Judith Leyster gleich zweifach schwer, Zugang zu Ausbildung und Anerkennung zu finden.

 

Martin Geck
Die Sinfonien Beethovens. Neun Wege zum Ideenkunstwerk
Olms 2019 (Vorschau S. 25)

Nach dem großartigen Beethoven-Buch von Martin Geck, das im vergangenen Jahr erschien, hier nun seine Einzelanalysen der Sinfonien Beethovens. Verständlich, spannend und aufschlussreich. Zum Beethovenjahr 2020!

 

Christine Nöstlinger
Der Überzählige
Nilpferd 2019 (ET 13. September) Vorschau Annette Betz/Nilpferd/ueberreuter S. 59

Eine Text aus dem Nachlass von Christine Nöstlinger. Eine Erinnerung an ein Erlebnis zur Zeit der Kinderlandverschickung. Der Überzählige wird ausgeschlossen, weil Gemeinschaftsbildung den Ausschluss braucht. Und das schlechte Gewissen und die Angst der Dazugehörigen. Ein Text, der alles über Gemeinschaft lehrt.

 

Thomas Sautner
Das Mädchen an der Grenze
atb 2019 (ET 11. Oktober) Vorschau S. 39

Die politische Grenze, die plötzlich, nachdem sie zuvor das Leben ordnete, jede besondere strukturierende Bedeutung verliert, erscheint im Rückblick als Wahnsinn. Wie sehr wir doch in Ordnungen leben und sie zugleich als selbstverständlich voraussetzen, zeigt Thomas Sautner am Schicksal des Mädchens Malina, dem Traum und Wirklichkeit, Vergangenheit und Zukunft plötzlich unabgegrenzt gleichzeitig erscheinen. Das Leben Malinas als Erwachsene schildert der gerade bei Picus erschienene Roman „Großmutters Haus“.

Ernst Dronke
Berlin
Die Andere Bibliothek 2019 (ET Oktober) Vorschau S. 3

Ernst Dronke, Koblenzer Gelehrtensohn und Journalist, widmet sich den enormen Spannungen zwischen dem allgegenwärtigen Beamten- und Polizeiapparat und dem Elend ganzer Bevölkerungsschichten. Auf dem Cover scheint vom mittleren Bildausschnitt zum unteren der Arbeiter das Militär zu füttern, das ihn in Schach hält. War dies nicht auch einmal eine Balance, die es zu bewahren galt? Wenn nein, wo wäre eine vergleichbare Konstellation heute auszumachen? Ernst Dronke wurde der Universität Bonn verwiesen, lebte in Berlin und flüchtete nach England. Die, deren Hunger und Elend er beschreibt, gingen nach Amerika.

 

Jochen Brühl
Volle Tonne, leere Teller
Adeo 2019 (ET Oktober) Vorschau S. 9

Während ich am Schreibtisch diese Seite vorbereite, sehe ich auf dem kleinen Platz vor dem Bürofenster jemanden die Mülltonnen durchwühlen. Er ist mit seinem Fahrrad und Anhänger unterwegs. Er untersucht die zusammengestellten Tonnen systematisch nach Sachen, denen noch ein Wert zukommt.

 

Doris Lessing
Worum es wirklich geht
Ebersbach und Simon 2019 (ET 21. August) Vorschau S. 7

Erzählungen gelten unter Buchhändlern als schwieriger, vor allem schwieriger zu verkaufen. Warum eigentlich? Es gab eine Zeit da waren Erzählungen beliebt, zum Beispiel von Doris Lessing. Texte, die insgesamt eher darauf aus waren, genauer gelesen zu werden. Also mag es daran liegen, dass wir eine Erzählung um des Nachdenkens willen lesen, den Roman aber eher, um uns vom Grübeln zu befreien? In den Roman tauchen wir dauerhaft ein, aus der Erzählung tauchen wir dauernd auf.

 

Hans Fallada
Der eiserne Gustav
Aufbau 2019 (ET 11. Oktober) Vorschau S. 27

Endlich erscheint Falladas Eiserner Gustav in der Originalfassung. Darin erzählt Fallada die Geschichte des Droschkenkutschers Gustav Hackendahl, dem die Kontrolle über Familie und Beruf unter dem Modernisierungsschub der neuen Zeit entgleitet. Wie die Gelbwesten reagiert er mit einer öffentlichen Aktion, der Fahrt von Berlin nach Paris – mit der Droschke.

 

Matteo Trevisani
Buch der Blitze
Launenweber 2019 (ET Oktober)

Aus dem Buch: Mein Credo lautete, eine Stadt ist die erhabenste Form des menschlichen Ausdrucks, der Ort, durch den sich die menschliche Spezies am besten mitteilen kann. Meiner Logik zufolge unterschied sich eine Stadt durch nichts von der Natur, sie ging lediglich aus ihr hervor. Die Säulen der Tempel waren die Bäume der heiligen Wälder, ihre Plätze waren Seen, ihre engen Straßen waren unwegsame Pfade in verzauberten Gebirgen. Deshalb gab es nur eine Stadt, die diese Bezeichnung wirklich verdiente – Rom.

 

Nicola Pugliese
Malacqua
Launenweber 2019 (ET Oktober)

Aus dem Buch: Von der Kaserne der Via del Sole aus antwortete ihr der Telefonist, dass er es bereits wusste, dass eine Mannschaft ausgerückt war und dass es vielleicht keine Kleinigkeit war, dieses Mal, andere Notrufe waren von San Martino gekommen, um nicht von der Provinz zu sprechen, dann von Sant’Antimo, Afragola, Frattaminore, alle auf die eine oder andere Art überschwemmt, und Scheiße, diese Stadt ist wirklich aus Pappe, ist es möglich, dass nur ein paar Stunden Regen?, tja, möglich, natürlich ist es möglich, was willst du machen?, die vom Wetterdienst am Flughafen sollten Schilder aufstellen: morgen regnet es: Neapolitaner, übersiedelt nach Rom.

 

Ralph Burkhardt
Famous Last Words – immerwährender Tageskalender
366 letzte Sätze bedeutender Belletristik von Austen bis Zola
August Dreesbach Verlag

NEU Female First Words – immerwährender Tageskalender
366 erste Sätze bedeutender Belletristik von Frauen
August Dreesbach Verlag

 

 

_______________________

HINWEISE AUF VERANSTALTUNGEN

In Siegen ist

am 29.6. Gregor Gysi

In Köln

Der Aufbau Verlagsabend
Brasserie Aller Kolör, Alteburger Str. 15a, 50678 Köln,
Donnerstag, den 8. August, Beginn: 20.00 Uhr
um Anmeldung wird gebeten

In Köln

am 11.10.2019 Henrik Siebold und der Jazz-Saxophonist Jörg Budde Lesung im Rahmen der Dellbrücker Jazzmeile

 

Die Kunst der schönen Bücher

Ein Bücherabend mit den Büchern der Anderen Bibliothek und des Faber und Faber Verlags. Bücher, bei denen Text und Buchgestalt eine sich reflektierende Verbindung eingehen und die zu einem besonderen Erlebnis des Kopfes und der Sinne werden.

Zu den Terminen und der näheren Beschreibung hier:
https://www.immer-schoen-sachlich.de/buchhandel/die-kunst-der-schoenen-bucher-ein-verlags-und-leseabend-mit-michael-schikowski/

 

 

LESEABENDE

Hans Fallada
Termine finden Sie hier:
https://www.immer-schoen-sachlich.de/leseabend/hans-fallada-ein-leseabend-mit-michael-schikowski/

George Eliot
Termine finden Sie hier:
https://www.immer-schoen-sachlich.de/leseabend/george-eliot-ein-leseabend-mit-michael-schikowski/

Theodor Fontane
Termine finden Sie hier:
https://www.immer-schoen-sachlich.de/leseabend/theodor-fontane-ein-leseabend-mit-michael-schikowski/

Alle weiteren Termine hier:
https://www.immer-schoen-sachlich.de/leseabend/leseabende-in-2019/

___________________________

BACKLIST

Alle Besprechungen von 2019 hier.
Alle Besprechungen von 2018 hier.
Alle Besprechungen von 2017 hier.
Alle Besprechungen zu Aufbau hier.

__________________________

Remissionsgenehmigungen 2/2019

Remigen Adeo 2 2019

Remigen Aufbau Rütten Blumenbar 2 2019

Remigen Campus 2 2019

Remigen Claudius 2 2019

Remigen DBG 2 2019

Remigen Ebersbach und Simon 2 2019

Remigen Elsengold 2 2019

Remigen Europa und Golkonda 2 2019

Remigen EVA 2 2019

Harpercollins Mira Dragonfly 2 2019

Remigen Herder 2 2019

Remigen Midas 2 2019

Remigen Ueberreuter Nilpferd Betz 2 2019