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Die zweite allgemeine Verunsicherung

 

Michael Lewis
Erhöhtes Risiko
Campus 2019

Alles schaut auf den amerikanischen Präsidenten. Aber was tut sich in den Fluren der amerikanischen Ministerien? Es ist still. Ungewöhnlich still. Denn Erfahrung und Wissen gelten für diesen Präsidenten fast nichts. Michael Lewis ist an die Basis der amerikanischen Regierungsmaschine gegangen, zu den Institutionen, in denen das Können und Wissen so vieler sediert und darauf wartet, Amerika zur Verfügung zu stehen. Jedoch, die Skepsis, mit der die Amerikaner von jeher ihre öffentlichen Institutionen betrachten, wird durch diesen Präsidenten auf paradoxe Art nur noch weiter gesteigert. Michael Lewis im SPIEGEL-Interview: „Trump glaubt tatsächlich, dass der Staat nutzlos ist.“ (26.1.2019) Während der Präsident die Führungsmannschaft fast im Monatsrhythmus auswechselt, schildert Lewis, was das im Staatsapparat auf lange Sicht in Amerika anrichtet.

Die Bedingungen der Modernität

 

Kristen Roupenian
Cat Person
Blumenbar 2019

Zwölf Stories, die wieder einmal zeigen, was Erzählungen erreichen können, und wie unvergesslich komisch (bitter und bizarr) das Leben unter den Bedingungen fortschreitender Modernität sein kann, wenn man es nur so beobachten könnte, wie Kristen Roupenian. Knappe, klare, klirrende Stories.

Die Affäre als Weltbeziehung

Esther Perel
Die Macht der Affäre
HarperCollins 2019

Im Begriff der Affäre schwingt vieles mit, was uns interessiert, Gefahr, Verlangen und Neues. Genau darum sprechen wir lieber von einer Affäre. Die Affäre ist in gewisser Weise die literarische Seite der Untreue. Denn Untreue ist nach Esther Perel der ultimative Verrat.

Wäre eine Affäre der Unfall, als der er gemeinhin für Beziehungen angesehen wird, dann müsste sie eigentlich viel seltener vorkommen. Um im Bild zu bleiben, kämen wir von unseren täglichen Autofahrten nie ohne den einen oder anderen Blechschaden nach Hause. Sie ist aber gar kein Unfall. Sondern sie ist ein Teil unserer Beziehungen zu Welt.

Aus ihren genauso gescheiten wie verständlichen Kultur- und Verhaltensanalysen destilliert Esther Perel zahlreiche Hinweise für gelingende Beziehungen. Dabei argumentiert Esther Perel genau nicht für Affären, weil sie so oft vorkommen, sondern für Beziehungen, die etwas von einer Affäre bekommen.