Max Brod
Heinrich Heine. Biographie
Wallstein 2015
Max Brod veröffentlichte diese wunderbar lesbare Biografie Heines zuerst 1934 im Exilverlag Allert de Lange. Der Verlag hatte seinen Sitz in Amsterdam und veröffentlichte einen großen Teil der Literatur, die in Deutschland verboten war. Das Buch gehört in eine Reihe der vielen herausragenden biografischen Veröffentlichungen der Zeit, wie sie von schriftstellernden Zeitgenossen wie Stefan Zweig oder Emil Ludwig kamen.
Auch der historische Roman Brods Tycho Brahes Weg zu Gott, der mit einem Vorwort von Zweig schon bei Wallstein erschien, gehört hierher. Ein Roman über den dänischen Astronomen Tycho Brahe und Johannes Kepler in Prag um 1600. In der Berücksichtigung der Gattungsgrenze von Roman oder Biografie ist Brod allerdings in seinem Heine-Buch längst nicht so sorglos, wie manche seiner Zeitgenossen.
Manuel Möglich
Deutschland überall
Eine Suche auf fünf Kontinenten
Rowohlt Berlin 2015
Manuel Möglich ist dorthin gereist, wo Deutsche eine neue Heimat gefunden haben. Nach New York, nach Blumenau in Brasilien, Lüderitz in Namibia, Apia auf Samoa, Tsingtao in China, das ehemalige Hermannstadt jetzt Sibiu in Rumänien und schließlich Liberec in Tschechien.
Er hat dort Deutsche oder deren Nachkommen getroffen. Menschen, die ihr Deutschsein in einer neuen Zwischenwelt leben, die aus Deutschland und der neuen Heimat zusammengesetzt ist. Manuel Möglich hat dazu mit ihnen gesprochen. Dabei ist unser Reporter des Nationalen im Internationalen auch ganz schön häufig mit sich selbst beschäftigt. Ist halt stressig. Von Scholl-Latour hat er das nicht.
Peter Schneider
An der Schönheit kann’s nicht liegen …
Berlin – Porträt einer ewig unfertigen Stadt
Kiepenheuer & Witsch 2015
Peter Schneider hat ein Buch über Berlin geschrieben. Die Stadt hat aber auch ein Glück! Das Besondere an seinem Buch über Berlin liegt vor allem darin, dass Schneider von sich selbst kein Aufhebends macht. So wird übrigens vermutlich auch Berlin auf dieses Buch reagieren. Schneider und Berlin passen einfach zu gut zueinander.
So kann man sich von diesem einzigartig gelassen erzählenden Stadtführer diese Stadt mit ihren wenigen Allüren aber vielen Problemen erzählen lassen. Er beobachtet sie schon lange wie sie versucht, mit sich und der Welt fertig zu werden, in der Politik, in der Kultur, bei Tag, bei Nacht, im Osten und im Westen. Und sie ist noch dabei und wird nicht fertig.