// Bücher

Thilo Bode
Die Essensfälscher
S. Fischer 2010
Jonathan Safran Foer
Tiere essen
Kiepenheuer & Witsch 2010
Thilo Bode segelt reichlich hart am Wind, für den er mit aufgeblasenen Backen selbst sorgt. Man wundert sich, dass er als Soziologe nicht zeigt, wie die von ihm vermutlich zu Recht beanstandeten Produkte Trends wie Bio, Light, Vollkorn camouflieren, Produktnamen, die von den Nahrungsmittelindustriekritikern in Umlauf gebracht wurden.
Inzwischen in der sechsten Auflage ist Foer, eine weniger als Bode, aber in den Foer zur Verfügung stehenden literarischen Mitteln Bode haushoch überlegen. Ein Buch, das man nicht einfach mal schreibt, weil man plötzlich kein Fleisch mehr mag. Foer schreibt als Schriftsteller, Bode als Inhaber einer von ihm gegründeten Verbraucherorganisation foodwatch, die sich ganz unbescheiden als „essensretter“ bezeichnet.
Umgekehrt betrachtet: was man Foer zubilligt, der ja überall ausgezeichnet besprochen wurde, würde man einem deutschsprachigen Autor als Manierismus ankreiden, ihm vielleicht mitteilen, er solle doch die literarischen Faxen sein lassen und schnell zu den Haxen kommen.
// Bücher
Dietrich Grönemeyer
Dein Herz
S. Fischer 2010
Zweifellos ein solide gemachtes Buch mit Lesebändchen, mit vielen Bildern und Gedichten, alles herzerwärmend. Allerdings kommen einem die Bilder aus der Kunst und Texte der Weltliteratur ein wenig wie in einen ganz gewöhnlichen Ratgeber hineingeklebt vor. Der Text geht an all diesen kleinen Aufmerksamkeiten fürs Auge und Gemüt recht hartherzig vorbei.
Die Ärzte sind neben den Journalisten auf der Bestsellerliste 2010 die am häufigsten vertretene Berufsgruppe: Dietrich Grönemeyer, Eckart von Hirschhausen und Manfred Lütz. Seit es Sachbücher gibt, bedienen Ärzte diesen Markt: Schwenninger, Schleich, Sauerbruch, Hackethal. „Der nächste bitte!“
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Roger Willemsen
Die Enden der Welt
S. Fischer 2010
Roger Willemsen ist vielleicht derjenige neuere Sachbuchautor, den man mit einer Erscheinung vergleichen kann, die in Deutschland komplett vergessenen ist: Emil Ludwig. Mit ihm hat er die drei e gemeinsam: eitel, elegant, erfolgreich. In seinem neuen Buch ist Willemsen ein herrlicher Erotomane auch der Landschaften. Lässt man den Schutzumschlag fallen, hält man einen in feines Leinen gebundenen Buchleib in Händen.