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„parrhesia“ und die Mechanismen der Macht

Anna Politkowskaja
Russisches Tagebuch
Fischer 2008

Monika Maron betont in ihrem Vorwort zu Recht, man spreche zwar seit dem politischen Mord an Politkowskaja zwar viel über deren Person, aber wenig darüber, wofür sie „unbeirrbar einstand“. Es scheint eine Konstante der populären Rezeption zu sein, sich mehr für Einzelschicksale zu interessieren als nach strukturellen (politischen) Zusammenhängen zu fragen. » weiter lesen

Eine pragmatische Schreibanleitung

„So, was können wir jetzt noch tun?!“ Dies ist ein Satz, den manche Autoren oft genug auf Messen oder sonstwo sagen können, nach dreiundzwanzig Veranstaltungen, vier Interviews und zweiundvierzig Besprechungen, zur einer Pressefrau, die alles gegeben hat und langsam die Fassung verliert. Wie gut, dass es dann Klaus Reinhardt gibt, der schreibt: „Es hilft also nichts, Sie müssen selbst aktiv werden.“ Wunderbar ist dieser Satz. Küstenmacher und Kerkeling, möchte man sagen, beobachteten ihre Verkaufserfolge auch nicht vom Sofa aus! » weiter lesen

Biografie eines Bildes

Gijs van Hensbergen
Guernica
Biographie eines Bildes
Siedler 2007

Als die Nazis im Juni 1940 Frankreich besetzten, suchten einige von ihnen auch Picasso auf. Auf sein Bild Guernica deutend, fragte einer der Deutschen: „Was ist das denn?“. Picasso antwortete: „Das haben Sie gemacht.“ Nach der Lektüre von Gijs van Hensbergens Biographie dieses Bildes, weiß ich nun, dass diese Geschichte, die mir mein Kunstlehrer erzählte, nicht stimmen kann. Die Besuche der Gestapo waren gefährlich und schockierend für Picasso, der sich während des Krieges in Paris aufhielt, aber das Bild befand sich zu dieser Zeit schon in Amerika. Erschüttert von der Zerstörung der baskischen Stadt Guernica durch die deutsche Legion Condor am 26. April 1937, hatte Picasso es im Auftrag der Spanischen Republik für die Weltausstellung in Paris gemalt. Überaus detailliert und hochinformativ erzählt Gijs van Hensbergen von Guernica, das sich auch als Starschnitt auf der Rückseite des Buchumschlags nichts vergibt.