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Romina Raske, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über Ferdinand von Schirach:
Ferdinand von Schirach
Schuld. Stories
Piper 2010
Ferdinand von Schirach arbeitet seit 1994 als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. In seinem Buch beschreibt er Fälle, die ihm in seinem Berufsalltag begegnet sind. Dabei scheinen die einzelnen Mandate geradezu unglaublich und lassen seinen Leser nicht selten nachdenklich oder auch wütend zurück. Da geht es zum Beispiel um die Vergewaltigung eines Mädchens und die Täter kommen ohne Strafe davon oder in einem anderen Fall sitzt ein Mann unschuldig im Gefängnis, da die Aussagen der Zeugen glaubwürdig waren.
Schirach wirft in seinen fünfzehn Kurzgeschichten Fragen nach Schuld und Unschuld, angemessener Strafe und unserem Rechtssystem auf, die schwer mit einer Pauschal-Antwort abgefertigt werden können. Zu komplex die Thematik, zu speziell der Einzelfall und zu unterschiedlich die individuellen Meinungen.
Mit Schuld veröffentlicht Schirach neben Verbrechen bereits den zweiten Band mit Kurzgeschichten dieser Art. Und auch in diesem Band besticht wieder die sachliche, zurückgenommene, schnörkellose Schreibweise Schirachs, die unglaublich gut zu seinen Fällen passt und den Leser gerade deshalb so sehr in seinen Bann zieht.
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Romina Raske, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über einen Klassiker der Ratgeberliteratur von Paul Watzlawick:
Paul Watzlawick
Anleitung zum Unglücklichsein. Vom Schlechten des Guten
Piper
Die Anleitung zum Unglücklichsein erschien erstmals 1983 und ist seitdem immer wieder neu aufgelegt, zu einem wahren Klassiker geworden. Mit einer Auflage von zwei Millionen Exemplaren ist dieses Buch ein echter Bestseller.
Mit jeder Menge Ironie und Witz zeigt Watzlawick auf, wie sich der Mensch selbst im Wege steht und sich so das Leben schwer macht. Dabei sind seine Theorien nicht einfach aus der Luft gegriffen. Watzlawick studierte Philosophie und war Professor für Psychotherapie, daher kann man davon ausgehen, dass er weiß wovon er schreibt.
Anschauliche Beispiele verdeutlichen dem Leser, wie er sein Unglücklichsein praktizieren kann. Ein Beispiel: Ein Mann klatscht alle zehn Sekunden in die Hände. Nach dem Grund für dieses merkwürdige Verhalten befragt, erklärt er: „Um die Elefanten zu verscheuchen.“ „Elefanten? Aber es sind doch hier gar keine Elefanten.“ Darauf er: „Na, also! Sehen Sie?“
Die Moral von der Geschichte ist, dass Abwehr oder Vermeidung einer gefürchteten Situation oder eines Problems einerseits die scheinbar vernünftigste Lösung darstellt, andererseits aber das Fortbestehen des Problems garantiert.
Anleitung zum Unglücklichsein ist ein unkonventioneller Ratgeber, in dem zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikation, Verhaltensweisen und Glück mal aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet werden. Im Plauderton, amüsant und unterhaltend geschrieben, erzeugt dies einen einfachen Einstieg zu dem sonst eher abschreckendem Thema Lebenshilfe. Außerdem wird durch die Schreibweise ein gewisser Abstand des Lesers zum Text erzeugt, wodurch einem ein ganz anderer Zugang zu dem Text und den behandelten Themen ermöglicht wird. So findet sich doch jeder in den zahlreichen Beispielen wieder. Dies ist Lebenshilfe auf hohem Niveau. In diesem Sinne: „Jeder ist seines Unglückes Schmied.“
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Felicia Steiner, buchhändlerische Auszubildende, schreibt über einen Sachbuch-Klassiker von Konrad Lorenz:
Konrad Lorenz
So kam der Mensch auf den Hund
dtv
Gleich zu Beginn des Buches glaubt man sich in einen Film versetzt: da sitzen Frühmenschen um ein Lagerfeuer, hungrig und müde, und lauschen dem Heulen der Schakale, das ihnen als verlässliches Warnsignal vor Gefahr dient. Dann eine andere Szene, in der ein kleines Mädchen seinem Mutterinstinkt folgend einen verwaisten Welpen mit in die Familie bringt, der vom Vater zuerst aus Liebe zur Tochter geduldet und später als nützlicher Jagdpartner geschätzt wird.
Nach dieser unterhaltsamen Rekonstruktion der Anfänge der Hundehaltung, die durchaus auf wissenschaftlich fundierten Füßen steht, wird es konkret. Fragen wie die, warum der Hund sich so verhält wie er es tut, werden ebenso behandelt wie die, welche praktischen Tipps ein Hundehalter bei Kauf, Aufzucht und Erziehung beachten sollte.
Lorenz vermittelt immer sehr anschaulich anhand vieler Beispiele aus seinen eigenen Erfahrungen als Hundehalter mit dem Hintergrundwissen des Wissenschaftlers, warum er diese oder jene Empfehlung ausspricht.
Eindrücklich warnt er vor fehlgeleiteter Tierliebe, die das Tier zum besseren Menschen idealisiert und ihm damit keinen Gefallen tut. Unsentimental beschreibt er das Tier als Tier, und demonstriert gerade dadurch einen besonderen Respekt, der den Hund Hund sein lässt, ihn sozusagen aus Hundesicht zu erklären versucht und die nur allzu verlockende Falle der Interpretation aus menschlicher Sichtweise gerade deswegen vermeidet, weil er sich ihrer bewusst ist.
Auf diese Weise bietet Konrad Lorenz dem Leser faszinierende Einsichten nicht nur in das Wesen der Hunde, sondern auch in unser eigenes Denken. Das Buch sei jedem empfohlen, der einen Hund hat – oder ein Mensch ist.